Hotelzimmer doppelte Haushaltsführung

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    • Hotelzimmer doppelte Haushaltsführung

      Hallo Community,

      ich bewohne aktuell eine Zweitwohnung in der Nähe meines Arbeitsplatzes von Mo-Fr. Am Wochenende bin ich an meinem Hauptwohnsitz. Um dies nachweisen zu können, habe ich mich bei der Meldebehörde des Zweitwohnsitzes angemeldet. Klappt wunderbar mit den absetzbaren Kosten.
      Jetzt bin ich am überlegen die Wohnung zu kündigen und in Zukunft eine Pension/Hotelzimmer zu nutzen. Dabei stellen sich mir folgende Fragen:

      - Wie muss/kann ich das nachweisen, da bei der Meldebehörde kein Zweitwohnsitz mehr vorliegt (Nur die Rechnungen der Übernachtungskosten ausreichend)?
      - Kann ich verschiedene Unterkünfte nutzen und bin flexibel in der Dauer der Übernachtungen (Bsp. Eine Woche drei Übernachtungen und in der nächsten Woche nur zwei Nächte)?
      - Gilt weiterhin, dass eine Heimfahrt steuerlich geltend gemacht werden kann?
      - Gibt es weitere Veränderungen bzgl. absetzbare Kosten?

      Vielen Dank vorab für die Rückmeldungen ;)
    • Die erste Antwort findet man in dem zitierten BMF-Schreiben auf Seite 50 unter Nummer 102

      Als Unterkunftskosten für eine doppelte Haushaltsführung im Inland werden die dem Arbeitnehmer tatsächlich entstandenen Aufwendungen für die Nutzung der Wohnung oder Unterkunft höchstens bis zu einem nachgewiesenen Betrag von 1 000 Euro im Monat anerkannt.

      Zur Begründung wird kein Meldenachweis verlangt, gleiches Schreiben Seite 50 Nummer 101

      Das Beziehen einer Zweitwohnung oder -unterkunft muss aus beruflichen Gründen erforderlich sein. Eine Zweitwohnung oder -unterkunft in der Nähe des Beschäftigungsorts steht einer Zweitwohnung am Ort der ersten Tätigkeitsstätte gleich. Aus Vereinfachungsgründen kann von einer Zweitunterkunft oder-wohnung am Ort der ersten Tätigkeitsstätte dann noch
      ausgegangen werden, wenn der Weg von der Zweitunterkunft oder -wohnung zur erstenTätigkeitsstätte weniger als die Hälfte der Entfernung der kürzesten Straßenverbindung zwischen der Hauptwohnung (Mittelpunkt der Lebensinteressen) und der ersten Tätigkeitsstätte beträgt.

      Zum zweiten Punkt reicht dann meine Rechtskenntnis als Laie nicht mehr aus. Gemäß mehreren Internetquellen soll eine nur gelegentliche Hotelübernachtung seit der Neuregelung ab 2014 möglich sein indem durch dieses Einführungsschreiben eine anders lautende Gerichtsentscheidung nicht mehr angewandt wird. Das kann ich trotz intensiver Suche nicht nachvollziehen. Sofern nicht noch ein kundigerer Forist antworten bitte beraten lassen, z.B. Deinen Sachbearbeiter beim Finanzamt.
    • Hierfür lohnt ein Blick in die Lohnsteuerrichtlinien hier LStH 9.11 "Zweitwohnung am Beschäftigungsort":

      Als Zweitwohnung am Beschäftigungsort kommt jede dem Arbeitnehmer entgeltlich oder unentgeltlich zur Verfügung stehende Unterkunft in Betracht, z. B. auch eine Eigentumswohnung, ein möbliertes Zimmer, ein Hotelzimmer, eine Gemeinschaftsunterkunft (>BFH vom 3.10.1985 – BStBl 1986 II S. 369) oder bei Soldaten die Unterkunft in der Kaserne (>BFH vom 20.12.1982 – BStBl 1983 II S. 269).


      Zum Nachweis unter "Übernachtungskosten":


      "Die Übernachtungskosten sind für den Werbungskostenabzug grundsätzlich im Einzelnen nachzuweisen. Sie können geschätzt werden, wenn sie dem Grunde nach zweifelsfrei entstanden sind (>BFH vom 12.9.2001 – BStBl II S. 775)."


      Heisst im Zweifelsfall alle Rechnungen aufbewahren. Eingereicht werden muss nichts, aber auf Anfrage müssen sie vorgelegt werden können.