Suche "Taktische Kündiger" von Strom/Gas-verträgen

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    • Suche "Taktische Kündiger" von Strom/Gas-verträgen

      Hallo liebe Community :) ,

      Ich bin neu hier im Forum und habe mich auch eigentlich nur wegen meiner Bachelorarbeit hier angemeldet. Ich schreibe derzeit am Thema "Taktische Kündigungen" von Dienstleistungsverträgen. Diese Arbeit gründet auf der Idee das bisher kaum untersuchte Phänomen der taktischen Kündigung am Beispiel der Energiebranche zu erforschen und zu sehen:

      - a) ob das Phänomen in der Energiebranche überhaupt existiert
      - b) Welche Motive bzw. Hemmnisse dahinter stecken

      Meine Definition eine taktischen/strategischen Kündigung sieht folgendermaßen aus:

      "Eine taktische Kündigung ist das Aussprechen einer formalen Kündigung einer vertraglichen Geschäftsbeziehung von Bestandskunden, ohne eine endgültige Abwanderung zu beabsichtigen. Vielmehr dient es als taktisches Mittel um eine gestärkte und flexiblere Handlungspositon beim Abschluss eines Neukundenvertrages oder bei der Wiederaufnahme des bisherigen Vertrages zu ermöglichen. "

      Also macnhe hier haben vermutlich schon mal den eigenen Handyvertrag oder Internetvertrag strategisch gekündigt, um beispielsweise nach dem Ende der Vertragslaufzeit einen Neuvertrag abschließen zu können oder durch das Rückgewinnungsmanagement einen Vertrag mit besseren Konditionen auszuhandeln. Nun möchte ich dieses Phänomen halt auch in der Energiebranche nachweisen.

      Hat jemand von euch schon mal seinen/ihren Strom/Gas-Vertrag taktisch gekündigt ohne eine sichere Abwanderungsabsicht gehabt zu haben?
      Oder gibt es eventuell auch Leute hier, die schonmal im Kundenservice mit einer Kündigung gedroht haben, um auf diese Weise bessere Konditionen auszuhandeln?


      Also wenn ihr persönlich damit Erfahrungen gemacht habt oder jemanden kennt wäre es super, wenn ihr hier reinschreibt oder mir ne private Nachricht schicken würde. Ich würde nämlich gerne ein anonymisiertes qualitatives Interview dazu per Skype oder E-mail durchführen , Dauer ca. 30-60 Minuten aber auch mit einer Belohnung (entweder Geld oder einen Gutschein ) :thumbsup:
    • Ich kündige seit 2010 jährlich Strom und Gas. Es gab zwar Rückgewinnungsversuche seitens des Altanbieters. Sie konnten aber nie gegenüber den zu dieser Zeit günstigsten Angeboten seriöser Anbieter bestehen. Ich wäre also bereit gewesen beim Altanbieter zu bleiben, es wäre aber unwirtschaftlich gewesen. Da der Wechsel denkbar einfach ist, hatte ich tatsächlich 8 Anbieter in 8 Jahren.
    • chris2702 schrieb:

      Ich kündige seit 2010 jährlich Strom und Gas.
      Hast du hier Verträge, die sich nach 12 Monaten wieder um ein Jahr verlängern oder nur um jeweils einen Monat?

      Hintergrund der Frage: Im Fall 1 musst du meist nach 9 Monaten kündigen und dir einen neuen Anbieter suchen. Gab es dann schon mal Probleme mit dem Bonus, der nach 12 Monaten ausbezahlt werden soll? Es gab ja mal so Versuche, den dann einzukassieren, wenn man nicht länger als 12 Monate dabei war....
    • Hi @Oekonom

      Ich achte bei Vertragsabschluss nicht auf die Verlängerung nach einem Jahr, sondern auf die Kündigungsfrist für das erste Jahr. Diese trage ich mir in den Kalender und habe sie nie vergessen.

      In der Tat hat mir in den ersten 5 Jahren einmal ein Stromversorger den Bonus vorenthalten, indem er meine Kündigung zum Anlass nahm, mich nach 11 Monaten rauszuschmeißen. Widerstand zwecklos.

