Leserbeitrag: Stromanbieter kündigt Preiserhöhung an

    • Leserbeitrag: Stromanbieter kündigt Preiserhöhung an

      Liebe Community,

      Post bekommen ist ja eigentlich was Schönes. Doch Post vom Stromanbieter bietet nicht immer Grund zur Freude. Einer unserer Leser hat eine ziemlich lange Mail von seinem Stromanbieter erhalten. Nach längerem Lesen wurde ihm klar: Sein Strom wird teurer!

      Wann gab's bei Ihnen das letzte Mal Post vom Stromanbieter? Haben Sie schonmal eine ähnliche Nachricht wie die untenstehende bekommen?

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      Sehr geehrter Herr XXX,

      vielen Dank für Ihr Vertrauen in unsere Marke extraenergie! Als bundesweit agierender Anbieter beliefert die ExtraEnergie GmbH seit der Gründung im Jahr 2008 über eine Million Privat- und Gewerbekunden. Die sehr hohe Zufriedenheit unserer Kunden wird in Umfragen regelmäßig bestätigt. Durch konstant niedrige Preise und einen zuverlässigen Service konnte sich ExtraEnergie eine starke Marktposition sichern und ausbauen. Diesen Erfolg verdanken wir Ihnen und Ihrem Vertrauen. Unser Ziel ist es, den Service und die Konditionen für unsere Kunden kontinuierlich zu verbessern und Sie stets auf dem Laufenden zu halten. Mit diesem Schreiben möchten wir Sie über aktuelle Strommarktentwicklungen und Preisanpassungen informieren.

      Das zentrale Thema im deutschen Energiemarkt ist nach wie vor die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende. Die gesetzten Ziele sind bis zum Jahr 2022 aus der Kernenergie auszusteigen, 80 % des gesamten Energieverbrauchs bis 2050 aus erneuerbaren Energien zu gewinnen und die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um ca. 40 % zu reduzieren. Sicher, sauber und bezahlbar soll die Energie der Zukunft sein; so lautet das Zieldreieck der Energiewende. Allerdings stellt genau dieses Versprechen die Politik und auch die Bürger Deutschlands vor große, hauptsächlich finanzielle, Herausforderungen. Hinsichtlich der bezahlbaren Energieversorgung hat die Bundesregierung enorme Hürden zu nehmen. Die Erweiterung der Stromtrassen, der Ausbau und die Förderung erneuerbarer Energiequellen, aber auch die Schaffung von Innovation durch Investitionen in Forschung und Entwicklung verursachen stetig steigende Kosten, die letztendlich auf den Endkunden umgelegt werden. Während für Windkraftanlagen an Land knapp 15-20 Millionen Euro eingeplant werden müssen, kostet eine vergleichbare Anlage im Meer bis zu einer halben Milliarde Euro. Das sind Kosten, die Sie als Bürger tragen müssen.

      Weiterführende Informationen hierzu finden Sie unter folgenden Links:

      wwww.muenchen.ihk.de/de/WirUeberUns/Publikationen/Magazin-wirtschaft-/Aktuelle-Ausgabe-und-Archiv2/magazin-07-2015/Titelthema/energiewende-bilanz-ernuechterung-und-viel-nachholbedarf

      bmub.bund.de/presse/pressemitt…voranbringen-2/?tx_ttnews[backPid]=103&cHash=f89c56a9ad31e17b99300a6584709e63

