Kaum Zinsen auf Tagesgeldkonten?

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    • Kaum Zinsen auf Tagesgeldkonten?

      Die EZB hat heute am 05.06. den Leitzins auf ein rekordverdächtiges Niedrigniveau von 0,15 Prozent gesetzt. Die Erfahrung zeigt, dass – wenn auch mit ein paar Wochen Verzögerung – die Banken diesen Niedrigzins an die Sparer weitergeben. Einlagen mit geringem Risiko wie z. B. Festgeld oder Tagesgeld werden also in der nächsten Zeit wahrscheinlich schlechter bezinst werden.

      Der Finanztip Experte Manuel Kayl rät Tagesgeldkontoinhabern daher, jetzt zu einer Bank zu wechseln, die den aktuellen Zinssatz zumindest für das nächste Jahr garantiert (siehe auch den aktuellen Artikel: finanztip.de/tagesgeld-vor-sinkflug/).

      Wie geht es Ihnen: Wurde der Zins auf einem Ihrer Tagesgeldkonten in den letzten Jahren gekürzt? Haben Sie gewechselt oder haben Sie vor, zu wechseln? Oder haben Sie Fragen?
    • Die Empfehlung von Manuel Kayl gefällt mir.

      Darüber hinaus kann die absehbare Reduzierung der Tagesgeldzinsen auch ein Anlass sein, einige grundlegende Überlegungen über die eigenen finanziellen Ziele anzustellen und sein Vermögen entsprechend zu strukturieren.

      Denkbar ist da beispielsweise im ersten Schritt die Frage, welcher Teil des Gesamtvermögens täglich verfügbar sein muss und welcher für zukünftige kurz-, mittel- oder langfristige Zwecke vorhanden sein soll.

      Im zweiten Schritt kann man die Aufteilung des Gesamtvermögens angehen und in verschiedene Anlageformen investieren, die für die Umsetzung der Gesamtstrategie passend erscheinen. Es wird sich zeigen, dass allein die Verteilung auf verschiedene Anlageformen mit unterschiedlichen Eigenschaften (Wertentwicklung, Risiko) langfristig zu einem höheren Ertrag führen kann. Das Ganze kann man sehr flexibel gestalten und muss sich auf keine festen Vertragslaufzeiten, hohe Abschlusskosten oder dergleichen einlassen.
    • Ich bin davon überzeugt, dass wir unsere Vorliebe für sichere, täglich verfügbare Anlagen teuer bezahlen, wenn wir unser gesamtes Erspartes in Form von Tagesgeldern usw. anlegen, weil wir hier keinen realen Ertrag (nach Inflation und Steuern) erzielen.

      Es gibt einen Zusammenhang zwischen Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite (sog. "Magisches Dreieck der Vermögensanlage") und das bedeutet, dass man für sich entscheiden sollte, für welchen Teil des Gesamtvermögens man für die tägliche Verfügbarkeit Renditeeinbußen (wie beim Tagesgeld) in Kauf nimmt und ob es nicht einen anderen Teil gibt, für den man kurz- bis mittelfristig Wertschwankungen akzeptiert, um langfristig eine über der Inflationsrate liegende Wertentwicklung und damit einen realen Ertrag zu erreichen.

      Mit der Aufteilung von Gesamtvermögen auf verschiedene Risikoklassen habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Entscheidend ist, dass man sich im Vorfeld grundlegende strategische Gedanken macht, die Anlagen im Blick behält und ggf. Anpassungen vornimmt.
    • Die Zinsen sind mittlerweile so niedrig, dass es ziemlich egal ist, ob man bei einer Bank ist, die 1,0% p.a. oder 0,9% p.a. bietet. Ich habe früher häufig gewechselt, um immer den besten Zins mitzunehmen. Heute ist mir der Aufwand einfach zu groß. Daher habe ich mich für ein Tagesgeldkonto entschieden, dass zwar nicht auf dem ersten Platz, aber dafür seit Jahren immer unter den besten 5 steht. Der Zinsverlust (das man in diesen Zeiten noch dieses Wort in den Mund nimmt...) ist für mich akzeptabel.