      Ich wäge inzwischen ab. Wenn der günstigste Anbieter mit Bonus ein seriöser ist (aktuell bei uns Vattenfall) nehme ich den Bonusanbieter. Zum Vergleich checke ich den Preis des Nicht-Bonusanbieters. Ist der Nachteil gering, nehme ich lieber einen Tarif ohne Bonus.

      In 8 Jahren einmal Probleme finde ich prinzipiell einen guten Schnitt.
    • Jetzt würden mich noch zwei Punkte interessieren ;) :

      - Kündigst du selbst, oder überlässt du das zB Verivox, wenn du über ein Portal gehst bzw. wie kündigst du (Einschreiben)? Ich habe bisher immer Tarife (nach Finanztest-Empfehlung) gewählt, die nach einer Mindestlaufzeit von 12 Monaten dann monatlich kündbar waren. Daher immer Kündigung und Wechsel vom Portal durchführen lassen, wenn´s schief geht, habe ich halt einen Monat verloren, nicht aber ein Jahr.

      - wenn du eine Mindestlaufzeit von 12 Monaten hast (ist ja die Regel), wie kann man dann nach 11 Monaten rausfliegen?

      chris2702 schrieb:

      In 8 Jahren einmal Probleme finde ich prinzipiell einen guten Schnitt.
      Absolut, ich muss mein Vorgehen ändern....
    • Oekonom schrieb:

      Kündigst du selbst, oder überlässt du das zB Verivox,
      Ich lasse jeweils den neuen Anbieter kündigen. Ich mache das jeweils so früh, konkret an Ostern, da sind noch drei bis vier Monate hin und überwache, ob die Kündigungsbestätigung kommt, geht i.d.R. nur wenige Tage.

      Ich fokussiere mich seit einiger Zeit auf Anbieter mit Sofortbonus, was man hat das hat man .... Speziell bei Gas versuche ich einen zu bekommen, der nur Sofortbonus hat und ansonsten vernünftige Konditionen, da je nach Winter das Volumen deutlich schwankt. Bei Strom hatte ich auch schon Pakete.

      Ich habe immer so Dreijahres-Dreiecke, bei Gas Vattenfall - Maingau - Mainova, bei Strom Vattenfall - eprimo - grünwelt, da weiß ich dass das mit dem Bonus klappt.

      Ansonsten nehme ich noch Cashback mit, über qipu/shoop gibt es i.d.R. 15-30 Euro pro Wechsel, besonders kurz vor Quartalsende gehen die Cashbacks hoch. Im Moment ohne Cashback-Portal bei Verivox 40 Euro pro Wechsel bis 14.01.08, geht angeblich 6 Monate im Voraus.

      Ach ja, ich warte noch auf Bonus von Teldafax, Flexstrom und Flexgas ...
    • Vielen Dank für die Antworten bisher,


      @Chris und Kater:

      Also spekuliert ihr nach der Kündigung praktisch gar nicht mehr mit einem Verbleib beim alten Anbieter, weil ihr aus Erfahrung wisst, dass das Rückgewinnungsangebot vermutlich nicht mit dem Neukundenangebot mithalten kann? Oder habt ihr immer noch die Hoffnung, dass er beim nächsten mal ein gleichwertiges Angebot macht?

      Die Frage die sich mir dabei stellt ist, warum die Rückgewinnungsangebote nicht ansatzweise mithalten können? In anderen Branchen wie der Internetbranche oder Telefonbranche scheint es ja auch zu klappen. Und deshalb kündigen auch immer mehr Leute strategisch, um eventuell beim alten Anbieter mehr rauszuholen als bei einer Vertragsverlängerung.


      Wie ist eure Einschätzung dazu: Meint ihr, dass es überhaupt Kunden in der Energiebranche gibt, die kündigen ohne eine sichere Abwanderungsabsicht zu haben? Genau die muss ich nämlich finden, damit ich die Existenz der taktischen Kündigung nachweisen kann^^
    • Oekonom schrieb:

      Jetzt würden mich noch zwei Punkte interessieren ;) :

      - Kündigst du selbst, oder überlässt du das zB Verivox, wenn du über ein Portal gehst bzw. wie kündigst du (Einschreiben)? Ich habe bisher immer Tarife (nach Finanztest-Empfehlung) gewählt, die nach einer Mindestlaufzeit von 12 Monaten dann monatlich kündbar waren. Daher immer Kündigung und Wechsel vom Portal durchführen lassen, wenn´s schief geht, habe ich halt einen Monat verloren, nicht aber ein Jahr.

