Depotwechsel & Altlasten-Befreiung

  • Wie hoch ist denn überhaupt die Kostenquote Eurer Verträge?

    1. Laufende Kosten in der Ansparphase (pro Jahr):

    • Guthabenbezogene Kosten (brutto): 1,44 % pro Jahr auf das gesamte Vertragsguthaben.
    • Guthabenbezogene Kosten (netto): Durch die derzeitige, aber nicht garantierte Überschussbeteiligung reduzieren sich diese Kosten aktuell auf 0,72 % pro Jahr.
    • Fixe Verwaltungskosten: 36,00 € pauschal pro Jahr.
    • Kosten der gewählten Fonds (TER): Datenblätter sind oben verlinkt, grob: 2x 1,3%, 5x 1,8-1,9%

    2. Kosten in der Rentenphase (falls verrentet wird):

    • Rentenbezogene Kosten: 1,50 % auf jede ausgezahlte Jahresrente (das gilt sowohl für die garantierte Rente als auch für den Rentenanteil aus der Überschussbeteiligung).

    Habt Ihr schon mal eine für Euren Tarif verfügbare Fondsliste bei der Versicherung angefordert?

    Siehe Post drüber, ist online verfügbar (Alttarif > Clevesto Favorite vor 2017), muss ich noch durch (239 Einträge).

    Gibt es in der Liste auch Aktien-ETF in die Ihr investieren könntet?

    Soweit ich es sehe keine passiven; TER < 1,8% ist eher selten

    Welche Rentenfaktoren haben Eure Verträge?
    Sind die Rentenfaktoren fest garantiert oder kann der Rentenfaktor auch gesenkt werden?

    Ich habe die Daten zum Rentenfaktor aus meinen Unterlagen herausgesucht. Zum 01.02.2048 (mit dann 66 Jahren):

    • Aktueller (unverbindlicher) Rentenfaktor: 28,43 € je 10.000 € Guthaben.
    • Garantierter Rentenfaktor: 22,47 € je 10.000 € Guthaben.
    • Treuhänderklausel / Garantie: Der aktuelle Faktor ist explizit nicht garantiert. Die Helvetia schreibt im Kleingedruckten, dass er aufgrund der statistischen Lebenserwartung noch sinken kann. Fest zugesagt ist nur der garantierte Mindestfaktor von 22,47 €.

    Hier sind auch die Zahlen für den älteren Vertrag meiner Frau. Geplanter Rentenbeginn ist der 01.09.2047 (sie wäre dann 65 Jahre alt):

    • Aktueller (unverbindlicher) Rentenfaktor: 26,88 € je 10.000 € Guthaben.
    • Garantierter Rentenfaktor: 22,63 € je 10.000 € Guthaben.
    • Treuhänderklausel / Garantie: Auch hier das identische Bild wie bei meinem 2012er Vertrag. Der aktuelle Faktor ist nicht fix, die Helvetia hat sich das Recht vorbehalten, ihn bei steigender Lebenserwartung bis zum Renteneintritt auf das garantierte Minimum von 22,63 € abzusenken.

    Jetzt kann man höchstens noch prüfen, ob es die Möglichkeit gibt in einen ETF oder günstige Fonds (ja auch die gibt es ;)) wechseln zu können.

    Da würde ich mich über Eure Einschätzung der 239 Investments sehr freuen.:*

    Aber es steht und fällt fast Alles mit den Kosten. Kosten von 1% und mehr sind bei solchen Verträgen leider üblich. Wen dann dazu noch hohe Fondskosten kommen sollte man lieber einen Schlussstrich ziehen.

    Und bei der Überlegung bin ich gerade. Von 2012 - 2022 haben die Kosten die Rendite gefressen. Hier aber einmal die letzten drei Jahre vom 2012er Vertrag:

    JahrEingezahltWertRenditeÄnderung Vorjahr
    2023635,16 € 13.447,99 € 5,88%711,00 €
    20241.004,00 € 15.145,13 € 5,15%693,14 €
    20251.069,16 € 17.182,81 € 6,39%968,52 €

    Du kannst ja auch mal hier schauen um mal einen Eindruck zu bekommen, wo überall Kosten versteckt sind.
    https://tappeconsulting.de/helvetia-cleve…-stand-12-2021/

    Super, vielen Dank!

  • 12345 Vielen Dank für das Teilen Deines Vorgehens!

    Das musst Du nicht großartig durchrechnen. Wenn Du beim Immobiliendarlehen einen Zinssatz von - zum Beispiel - 1% p.a. hast (Du meintest ja eher drunter) muss eine alternative Geldanlage vor Steuern nur 1,36% p.a. an Rendite erwirtschaften, um günstiger zu sein als das Immobiliendarlehen. Das schafft aktuell sogar Tages- oder Festgeld.

