Eure Meinung: Provinzial Kapitallebensversicherung (2004) und Berufsunfähigkeitsversicherung (2006)

  • Liebe Finanztip-Finanzexperten- Community,

    ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure konstruktiven Meinungen, Ideen, Hinweise, Analysen und Anregungen zur folgenden Kapitallebensversicherung inkl. Berufsunfähigkeitsversicherung mit mir teilen möchtet.

    Konkret geht es mir darum herauszufinden, welches die sinnvollste weitere Vorgehensweise mit dem - aus meiner heutigen Sicht und mit heutigem „Finanzwissen“ - leider unvorteilhaften Kombiprodukt KLV & BUZ ist.

    Hier ein paar Fakten:

    • Provinzial Kapitallebensversicherung mit 30,00 Euro monatlichem Beitrag zum 1. Dezember 2004 gestartet mit Garantiezins 2,75%
    • Planmäßiger Ablauf zum 01.12.2047 (Alter: 63 Jahre)
    • Dynamik jährlich 5% Erhöhung; bislang alle Erhöhungen mitgenommen
    • Berufsunfähigkeitszusatzversicherung mit 37,02 Euro monatlichem Beitrag zum 01.09.2006 gestartet
    • Planmäßiger Ablauf zum 01.12.2047 (Alter: 63 Jahre)
    • Dynamik jährlich 5% Erhöhung; bislang alle Erhöhungen mitgenommen
    • aktueller monatlicher Beitrag seit 01.12.2025 insgesamt 181,82 (KLV: 88,37€ + BUZ: 93,45 €) abzüglich zugeteilter Überschussanteile (BUZ) 14,02 € = zu zahlender Beitrag 167,80 €
    • Aktueller Rückkaufswert KLV zum 01.12.2026: 16.721,00 €
    • Beitragsfreie Summe Hauptversicherung zum 01.12.2026: 16.098,00 €
    • Beitragsfreie Jahresrente BUZ zum 01.12.2026: 5.577,60 €
    • Bei Fortführung der aktuellen Beiträge (ohne Dynamik) wird eine Ablaufleistung der KLV in Höhe von 44.396,00 € zum 01.12.2047 garantiert + 638,00 € bereits zugeteilte Überschussanteile
    • Aktuelle BUZ Versicherungssumme seit 01.12.2025: 1.287,00 € (zu wenig bei ca. 2.400,00 netto und 83% Teilzeit als Sachbearbeiter im öffentlichen Dienst); bei Beitragsbefreiung zum 01.12.2026: 36,80 € monatliche Barrente
    • BUZ ist an die KLV gekoppelt und kann nicht separat fortgeführt werden

    Nach meiner Berechnung sind bis Dezember 2026 ca. 14.250,00 Euro an Beiträgen in die KLV eingezahlt worden.

    Nach meiner Einschätzung ist der „Widerrufsjoker“ nicht möglich, da die vertragliche Widerrufsbelehrung folgendermaßen lautete und ich keine Anhaltspunkte für mögliche Fehler gefunden habe:

    „§ 3 Wann beginnt Ihr Versicherungsschutz, und haben Sie ein Widerspruchsrecht?

    (1) Ihr Versicherungsschutz beginnt, wenn Sie den ersten oder einmaligen Beitrag (Einlösungsbeitrag) gezahlt und wir

    die Annahme Ihres Antrages schriftlich oder durch Aushändigung des Versicherungsscheins erklärt haben. Vor dem imVersicherungsschein angegebenen Beginn der Versicherungbesteht jedoch noch kein Versicherungsschutz.

    (2) Ihr Versicherungsvertrag gilt auf der Grundlage des Versicherungsscheins, der Versicherungsbedingungen und der

    Verbraucherinformation als abgeschlossen, wenn Sie nicht innerhalb von 14 Tagen nach Überlassung dieser Unterlagen in

    Textform widersprechen. Die Frist beginnt, wenn Ihnen diese Unterlagen vollständig vorliegen und wir Sie bei Aushändigung des Versicherungsscheins schriftlich und deutlich über Ihr Widerspruchsrecht, den Fristbeginn und die Dauer belehrt haben. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerspruchs. Liegen die Voraussetzungen nach Satz 2 nicht vor, erlischt Ihr Widerspruchsrecht ein Jahr nach Zahlung des Einlösungsbeitrags.“

    Die BUZ ist mit ca. 1.287,00 Euro Versicherungssumme zwar durch die Dynamik schon ordentlich angewachsen, aber wahrscheinlich immer noch deutlich zu gering, bei aktuell und bis auf weiteres 2.400,00 Euro netto als 83% Teilzeit im öffentlichen Dienst. Zudem kann die bestehende BUZ nicht mehr erhöht werden (Nachversicherungsgarantie), außer durch die Dynamik.