      - wenn du eine Mindestlaufzeit von 12 Monaten hast (ist ja die Regel), wie...
      Ich habe immer selbst gekündigt, hatte ein Gefühl besserer Kontrolle. Wenn Kater.Ka sagt, dass bei ihm der Wechsel über Verivox klappt, geht das natürlich genau so. Ich habe teils per Email teils per Postbrief ohne Einschreiben gekündigt. Den Empfang der Bestätigung habe ich fest im Blick. Gab nie Probleme.

      Bei dem Fall mit dem Rauswurf wurde ich schlicht verarscht. Hatte 3 Monate Frist zu 12 Monaten am 30.9. Hab nach 8 Monaten "Kündigung nach Ablauf von 12 Monaten" geschrieben. Antwort: "Wir bedauern Sie zum 31.8. zu verlieren." Hab gebettelt und gedroht um meinen Bonus zu bekommen. Keine Reaktion. Und wegen sowas gehe ich nicht zum Anwalt. Seitdem schreibe ich immer ein exaktes Datum, keine Ahnung ob es was bringt.

      Ich habe den Eindruck, dass die Verteilnetzbetreiber Schlafmützen sind. Die Bestätigung des Neuen kommt oft erst im letzten Moment vor Wechseltermin obwohl ewig Zeit seit meiner Kündigung war und Alter und Neuer längst Bestätigungen geschickt hatten. Auch das Wechseldatum verschiebt sich manchmal um 1 Monat aber Grundversorgung habe ich trotzdem nie bezahlt. Zuletzt wurde ich einfach 1 Monat länger vom gekündigten Alten versorgt und bekam die Rechnung entsprechend.

      winter schrieb:

      Wirklich, ich dachte bisher, daß die Grundversorger nicht die preiswertesten sind.
      Vattenfall ist bei uns beim Strom 4% und beim Gas 1% teurer. Ich gehe einfach die Anbieter durch, zu "immergrün 365" würde ich nicht wechseln.
    • Makaveli1818 schrieb:

      Vielen Dank für die Antworten bisher,


      @Chris und Kater:

      Also spekuliert ihr nach der Kündigung praktisch gar nicht mehr mit einem Verbleib beim alten Anbieter, weil ihr aus Erfahrung wisst, dass das Rückgewinnungsangebot vermutlich nicht mit dem Neukundenangebot mithalten kann? Oder habt ihr immer noch die Hoffnung, dass er beim nächsten mal ein gleichwertiges Angebot macht?

      Die Frage die sich mir dabei stellt ist, warum die Rückgewinnungsangebote nicht ansatzweise mithalten können? In anderen Branchen wie der Internetbranche oder Telefonbranche scheint es ja auch zu klappen. Und deshalb kündigen auch immer mehr Leute strategisch, um eventuell beim alten Anbieter mehr rauszuholen als bei einer Vertragsverlängerung.


      Wie ist eure Einschätzung dazu: Meint ihr, dass es überhaupt Kunden in der Energiebranche gibt, die kündigen ohne eine sichere Abwanderungsabsicht zu haben? Genau die muss ich nämlich finden, damit ich die Existenz der taktischen Kündigung nachweisen kann^^
      Ich erwarte kein sinnvolles Angebot, habe wie gesagt auch noch nie eins bekommen.

      In meiner naiven Vorstellung hat ein Telefonanbieter 99% Fixkosten für Infrastruktur. Bei Strom und Gas "fließt" ja noch was und wird verbraucht. Daher ist der Fixkostenanteil geringer. Im Fall der Telekommunikation bringt also jeder Umsatz fast identische Deckungsbeiträge auf die Fixkosten. Im Fall von Strom und Gas sind die Startangebote so günstig, dass sie kaum die variablen geschweige denn die Fixkisten decken. Entweder der Kunde bringt im zweiten Jahr Deckungsbeiträge oder man lässt ihn gehen.

