FAZ-Artikel vom 09.07.2026 gewichtet den Multi-Asset-Ansatz

  • Hallo zusammen,

    ich finde, der FAZ-Artikel vom 09.07.2026 gewichtet den Multi-Asset-Ansatz etwas einseitig. Automatisches Rebalancing und der Komfort sind unbestritten Vorteile.

    Gleichzeitig bleibt aus meiner Sicht unerwähnt, dass Finanztip seit Jahren einen anderen Weg bevorzugt: einen günstigen Weltaktien-ETF für den Renditebaustein und Tages- bzw. Festgeld für den Sicherheitsbaustein.

    Ein Multi-Asset-ETF wie der Vanguard LifeStrategy 80 ist damit keineswegs eine schlechte Lösung, aber eher eine bequeme Komplettlösung als die Standardempfehlung für den langfristigen Vermögensaufbau.

    Der FAZ sollte eine andere Einordnung finden.

    Wie würdet Ihr das einordnen.

    LG

  • Was ist das überhaupt für ein Artikel?

    Ist der frei zugänglich ?

    Die FAZ lässt viele Dinge im „Blättle“ schreiben, die eben Einzelmeinungen sind.

    Finanztip steht für eine „Strategie“ , die sich primär an eine bestimmte Zielgruppe richtet(e).

  • Wer die FAZ befragt, hat wahrscheinlich schon etwas Finanzbildung - und Einzelaktien. Der Schritt zum 1-ETF-Konzept dann wahrscheinlich viel zu groß. Eine Empfehlung für einen Multi- Assett-ETF könnte da einladender, beruhigend wirken ^^

  • Die Einschätzung ist auch nach dem Lesen des Artikels dieselbe. Es wird ein anderes Klientel als von ft angesprochen.

    Unangebracht: der Renditevorteil von Welt-ETF durch einen unbewiesenen Satz relativiert.

    Im Zehnjahresvergleich bis August 2025 habe der MSCI World jährlich eine Rendite von 11,6 Prozent gebracht. Der maximale Wertverlust habe aber auch bei fast 20 Prozent gelegen, geht aus einer Studie von iShares, der ETF-Marke des US-Vermögensverwalters Blackrock, und der Anlegerplattform extraETF hervor. Ein 60/40-Weltportfolio von extraETF mit 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen indes habe in der gleichen Zeit im Jahr nur knapp sieben Prozent Rendite geschafft. Der maximale Wertverlust sei mit knapp 14 Prozent allerdings auch deutlich geringer ausgefallen. Langfristig könne internationale Diversifikation nicht nur das Risiko senken, sondern auch bis zu einen Prozentpunkt mehr Rendite pro Jahr bringen.


    Ansonsten finde ich den Artikel ok. Als Satelliten bespare ich einen MA-ETF von Amundi, genau zu dem angesprochenen Zweck der Reduzierung von Volatilität (u.a. durch Themen-ETF).

  • Ziemlich „dünn“….

    Mit dem Vanguard-Konzept der „Lifestrategy“-ETFs haben wir uns ausgiebigst beschäftigt.

    Bei denen ist der Anleiheanteil gerade KEIN Sicherheitsbaustein. Der gehedgte Anleiheanteil „hat es in sich“.

    Hier ist das unter „Problem 2“ und „Problem 3“ gut zusammengefasst.

    https://lazyinvestors.de/vanguard-lifestrategy-80/

    Hätte Vanguard hier für die europäische Kundschaft auf kurzlaufende Staatsanleihen bester Qualität gesetzt, könnte man darüber nachdenken.

  • Ob Mischfonds sinnvoll sein können, kommt auf die eigene Situation an. Sie machen weniger Sinn, wenn man möglichst flexibel sein will, z.B. für rising Glide Path (hohe Aktienquote in Ansparphase, geringeres gegen Renditereihenfolgerrisiko in den ersten Jahren des Ruhestandes, schrittweise Erhöhung danach) oder weil man seine Allokation an Marktentwicklungen anpassen will, oder an Änderungen der Lebenssituation. Mischfonds können aber Sinn machen, insbes. zur Vereinfachung der Investments im Ruhestand: Man kann sich die Entscheidung sparen, auf Basis der Marktentwicklung zu entscheiden, ob man Anleihen oder Aktien entspart und lässt Zusammensetzung und Laufzeiten der Anleihen managen.

