Kontenstruktur mit Partner

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    • Kontenstruktur mit Partner

      Hallo zusammen,

      ich mache mir aktuell Gedanken wie wir am besten unsere Finanzen im Griff halten.
      Aktuell ist es bei meiner Partnerin und mir so:

      • Girokonto von mir bei der DKB
      • Girokonto von ihr bei der Sparkasse
      • Ein gemeinsames Girokonto für gemeinsame Ausgaben bei der ING Diba
        • Hier gehen Hausdarlehn, Versicherungen, Nebenkosten etc ab und wir bezahlen unsere Einkäufe (Lebensmittel) von diesem Konto.
        • Eingezahlt wird anteilig am Gehalt
      • Zwei Tagesgeldkonten bei der Diba
      • ETF Depot bei der Diba
      Zudem hat jeder noch ein eigenes Tagesgeldkonto um für sich zu sparen.

      Im September werden wir Heiraten und dann geht auch die Kinderplanung los. In dem Zuge (Elterngeld etc.) wird diese Trennung immer schwieriger, da ich dann den Hauptteil des Geldes einbringe, daher überlege ich, wie man das am besten aufstellen kann.

      Gedanklich (in Excel) habe ich zur Zeit mehrere Budgets angelegt.
      • Rücklagen Haus
      • Rücklagen Urlaub
      • Rücklagen Auto
      • Sonstiges Sparen
      Gefühlt macht es sinn dafür jeweils ein Tagesgeldkonto zu haben, da es dann übersichtlicher wird.

      Idee wäre dann:

      Ein gemeinsames Girokonto
      4-5 Tagesgeldkonten für die einzelnen Sparziele

      Alternativ
      Weiter drei Girokonten, ein Hauptkonto und jeweils eins mit "Taschengeld"


      Wie handhabt ihr das? Gerne würde ich ein paar Ideen einsammeln.
    • Hallo @roadrun87

      Willkommen im Forum. Das System "eigene Kosten vom eigenen Konto, gemeinsame Kosten vom gemeinsamen Konto, Einzahlung auf das gemeinsame Konto entsprechend der eigenen Finanzkraft (also prozentual und nicht hälftig)" wird von vielen genutzt und befürwortet.

      Wie du schon richtig sagst, stößt das System bei veränderter Lebensplanung an seine Grenzen. Wenn Frau sich um die x Kinder kümmert und nach der Elternzeit "nur" das Kindergeld bleibt, während er Karriere macht, wäre es merkwürdig, wenn sie prozentual zur Miete und den Windeln beiträgt und am Ende rechnen muss, ob sie mit anderen Mamas einen Kaffee trinken gehen kann oder ob das zu teuer ist.

      Wir haben sehr früh auf das "1 Kontenmodell" umgeschwenkt. 1 Giro, 1 Tagesgeld, 1 Depot. Auf das Giro gehen beide Gehälter und das Kindergeld ein, auf das Tagesgeld überweisen wir monatlich einen Fixbetrag, der aber schnell mal auch wieder gebraucht und verbraucht wird, auf das Depot geht ein monatlicher Fixbetrag ein der in ETFs investiert wird.

      Ich sehe verschiedene Faktoren, die Voraussetzung für unser Modell sind:
      1. Das Händchen für Geld: Wir wissen von einander, dass wir extrem gut mit Geld umgehen können, wir wissen instinktiv was wir uns leisten können und wenn nicht sprechen wir darüber, keiner würde mal eben Luxusgüter shoppen, nur weil ein paar Tausender nach der Bonuszahlung verfügbar sind.
      2. Vertrauen: Wir sprechen offen über unsere Wünsche und versuchen prinzipiell, einander die Wünsche zu erfüllen. Aber wenn ich diesen Monat zwei Anzüge kaufe, wird sie Ihre Kleiderkäufe auf den nächsten Monat schieben und umgekehrt.
      3. Ausreichend Budget: Als wir uns kennenlernten, hatte ich einen bescheidenen Halbtagsjob in einer Übergangsphase und sie war Studentin. Inzwischen sind wir beruflich gesettelt, haben zwei Kinder und haben "unseren Standard" erreicht. Aber das Budget ist über 5 Jahre immer weiter gewachsen und wir haben nie Konkurrenz ums Geld verspürt. Egal was sie kauft, für mein Kneipenabend mit den Jungs gibt es keine (von ihr verursachte) Budgetbeschränkung.

      Das Einkontenmodell wird von vielen als Streitquelle gesehen. Das ist typabhängig sicher richtig. Wenn meine Frau mit Manolos (Schuhe) für 600 Euro nach Hause käme, gäbe das genau so Ärger, wie wenn ich mir nen 911er übers Wochenende für 1000 Euro leihen würde. Aber für uns ist es genau das richtige.
    • Hallo @roadrun87, willkommen in der Community und alles Gute zu Eurem Vorhaben ;)

      Von der Struktur müsst Ihr Euch wohlfühlen, es gibt da mMn kein richtig oder falsch.

      Von der eigenen Erfahrung her plädiere ich für ein Girokonto, da das Management mehrerer Girokonten eher aufwändig ist i.S.v. viel Hin-und Her-Buchen. Wir haben ein zweites Girokonto samt Tagesgeldkonto als Backup, falls unsere erste Bank zahlungsunfähig wird.