      Ich glaube strategisches Kündigen bringt bei Strom und Gas fast nie was.
    • Ich kann ja aus allem eine Wissenschaft machen und stelle immer wieder die Rechnung an. Kurzgefasst bringt mir der Wechsel einen Zusatzeffekt von ca. 10%, der sich aus 3-4 % Cashback und 6-7% Bonus zusammensetzt. Habe ich gerade für meinen derzeitigen Anbieter Grünwelt mit aktuellen Preisen über ein Vergleichsportal ermittelt. Der Bonus wird nun aber dadurch finanziert, dass der Preis höher ist als in einem Tarif ohne Bonus. Das Verlängerungsangebot müsste also 1. das Delta des höheren Bonustarifes zum Nicht-Bonus-Tarif schließen und 2. um den entgangenen Bonus und Cashback niedriger sein.

      Im konkreten Beispiel (das ich als unseriös ansehe) wird aus einem nominalen Tarif von 1.521 € über zwei Bonuszahlungen ein Tarif von 1.072 € generiert zzgl. 15-40 Euro Cashback in Vergleich zu einem Tarif ohne Bonus von 1.148 Euro. Für das Folgejahr müsste dann für mich wieder die 1.072 gewährt werden zzgl. eines weiteren Abschlags für das entgangene Cashback. Dafür reicht meine Phantasie nicht dass mir das jemand anbietet.

      Ein etwas seriöseres Angebot von Mainova macht aus 1299 über Bonus 1199 Euro, auch hier müsste der 100 Euro Neukundenbonus + Cashback weiter gewährt werden. Auch das kann ich mir nicht vorstellen.
    • Das Thema ist extrem spannend, ich verfolge das Thema auch auf mydealz und da gibt es sogar Leute die monatlich ihre Stromanbieter wechseln um die 40 Euro(die erwähnt wurden) zu erhalten.

      Ich habe die Möglichkeit auch schon von Verivox genutzt, in dem ich zwischen 3 Anbieter(monatlich) gewechselt bin.
      Hier hatte dann aber mein Netzbetreiber Probleme, da es systemseitig wohl Änderungen gab und sie nicht hinterher kamen mit meinen Wechselsystem.

      Ich habe jetzt den Sofortbonus von ESWE und Lichtblick genutzt und bin die nächsten 12 Monate kein Neukunde mehr und gehe jetzt zu e.on Plus für 12 Monate und dann geht es weiter.

      Bei DSL ist das gleiche, wie KFZ und Hausrat, Haftpflicht usw.

      P.S. Teldafax, ganz böse Erinnerungen. Ich warte auch noch.
    • Ethnonym schrieb:

      Bei DSL ist das gleiche, wie KFZ und Hausrat, Haftpflicht usw.
      Und bei DSL noch nie für längere Zeit offline gewesen, weil jemand den falschen Stecker gezogen hat ;) ? kann ja beim Strom nicht passieren.

      Kater.Ka schrieb:

      Im Moment ohne Cashback-Portal bei Verivox 40 Euro pro Wechsel bis 14.01.08
      Habe ich nicht gefunden - gibt es da einen Trick oder kann das am Standort liegen? Ich kriege nur einen 10 Euro Flaconi Gutschein angeboten....: verivox.de/strompreisvergleich…Db3N0cyIsIkFzY2VuZGluZyJd
    • @Makaveli1818
      Ich habe mich grad mal bei Verivox gespielt und siehe da - wenn die bisherigen Daten des Stromanbieters hinterlegt sind, dann kommt im Rahmen des Wechselprozesses auf der letzten Seite ein "Rückgewinnungsversuch" des bisherigen Stromanbieters. Es gibt eine Gegenüberstellung von neuem und bisherigen Anbieter, wobei der bisherige Anbieter (bei mir) ein Angebot macht, dass besser ist, als wenn ich ganz normal in die Vertragsverlängerung gegangen wäre, aber immer noch schlechter ist, als das neue....

      @Ethnonym
      Die 40 Euro Bonusaktion habe ich schlicht übersehen, die steht ja ganz oben drüber. Im Wechselprozess tauchen diese 40 Euro aber nicht auf. Im Zweifel hat man also nichts Schwarz auf Weiß, außer einen Screet-Shot.