    Okay, falsch ausgedrückt: Rechnen = Zinssätze und Restlaufzeiten aller Darlehen durchgehen. Die Zinssätze liegen zwischen 0,75% und 2,95%.

    Habt ihr darüber nachgedacht, ob ihr das zweite Haus wirklich behalten wollt? Vermietete Einfamilienhäuser sind selten eine gute Kapitalanlage.

    Definitiv - das war auch so gar nicht geplant. Viel schlimmer: Wir vermieten das geringer belastete Haus.

    Die gute Nachricht: Unser Mieter sind großartig und halten Haus und Garten absolut in Schuss. War gestern erst auf ein Kaltgetränk dort. In 5-7 Jahren möchten sie in Rente gehen und noch mal umziehen. Dann steht je nach Markt der Verkauf an...

  • Diese Bemerkung kann ich nicht ganz nachvollziehen oder weiss nicht, was du damit konkret meinst. Was hat der Brexit mit Umschichtung zu tun? Warum dann nicht auch am Liberation Day ?

    Wollte sagen, dass sie grundsätzlich umschichten können, aber das nicht aus Garantien machen. Hier die damalige Begründung:

    "Aufgrund des Austritts Großbritanniens aus der EU und der damit verbundenen rechtlichen und steuerlichen Unsicherheit dieser Fonds, haben wir beschlossen, bestehende und zukünftige Investitionen in entsprechende EU-konforme Luxemburger Fonds zu überführen."

    Das würde ich zumindest anders machen. Bei jeder Dynamisierung fallen auf den Erhöhungsbetrag erneut die Abschlusskosten an. Wann kommt die nächste Dynamisierung? Normalerweise muss du 3x hintereinander widerrufen, bis erstmal keine Dyn. mehr kommt

    Wenn ich mich entscheide einen Vertrag zu kündigen, muss ich jetzt nicht die Dynamisierung stoppen. Werde alle Änderungen dann in einem Abwasch anstoßen... Grundsätzlich verstanden und werde ich auch umsetzen - Danke!

    Gruselkabinett der aktiven Fonds.

    ;(

  • mstein
    Sorry, aber was erwartest Du da für eine Antwort!?:/
    Ihr habt beide seit vielen Jahren ein Sammelsurium von teuren aktiven Fonds in Euren teuren Lebens- bzw. Rentenversicherungen.
    Dafür habt Ihr dann sicherlich auch noch hohe Abschlussgebühren bezahlt.

    Ich habt noch mehr als 20 Jahre bis zum Unruhestand vor Euch. Warum sind dann überhaupt defensive Mischfonds oder gar Anleihefonds im Versicherungsmantel? Ihr müsst jetzt, so lange Ihr noch einen langen Anlagehorizont habt, eine möglichst gute Rendite zu erzielen. Und das bedeutet: Aktienquote hoch!
    Immer auch die Inflation berücksichtigen. Die liegt im Schnitt der letzten 60-70 Jahre so bei 2,7% p.a. Und selbst mit Mitte 40 kann die Inflation noch locker 50 Jahre an Eurer Kaufkraft fressen.

    Ein FTSE All World hat in den letzten 5 Jahren folgende Renditen erzielt (vor Inflation!):
    2021: 28%
    2022: -13%
    2023: 18%
    2024: 25%
    2025: 8%

    Das ist selbstverständlich keine Garantie dafür, dass es auch nur halbwegs in den nächsten Jahren so weiter geht! Aber über die letzten 20 Jahre kam der Index auf eine Rendite von 8,5% p.a.
    Nur wenn es mit dem FTSE All World (oder MSCI ACWI) in den nächsten Jahren schlecht laufen sollte, wie hoch schätzt Ihr denn die Wahrscheinlichkeit ein, dass Eure aktive Fondsliste nach den erheblichen Kosten gleich oder gar besser läuft!? :/

    Aus meiner Sicht kann aus rein finanzieller Sicht die Empfehlung nur lauten: Raus mit Applaus.
    Und das frei werdende Kapital/Sparraten in ein ETF-Depot mit hoher Aktienquote investieren.

    PS: Ab 2027 wird es das neue Altersvorsorgedepot geben (Ablösung Riester). Das könnte sich für Euch durchaus lohnen. Und dann hättet Ihr einen Baustein mehr neben dem eigenen ETF-Depot. Dazu einfach mal die Empfehlungen von Finanztip abwarten, die es sicherlich in den nächsten Monaten in Sachen Altersvorsorgedepot geben wird.

