Er angestellt - sie selbständig. Wie Steuern sparen?

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    • Er angestellt - sie selbständig. Wie Steuern sparen?

      Liebe Community!

      Mein erster Beitrag - folgendes Thema treibt mich um:

      Mein Partner und ich haben bisher immer getrennt unsere Steuererklärungen gemacht. Hier eine kurze Schilderung unserer beruflichen Situationen (Angaben zu Gehalt/Gewinn circa Angaben)

      Er - angestellt. Steuerklasse 1. Netto circa 50000€
      Ich - selbständig. Gewinn nach allen Abzügen unter 8000€

      keine Kinder, keine Kirchensteuer, gemeinsamer Hauskauf 2016, Niedersachsen.

      Als Selbständige mache ich schon seit 17 Jahren meine eigene Steuererklärung und weiß, wo ich wie sparen und Freibeträge ansetzen kann, um ein möglichst geringen Gewinn herauszurechnen und ich musste bisher nur selten Einkommensteuer zahlen.

      Meine Frage ist nun, wenn mein Partner und ich heiraten würden, hätten wir Vorteile? Welche Kombinationsmöglichkeiten gibt es?

      Konkret geht es mir um folgendes - nach einer Heirat würde er ja in Steuerklasse 3 kommen, ich bleibe nach wie vor ohne Steuerklasse.

      1. Wie verhält es sich mit dem Ehegattensplitting bei dieser Kombination? Ich habe bisher keinen Rechner online gefunden, der das berücksichtigt.

      2. Wie viel Geld extra hätten wir circa?

      3. Was ist die beste Kombination?

      4. Wie wirkt sich der Hauskauf aus (bei getrennter Veranlagung, beim Ehegattensplitting, etc...)

      Ich bin über jegliche Tipps und Anregungen was das Thema angeht dankbar!
    • Hallo @Wegner79, willkommen im Forum.

      Bin zwar kein Steuerspezialist, aber verheiratet mit einer Gewerbetreibenden mit wenig Gewinn ;)

      Wegner79 schrieb:

      Konkret geht es mir um folgendes - nach einer Heirat würde er ja in Steuerklasse 3 kommen, ich bleibe nach wie vor ohne Steuerklasse.
      Das ist ein Thema der Monatssteuer, grob gesprochen bekommt er dann beide Freibeträge und dadurch de facto eine Steuerstundung. Dazu gibt es den Lohnsteuerrechner beim BMF bmf-steuerrechner.de/

      Wegner79 schrieb:

      1. Wie verhält es sich mit dem Ehegattensplitting bei dieser Kombination? Ich habe bisher keinen Rechner online gefunden, der das berücksichtigt.
      Jetzt sind wir bei der Jahressteuer. Das kann man dann mit dem Einkommensteuerrechner auch beim BMF rausrechnen.

      Das hab ich jetzt gerade mal gemacht:

      Startpunkt 50.000 netto -> ca. 74.000 ZVE durch Rückrechnung (bitte in der letzten Steuererklärung checken!). Darauf den Gewinn aus Selbständigkeit ergibt neu 82.000 ZVE. Das in den Rechner gegeben ergibt neu Steuer inkl Soli 19.255,86 Euro. Müssten dann gegenüber den bisher rund 24.000 Euro Steuern knapp 5.000 Euro mehr in der Kasse sein. Bitte selber rechnen. Wahrscheinlich ist es noch etwas günstiger, da die Differenz der Einkünfte zum ZVE die Sonderausgaben sind und da gehe ich davon aus dass bei Zusammenveranlagung das sich auch günstiger, konnte ich auf die Schnelle aus unserem Steuerbescheid nicht ableiten.

      Soweit ich das sehe wird es zu Steuervorauszahlungen kommen, da die Monats-Lohnsteuer nach StKl 3 nicht reicht um die künftige Steuerschuld zu begleichen, da der Gewinn künftig mit dem Grenzsteuersatz besteuert wird. (74.000 Euro ZVE bringen 16.278,65 Euro Steuer, die zusätzlichen 8.000 die Differenz von ca. 3.000 Euro)

      Damit würde ich davon ausgehen dass Zusammenveranlagung die bessere Kombination ist. Dazu gibt es zwei Artikel bei Finanztip
      finanztip.de/gemeinsame-veranlagung/
      finanztip.de/einzelveranlagung/

      Vorteile / Nachteile beim Hauskauf kenne ich aus steuerlicher Sicht nicht außer Arbeitszimmer, das dürfte sich mMn aber nicht ändern (?).
    • Noch zwei Anmerkungen:

      1) dein "Ehemann" kommt nicht automatisch in Steuerklasse III, sondern ggf nur auf Antrag (vgl. § 38b EStG). Für die finale Steuerbelastung ist die Steuerklasse auch nicht relevant. Die Steuerklasse bestimmt nur den monatlichen Steuereinbehalt (=Vorauszahlung), abgerechnet wird dann mit der Steuererklärung. Da bei Steuerklasse III deutlich weniger Lohnsteuer bezahlt wird als bei Steuerklasse I oder IV, kommt es somit auch bei Steuerklasse III zu einer höheren Nachzahlung. Die Jahreseinkommensteuer ist in beiden Fällen gleich.

      2) Gib deinen Fall einfach mal in eine Steuersoftware ein, dann kannst du verschiedene Szenarien durchspielen. Bei WISO (buhl.de/produkte/alle/wiso-steuer-sparbuch/product.html) oder der Akademischen Arbeitsgemeinschaft (steuertipps.de/steuersparerklaerung) kannst du die Software kostenlos runterladen und ausprobieren. Kostenpflichtig wird es erst, wenn du Formulare ausdrucken oder die Erklärung elektronisch versenden willst.