      Unabhängig davon sollten trotzdem die Ausgaben für alle Familienmitglieder transparent sein. Ich lade die Kontoumsätze als xls herunter und Teile sie dann grob auf. Andere stecken da mehr Energie rein. Das würde ich auch tun wenn sich die Lebensumstände ändern.

      Wenn mit "Sonstiges Sparen" die Vermögensbildung im Portfolio mit dem ETF-Depot gemeint ist dann ist es sinnvoll dieses Konto getrennt zu haben, da es ja nicht angerührt werden soll. Ob für jede Rücklagenart ein separates Konto notwendig ist müsst ihr wissen. Ich würde wahrscheinlich nur aufteilen in "Konsum Sparen" z.B. für Urlaub und sonstige nicht unbedingt notwendige Anschaffungen und "Rücklagen" im Sinne der Abschreibung für Reparaturen analog der AfA-Tabelle, also 2% des Hauspreises p.a. und 1/6 des Kfz-Neupreises (bei längerer Nutzungsdauer etwas weniger) sowie ein Zuschlag für Haushaltsmaschinen z.B. 500 Euro p.a.
    • Ich lese hier mal interessiert mit :)

      Wir wohnen seit gut 6 Monaten zusammen und sind nicht verheiratet. und machen das ähnlich wie roadrun87: Jeder hat sein Reich und es gibt ein gemeinsames Konto für gemeinsame Ausgaben (miete, Urlaub).

      Zu der neuen Situation kann ich (noch) nichts beitragen, jedoch ist es sicherlich immer eine gute Idee, den Überblick zu behalten. Dafür nutze ich Starmoney und habe Einblick in meine Konten und das Gemeinschaftskonto. Ich überprüfe regelmäßßig, ob unser Budget für "gemeinsames Leben", welches anteilig überwiesen wird, noch passt. Dazu kategorisiere ich die Umsätze entsprechend der Starmoneykategorien.

      Dazu gehört dann auch, Rücklagen zu bilden und da finde ich den AfA Ansatz von Kater.Ka ganz gut:
      • 1/(Anzahl Nutzungsdauer in Jahren) p.a. für PKW des jeweiligen Modells und Preisvorstellung. Bei einem Familienwagen könnten das zB 24.000 Euro brutto sein. Bei 8 Jahren Nutzung wären Rücklagen von 3.000 Euro p.a. zu bilden.
      • 2% des Herstellungswert eines Hauses (brutto ohne Nebenkosten) Je nach Austattung könnte man mit 1800-2000 Euro pro qm Wohnfläche + Nebenflächen kalkulieren. (ganz grob, je nach Region unterschiedlich). Bei der typischen Hausgröße von 140qm * 1900 Euro *2% = 5.320 Euro pro Jahr an Rücklagen zu bilden. Das ist schon eine Ansage und käme noch zu den Kreditraten hinzu.
      Gerade beim letzten Punkt hakt eine pauschale Berechnung meines Erachtens. Man baut ein neues Haus und hat wahrscheinlich am Anfang kaum Instandhaltungskosten. -> Es ist immer der Gesunde Meschenverstand zu benutzen.

      Ferner habe ich häufiger gelesen, dass man so etwa 2-3 Nettogehälter als Rücklage kurzzeitig verfügbar für diverses haben sollte.
    • Nordlicht1337 schrieb:

      Gerade beim letzten Punkt hakt eine pauschale Berechnung meines Erachtens.
      Das ist vollkommen richtig. Für neuere Häuser wird 12 Euro / qm / Jahr empfohlen, was dann im Beispiel 1.680 Euro wären.

      Wir haben ein Haus ungefähr dieser Größe mit 30 Jahren und sind 10 Jahre drin. Zum Einzug haben wir Bodenbeläge, Türen, Bäder in Eigenarbeit gemacht (12 T€) und haben zwischenzeitlich die Fenster machen lassen müssen (15 T€). Dann wurde Stra0e und Kanal neu gemacht (Vorableistung 3T€, Restforderung in ähnlicher Höhe kommt 2020). Die Außenanlage und die Einfahrt für die gesamte Hausreihe wird in dem Zuge auch zu machen sein, da rechne ich auch mit > 5T€, Der Heizkessel wurde noch vom Vorbesitzer getauscht, ist aber auch schon 20 Jahre alt, da rechne ich ebenfalls mit > 5T€. Dach des Doppelcarports in Eigenarbeit 1.200 Euro, Verbesserung Dämmung DG nur Material ca. 2.000 Euro. Wenn man das alles summiert und sagt da ist versäumte Instandhaltung für 20 Jahre dabei nähern wir uns den 3.000 Euro p.a., was ja dann ungefähr die Mitte der Beträge wäre.
    • Ähnlich wie @Kater.Ka würde ich sagen, dass man sich das überlegen muss, ob jedes Sparziel sein eigenes Tagesgeldkonto verdient, oder ob man das bündelt. Ein "richtig" oder "falsch" gibt es da wohl nicht.

      Meine Frau und ich haben jeweils ein eigenes Konto, das gemeinsame Konto ist für gemeinsame Kosten und Einnahmen. Da hängt auch ein Tagesgeldkonto dran als "globale" Rücklage für alles. Weiter gefächert haben wir das nicht.