  • Sorry, aber was erwartest Du da für eine Antwort!? :/

    Im Grunde eine solche, die Du gerade gegeben hast - vielen Dank dafür. Ich denke es ist ersichtlich, dass wir hier Versäumnisse haben, die wir versuchen aufzuholen. Teil 1 (Depot bei der FFB) ist erledigt, Teil 2 (Rentenversicherungen) in Arbeit, Teil 3 (ruhender Riester) folgt nächstes Jahr, Teil 4 (Immobilie) hat noch Zeit.

    Die Bestätigung meiner (späten) Analyse hilft mir schon sehr und gegebenenfalls auch anderen, die still mitlesen.

    Warum sind dann überhaupt defensive Mischfonds oder gar Anleihefonds im Versicherungsmantel?

    Der wurde von einer Expertin zusammengestellt - scheint nicht hier im Forum zu sein oder eine gegenläufige Strategie zu unseren Ungunsten zu haben.

    Und das bedeutet: Aktienquote hoch!

    Aus meiner Sicht kann aus rein finanzieller Sicht die Empfehlung nur lauten: Raus mit Applaus.

    Also nicht im Versicherungsmantel umschichten, sondern aus beiden Verträgen raus. Bin aktuell gedanklich noch dabei den 2009er Vertrag beizubehalten.

    Ab 2027 wird es das neue Altersvorsorgedepot geben

    Besten Dank für den Hinweis. Habe ich auf dem Schirm...

  • Der wurde von einer Expertin zusammengestellt - scheint nicht hier im Forum zu sein oder eine gegenläufige Strategie zu unseren Ungunsten zu haben.

    Ich habe schon ein gewisses Verständnis für die 'Expertin'. Sie hat einen bunten Strauß aus Fonds zusammen gestellt. Irgendwas davon wird schon laufen. Und wenn es an der Börse rummst, dann zieht halt Rohstoffe oder Anleihen.
    Bloß nicht angreifbar machen und irgendwo im Mittelfeld mitschwimmen, damit kein Kunde enttäuscht ist, wenn der eine Aktien-ETF auch mal um 50% einbricht!
    Nur, auf langen Anlagehorizont sind Aktien schlichtweg die Anlageklasse mit der höchsten Rendite. Das ist seit 200 Jahren so. Und um die Rendite mitzunehmen muss man aber auch in Aktien investiert sein.
    Und man muss die eigene Aktienquote ja immer im Gesamtvermögen betrachten. Ihr habt einen hohen Immobilienklumpen. Ihr habt mit mind. 20 Jahren noch einen hinreichend langen Anlagehorizont. -> Also hohe Aktienquote im Depot.
    Und ja, dass kann und wird möglicherweise auch mal wehtun, wenn es kräftig an der Börse rummst. Aber dann kauft Ihr jeden Monat per Sparplan günstig neue ETF-Anteile ein! Die ETF-Anteile mit der bisher höchsten Rendite habe ich während der Pandemie 2020 und nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 gekauft.
    Ist es schön, wenn das Depot ins Minus rutscht? Nein, aber ich denke dann ja immer daran, dass ich von dem investieren Geld ja nichts brauche. Nicht heute, nicht Morgen nicht nächste Woche.
    Und was dann in 10 oder 15 Jahren sein wird? Ich weiß es heute nicht.

    Also nicht im Versicherungsmantel umschichten, sondern aus beiden Verträgen raus. Bin aktuell gedanklich noch dabei den 2009er Vertrag beizubehalten.

    Was willst Du denn umschichten?:/ Du hast keine günstigen ETF in der Fondsliste der Versicherung. Außerdem ist Euer Versicherungsmantel viel zu teuer.
    Ihr könntet höchstens kündigen und anschließend in eine ETF-Nettopolice investieren.
    Das wäre eine Option. Ihr braucht dafür aber einen Vermittler für die Police.
    Wenn Ihr darüber nachdenkt würde ich Euch zunächst mal folgenden Beitrag als Einstieg empfehlen:
    https://hartmutwalz.de/fondspolice-oder-etf-sparplan/

    So eine ETF-Nettopolice kann eine vernünftige Lösung sein. Insbesondere wenn man bereits heute absehen kann, wie es um den eigenen Steuersatz im Alter bestellt sein wird (Halbeinkünfteverfahren).
    Vorteil bei einer Nettopolice: Ihr könnt im Versicherungsmantel steuerfrei umschichten und so zur Entnahmephase hin die Aktienquote im Versicherungsdepot senken.
    Und man kann die Verrentungsoption ziehen (z.B. ab 85 Jahren).
    Spielen aber viele Überlegungen hinein.

