Postzustellung und E-Postscan

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    • Postzustellung und E-Postscan

      Dass die Post seit Jahren nicht mehr zuverlässig zugestellt wird (variable Inlands-Laufzeiten bis über eine Woche), ist ärgerlich aber wohl mangels funktionierendem Beschwerde(Abwimmel-)management der Deutschen Post offenbar nicht zu ändern.

      Als Krönung postalischer Unfähigkeit erwies sich jedoch E-Postscan. Eigentlich eine großartige Idee, die Post wird nicht zugestellt, sondern durch die Deutsche Post geöffnet, gescannt und im E-Postfach, das der Nutzer einrichten muss, als Pdf eingestellt. Zu vereinbarten Terminen wird die physische Post dann an eine vereinbarte Adresse zugestellt, zum Beispiel monatlich an die Postadresse eines Verwandten. Da kann man als Rentner auch mal drei Monate verreisen, ohne Angst, dass der Briefkasten überläuft und wichtige Post versäumt wird. Soweit die Theorie.

      Unser erster Auftrag auf unbestimmte Dauer begann am 22.06.2015. In dieser Zeit war gerade Poststreik, weshalb zurückliegend noch nicht zugestellte Post möglicherweise nach Streikende in unserer Abwesenheit doch in unserem Briefkasten hätte landen können. Also baten wir unsere lokale Postfiliale schriftlich, alle noch folgende Post dem Scanverfahren zuzuleiten. Fröhlich machten wir uns auf die Reise.

      Dass nach einer Woche außer der Rechnung für das Postscanverfahren noch nichts in unserem E-Postfach lag verwunderte zwar, war aber vielleicht dem Poststreik zuzurechnen. Nach zwei Wochen kontrollierte meine Schwägerin unseren Briefkasten, der unter der zugestellten Post kaum noch auszumachen war.
      Sofort riefen wir bei der Kundenhotline der Post an und teilten den Missstand mit. Man nahm die Beschwerde und unsere E-Postscan Auftragsnummer entgegen und versprach Abhilfe.
      Nachdem unser Briefkasten auch in der zweiten Woche überquoll, riefen wir abermals an und beschwerten uns zusätzlich per E-Mail. In der freundlichen Mailantwort entschuldigte man sich über die Unannehmlichkeiten, die „durch den Poststreik entstanden seien“. Warum der Poststreik das Postscanverfahren beeinträchtigen sollte, war uns zwar unerklärlich aber eigentlich auch unerheblich.
      Auf meine weitere Beschwerde per E-Mail, nachdem auch in der dritten Woche die Post nicht gescannt, sondern eingeworfen worden war, erhielten wir eine ebenso freundliche wie stoische Antwort, dass, wie von mir mitgeteilt, durch den Poststreik Verzögerungen eingetreten seien und künftig alles wie vereinbart eingescannt werden sollte. Nein, ich hatte nicht mitgeteilt, dass der Poststreik schuld sei. Ich war nicht mal dieser Meinung, sondern hatte darauf hingewiesen, dass wohl bei der Post etwas schief gelaufen war, weil sich unter den zugestellten Sendungen auch zwei Auftragskarten über den Postscanauftrag befanden, die den Zusteller über eben diesen Auftrag informieren und eben nicht in unseren Briefkasten geworfen werden sollten.
      Unverändert ging es weiter. Die Post wurde eingeworfen, keine einzige Sendung wurde gescannt.

      Nach weiteren Telefonaten und schriftlichen Beschwerden brachen wir unsere Reise ab, flogen nach Hause und kündigten den Postscanauftrag. Die Postinterne Auftragskarte, adressiert „an den Zusteller“ und mit großem, fettem Aufdruck „Stornierung eines Auftrages – Nicht zustellen!“ landete, sie ahnen es schon, in unserem Briefkasten.
      Unsere nächstgelegene Postfiliale erklärte uns, sie sei für die Zustellung der Post nicht zuständig (???), sondern der Post-Zustellstützpunkt in einer 50 km entfernten Stadt. (Als würde unser Briefträger dort seine Post abholen.) Eine Telefonnummer oder eine E-Mailadresse wollte uns der Poststellenleiter nicht geben. Immerhin erhielten wir die Anschrift.
      Nach unseren zweimonatigen Erfahrungen mit schriftlichen Beschwerden (freundlich aber erfolglos) ersparten wir uns die Korrespondenz mit dem Zustellstützpunkt und wandten uns stattdessen an die Konzernzentrale der Deutschen Post in Bonn mit detaillierter Schilderung und Übersendung der postinternen Auftragskarten. Die Antwort der Konzernleitung enthielt dann nicht mehr die Ausrede, der Poststreik sei schuld, sondern es schien, als sei der Fehler im workflow der Post lokalisiert worden.

      2016 haben wir uns dann noch mal getraut, einen Postscanauftrag einzurichten, diesmal vier Wochen vor unserem Abflug mit Beginn zwei Wochen vor dem Reisetermin, damit wir die Ausführung noch zuhause kontrollieren konnten. Nach einem kurzen Aussetzer in der Postzustellung kam unsere Post verspätet und ungeöffnet an (das Beginndatum war ja noch nicht erreicht) allerdings mit Aufkleber „E-Postscan – Bitte an Hausanschrift zustellen“.
      Immerhin wurden dieses Jahr dann auch Sendungen gescannt aber beileibe nicht alle, die geöffnet und gescannt hätten werden müssen. Und die anschließende Zustellung der physischen Poststücke nach Ablauf des Auftrages schien auch nach keinerlei Regeln zu erfolgen. Da wurden nicht alle Sendungen auf einmal zugestellt, sondern nach und nach Sendungen mit unterschiedlichsten Absendedaten, keineswegs chronologisch.
      Den Beschwerdeaufwand ersparen wir uns diesmal. Nützt ja doch nix.

