Baufinanzierung 10 Jahre oder 15 Jahre? Eure Meinung (Fakten im Text)

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    • Baufinanzierung 10 Jahre oder 15 Jahre? Eure Meinung (Fakten im Text)

      Hallo,
      es geht um eine neue Baufinanzierung (Anschlussfinanzierung) in Höhe von 230.000€.

      Die Bank bietet bei 10 Jahre Zinsbindung einen Zinssatz von 1,65% und eine Sondertilgungsmöglichkeit i.H. von 11.000€ jährlich (Restsumme nach 10 Jahren ohne Sondertilgung dann ca. 68.000 Euro, die dann zu dann aktuellen Zinsen wiederum anschlussfinanziert werden müsstenI)

      und bei 15 Jahre Zinsbindung einen Zinssatz von 1,85%, ohne Sondertilgungsmöglichkeit, nach 14 1/2 Jahren wäre die gesamte Summe aber vollständig getilgt.

      - Für die 10 Jahre Variante spricht, dass der Zinssatz günstiger ist, und eine Sondertilgungsmöglichkeit besteht

      - Gegen die 10 Jahre Variante spricht, dass nach 10 Jahren der ganze Vorgang um eine Anschlussfinanzierung wieder von vorne beginnt, mit einem Zinssatz der heute noch unsicher ist.

      - Für die 15 Jahre Variante spricht, dass ich den Vertrag heute abschliesse, und nicht wieder drüber nachdenken muss, und alles nach 14 1/2 Jahren vorbei und vollständig bezahlt ist.

      - Gegen die 15 Jahre Variante spricht der höhere Zinsatz (0,2 Prozentpunkte teurer) und die fehlende Möglichkeit von Sondertilgungen.

      Welche Variante würdet ihr warum bevorzugen? Was sind weitere Argumente Pro und Contra, die ich nicht bedacht habe?

      Eure Meinung würde mir sehr weiterhelfen eine Entscheidung zu treffen.
      Vielen Dank im Voraus
    • Ich persönlich würde mich aufgrund des niedrigen Zinsniveaus für die 15 Jahre entscheiden. Und wenn ich mich nicht täusche, hat man da nach zehn Jahren ein Sonderkündigungsrecht. Im Fall der Fälle könnte man das Darlehen hier also tilgen, sofern Liquidität vorhanden.

      Hast du schon mal alternative Angebote eingeholt? Die Zinssätze erscheinen mir vergleichsweise hoch - zumindest wenn man eine Beleihung von 60 Prozent unterstellt. Bei Umschuldung kommen dann natürlich noch die Kosten für die Umschreibung der Grundschuld dazu.
    • Das Sonderkündigungsrecht wäre quasi nur der Joker, wenn man unerwartet (Lotto, Erbschaft, Gehaltssprung) zu deutlich mehr Geld kommt als erwartet.

      Für die 10 Jahresvariante könnte natürlich noch ein anderer Aspekt sprechen: Je nachdem wie hoch die monatlichen Überschüsse aktuell sind oder für die Zukunft zu erwarten sind, könnte man durch die Sondertilgungen das Darlehen auch so weit runterbringen, dass nach 10 Jahren nur noch ein vergleichsweise niedriger Betrag übrig bleibt - soll heißen, dann wäre es nicht mehr so von Bedeutung, wie hoch der Anschlusszins im Jahr 11 ist.

      Ich würde aber wohl trotzdem die 15er Variante wählen und versuchen, den Zins noch etwas zu drücken.

      Good Luck
    • Hallo @etienne,

      das lässt sich wunderbar mit einer Zinswaage berechnen, ab wann die 15 jährige Zinsfestschreibung sinnvoll ist und bis zu welchem Anschlusszinssatz (nach den 10 Jahren) die 10-jährige Sollzinsbindungen besser ist. Dann hast Du erstmal Zahlen anhand derer eine Entscheidung leichter fallen dürfte. Hier der Link:

      finanzierungsmathematik.de/#zinswaage

      Wie hoch ist die anfängliche Tilgung bei den 10 Jahren? 6,5%?

      Der Zinssatz nach 10 Jahren müsste deutlich über 4 % liegen damit das Angebot schlechter ist.

      Zu den Sondertilgungen:
      Die werden oft mitvereinbart, aber leider selten genutzt. Wenn das bei Dir deutlich anders ist, solltest Du eher auf die 10 Jahre gehen.
      Wichtig auch: ich denke nicht, dass das Angebot auf 11.000 Euro Sondertilgung lautet. Das heißt eher 5% von der Restschuld. --> am Anfang also: 11.500 Euro und jedes Jahr wegen der sinkenden Restschuld weniger.
      Ist erstmal nur eine Vermutung, aber vermutlich korrekt!?

      Schöne Grüße aus Freiburg,
      Michael
    • Sind die Sondertilgungen nicht in der Regel 5% von der ursprünglichen Kreditsumme p.a.? So ist es bei unseren beiden Immobilienfinanzierungen jedenfalls...

