Wir sind ein junges Paar auf der Suche nach einem guten Rat für unsere Finanzen in den 30ern. Die Frage vorweg: Wie würdet ihr an unserer Stelle handeln, um das meiste aus unserer (noch) komfortablen Situation herauszuholen? Vielleicht klingt es absurd: Wir sind von den vielen Informationen und Ratschlägen im Netz einfach überrumpelt und total handlungsgelähmt, weil wir uns die gute Situation nicht verbauen wollen. Wir haben die letzten Monate damit verbracht, unsere Ausgaben zu optimieren. Jetzt geht es darum, mit der Grundlage eine langfristige Strategie zu verfolgen. Uns ist durchaus bewusst, dass die ganze Sache keinesfalls dramatisch ist und wir im Vergleich zu vielen anderen Paaren in einer sehr privilegierten Situation sind. Am Ende des Tages haben wir allerdings ganz offen gesprochen tierische Angst, jetzt falsche Entscheidungen zu treffen, die uns langfristig sehr viel Vermögen kosten (🙂). Unser Ziel ist es, dass wir es uns finanziell erlauben können, dass meine Partnerin mit 60 in den Ruhestand geht und wir einfach sorgenfrei leben und reisen können. Zu dem Zeitpunkt wäre ich dann folglich 65. Ergibt einen Investitionszeitraum von gut 30 Jahren.
Möglichst kurz erklärt: Meine Partnerin ist 28 (Angestellte), ich werde dieses Jahr noch 33 (Beamter). Noch sind wir kinderlos und unverheiratet, beide Themen (Hochzeit, Kinder) stehen in den nächsten Jahren an. Unsere Idealvorstellung wäre eine Hochzeit in den nächsten zwei Jahren und 1-2 Kinder in den nächsten fünf Jahren.
Wir sind komplett schuldenfrei und haben ein gemeinsames Nettoeinkommen von ca. 6700 Euro und Ausgaben in Höhe von ca. 4500 Euro (gut 2000 Euro bleiben übrig). Ihr Gehalt liegt bei ca. 2400 Euro, meins bei ca. 4300 Euro netto. Mit Familienzuschlägen würden nach der Hochzeit nochmal ca. 150 Euro netto und pro Kind jeweils nochmal ca. 200 Euro exklusive Kindergeld on top auf mein Gehalt kommen (ich weiß, ein absolutes Privileg).
Wir wohnen zur Miete (1050 Euro warm) und ein Hauskauf bzw. Hausbau ist nicht geplant. Auf der Seite haben wir 50.000 Euro auf dem Tagesgeld und bislang nur 2000 Euro in einem ETF-Sparplan auf den FTSE All-World. Den Sparplan haben wir mit 250 Euro monatlich eigentlich nur eingerichtet, um das Setup schon mal zu haben. Hier wollen wir natürlich so bald wie möglich aufstocken.
Ganz aktuell hat außerdem unser Auto den Geist aufgegeben und wir wollen auf jeden Fall zeitnah ein neues kaufen. Uns reicht ein Auto, wir würden hier allerdings gerne einfach etwas Komfortables kaufen und wären auch bereit, etwas mehr dafür auszugeben, um möglichst lange Ruhe und Freude zu haben. Im Auge haben wir einen Skoda Octavia Jahreswagen für rund 30.000-35.000 Euro.
Weitere Ausgaben sind dann natürlich die Hochzeit (gerne kleiner, ca. 5-8k), Hochzeitsreise (gerne größer, ca. 8-10k), Elternzeit bzw. die ersten Jahre, wenn meine Partnerin überwiegend zuhause sein wird, Urlaube an sich etc.
Wir sind bereit, uns vor allem die nächsten Jahre einzuschränken. Gleichzeitig haben wir aber auch Angst, zu wenig zu leben und den Spaß zu kurz kommen zu lassen.
Um zum Punkt zu kommen:
- Wie würdet ihr mit der Situation umgehen, dass ihr zwar relativ viel Geld sofort verfügbar auf der Seite habt, aber derart viele größere Ausgaben anstehen?
- Wie würdet ihr das Thema Altersvorsorge angehen (ETF, AV-Depot)?
- Wie hoch sollte unser Notgroschen sein?
- Ist es in unserer Situation okay, so viel Geld für ein Auto auszugeben?
- Welche Rücklagen würdet ihr in welcher Höhe für Hochzeit, Kinder, das nächste Auto etc. bilden?
- Wie viel Geld würdet ihr wo zurücklegen, um für künftige gängige Ausgaben wie Kleidung, Technik, Urlaube, das nächste Auto etc. gewappnet zu sein?
Der Spagat zwischen all den Themen fällt uns einfach schwer und wir sind über jeden noch so kleinen Impuls dankbar. Vielen Dank vorab an jeden, der sich die Zeit nimmt und seinen Senf abgibt! 🙂