    Ich (68J, 7J im Ruhestand) kann mir gut vorstellen, zur Vereinfachung von 3 Töpfen auf Cash-Puffer (in Geldmarktfonds) plus einen Mischfonds umzustellen. Vielleicht ist es im Alter eine gute Idee, einmalig eine Aktienquote festzulegen und nach Bedarf (mit Obergrenze) einfach jährlich aus einem Mischfonds in den Cash-Puffer zu entnehmen und das Rebalancieren sowie die Anleihen einen Mischfonds managen zu lassen. Ich vermute, die Gesamtrendite ist auch nicht schlechter als über ein selbst gemanagtes Aktien-/Anleihen-Portfolio.

    Habe mir bisher nur ARERO und LifeStrategy näher angesehen.

    Dass die Anleihen im LifeStrategy nicht so risikoarm wie kurzlaufende Euro Staatsanleihen sind, finde ich mit einem Cash-Puffer nicht so relevant.

    ARERO hält nur Euro-Staatsanleihen und diversifiziert damit nicht gegen das Klumpenrisiko 'alles in Deutschland/Euro' (Renten, Bankeinlagen, Immobilien)", das viele deutsche Anleger ohnehin schon haben. Die Life-Strategy diversifizieren mit Unternehmensanleihen und außerhalb des Euro, aber das Hedgen gegen das Währungsrisiko verursacht Kosten, die Anleihen sind weniger risikoarm und korrelieren stärker mit Aktien.
    Der Renditeverlust von LifeStrategy 60 durch Hedging des Währungsrisikos scheint geringer zu sein als durch die magere Performance der 15% Rohstoffanteils im ARERO. Das könnte man bei Interesse ja mal genauer recherchieren.

    Zum oft kritisierten Rohstoffanteil des ARERO: Die Verluste durch das Rollen der Rohstoff-Futures im zugrunde liegenden Index waren ja bei Auflage bekannt, taugen also kaum zur Kritik. Jedoch las ich, durch die seitherige Finanzialisierung des Rohstoffmarktes seien Rohstoffe nicht mehr so dekorreliert wie bei Auflage vermutlich angenommen.

  • Die drei Amundi Multi-Assett-ETFs gestalten das anders. Beispiel:

    So investiert der Amundi Multi-Asset Portfolio UCITS ETF Dist: Das Anlageziel des Teilfonds Lyxor Portfolio Strategy UCITS ETF besteht darin, den Anteilinhabern langfristigen Wertzuwachs zukommen zu lassen, indem der Fonds in ein breit diversifiziertes ETF-Portfolio investiert.Für den Fonds werden überwiegend passiv verwaltete, börsengehandelte Investmentfonds oder Investmentgesellschaften, die die Wertentwicklung marktüblicher internationaler Aktien-, Renten-, Geldmarkt- und/oder Rohstoffindizes oder Zinssätze abbilden (die „ETFs“), erworben. Zur Sicherstellung, dass keine Portfoliokomponente im Zeitablauf ein überproportionales Gewicht bezogen auf die Zielallokation erhält findet einmal jährlich im März eine Re-Gewichtung auf folgende Quoten statt: Aktienexposure in Höhe von 60 Prozent, Renten-, Geldmarkt- und Zinsexposure insgesamt in Höhe von 30 Prozent und Rohstoffexposure in Höhe von 10 Prozent.

  • Die drei Amundi Multi-Assett-ETFs gestalten das anders.

    Kannte ich nicht. Mit den Amundi Multi-Assett-ETFs kann man im Unterschied zum ARERO die Risikostufe wählen: Defensive (40/50/10), Core (60/30/10) und Offensive (80/10/10. Sie halten einen Teil ungehedged in US-Staatsanleihen, man trägt also ein Währungsrisiko, sind aber damit etwas diversifizierter als der ARERO.