      umweltbundesamt.de/daten/klima…eprogramme-in-deutschland

      Ihr Energiepreis besteht zu fast 74 % aus gesetzlich vorgegebenen, staatlich regulierten Kosten und finanziert dadurch zum Großteil die von der Politik geplante Energiewende. Nachdem die Übertragungsnetzbetreiber für das Jahr 2015 erstmals eine Senkung der EEG-Umlage verkündeten, melden sie für das Jahr 2016 wieder eine Steigerung um fast 3 % von 6,17 Cent auf 6,354 Cent pro kWh. Auch die Offshore-Umlage wird von -0,051 Cent auf +0,039 Cent pro kWh erhöht. Eine schwache Entlastung ergibt sich durch die in 2016 nicht mehr erhobene AbLaV-Umlage, die im Jahr 2015 noch mit 0,006 Cent pro kWh angesetzt war. Die Energiemärkte unterliegen aufgrund der politischen Unruhen innerhalb und außerhalb von Europa starken Schwankungen. Sie als Endverbraucher werden wegen Abgaben und Umlagen immer stärker durch steigende Energiepreise belastet. Wir werden uns aber auch darüber hinaus in Ihrem Interesse dafür engagieren, die Bestandteile Ihres Energiepreises so niedrig wie möglich zu halten. Einen Teil der gestiegenen Kosten müssen wir allerdings zum 01.02.2016 umlegen. Ihr Arbeitspreis verändert sich auf 33,19 Cent/kWh (brutto). Ihr monatlicher Grundpreis verändert sich nicht. Alle weiteren Preiskonditionen bleiben wie vertraglich vereinbart unverändert. Sie haben das Recht, Ihren Vertrag auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Anpassung in Textform zu kündigen. Die Höhe Ihrer aktuellen Abschläge sowie die bestehenden allgemeinen Geschäftsbedingungen bleiben unverändert. Wenn der Verbrauch sich erhöht oder verringert, werden entsprechende Anpassungen spätestens in Ihrer jährlichen Rechnung wirksam. Wir als unabhängiger Energieanbieter sind stets bestrebt, die wenigen verbleibenden Stellschrauben zu Ihrem Vorteil zu drehen.

      Weiterführende Informationen hierzu finden Sie unter folgenden Links:

      netztransparenz.de/de/index.htm

      bmwi.de/DE/Themen/Energie/Ener…informationen/preise.html

      ndr.de/nachrichten/dossiers/wi…tanlagen,offshore680.html

      Im Jahr 2016 wird ein Haushalt mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh ca. 222,25 Euro (ohne Mehrwertsteuer) für die Ökostrom-Förderung zahlen müssen. Im Jahr 2015 lagen die Kosten noch bei 215,95 Euro. Die Förderkosten betragen aktuell rund 20 Milliarden Euro pro Jahr, die letztendlich von den Stromkunden bezahlt werden. Mit einer Entspannung der Strompreiserhöhungen ist nicht zu rechnen. Die Energiewende bleibt weiterhin für alle Beteiligten ein Mammutprojekt, insbesondere hinsichtlich des von der Politik gesteckten Ziels der bezahlbaren Energieversorgung.

      Weiterführende Informationen hierzu finden Sie unter folgenden Links:

      sueddeutsche.de/wirtschaft/eeg…-energie-zahlen-1.2691997

      rp-online.de/wirtschaft/bund-s…rbare-energien-ts100.html

      Die sichere Verfügbarkeit von elektrischer Energie im Alltag ist sowohl für Privathaushalte als auch für Unternehmen selbstverständlich. Dafür, dass auch im Rahmen der Energiewende die Energieversorgung sicher ist und die Netzstabilität weiterhin gewährleistet bleibt, muss Sorge getragen werden. Politische Unruhen und Krisen in Nachbarländern und -staaten verdeutlichen die Risiken einer Abhängigkeit in der Stromversorgung. Eine Folge dieser Bedingtheit wird in den hohen Strompreisen deutlich. Die Bundesregierung setzt daher auf einen vielfältigen Energieträgermix und auf mehrere Bezugsquellen. Der konstante Ausbau der Windparks im Norden Deutschlands und auch der Aufbau riesiger Solarfelder im Süden steigern die gewünschte Unabhängigkeit der Bundesrepublik von anderen Bezugsländern. Die Einspeisung selbst produzierter Energie ins Stromnetz birgt aber auch Risiken. Energie aus erneuerbaren Quellen unterliegt witterungsbedingt starken Schwankungen. Der steigende Anteil dieser Energie im deutschen Netz gefährdet die Stabilität und folglich die sichere Energieversorgung. Zur Gewährleistung einer hohen Netzstabilität muss das Stromnetz ausgebaut werden. Gerade dieser Ausbau gilt als größtes Hindernis der Energiewende, und die erwarteten Kosten liegen im Milliardenbereich.

      Weiterführende Informationen hierzu finden Sie unter folgenden Links:

      handelsblatt.com/politik/deuts…-und-handel/12455540.html

      netzentwicklungsplan.de/content/stromnetze

      stuttgarter-nachrichten.de/inh…78-969c-23e24ad93eb0.html

      Insgesamt wirken eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren auf die Energiepreise ein: die Preisentwicklung auf den internationalen Rohstoffmärkten, der Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar, die Kostenentwicklung bei inländischen Produktionsfaktoren, staatliche Eingriffe, Auflagen sowie die jeweiligen Marktbedingungen. Durch die Liberalisierung der Märkte im Bereich der leitungsgebundenen Energieversorgung haben sich vor allem in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen grundlegend verändert.Als Folge der starken Fluktuation im Energiemarkt und des dadurch bedingten Aufwärtstrends der Preisentwicklung werden Sie als Kunde leider immer weiter belastet. Als Energieanbieter bemühen wir uns, unsere Kunden so gut wie mäglich vor Preiserhöhungen zu schützen. Allerdings sind uns als Lieferant bei vorgegebenen Kosten leider oft die Hände gebunden. Derzeit engagieren wir uns in Kooperation mit einigen politischen Parteien stark dafür, weitere attraktive Tarifangebote zu entwickeln, die das Ziel der bezahlbaren Energie ermöglichen.

