Einkommensteuer Freiberufler und Angestellter

    • Einkommensteuer Freiberufler und Angestellter

      Hallo zusammen,

      mein Mann ist angestellt und der Hauptverdiener. Ich arbeite als Freiberufler und bin in den letzten Jahren mit meinem Gewinn nie über die Freigrenze gekommen. Da war alles ganz klar für mich, ich habe eine gemeinsame Steuererklärung gemacht, gemeinsam veranlagt und habe für mich eine einfache Einnahme /Überschussrechnung gemacht.

      Nun bin ich im letzten Steuerjahr über diesen Freibetrag gekommen, habe eine Nachzahlung leisten müssen und ab jetzt Vorauszahlungen auf die gemeinsame Steuernummer. Soweit habe ich alles verstanden.

      Nun habe ich aber vom Finanzamt eine neue Steuernummer für meine freiberufliche Tätigkeit und meine Gewinnermittlung bekommen.
      Müssten die Vorauszahlungen nicht auf die Nummer laufen?
      Gebe ich jetzt zwei Steuererklärungen ab?
      Eine zur Gewinnermittlung als Freiberufler und eine gemeinsame?
      Kommt dann in die gemeinsame bei mir nur der Betrag des ermittelten Gewinns rein?
      Wird dann nicht zweimal Einkommenssteuer fällig?
      Und wo kommen meine Vorsorgeleistungen für die Architektenversorgung rein?
      Mindern die meinen Gewinn oder sind das Vorsorgeleistungen wie bisher??
      Irgendwie stehe ich gerade auf der Leitung! ?(

      Kann mir jemand helfen?

      Lieben Dank

      marga
    • marga123 schrieb:

      bin in den letzten Jahren mit meinem Gewinn nie über die Freigrenze gekommen.
      Welche "Freigrenze" meinen Sie denn?

      In dem Moment, wo Sie mehr als 410 € pro Jahr(!) verdient haben, müssen Sie Ihre Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit zu denen Ihres Ehemannes hinzuaddieren.

      Sollten Sie als Freiberuflerin Verluste erwirtschaftet haben, können werden diese Verluste mit den Einkünften Ihres Mannes verrechnet, so dass eine Steuerentlastung entsteht.

      Was Sie in den letzten Jahren gemacht haben, ist mir sehr rätselhaft.
    • Danke für Ihre Antwort.

      Ich glaube, dass ich in den letzten Jahren alles richtig gemacht habe, denn ich habe immer meinen Gewinn ermittelt und er ist zusammen mit dem Einkommen meines Mannes versteuert worden.

      Da er dieses Mal höher war, habe ich gedacht, dass ich deshalb vom Finanzamt eine eigene Steuernummer zugeteilt bekommen hätte. (Ich habe dabei irrtümlich den Grundfreibetrag von ca. 8000€ für verantwortlich gemacht! Das ist aber falsch gewesen!)

      Meine Frage ist: Mache ich ab jetzt zwei Steuererklärungen?
      Oder nur eine Gewinnermittlung mit eigener Steuernummer und den so ermittelten Gewinn trage ich wieder in der gemeinsamen Einkommensteuererklärung ein?

      Vielen Dank

      marga
    • marga123 schrieb:

      Da er dieses Mal höher war, habe ich gedacht, dass ich deshalb vom Finanzamt eine eigene Steuernummer zugeteilt bekommen hätte.
      Die Zuteilung der Steuernummern ist ein Internum der Finanzverwaltung. Weshalb Sie eine eigene Steuernummer bekommen haben, kann ich Ihnen nicht sagen. Kann es damit zusammenhängen, dass Sie jetzt nicht mehr als "Kleinunternehmerin" - also ohne Mehrwertsteuer - agieren? Wenn Sie jetzt Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben, könnte dies der Grund für eine eigene Steuernummer sein.


      marga123 schrieb:

      Oder nur eine Gewinnermittlung mit eigener Steuernummer und den so ermittelten Gewinn trage ich wieder in der gemeinsamen Einkommensteuererklärung ein?

      So machen Sie es. Sie geben in das Formular bei den persönlichen Angaben beide Steuernummern ein, aber es gibt nur eine Steuererklärung. Zumindest so lange Sie sich zusammen veranlagen lassen.

      Es gibt Sonderfälle, in denen eine getrennte Veranlagung von Ehegatten zu einer geringeren Gesamtsteuerbelastung führt als die gemeinsame Veranlagung. Darüber haben wir in diesem Forum schon öfter geschrieben. Das sind aber Ausnahmesituation (z.B. sehr hohe außergewöhnliche Belastungen bei dem einen Ehepartner durch Arztkosten).

      In der Regel ist die Zusammenveranlagung eines Ehepaars die steuerlich günstigste Variante.
    • Das mit der zweiten Steuernummer verstehe ich auch nicht, in meiner Steuersoftware kann ich nicht einmal zwei Steuernummern für eine Veranlagung eingeben....ich würde einfach mal beim Finanzamt anrufen und fragen, was das soll.

      Zum Thema Freigrenze / Gewinnermittlung:

      Vielleicht kommt das daher, dass man ab 2018 - also auch für die Steuererklärung 2017 - die Anlage EÜR abgeben muss und die bisherige "Freigrenze" von 17.500 EUR nicht mehr gilt. Also auch wer weniger als 17.500 EUR hat, muss zwingend diese Anlage abgeben und eine "vereinfachte" Einnahmen-Überschussrechnung wird nicht mehr akzeptiert. Kann es sein, dass du so ein Schreiben gekriegt hast mit dem Titel "Elektronisch authenfizierte Übermittlung der Einnahmenüberschussrechnung sowie der Steuererklärungen für Ihr Unternehmen"? Da steht dann auch eine Steuernummer und eine "Identifikationsnummer" drauf. Beide sollten aber mit den bisherigen Nummern identisch sein.
    • Erst mal vielen Dank für die Antworten.

      Ich habe neulich eine e-mail bekommen, in der ich darf hingewiesen wurde, dass ich eine Elstersignatur brauche, um die Elektronisch authenfizierte Übermittlung der Einnahmenüberschussrechnung EÜR einreichen zu können.

      Das hat mich total gewundert, da ich ja schon eine habe.


      muc schrieb:

      Kann es damit zusammenhängen, dass Sie jetzt nicht mehr als "Kleinunternehmerin" - also ohne Mehrwertsteuer - agieren?
      Ich habe mich genau an die Grenze gehalten und nur Einnahmen unter 17.500 Tsd gehabt.

      Aber vielleicht sollte ich meinen Sachbearbeiter doch mal anrufen und nachfragen.

      Vielen Dank

      marga