staatliches Altersvorsorgedepot oder Fondsgebundene Rentenversicherung

  • Hallo zusammen,

    ich möchte monatlich 200€ für meine Altersvorsorge investieren.

    Mein Ziel ist ein langfristiger Vermögensaufbau bis zu meinem Renteneintritt.

    Aktuell vergleiche ich eine fondsgebundene Rentenversicherung mit dem bald verfügbaren staatlichen Altersvorsorgedepot.

    Bei der fondsgebundenen Rentenversicherung habe ich mich für zwei ETFs entschieden:

    75 % iShares Core MSCI World UCITS ETF / 25 % iShares MSCI EM UCITS ETF

    Effektivkosten: 0,80 % p.a.

    Wenn die monatliche Rente statt der einmaligen Kapitalauszahlung gewählt wird, fallen zusätzlich Rentenbezugskosten von ca. 1,5 % auf jede monatlich ausgezahlte Rente an.

    Ebenfalls ist eine Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit enthalten.

    Der Vorteil an der Versicherung ist ja das in der Auszahlungsphase nur die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

    Eine andere Möglichkeit wäre das Altersvorsorgedepot. Hier gefallen mir vor allem die staatliche Förderung und der Steuervorteil in der Ansparphase. Da ich das Depot über einen Neobroker laufen lassen würde, gehe ich davon aus, dass die Kosten niedriger sein werden als bei der Versicherung.

    Meine Frage in die Runde: Ist die nachgelagerte Besteuerung im AVD am Ende besser als das Halbeinkünfteverfahren der Versicherung?

    Vielen Dank im Voraus und Grüße!

    Matteo

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  • Was versprichst Du Dir von der Fondgebundenen Rentenversicherung? Hast Du das mal mit den gesamten Gebühren durchgerechnet?

    Ich würde das nicht abschließen und eher in ein normales Depot einzahlen.

    Dann kannst Du den Vergleich normales Depot gegen AV Depot rechnen. Bis zu 150€ im Monat sollte (Das hängt jetzt von Deinen Rahmenbedingungen ab) das AV Depot im Vorteil gegenüber einem privaten Depot sein. Bei 200€ im Monat wirds noch etwas kniffliger das zu rechnen.

    Ich kann nur raten, da ich Dein Einkommen und Steuersatz nicht kenne. Aber wenn ich raten müsste, würde ich sagen, dass vermutlich 150€ ins AV Depot und 50€ ins private Depot eine gute Variante ist, mit der Du nicht viel falsch machst.

  • Bei der fondsgebundenen Rentenversicherung habe ich mich für zwei ETFs entschieden:

    75 % iShares Core MSCI World UCITS ETF / 25 % iShares MSCI EM UCITS ETF

    Effektivkosten: 0,80 % p.a.

    Wenn die monatliche Rente statt der einmaligen Kapitalauszahlung gewählt wird, fallen zusätzlich Rentenbezugskosten von ca. 1,5 % auf jede monatlich ausgezahlte Rente an.

    Alles viel zu teuer.
    Wozu und warum sollst du jemand 0,80 % p.a. zahlen? Zudem noch für alte, bei der TER überteuerte ETFs von BlackRock.

    Warum solltest du jemand 1,5 % deiner monatlichen Rente abgeben?

    Fazit: zu teuer und antiquierte ETF-Auswahl.

  • Der Vorteil an der Versicherung ist ja das in der Auszahlungsphase nur die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

    Ich lese das für Fondsgebundene Rentenversicherungen auf diversen Webseiten anders. Die Steuer ist Abhängig davon, ob man eine Einmalzahlung (Halbeinkünfteverfahren) oder eine lebenslange Rente (Ertragsanteilsbesteuerung) bezieht und bei letzterem, mit welchem Alter man diese beginnt.

    Meine Frage in die Runde: Ist die nachgelagerte Besteuerung im AVD am Ende besser als das Halbeinkünfteverfahren der Versicherung?

    Es gibt vermutlich schon irgndwelche Schätztools im Internet, die Dir vorlügen wollen, was steuerlich besser sein können.

    So lange es noch nicht einmal ein AV-Depot Produkt gibt, bei den die Konditionen für eine (von Dir wohl gewünschte?) lebenslange Rente bekannt sind, ist das genauso Spekulation wie Dein pers. Steuersatz in der Rentenphase.

    Mir ist noch nicht einmal klar, wie das Ablaufmanagelent im AV-Depot (oder der angedachten Fonds-Gebundenen Rente) sein wird, ob es dieses vom Anbieter geben wird oder ob Du Dich selber darum kümmern musst (oder darfst, je nach pers. Einstellung).

    Wie dann in 20-30 Jahren (was auch immer Dein Horizont ist) die Steuergesetze aussehen werden, weiss heute keiner. Denn es gibt keinen garantierten Bestandsschutz, siehe die frühere Steuerfreiheit von Verträgen von vor 2005, die mittlerweile nur noch für Einmalzahlungen gilt.

    Warum solltest du jemand 1,5 % deiner monatlichen Rente abgeben?

    So allgemein gibt es keinen Grund dazu.

    Was aber hier die Alternative sein könnte (Sicherheit kostet, die Abgabe von pers. Verantwortung und Aufgabendelegation auch) ist mir genauso unklar wie vieles andere. Wenn aus einem (vor X Jahren vertraglich garantierten) Rentenfaktor von 41 dann nur 40,4 wird, wäre das (aus heutiger Sicht) immer noch erhenblich besser wie alles, was man heute als Rentenfaktoren für eine lebenslange Rente vorgesetzt bekommt.

    Dazu kommt ggf. eine hier bisher völlig unbekannte Anpassung der Altersrente bis zum Lebensende, falls das in einem der beiden Fälle garanteirt sein sollte.

  • Meine Frage in die Runde: Ist die nachgelagerte Besteuerung im AVD am Ende besser als das Halbeinkünfteverfahren der Versicherung?

    Ich mach's kurz und schmerzlos. Vergiss die Versicherung und mach genau das was dir oben bereits empfohlen wurde:

    Ab Januar 2027 150 EUR monatlich ins AVD bei einer Direktbank oder einem Neobroker. Und die weiteren 50 EUR in einen privaten ETF-Sparplan, den du idealerweise im Laufe der Zeit mit steigendem Einkommen schrittweise erhöhst.

    Und statt der zwei ETF empfehle ich dir, nur einen einzigen Welt-Aktien ETF zu nehmen. Das erspart dir das Rebalancing.

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