    Ich habe mal diverse Rechner ausprobiert, um die Restlaufzeitrendite zu bestimmen und abzuschätzen, ob eine Fortführung sinnvoll ist. Den Ergebnissen nach, kommt nicht viel Rendite bei herum.

    Aus meiner Sicht gibt es verschiedene Optionen, die mir eingefallen sind:

    1. alles so weiterlaufen lassen, wie bisher (inkl. jährliche Dynamik). Dann bleibt die Absicherung für die Berufsunfähigkeit allerdings erstmal weiterhin zu gering und die Rendite scheint auch nicht so üppig zu sein.
    2. KLV und BUZ mit aktuellen Beiträgen weiterlaufen lassen (ohne Dynamik) und Neuabschluss einer aufstockenden BU (auf insgesamt ca. 2.000,00 € bis Alter 67 Jahre)
    3. Beitragsfreistellung von KLV + BUZ und Neuabschluss einer BU sowie ggf. ETF-Sparplan zur weiteren Altersvorsorge.
    4. Kündigung der KLV + BUZ. Rückkaufswert in ETF investieren + ggf. ETF Sparplan zur weiteren Altersvorsorge. Zudem Neuabschluss einer BU.
    5. KLV verkaufen/übertragen, wobei ich noch nicht weiss/nachgelesen habe, wie das läuft.

    Ich freue mich über eure Beiträge, bedanke mich im Voraus und wünsche euch allzeit beste Gesundheit.

    Bleibt gesund und munter.:)

  • Unsere Empfehlungen zu diesem Thema

    Klickst Du auf eine Empfehlung mit *, unterstützt das unsere Arbeit. Finanztip bekommt dann eine Vergütung. Empfehlungen geben wir immer nur redaktionell unabhängig und nach strengen Finanztip-Kriterien. Mehr Infos

    Von unseren Finanztip-Experten getestet

    Was Finanztip ausmacht
    Finanztip Bewertungen
  • Kater.Ka 29. August 2026 um 17:02

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Zum Thema BU: Wie gesund sind Sie? Ist ein Neuabschluss ohne Einschränkungen möglich? Dann geht das sicherlich besser als die Provinzial BU.

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH
    Von Finanztip empfohlene Spezialisten für Berufsunfähigkeit und private Krankenversicherung | Angaben gem. § 15 VersVermV, § 12 FinVermV: https://schlemann.com/erstinformationen | Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Deren Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.

  • Ich würde die Sache in zwei Teile zerlegen: BU und KLV.

    Doc Schlemann weist schon darauf hin.

    Geht noch ein Neuabschluss ? Ich würde zuerst eine eigenständige BU bis 67 abschließen und erst danach an der alten BUZ/KLV etwas verändern.

  • Zum Thema BU: Wie gesund sind Sie? Ist ein Neuabschluss ohne Einschränkungen möglich? Dann geht das sicherlich besser als die Provinzial BU.

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich würde mich aktuell zwar als nicht sportlich aktiv aber grundsätzlich als gesund bezeichnen, sodass ein Neuabschluss durchaus möglich sein sollte, wahrscheinlich ohne größere Einschränkungen.

  • Ich würde die Sache in zwei Teile zerlegen: BU und KLV.

    Doc Schlemann weist schon darauf hin.

    Geht noch ein Neuabschluss ? Ich würde zuerst eine eigenständige BU bis 67 abschließen und erst danach an der alten BUZ/KLV etwas verändern.

    Vielen Dank für Ihren Beitrag und den Vorschlag der Aufsplittung. Ich denke, dass ein Neuabschluss der BU ohne größere Einschränkungen möglich sein sollte.

  • Vielen Dank für Ihren Beitrag und den Vorschlag der Aufsplittung. Ich denke, dass ein Neuabschluss der BU ohne größere Einschränkungen möglich sein sollte.

    Dann würde ich mich dazu an Ihrer Stelle einmal fachkundig beraten lassen.

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH
    Von Finanztip empfohlene Spezialisten für Berufsunfähigkeit und private Krankenversicherung | Angaben gem. § 15 VersVermV, § 12 FinVermV: https://schlemann.com/erstinformationen | Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Deren Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.