      Entscheidend ist, dass man sein Gesamtportfolio im Auge behält, die Ausrichtung und der Finanzplan stimmen. Ob auf dem Tagesgeldkonto jetzt 20 EUR mehr oder weniger sind, ist letztlich wumpe...
    • Hallo zusammen,

      die Inflation ist das eine, aber schon mal von der gefühlten Inflation gehört?

      Die Frage lieber @Andreas ist halt wieviel Liquidität liegt tatsächlich auf dem Tagesgeldkonto oder Sparbuch?
      Wenn man sich mal die Statistik der Bundesbank ansieht, kann man feststellen das hier immense Geldsummen liegen, welche bei der aktuellen Verzinsung und der Inflation (deutliche) Wertverluste erleiden.

      Daher muss aus meiner Sicht der Begriff des "konservativen Anlegers" neu definiert werden,
      denn bisher wurde er ja als "kapitalerhaltend" anlegender Kunde definiert. Aber bei einer Anlage bei der ich im voraus schon weiß das meine Geldanlage weniger wert ist, gehört nicht in die Kategorie "kapitalerhaltend".
      Daher denke ich muss ein "konservativer Anleger" über die Vermögensstrukturierung und Hinzunahme von einer Portion Risiko nachdenken um tatsächlich das Ziel des Kapitalerhalts erreichen zu können.

      Nachstehend eine kleines Diagramm, welches ich vor längerem mal gestrickt habe.
      Die Parameter sind wie folgt:


      Jahr 1Jahr 2Jahr 3Jahr 4
      Zinsangebot1,86%1,86%1,86%1,86%
      Inflation1,50%1,50%1,50%1,50%
      gefühlte Inflation2,90%2,90%2,90%2,90%
      realer Zins0,36%0,36%0,36%0,36%
      gefühlter Verlust-1,04%-1,04%-1,04%-1,0


      Aus dieser Sicht betrachtet führt für den nicht zur Reserve und für Notfälle gehaltenen Betrag an etwas "risikoreicheren" Anlagen kein Weg vorbei.

      Übrigens das statistische Bundesamt bietet einen Rechner an, bei dem jeder für sich seine eigene Inflation berechnen kann.

      destatis.de/DE/ZahlenFakten/Ge…onsrechnerUebersicht.html
      Bilder
      • Zinsen Inflation.jpg

        38,92 kB, 582×326, 2.285 mal angesehen
      "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

      Lee Iacocca, amerik. Topmanager
    • Am 04.09. hat die Europäische Zentralbank den Leitzins überraschend auf 0,05 % gesenkt. Banken müssen, wenn sie ihr Geld bei der EZB parken, jetzt einen noch höheren Strafzins zahlen, nämlich -0,2 %.

      Wird das auf die Sparer umgewälzt werden? Schon jetzt sind die Sparzinsen extrem niedrig, und viele fürchten, dass gar keine Zinsen mehr gezahlt werden oder dass die Bankkunden in anderer Form dafür zahlen müssen - z. B. mit gleichbleibenden Kreditzinsen oder erhöhten Gebühren.
    • Die Thematik ist ja keine neue, bereits im Juli gab es im Handelsblatt einen Artikel das knapp 200 Banken schon keine Zinsen mehr auf das Tagesgeld-Konto bezahlen:

      handelsblatt.com/finanzen/vors…er-leer-aus/10224276.html

      Ich denke nicht das es zu Strafzinsen für Kunden kommen wird, im gleichen Gegenzug glaube ich auch nicht das die Finanzierungszinsen sinken werden, aus meiner Sicht ist für die Banken eine Grenze nach unten erreicht.

      Aber es bleibt spannend.

      Bedeutet für Verbraucher aber definitv:

      ¨Beschäftigt euch mit euren Anlagen und überlegt im Rahmen einer Finanzplanung welche Gelder benötigt werden und welche Mittel mit gewissem Risiko angelegt werden können.¨
      "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

      Lee Iacocca, amerik. Topmanager
    • Heute erst wieder einen Beitrag zum Thema in der Welt gelesen... Manche Banken überlegen jetzt schon, den Zins auf Tagesgeldkonten auf 0 runterzufahren. Häh!? Geht's noch? Da kann ich es ja auch zuhause in barform unterm Kissen parken. Was nützt mir dann die Einlage bei der Bank. Oder Tagesgeldkonto = Girokonto inkl. saftiger Kontoführungsgebühren.