      Liegt das nur an unserem Zustellstützpunkt und der dort wohl fehlenden Ablaufkontrolle?

      Welche Erfahrungen haben Sie mit E-Postscan?
    • Hallo @retired,
      mit E- Postscan habe ich Gott sei Dank noch keine Erfahrungen gemacht. Dafür aber mit Zustellungsproblemen der Deutschen Post AG. Die Postzustellerin versuchte mich dazu zu bringen, meinen Briefkasten an einer anderen Stelle anzubringen. Offensichtlich wollte sie sich dadurch Arbeitsaufwand minimieren. Ich habe der Bitte widersprochen, da Rechte anderer Grudstücksnutzer betroffen wurden. Die Deutsche Post AG hat mir daraufhin geschrieben sie würde mir die Post nicht zustellen, wenn es nicht möglich ist diese zuzustellen. Das habe ich beruhigt zur Kenntnis genommen. Das war für mich durchaus nachvollziehbar. Von diesem Tag an, bekam ich keine Post mehr. Das ging fast ein Jahr lang. Bis ich durch Zufall merkte, dass meine Post in der zuständigen Filiale gehortet wurde. Ich musste erst einen Rechtsanwalt einschalten um die Deutsche Post AG von ihrer gesetzwidrigen Handlungsweise zu überzeugen. Wir haben uns dann außergerichtlich geeinigt. Die Deutsche Post AG hat meine zusätzlichen Aufwedungen und auch die Anwaltskosten übernommen. Nun bekomme ich meine Post wieder zugestellt.
      Beste Grüße aus Sachsen

      Altsachse
    • @retired: Danke für die ausführliche Schilderung Ihrer leider negativen Erfahrungen. Ich habe mich gerade heute mit dem Angebot von e-postscan beschäftigt, da ich demnächst zwei Wochen auf Segeltörn bin.

      Aber wenn ich das lese, schreckt mich das sehr ab.
      Da ist vielleicht der gute alte Postlagerauftrag doch die bessere Alternative.
      Das habe ich bisher bei urlaubsbedingter Abwesenheit stets gemacht.
      Und es hat auch immer alles super geklappt.

      Schade, dass die Prozesse bei der Post so stümperhaft sind.
      Denn von der Idee her würde ich die Möglichkeit begrüßen, seine Post während des Urlaubs per e-mail zugestellt zu bekommen.
    • Inzwischen habe ich festgestellt, dass beim EPOSTSCAN-Service jede natürliche Person einen eigenen Auftrag erteilen muss. Anders als beim Postlagerauftrag oder beim Postnachsendeauftrag, wo man für bis zu vier Personen mit EINEM Auftrag die Postlagerung bzw. Postnachsendung ordern kann, geht das beim EPOSTSCAN nicht.

      Damit wird die Sache auch ziemlich teuer.
      Für ein Ehepaar werden damit schon 30 € für Abwesenheiten bis zu einem Monat fällig.
      Bei längerer Abwesenheit kommen pro Monat 30 € hinzu.

      Also werde ich für 9,90 € die Postlagerung beauftragen - und gut is.
    • Kostet ja nun sogar 24,99 monatlich, (viel) besser geworden aber nicht. Die SMS-Info., dass man Post hat weckt einen zB um 3:43 Uhr (!), wenn sie überhaupt kommt Eine Postzustellungsurkunde kommt zB auch nach Hause, ohne dass man -wie geworben wird, etwa bei Einschreiben- darüber benachrichtigt wird. Zum Glück war es bei mir eine positive Nachricht, bei anderer (und längerer Abwesenheit) könnte das ja aber verheerende Folgen haben usw. Fazit also auch hier: Gute Idee aber mies und teuer umgesetzt!
    • Zum Thema selber habe ich nichts an Erfahrung beizutragen, aber zu ein paar Aussagen:

      retired schrieb:

      Unsere nächstgelegene Postfiliale erklärte uns, sie sei für die Zustellung der Post nicht zuständig (???), sondern der Post-Zustellstützpunkt in einer 50 km entfernten Stadt. (Als würde unser Briefträger dort seine Post abholen.)
      Das kann sehr wohl sein. Und natürlich holt der Briefträger seine Post nicht von dort. Dafür gibt es kleine, unscheinbare graue Kästen am Strassenrand, welche durch ein Fahrzeug mit der auszutragenden Post bestückt werden, da ein Briefträger nie und nimmer alle auszutragende Post auf einmal mitführen könnte.
      Zumal eine Postfiliale (aka Postbank-Filiale) per se auch nicht mehr unbedingt der Ort sein muss, wo tatsächlich die Post sortiert wird.



      Heinz007 schrieb:

      Die SMS-Info., dass man Post hat weckt einen zB um 3:43 Uhr (!), wenn sie überhaupt kommt
      Wen so etwas stört, der kann den Flugmodus verwenden oder in vielen Smartphones vorhandene Einstellung der Nachtruhe.