  • Xtrackers (also DWS) biete seit Frühjahr auch eine Produktserie dieser Art.

    https://etf.dws.com/de-de/ueber-un…ente-loesungen/

    Allerdings muss man hier auch beachten:

    Ausschließlich thesaurierend. Und steuerlich gesehen profitiert nur der ETF mit „80“ von der vollen Teilfreistellung.

    Bei der Vanguard-Serie kann man auch die ausschüttende Variante wählen.

    Rudi Ratlos (Manche erinnern sich an sein Drama mit dem Roboadvisor der Deutschen Bank) nutz für die Geldanlage ausschließlich nur noch ausschüttenden von Vanguard. Er wird in ein oder zwei Jahren als Selbstständiger in den Ruhestand gehen.

  • Eben das hier gesehen. Es ist ein nicht wegzudiskutierendes Risiko, nicht auf Nachhaltigkeit zu achten. Wird aber von vielen so getan, als ob es das nicht gäbe. Gibt leider bis jetzt M-A-ETF nicht passend*.

    Bitte beachten Sie, dass dieser passiv verwaltete Fonds einen zugrunde liegenden Index nachbildet, dessen Methodik darauf abzielt, ein breites Marktengagement ohne Berücksichtigung von ESG-Faktoren oder -Ausschlüssen zu bieten. Daher besteht die Möglichkeit, dass Ihr Investment Wertpapieren ausgesetzt ist, die in ernsthafte Kontroversen, akute Nachhaltigkeitsrisiken oder erhebliche negative Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren verwickelt sein könnten.


    52 M-A-ETF:

    https://www.justetf.com/de/how-to/inve…asset-etfs.html


    *ESG und SRI sind nicht perfekt, aber zumindest die Richtung zukunftsorientierter.

  • Sonntag 12.7.26 um 9 Uhr

    Guten Morgen, jetzt habe ich gerade mal wieder ins Forum geschaut und schon hat es mich in den Fingern gejuckt. Allerdings musste ich die Frage von adrianberg 2 x lesen bis ich es überhaupt verstanden habe.

    Adrianberg hat einerseits recht, dass die klassische Finanztip-Kombination (Welt-ETF + Tagesgeld) kostengünstig ist. Trotzdem finde ich, dass dieser unaussprechliche "Multi-Asset-Ansatz" wie der Vanguard LifeStrategy unter Wert verkauft werden – und zwar aus psychologischer Sicht.

    Warum ich die Einschätzung der FAZ gar nicht so verkehrt finde, hat was mit Psychologie zu tun, das wird an der Börse viel zu sehr unterschätzt.

    Der psychologische Anker durch Ausschüttungen: Die Mathematik spricht oft für die automatische Wiederanlage (Thesaurierer), aber die Psyche funktioniert in Krisen anders.

    Wenn die Börsenkurse einbrechen und das Depot tief rot ist, macht das viele Anleger extrem nervös. Auch die Profis vom Finanztipforum wie man immer wieder sieht.

    Wenn man dann aber auf ausschüttende Varianten setzt, fließen auch im Bärenmarkt regelmäßig Dividenden aufs Konto. Diese stetigen Gutschriften auf dem Konto beruhigen ungemein und hilft dabei, nicht in Panik zu geraten und stur an der Strategie festzuhalten.

    Und jetzt mein Kommentar zu diesem sogenannten emotionsloses Rebalancing:

    Eine breite Streuung mit festen Anteilen funktioniert nur, wenn man sie konsequent durchzieht. Ein entsprechender ETF macht das automatisch.

    Wer das manuell zwischen ETF und Tagesgeld machen muss, muss in einem Crash aktiv Geld in einen fallenden Markt nachschießen.

    Das kostet extrem viel Überwindung. Dieser genannte ETF oder ein ähnlicher nimmt einem diese emotionale Hürde komplett ab.

    Die Finanztip-Strategie mag auf dem Papier der "Goldstandard" sein, aber der beste Plan nützt nichts, wenn man ihn in der Krise nicht durchhält.

    Daher ist der Komfort solcher Komplettlösungen für mich weit mehr als nur Bequemlichkeit – es ist ein handfester Schutz vor den eigenen Fehlern.

    Sehe der McProfit das mit der Psychologie zu übertrieben? Schönen Sonntag noch.

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