  • Ich komme auf ca 1% tatsächliche Rendite bei der KLV. Auch wenn das ein Altvertrag mit Steuerfreiheit ist, macht man nach Inflation Verlust.

    Bei der BU ist es das übliche Problem. Die Versicherungsleistung ist wahrscheinlich zu gering, als dass man damit einen auskömmlichen Lebensstandard erreichen würde.

    Ich würde mich erstmal um die BU kümmern und schauen was möglich ist.

  • Ich komme auf ca 1% tatsächliche Rendite bei der KLV. Auch wenn das ein Altvertrag mit Steuerfreiheit ist, macht man nach Inflation Verlust.

    Man müsste von der Versicherung weitere Daten haben, aber die garantierten Leistungen laufen auf etwa 1 % heraus.

    Einmal editiert, zuletzt von Tomarcy (30. August 2026 um 11:49)

  • Moin und willkommen im Forum!

    Provinzial-Kapitallebensversicherung hört sich für mich an nach Beratung durch Sparkassen(vertriebs)personal. :/

    Ich denke, mit einem weltweite Aktien-ETF bist Du besser aufgestellt. Zur Info bitte hier entlang:

    ETF-Vergleich

    Um das Risiko Leben abzudecken halte ich eine Risiko-Lebensversicherung für die bessere Variante. Für Paare würde ich die "Über-Kreuz-Variante" für das Mittel der Wahl halten. Weitergehende Infos gibt es hier:

    Risiko-LV

    Beim Thema BU würde ich mich vertrauensvoll an Dr. Schlemann wenden.

    Viel Erfolg!

  • In jeden Fall erst mal die Dynamik kündigen und eine BU nach Bedarf abschließen. Die meisten Verträge laufen allerdings so schlecht, dass alternativ vollständig gekündigt werden sollte, dann mit komfortabler BU. Die eigenständige BU ist heute deutlich besser als 2004. Die steuerliche Komponente der LV (Befreiung) ist bei der Restlaufzeit sekundär.

  • Ich komme auf ca 1% tatsächliche Rendite bei der KLV. Auch wenn das ein Altvertrag mit Steuerfreiheit ist, macht man nach Inflation Verlust.

    Bei der BU ist es das übliche Problem. Die Versicherungsleistung ist wahrscheinlich zu gering, als dass man damit einen auskömmlichen Lebensstandard erreichen würde.

    Ich würde mich erstmal um die BU kümmern und schauen was möglich ist.

    Vielen Dank für Ihren Beitrag und den Vorschlag.

    Ja, ich bin bei meinen Berechnungen auch auf knapp 1% gekommen, was aus meiner Sicht natürlich nicht berauschend ist. Gut, wie das zukünftig mit den Überschussanteilen sein wird, kann ich nicht einschätzen, aber ich erwarte nicht wirklich viel.

  • Man müsste von der Versicherung weitere Daten haben, aber die garantierten Leistungen laufen auf etwa 1 % heraus.

    Vielen Dank. Mehr Daten hätte ich von der Versicherung auch gerne, insbesondere zu den Kosten😉, aber die werden nicht mitgeteilt.🙈

  • Vielen Dank für Ihren Beitrag und die hilfreichen Infos. Tolle Sache, dass es hier so eine Plattform und Hilfsbereite Community gibt.


    Ja, da liegen Sie richtig. Zudem war der Berater noch mit der Familie befreundet und mein Finanzwissen und -Interesse damals noch nicht so ausgeprägt.🙈

  • In jeden Fall erst mal die Dynamik kündigen und eine BU nach Bedarf abschließen. Die meisten Verträge laufen allerdings so schlecht, dass alternativ vollständig gekündigt werden sollte, dann mit komfortabler BU. Die eigenständige BU ist heute deutlich besser als 2004. Die steuerliche Komponente der LV (Befreiung) ist bei der Restlaufzeit sekundär.

    Vielen Dank für Ihren Beitrag und die Hinweise. Die Dynamik kostet ja offenbar jedes Jahr nochmal neu, wenn ich das richtig verstehe.

  • Ja, genau. Die Dynamik kündigen. Im Jahre 2004 war m.E. allerdings noch nicht erkennbar, dass der Vertrag langfristig so ungünstig ist. Insbesondere waren die Bedingungen einer BU häufig schlechter als die einer BUZ (wie im vorliegenden Fall).

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen