Hallo zusammen,
Ich hatte mit unserem Versicherungsmakler & Anlageberater das Thema Altersvorsorge/Geldanlage für unsere Tochter (0J) besprochen. Konkret wollen wir 100 € im Monat anlegen und die Schwiegereltern noch einmal 50 €. Der Makler meinte, bei dem Betrag würde er die Geldanlage aufteilen. 100 € in ein Kinderdepot, so wie ich es aktuell schon mache (er macht da nichts und bekommt auch keine Provision) und 50 € in eine Fondsgebundene Rentenversicherung (diese würde er vermitteln und eine Provision bekommen). Die Idee dahinter ist, dass die 100 € dann flexibel zur Verfügung stehen für z.B. Führerschein, Auto, Studium oder was auch immer die Zukunft bring. Die 50 € sind dagegen fest für die Altersvorsorge geplant, sollen nicht vor Rentenbeginn genutzt werden und sollen dann von der günstigeren Besteuerung profitieren.
Jetzt hat er mir den Antrag und die Vertragsbedinungen inklusive Kosten geschickt. Der Vertrag wäre die Kindervorsorge performance+ bei "Die Stuttgarter", 50 € im Monat, keine garantierte Mindestrente, Rentengarantiezeit 16 Jahre (oder einmalige Auszahlung zu Rentenbeginn), Laufzeit 67 Jahre, 5% Beitragsdynamik. Zu den Kosten:
| Abschluss- und Vertriebskosten (über die ersten 5J) | 1005 € |
| Abschluss- und Vertriebskosten jährlich | 30 € |
| Jährlich während Beitragszahlungsdauer | 24 € + 48 € / 10.000 € Guthaben |
| Jährlich während Auszahlungsphase | 1,5 € / 100 € Gesamtrente |
| Abschluss- und Vertriebskosten für Zuzahlungen | 1,5 € / 100 € Zuzahlung |
Die Fondsauswahl dabei wäre:
| Fond | ISIN | Anteil | Kosten | Anteilige Kosten |
|---|---|---|---|---|
| DWS ESG Akkumala TFC | DE000DWS2L90 | 30 % | 0,8 % | 0,24 % |
| Fidelity Funds - Global Technology Fund Y-ACC-EUR | LU0346389348 | 70 % | 1,04 % | 0,73 % |
| Gesamt | 0,97 % |
Neben den Fondskosten sind "kollektive Kosten in Höhre von jährlich 0,03 % des Deckungskapitals" angesetzt (kann sich jederzeit ändern).
Die Effektivkosten sind mit 1,95 % angegeben.
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Wenn ich es richtig verstehe, sind es erstmal 58 € jährliche Kosten während der Beitragszeit unabhängig vom Wert der Anlage. Also 67*58 € + 1005 € = 4891 € über die 67 Jahre. Eingezahlt werden 40,200 €, es kommen aber nur 87,8 % (35.309 €) an. Gerechnet jetzt ohne Dynamik, da ich ehrlich gesagt nicht ganz verstehe, wie sich die Dynamik auf die fixen Kosten auswirkt. Nach 10 Jahren wäre der Beitrag ja bei ~977 € im Jahr statt 600 €, da wären die Fixkosten von 58 € anteilig weniger).
Das ganze soll sich dann natürlich im Alter auch trotzdem rentieren und einfach eine "Basis" für die Rentenzeit bilden, unabhängig vom sonstigen Vermögensaufbau.
Mir fällt es allerdings schwer, das ganze zu beurteilen, inwiefern sich der Steuervorteil lohnt. Wichtig wäre mir nur, dass es nicht massiv schlechter ist, als einfach alles in einen ETF zu stecken. Beim ETF kann ich relativ einfach mit dem Sparplanrechner die Summe am Ende inklusive Steuern und inflationsbereinigt berechnen. Für die Fondsgebundene Rentenversicherung habe ich bisher keinen Rechner gefunden, um es vergleichen zu können.
Die Dynamik mit 5% kommt mir auch etwas hoch vor. Würden da nicht 2-3 % mehr Sinn machen, um einfach die Inflation auszugleichen? Die Idee vom Makler war, wenn ich mich richtig erinnere, bei Bedarf die Dynamik mal für 1-2 Jahre auszusetzen oder den Beitrag zu senken und dann wieder wachsen zu lassen, weil man dann etwas mehr Spielraum bei der Beitragshöhe hätte als mit niedrigerer Dynamik.
Meine Fragen wären daher: Macht eine Fondsgebundene Rentenversicherung als "Grundstein" überhaupt Sinn? Finanztip empfiehlt es z.B. nicht, andere Portale wie Finanzfit schreiben es kann anteilig Sinn machen (in unserem Fall währen es 1/3 der Geldanlage). Ist die Dynamik zu hoch und unnötig kompliziert? Und wie wirkt sich eine Dynamik auf die Vertriebs- und Abschlusskosten aus? Und was hat es mit den Effektivkosten auf sich? Diese sind ja mit 1.9 % deutlich niedriger als die ~12,1 % Kosten, auf die ich mit Abschlusskosten usw komme.