      Lieber Kunde, hiermit haben wir Sie über die aktuellen Ereignisse im Strommarkt sowie über unsere diesbezüglich getroffenen Maßnahmen informiert. Wir freuen uns, Sie als zufriedenen Kunden auch in Zukunft beliefern zu dürfen.

      Mit freundlichem Gruß

      extraenergie
      eine Marke der ExtraEnergie GmbH
      Moderatorin der Finanztip-Community

      Fragen zum Nutzerkonto oder zur Bedienung? - community@finanztip.de
    • Volltreffer! Dieses Unternehmen strotzt vor unseriöser Arbeitsweise. Im vorletzten Jahr hatte ich mit denen richtige Tänzchen, da sie locken und locken, dann letztendlich völlig andere Preise berechnen als vertraglich vereinbart, nicht ansprechbar sind, am Telefon patzig werden, auf Mails gar nicht reagieren usw. Schlussendlich habe ich mit dem Bund der Energieversorger (oder so ähnlich) gedroht, schon alles fertig gemacht, die Bankvollmacht entzogen, bis sie schließlich nach 6 Monaten(!) ihre eigenen Ausführungen im Vertrag eingehalten haben. Nebenbei hab ich bereits gekündigt, als der Vertrag noch gar nicht richtig am Laufen war, weil ich mehr als genervt war. Es kostete Zeit, Nerven und Geld.

      Bei meiner Recherche im Netz landete ich auf einer Seite, in der ein Privatmann all diese Unseriösitäten bereits aufgelistet und vor diesem Unternehmen gewarnt hatte. Ich kann mich dem nur anschließen und muss sagen: Finger weg , schnell Preise und Konditionen vergleichen und auf die Bewertungen des Anbieters achten und dann schnell ein anderes Unternehmen beauftragen. Lieber einen Euro mehr bezahlen als sich mit denen rumärgern zu müssen.
    • Nachfolgend die Version von Vattenfall, die ich soweit für transparent halte.

      Sehr geehrter Herr xxx,
      zum 1. Januar 2016 verändern sich erneut gesetzliche Umlagen. Die Steuern, Abgaben
      und Umlagen machen inzwischen circa 52 Prozent des Strompreises aus. Die Umlage
      für abschaltbare Lasten entfällt im nächsten Jahr und wird daher nicht mehr erhoben.
      Gleichzeitig steigen allerdings die EEG-, KWK- und die § 19-StromNEV-Umlage sowie
      die Offshore-Haftungsumlage. Weitere Informationen zu den Preisbestandteilen und
      Antworten auf die wichtigsten Fragen finden Sie in der beiliegenden Broschüre.
      Die gute Nachricht: Sie profitieren natürlich in Ihrem Tarif von unserem Versprechen,
      den Vattenfall Anteil am Strompreis nicht zu erhöhen (eingeschränkte Preisgarantie).
      Sie zahlen also nur die sich ändernden Umlagen.
      Aus Anlass der durch die Umlagen insgesamt steigenden Kosten erhöht sich der
      Verbrauchspreis* für Ihren Tarif im Umfang von 0,71 Cent/kWh.
      Ihr neuer Preis ab dem 1. Januar 2016:
      Tarif: Easy12 Strom
      Verbrauchspreis*: von 23,30 Cent/kWh auf 24,01 Cent/kWh
      Grundpreis*: 10,90 Euro/Monat – bleibt stabil
      Sie haben Fragen? Gern sind wir auch telefonisch unter 0800 4343 001 von Montag bis
      Freitag 8 –18 Uhr und unter vattenfall.de für Sie da.
      Voraussetzung für die Preisänderung und Ihre Rechte als Kunde:
      Die Preisänderung erfolgt auf Grundlage von § 5 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
      Die Preisänderung wird erst nach Zugang dieser Mitteilung wirksam, die mindestens sechs
      Wochen vor der beabsichtigten Änderung erfolgen muss. Sie haben das Recht, Ihren Vertrag
      ohne Einhaltung einer Frist zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderung zu kündigen.
      Die Kündigung bedarf der Textform.
    • Zu Extraenergie kann ich die Ausführungen von @Anixe nicht bestätigen. Ich wechsle jährlich, immer zum billigsten, um die Wechselprämien mitzunehmen. Dabei hatte ich weder bei extraenergie noch stromio / grünwelt Probleme beim Wechsel, Abrechnung, Bonusauszahlung, alles super gelaufen. Jetzt parke ich ein Jahr bei Vattenfall, dann geht es wieder von vorne los.
    • Kater.Ka, ich wechsle auch jährlich und habe bis auf diesen Verein nie Probleme damit gehabt. Wenn ich aber einen prognostizierten Verbrauch vom Grundversorger bekomme (also das neue Unternehmen bekommt den) und ich erkläre denen, dass sich aufgrund der Änderung meiner persönlichen Verhältnisse auch der Stromverbrauch ändern wird, dann sollten die das respektieren und den geschlossenen Vertrag einhalten. Es kann nicht sein, dass sie dann das Doppelte von meinem Konto abbuchen, sich nicht melden, nicht mit mir sprechen.
      Der Grundversorger hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass das von den meisten Unternehmen auch hingenommen wird, nur mit diesem besagten gäbe es immer wieder Probleme. Dass das Hin und Her dann so lange dauert, ist für den Verbraucher mehr als belastend.
    • Ich hatte vor gut einem Jahr das gleiche Preiserhöungs-Problem-Mail bei Gas mit