      Mir tut die Generation Y leid.... Kaum ein paar Jährchen ausd dem Studium oder fets im Jobsattel und dann gibt es fast nix fürs Hartersparte. Stattdessen kann man günstig Autos, Häuser uns Statsusymbole kauefen. Und die Moral von der Geschicht: Konservativ sparen lohnt sich in dieser Gesellschaft einfach nicht. :cursing:

      Oder seht ihr das anders!?
    • Hallo @KaiRe,

      aktuell gibt es ca. 200 Banken in Deutschland, die bereits keine Zinsen mehr auf Tagesgeld-Konten o.ä. Ihren Kunden bezahlen. Diese Entwicklung hat sich in den letzten Jahren durch die EZB-Geldpolitik angedeutet und letztendlich auch bewahrheitet.

      In diesem Forum habe ich ja schon die Frage aufgeworfen, ob ein "konservativer" Anleger mit dem Ziel Kapitalerhalt noch "Risikolos" anlegen kann.

      Meine Antwort lautet Nein.

      Die von Dir angesprochene Generation muss sich um deutlich verbesserte und optimierte Anlagepolitik kümmern, als es die Generationen zuvor mussten.
      "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

      Lee Iacocca, amerik. Topmanager
    • @Henning

      "Kapitalerhalt" ist nominell auch immer noch mit klassischen Sparanlagen möglich. Den meisten Leute reicht es auch, dass im kommenden Jahr diese Zahl ein bisschen größer geworden ist. Das Wort "negativer Realzins" ist für viele schon zu kompliziert - und davon lebt dieses System...

      Da du aber mit Kapital wahrscheinlich "Kaufkrafterhalt" meinst, gebe ich dir recht, dass man heute ins Risiko gehen muss. Wobei immer noch die Frage im Raum steht, was Risiko eigentlich ist? Sind es die Schwankung von Aktien? Oder ist es eher ein Risiko, seinen Haufen bedruckter Baumwolle als Einlage bei irgendwelchen Zombiebanken zu haben? Oder ist es das politische Risiko, dass jemand auf die Idee kommen könnte, von allen liquiden Anlagen eine einmalige 10% Vermögensabgabe zu machen? Ich glaube, man muss in diesen Zeiten den Begriff des Risikos neu denken. Höchst spannend finde ich immer den Blick auf jene, die über Generationen, ja sogar über Jahrhunderte, Vermögen erhalten und vermehrt haben - z.B. Adelsfamilien, Bankierfamilien oder auch die kath. Kirche. Wie haben die das gemacht? Mit Sicherheit nicht mit Festgeldkonten!
    • @Franziska

      Ja, Profis waren wohl auch am Werk. Ich glaube, dass es den Familien einfach so etwas wie eine innere Einstellung gibt, das Familienvermögen als Schatz zu behandeln, es zu vermehren und in die nächste Generation weiter zu geben. Jetzt könnte man sagen, dass es das auch in kleinbürgerlichen katholischen Familien gibt. Richtig, die sind aber bei weitem nicht so vermögend. Und ich meine, der Hauptunterschied, ist die Bereitschaft ins Risiko zu gehen und VOR ALLEM auf Sachwerte zu setzen, die Krisen und Kriege überleben. Natürlich wird das ab einer gewissen Höhe des Vermögens immer einfacher, weil auch global gestreut werden kann und Mittel da sind, "Gestaltungen" zu machen. Dennoch, es sind die Beteiligung am Produktivkapital, der Besitz von Länderein, Grundstrücken, Wälder, Gold, Immobilien und die Steuergestaltung, die hier den großen Unterschied machen...