    Beispiel: Ich plant heute schon zur Rente hin eine der Immobilen zu verkaufen. Dann habt Ihr z.B. mit 67 plötzlich einige 100K€ an Cash. Warum hätte man dann bereits mit 55 oder 60 die Aktienquote in der Versicherung senken sollen, wenn Ihr allein mit dem Cash aus dem Hausverkauf die nächsten 10 Jahre im Ruhestand problemlos überbrücken könnt!? :/


  • Also nicht im Versicherungsmantel umschichten, sondern aus beiden Verträgen raus. Bin aktuell gedanklich noch dabei den 2009er Vertrag beizubehalten.

    Dann muss sich das einfach noch entwickeln. Geldanlage ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

    Isofern: wählt die Geschwindigkeit und Dynamik, die für euch passt. Vermutlich ist das mit Opportunitätskosten verbunden, aber das war es die letzten Jahre ja auch schon.

    Ein "rum eiern" wie bei den letzten Rückmeldungen ist einfach nicht zielführend.

    Diejenigen aus dem FT Forum, die euch sehr gute Rückmeldung gegeben haben, haben langjährige Erfahrung, sind mMn i.d.R. sehr kompetent und sprechen (mich eingeschlossen !) oft aus eigener negativer Erfahrung mit solchen Policen.

    Mein Vorschlag: wenn sich eure Gedanken weiter entwickelt haben und ihr den nächsten Schritt gehen wollt, dann wieder hier einsteigen. DANKE.

  • Diese Finanzwelt: Vom ersten Post zu den Verträgen am Mittwoch bis jetzt ist schon "rum eiern" ^^

    Ich habe ja erstmal Eure Fragen beantwortet und muss mein Vorgehen auch abstimmen. Die Antwort der Helvetia steht auch noch aus. Darum mache ich Euch transparent, dass ich bei diesem Baustein noch nicht gehandelt habe. Im Gegensatz zum Depot Verkauf - da sind die ersten Auszahlungen bereits im neuen Depot.

    Aktueller Gedanke: Meinen Vertrag kündigen und ebenfalls in das neue Depot verlagern. Beim Vertrag meiner Frau eiere ich aufgrund des Abschlussjahres tatsächlich noch rum: Kündigen, Beitragsfreistellung / Umschichten in Aktienfonds.

    Beispiel: Ich plant heute schon zur Rente hin eine der Immobilen zu verkaufen.

    Das hast Du vermutlich falsch gelesen: Wenn die Mieter in 5-7 Jahren in Rente gehen, ziehen sie aus (s. #42); wenn wir dann verkaufen, wären wir erst Anfang 50.

    Mein Vorschlag: wenn sich eure Gedanken weiter entwickelt haben und ihr den nächsten Schritt gehen wollt, dann wieder hier einsteigen. DANKE

    Klar - gebe ich hier durch.

    Und dass ich dankbar für Eure Zeit und Erfahrungen bin, kam hoffentlich durch. Falls nicht: Vielen lieben Dank für die Unterstützung! <3

  • Das hast Du vermutlich falsch gelesen: Wenn die Mieter in 5-7 Jahren in Rente gehen, ziehen sie aus (s. #42); wenn wir dann verkaufen, wären wir erst Anfang 50.

    Das war ja nur ein Beispiel gedacht um zu verdeutlichen, dass so manche Entscheidung, die man heute aus tiefster Überzeugung treffen mag, sich in 15 oder 20 Jahren als Rohrkrepierer herausstellen kann. Was Ihr konkret plant und vorhabt, könnt ja nur Ihr wissen.

    Beim Vertrag meiner Frau eiere ich aufgrund des Abschlussjahres tatsächlich noch rum:

    Welcher ominöse Vorteil soll sich denn aus dem Abschlussjahr für Deine Frau ergeben?
    Ich kenne eigentlich nur die generelle Steuerfreiheit bei Policen von vor 2005 (habe selbst so eine Versicherung von 1990).
    Danach waren dass AFAIK doch nur noch minimale Änderungen (z.B. ab 60/62 Lebensjahr für den Rentenbezug). :/

  • Beim Vertrag meiner Frau eiere ich aufgrund des Abschlussjahres tatsächlich noch rum: Kündigen, Beitragsfreistellung / Umschichten in Aktienfonds.

    Du hast da scheinbar einen Denkfehler…

    Bei einem Welt-ETF hast du max. 0,2% Kosten und zahlst dank Teilfreistellung ca. 18,6% Steuer auf die erwirtschafteten Renditen.

    Bei deinem Kram da hast du ca. 3% laufende Kosten auf ALLES! Bei nur bestenfalls ca. 7% durchschnittlicher Marktrendite. Wie viel Prozent sind 3 von 7? Hm…


    Edit:

    Ich helfe dir mal, das sind 42% allein KOSTEN! Was beim Verkauf dann noch für Steuern anfallen ist dann eigentlich auch gar nicht weiter relevant …

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