Rürup, Riester oder betriebliche Altersvorsorge

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    • Rürup, Riester oder betriebliche Altersvorsorge

      Hallo,

      Gerne würde ich über betriebliche Altersvorsorge, Riesteroder Rürup Vorsorge betreiben. Einen ETF Sparplan habe ich schon.

      Ich verdiene 57200 Euro Brutto im Jahr ausgezahlt in 13Gehältern und bin 33 Jahre alt. Mein Arbeitgeber bezuschusst die betrieblicheAltersvorsorge nicht. Wir bekommen im November ein Kind und zum Oktober werdeich wieder in Steuerklasse 3 wechseln.

      Voraussichtlich werde ich auch ein paar Monate Elternzeitnehmen und auch eine gewisse Zeit zur Kindererziehung in Teilzeit arbeiten. Ein2tes Kind steht durchaus auf der Agenda.

      Wozu würdet Ihr mir Raten und wie verhält es sich währendmöglicher Elterngeldzeiten und in Teilzeit.

      Vielen, Vielen Dank!!!
    • Hallo @Felixnz

      das sind gute Fragen. Also mal eins nach dem anderen.

      Ich persönlich habe ein ideologisches Problem mit Riester, weil ich es vor allem für eine Bereicherungsmaschine für die Versicherungswirtschaft auf Kosten des Steuerzahlers halte. Das heißt aber nicht, dass es sich für SIE als Person nicht lohnen kann. Tendenziell spricht sogar vieles dafür (Kind, relativ hohes Angestellten-Einkommen) dass Riester für Sie Sinn macht. Daher eher ein JA, auch wenn es mir weh tut. Hier der Finanztip Ratgeber dazu: finanztip.de/riester/

      So, zum Thema Rürup: Rürup gehört ja zur "Säule 1" der Altersvorsorge. Diese sollte bei Ihnen eigentlich durch die gesetzliche Rentenversicherung abgedeckt sein. Die Rürup-Rente ist ja eigentlich auch als geförderte Altersvorsorge für Selbstständige entworfen worden, die die gesetzliche Säule 1 eben nicht haben. Natürlich kann man jetzt zusätzlich einen Rürup-Vertrag noch dazu machen - die Frage ist, ob Ihr Einkommen es hergibt, diesen sinnvoll zu besparen. Ich würde da in Ihrer momentanen Situation eher zu einem NEIN tendieren. Hier der Finanztip Ratgeber dazu: finanztip.de/ruerup-rente-basisrente/

      Das Thema bAV ist ein bissel komplizierter. Sie haben das Recht, eine Entgeltumwandlung vorzunehmen. Diese MUSS der Arbeitgeber laut dem neuen Betriebsrentengesetz mit 15% bezuschussen, und eigentlich wäre es nur recht und billig, wenn er auch noch die eingesparten Sozialbeiträge oben drauf legt. Klären Sie das.
      ABER: Wenn Sie damit rechnen, künftig häufiger die Arbeitsstelle zu wechseln, überlegen Sie, ob Sie überhaupt über die bAV vorsorgen wollen. Verträge lassen sich nämlich nicht immer zu einem neuen Arbeitgeber mitnehmen.
      Wenn Ihre Firma das nicht aktiv fördert, würde ich hier zu einem NEIN tendieren. Auch hier wieder der Link zum Ratgeber: finanztip.de/betriebliche-altersvorsorge/


      So, das zu den konkreten Fragen.

      Noch ein paar ganz allgemeine Gedanken:
      Sie befinden sich gerade in einer wirklich aufregenden Zeit, mit dem ersten Kind und so weiter. Been there, done that. Sie wissen auch noch nicht, was alles an Kosten auf Sie zukommt, an Kita, Babysitter, Kindersachen etc. Ich wünsche Ihnen natürlich von Herzen, dass Ihr Kind komplett gesund ist, aber wer weiß - vielleicht hat es eine Allergie oder Krankheit, die eine besondere Ernährung, oder Pflegeprodukte oder, oder, oder erfordern. Sowas geht ganz schnell ins Geld. Es muss ja nicht mal so dramatisch sein, vielleicht sind Ihre Frau und Sie zwischenzeitlich so platt, dass Sie lieber 150 € im Monat für eine Putzfrau als für eine Rentenversicherung ausgeben wollen.

      Ich würde daher sagen: Warten Sie erstmal ein Jahr oder so ab, wie das alles läuft. Aus meiner Sicht ist jetzt nicht so ganz der richtige Zeitpunkt um weitere Weichenstellungen für die nächsten 35 Jahre festzuzurren. Wenn Sie das Riesterthema unbedingt machen wollen, um die Förderung für dieses Jahr noch mitzunehmen, dann meinetwegen. Aber legen Sie sich die anderen Themen in einem Jahr auf Wiedervorlage, bevor Sie sich jetzt womöglich in drei langlaufende Versicherungsprodukte verstricken, die Sie dann vielleicht nicht mehr bedienen können oder die nicht zu Ihrer weiteren Lebensplanung passen.