      Wie soll man als Angestellter im Hamsterrad Deutschland mit einer Abgabenquote von fast 50% auch zu Vermögen kommen? Nur durch die glückliche Geburt oder eine geniale Idee und den Mut, die dann auch zu Geld zu machen...
    • Andreas schrieb:

      @Henning

      "Kapitalerhalt" ist nominell auch immer noch mit klassischen Sparanlagen möglich. Den meisten Leute reicht es auch, dass im kommenden Jahr diese Zahl ein bisschen größer geworden ist. /quote]

      @Andreas

      tolle Diskussionen hier im Forum, dafür schon mal herzlichen Dank. Nun aber zurück in den Kontext.

      Nominell ist ja lediglich der Wert des Geldes, z.B. hat ein "100 Euro-Schein" heute den nominellen Wert von "100 Euro". Genauso hat er diesen nominellen Wert in 10 Jahren, nämlich "100 Euro".

      Dies bedeutet nicht das ein Kapitalerhalt stattgefunden hat, im Gegenteil. In der Annahme von einer Inflation von 1,5% hat ein "100 Euro-Schein" von heute in 2024 einen tatsächlichen Wert von 86,17 Euro. Durch die Inflation ist der Wert des Scheines also um 13,83 Euro gesunken.

      [quote= Höchst spannend finde ich immer den Blick auf jene, die über Generationen, ja sogar über Jahrhunderte, Vermögen erhalten und vermehrt haben - z.B. Adelsfamilien, Bankierfamilien oder auch die kath. Kirche. Wie haben die das gemacht? Mit Sicherheit nicht mit Festgeldkonten![/quote]

      Nein, der Schlüssel bei diesen Kundengruppen liegt vor allem im Thema Diversifizierung und natürlich der zeitliche Aspekt das langfristig und nachhaltig gedacht wird. Bei vielen Privatanlegern ist der Anlagehorizont schlicht und einfach gesagt zu kurz oder wird durch eine veränderte Lebensplanung über den Haufen geworfen.

      Sehr häufig wurde in diesem Thema die Harvard Universität genannt, welche die Gelder höchst diversifiziert angelegt hat, aber auch diese hat aktuell so Ihre Probleme. Siehe Artikel in der FAZ.
      "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

      Lee Iacocca, amerik. Topmanager
    • Henning schrieb:

      Nein, der Schlüssel bei diesen Kundengruppen liegt vor allem im Thema Diversifizierung und natürlich der zeitliche Aspekt das langfristig und nachhaltig gedacht wird. Bei vielen Privatanlegern ist der Anlagehorizont schlicht und einfach gesagt zu kurz oder wird durch eine veränderte Lebensplanung über den Haufen geworfen.


      Genauso ist es! Und da sind wir wieder bei meinem Ausgangspunkt. In den meisten Haushalten sind einfach nicht die Mittel vorhanden, einen Großteil seines Vermögens langfristig, nachhaltig und unangetastet anzulegen und von dem Rest trotzdem schön zu leben...
    • Vielleicht nicht den Großteil ... aber einen kleinen Teil.

      Und jeder Bauer weiß ja ...

      Auch Kleinvieh macht Mist :)
      "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

      Lee Iacocca, amerik. Topmanager
    • Hallo @KaiRe,

      auch frühes sparen und in Zusammenarbeit mit dem Zinseszinseffekt ist einiges möglich,
      aber es ist natürlich schwerer dort in diese Vermögenshöhen zu gelangen.

      Und da wir ja nicht auf das Vermögen von anderen schielen sondern uns mit unserem eigenen beschäftigen, schlage ich vor uns Gedanken zu machen...

      Was machen wir bei diesen niedrigen Zinsen?
      "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

      Lee Iacocca, amerik. Topmanager
    • Finanztip gibt doch schon ganz gute Hinweise darauf wie man als kleine Leute das Gekld anlegen kann. Ich hab hier jedenfalls einiges mitgenommen (war aber vorher schon kein komplett unbeschriebenes Blatt). @Henning, du sagst doch imme,r dass man den Einzelfall betrachen muss. Ich glaube nicht dass wir hier so allgemeingültig für alle sagen können, was gut ist und was nicht (auch wenn der Tenhagen in seinem Spiegel-Artikel das im Fall der ETF's meint :whistling: ).

      Das trifft bei einigen Sachen sicherlich zu einem gewissen Maß zu, bei anderen nicht.