      Ich würde zu einer Lösung mit Sondertilgung tendieren, die Einsparungsmöglichkeiten sind doch beträchtlich. Es sei denn, du kannst definitv ausschliessen, dass du die SoTi nutzen kannst... Wenn du recht sicher bist, dass du das SoTi Angebot in vollem Umfang nutzen kannst, dann ist die Sache ja vor Ablauf der 10 Jahre durch.
    • Vorsorgemanagement schrieb:

      Hallo @etienne,

      das lässt sich wunderbar mit einer Zinswaage berechnen, ab wann die 15 jährige Zinsfestschreibung sinnvoll ist und bis zu welchem Anschlusszinssatz (nach den 10 Jahren) die 10-jährige Sollzinsbindungen besser ist. Dann hast Du erstmal Zahlen anhand derer eine Entscheidung leichter fallen dürfte. Hier der Link:

      finanzierungsmathematik.de/#zinswaage

      Wie hoch ist die anfängliche Tilgung bei den 10 Jahren? 6,5%?

      Der Zinssatz nach 10 Jahren müsste deutlich über 4 % liegen damit das Angebot schlechter ist.

      Zu den Sondertilgungen:
      Die werden oft mitvereinbart, aber leider selten genutzt. Wenn das bei Dir deutlich anders ist, solltest Du eher auf die 10 Jahre gehen.
      Wichtig auch: ich denke nicht, dass das Angebot auf 11.000 Euro Sondertilgung lautet. Das heißt eher 5% von der Restschuld. --> am Anfang also: 11.500 Euro und jedes Jahr wegen der sinkenden Restschuld weniger.
      Ist erstmal nur eine Vermutung, aber vermutlich korrekt!?

      Schöne Grüße aus Freiburg,
      Michael
      So hätte ich das auch gesehen. Der anfänglich jährliche Zinsunterschied ist 460 €. Dafür wäre mir die SoTi Möglichkeit wichtiger. Hängt aber natürlich davon ab, wie Dein Verdienst ausschaut (variable Bezüge etc.).

      Ist aber alles Typfrage: Wenn Du der Typ "so weiß ich genau was die nächsten 15 Jahre passiert und ich rege mich dann weniger auf" bist, dann mach lieber 15.

      Sehr günstig finde ich die Zinssätze bei den Volumen allerdings auch nicht.
    • Die Frage, ob die Zinssätze jetzt günstig sind oder nicht, hängt natürlich noch von anderen Faktoren ab. Bonität, Beleihungsauslauf , Objekt, etc., aber es geht bei Bestkonditionen sicher günstiger.

      Mein Zinsticker sagt mir 1,10% bei 60% Beleihungsauslauf und 10 Jahren, 1,2% bei 80%
      für 15 Jahre sind es 1,56 und 1,66%; hier machen natürlich kleine Unterschiede schon ne Menge aus in Euro ...
    • amoryrabia schrieb:

      Vorsorgemanagement schrieb:

      Mein Zinsticker sagt mir 1,10% bei 60% Beleihungsauslauf und 10 Jahren, 1,2% bei 80%
      für 15 Jahre sind es 1,56 und 1,66%;
      Wow, wenn die Immobilienpreise das nicht längst schon ausgeglichen hätten.... Ist schon ein Witz, ich hantiere hier mit 4,7 (von 2007) und 3,8% (von 2011) rum...
      Das würde ich an Deiner Stelle prüfen lassen - wenn nicht schon geschehen. Darlehen in dem Zeitraum haben oft fehlerhafte Widerufsbelehrungen und können mit saftigen Entschädigungen der Bank rückabgewickelt werden. Im selben Zug kann gegen ein zinsgünstiges neues Darlehen getauscht werden.

      Das funktioniert. Ich hab's gesehen. Der geldwerte Vorteil sind fast immer zehntausende Euro. Der Zeitfaktor: eher raus aus den Schulden ist natürlich auch noch eine moralisch wertvolle Geschichte.

      2 Haken:
      1. Das können nicht alle gut für Dich umsetzen. Es gibt dafür Spezialisten (auch solche und solche ;) )
      2. Die Zeit läuft. Die Bundesregierung ist den Banken mal wieder zu unseren Lasten entgegengeeilt (um die Boni der armen Vorstände zu retten??) und somit liegt die Frist für die Geltendmachung der Ansprüch auf dem 21.Juni 2016.

      Schöne Grüße aus Freiburg,
      Michael

      ---
      Michael Schreiber
    • Hallo Michael,

      danke für den Hinweis, ich habe es schon verfolgt, will den "Joker" aber nicht ziehen. Ich habe das erste Darlehen fast komplett abbezahlt, noch 2 Monatsraten stehen aus, und die geringe Gesamtsumme (bei 53.000 Darlehen und voller Ausnutzung der Sondertilgungen) wäre den Aufwand nicht wert, wie ich finde. Außerdem habe ich einen Vertrag unterschrieben, den ich erstmal gültig finde. Die Konditionen waren damals recht gut und die ING DiBa ein guter Partner, wie ich fand. Das zählt auch!

      Beste Grüße,

      Stefan