      Viel Glück!
    • Volle Unterstützung für @elijah2807

      Solange Sie nicht einen hohen fünfstelligen Tagesgeldbestand haben, würde ich versuchen die Sparquote Richtung Tagesgeld vor Geburt hochzuhalten und dann ganz entspannt nächste Schritte zu gehen, wenn das Baby da ist. Gerade Entscheidungen wie Hausbau ja/nein oder zweites/drittes Kind sollte man idealerweise treffen, wenn man sich nicht schon zum Studienende für langfristige Verträge entschieden hat. Was natürlich nicht "nicht sparen" heißt. Nur eben vollflexibel bleiben in so einer kritischen Phase.
    • Meine Erfahrung mit der Rürup- Rente

      An diesem Produkt verdient nur einer und das sind die Versicherer nebst deren Vermittlern.

      Der Deutsche wird wiedermal mit Steuerersparnis geködert, so wie bei vielen Abschreibungsmöglichkeiten, sei es die Sonder- Afa, die Denkmal- Afa oder Käufe von Solar- Paneelen in einem Solarpark. Das ganze wird nur dann ein wenig sinnvoll, wenn man diese Steuerersparnis am Aktienmarkt anlegt, aber wer macht das schon.

      Meine Rürup- Anlage betrug 25.000 €, ich habe nur 2 Jahre gezahlt und dann die Zahlung beitragsfrei gestellt.

      Ich habe das Geld in Aktienfonds anlegen lassen, die zwischenzeitlich mal gut 40 % ihres Werts verloren hatten und nun seit ca. 3 Jahren gute Zuwächse haben. Das wäre grundsätzlich noch zu verkraften, so ist der Aktienmarkt, aber was letztlich dabei herauskommt, ist nicht das Schwarze unter den Fingernägeln. Denn nach Abzug der Provisionen, Gebühren usw. ist der aktuelle Wert leider viel geringer, als die Einzahlung. Ich habe mich damals auch von der Steuerersparnis blenden lassen und mich zusätzlich noch verrechnet. Tja dumm gelaufen.

      Ich erhalte, wenn ich mir mit 61 meine Rente auszahlen lasse, sage und schreibe 23 € monatlich für 10.000 € Wert der Anlage. Lass ich mir die Rente erst ab 65 auszahlen, sind es immerhin 24 € monatlich. Na das ist doch was.

      Wie lange muss ich leben, um mir 10.000 € an Rente auszahlen zu lassen?

      10.000 €/ 12 Monate/ 23 € = 36 Jahre und 3 Monate, d.h. ich müsste über 97 werden. Das durchschnittliche Lebensalter eines deutschen Mannes liegt derzeit aber nur bei knapp 79 Jahren.

      Warte ich noch 4 Jahre ab, um monatlich 1 € mehr zu bekommen, müsste ich fast 99 Jahre alt werden.

      Um mit den gleichen Konditionen (bis 97 Jahre) eine angemessene Zusatzrente von 1.000 € monatlich zu erhalten, hätte ich also ca. 435.000 € in diese Rente einzahlen müssen. Die Versicherungen können sich also im Schnitt über ca. 50 % der eingezahlten Beträge freuen, wenn man nur das durchschnittliche Lebensalter erreicht, den Rest würden, da Rürup nicht vererbbar ist, nicht einmal die Erben bekommen. Ein fettes Geschäft.

      Deshalb kann ich nur sagen, Finger weg von Rürup.

      Die Lobhudelei hier fand ich völlig daneben.
    • Hallo mirojo,


      ja, wahrscheinlich hätten Sie das Rürup-Produkt nie abschließen sollen. Viele Ihrer Erfahrungen und Einschätzungen sind richtig und werden so auch von anderen Menschen so geteilt.


      Bei dem Punkt Rente sind Sie aber auf dem falschen Gleis.

      mirojo schrieb:

      Ich erhalte, wenn ich mir mit 61 meine Rente auszahlen lasse, sage und schreibe 23 € monatlich für 10.000 € Wert der Anlage. Lass ich mir die Rente erst ab 65 auszahlen, sind es immerhin 24 € monatlich. Na das ist doch was.

      Wie lange muss ich leben, um mir 10.000 € an Rente auszahlen zu lassen?

      10.000 €/ 12 Monate/ 23 € = 36 Jahre und 3 Monate, d.h. ich müsste über 97 werden. Das durchschnittliche Lebensalter eines deutschen Mannes liegt derzeit aber nur bei knapp 79 Jahren.

      Warte ich noch 4 Jahre ab, um monatlich 1 € mehr zu bekommen, müsste ich fast 99 Jahre alt werden.


      Die monatlichen Renten, die Sie da von der Höhe her nennen werden Ihnen nicht als „ewige Rente“ ausbezahlt (bzw. verrentet), da es sich um einen Kleinbetragsrententatbestand handelt. Das Kapital wird demnach überwiegend wahrscheinlich ausbezahlt bzw. abgefunden.


      Ggf. kann der Auszahlungstermin noch optimiert werden. Auch steuerliche Fragen sollten geklärt werden. Dafür muss jemand den Vertrag prüfen, die Voraussetzungen für eine Optimierung des Auszahlungstermins analysieren, die steuerlichen Wirkungen abklären und das dann (ggf. gemeinsam mit Ihnen) umsetzen.


      Je nach Alter, können Sie sich dann kurz- oder mittelfristig über die Auszahlung freuen und hoffentlich das Thema abhaken.


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