      prioenegie welche wohl zu
      Extraenegie gehören und
      bin da später wieder rausgekommen,


      aber, wenn ich da im privaten Widerspruchsverfahren nicht extrem aufgepasst hätte, wäre das sehr teuer geworden.

      Der Gaspaketpreis für das 2. Jahr wurde um fast 50% von ca. 1450 auf ca. 2100€ erhöht, die "Behauptung" war, ich hätte solch ein mehrseitiges Preiserhöhungsmail erhalten und nicht gekündigt.
      Aber bei der Masse der Spam- und Pishing-Mails mit inzwischen auch persönlicher Anschrift hätte ich das Mail so nie erkannt und eher auch nicht zu Ende gelesen, zumal das Wort "Preiserhöhung" oder eine Kundennummer im Betreff nicht wohl angegeben war.
      Der neue Preis wurde natürlich aber inzwischen berechnet.
      Ich habe der Erhöhung widersprochen und eine Beschwerde bei der Schlichtungsstelle angekündigt.
      Dann kam in etwa das Angebot den Vertrag vorzeitig unter Berücksichtigung von den dann gültigen Tarifen und (Paket-) Verbrauchssätzen zu beenden.
      Auf Nachfrage was das konkret in Zahlen bedeutet kam aber für mich nichts Eindeutiges.
      Daraufhin hatte ich gebeten mir eine Muster-Rg für 26.000kw/h zu machen, es kam aber eine Musterechnung für 16.000kw/h.
      Dies aus gutem Grund, denn bei den schon verbrauchten 26.000kw/h war schnell klar wie extrem teuer eine vorzeitige Vertragsauflösung werden würde.
      Ich habe diese Vertragsauflösung also abgelehnt und das, für mich kostenlose, Verfahren vor der Schlichtungsstelle angekündigt und zudem ein aktuelles Gerichtsurteil (aus einem anderen Bereich) mit der Überschrift

      "Kein Verstecken (von Preiserhöhungen) zwischen völlig unübersichtlichen und überwiegend überflüssigen Hinweisen”

      zitiert.
      Und siehe da, nach dieser meiner Entscheidung und dem Hnweis wurde die Preiserhöhnung komplett zurückgenommen und der alte Tarif wieder in Kraft gesetzt. Ich denke die wissen sehr gut, dass diese Art der Preiserhöhung sich letztendlich nicht durchsetzten lässt.

      Mein Fazit daraus:
      Keinerlei Verträge mehr mit Verlängerungen von mehr als einem Monat, mit dieser von Finanztip empfohlenen Einstellung habe ich gerade meinen neuen Stromanbieter gewählt, und denke damit habe ich jetzt immer einen schnellen Ausweg, wenn mich jemand versucht zu linken...danke Euch von Finanztip dabei für die Superarbeit...und für alle Anderen: Seid wachsam....