Verkaufen oder Halten?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Verkaufen oder Halten?

      Guten Tag,

      mich interessiert eine persönliche EInschätzung, evtl nach Erfahrungswerten oder ähnlichem: Es geht darum, dass die Oma meiner Schwägerin gestorben ist und nun meinem Bruder und ihr ein Haus in Leipzig hinterlassen hat. Es war noch ein altes Testament, wonach die Mutter meiner Schwägerin nicht bedacht wurde. Nun wollen die beiden das Haus unbedingt verkaufen. Ich finde das aber keine gute Idee.

      Denn der Immobilienmarkt boomt momentan doch - eine Investition in ein Haus in Leipzig würde mir persönlich nicht schaden. Hören wollen sie nicht auf mich. Da ich das Ganze den beiden aber doch selbst überlassen will, werde ich davon absehen, mich einzumischen.

      daher nur die allgemeine Frage in einem solchen Fall: Sollte man das Haus halten oder verkaufen?
      "Never for money, always for love"
      - Talking Heads
    • Darauf ein entschiedenes "Kommt darauf an".

      Ein Haus kostet erst einmal.

      Wenn man selbst drin wohnt, muss man keine Miete zahlen, kann also unter Umständen sparen.

      Wenn man nicht selbst drin wohnt, muss man jemanden finden, der drin wohnen und Miete zahlen will.
      Dann ist die Frage, kann man sich selbst kümmern usw.?
      Es kann also funktionieren, zu vermieten, es muss aber nicht zwingend.

      Auf einen höheren Verkaufspreis zu spekulieren, wenn man später verkauft, ist... Spekulation.

      Wäre ich nicht der Typ für und würde verkaufen, wenn ich nicht selbst im Haus wohnen kann/will, bzw. niemanden direkt an der Hand habe, der dort einziehen will und den ich als guten Mieter einschätze.

      Anlagemöglichkeiten gibt es doch auch jenseits von Immobilien.
    • Hallo,

      damit auch andere Mitleser etwas von der Fragestellung haben noch ein paar Argumente für das „entschiedene kommt darauf an“:

      Pro Verkauf
      • Mit dem Geld kann ich alle meine Schulden bezahlen.
      • Ich kann das Geld ganz gut für meine Wunschimmobilie verwenden.
      • Ich kann nicht selbst drin wohnen und habe keine Zeit oder Lust mich um die Vermietung zu kümmern (machen zwar auch Profis gegen Geld, aber auch die muss man gelegentlich kontrollieren).
      • Eigentlich brauche ich das Geld nicht, aber ich schätze ein, die Immobilienpreise haben den Höchststand erreicht.
      Kontra Verkauf
      • Ich bin materiell wunschlos glücklich. Eine weitere Immobilie in meinem Portfolio ist aber für die Diversifizierung ganz nett.
      • Meine Kinder/Enkel werden wahrscheinlich in einigen Jahren großes Interesse an dem Haus haben.
      • Die Vermietung bringt mir nach Steuern ein sicheres positives Ergebnis, mit dem ich ein Hobby finanzieren kann, nur noch Teilzeit arbeiten muss usw.
      Letztendlich müssen die Erben diese und weitere Fragen nach den aktuellen Umständen selbst entscheiden. Und bitte in 10 Jahren nicht ärgern, wenn es sich als Fehlentscheidung herausstellen sollte. Die Zukunft kennt niemand.

      Gruß Pumphut
    • Aus der Konstellation leite ich ab, dass es nicht um Eigennutzung geht sondern um eine Anlageimmobilie. Das ist im Grundsatz ganz nett, allerdings stellt diese auch ein Risiko dar hinsichtlich Unterhalt, speziell eben wenn Mieter drin sind. Wenn der Erhaltungszustand gut ist, ich in akzeptabler Entfernung wäre um mich drum zu kümmern könnte ich mir das bedingt vorstellen. Es sollte auch kein Klumpenrisiko im Gesamtportfolio darstellen. Ansonsten eher verkaufen und z.B. ein paar Immobilienaktien / ETF kaufen.
    • In einigen Jahren wird es in meiner Familie ähnliche Konstellationen. Meine Frau wird Immoanteile mit ihren Geschwistern erben. Oberstes Gebot wird für mich dann sein, entsprechend der Wünsche der Geschwister Rat zu geben, zb das Haus der Oma nicht einfach dem Nachbarn in den Rachen zu werfen weil es bequem ist, sondern einen angemessenen Marktpreis zu erzielen. Oder wenn sie halten und vermieten wollen, bei Nebenkostenabrechnungen behilflich zu sein.

      Ich finde es schwierig, anderen bei schwerwiegenden Entscheidungen sagen zu wollen was gut für sie ist. Die meisten Menschen wissen das selbst am besten. Aber aus einem Wunsch heraus die beste Strategie abzuleiten, dabei kann man behilflich sein, und selbst wenn man nur Alternativen wie eine Menükarte aufzeigt. Ähnlich der Diskussion in einem anderen Thread wo jemand fragte ob bei einer Hausfinanzierung die Hausbank am besten ist. Hier muss man klar sagen, dass ein Gang zu Dr Klein oder ähnlichen ratsam ist, selbst wenn man am Ende wieder bei seiner Hausbank landet.
    • Tja, kommt wohl auch darauf an, in welchem Zustand das Haus ist. Wenn man erstmal umfassend modernisieren (sanieren?) muss, damit man das vermietet bekommt, kann das schnell zur Kostenfalle werden. Wenn Eigennutzung nicht zur Debatte steht, würde ich vielleicht auch verkaufen. Die Immobilienpreise sind aktuell schon sehr hoch in Leipzig und da nächstes Jahr der Leitzins wieder erhöht werden soll, nehme ich an dass sich die Preise stabilisieren und der Run etwas nachlässt. Das ist aber rein spekulativ. Da muss man auch den Zuzug mit einkalkulieren und wie interessant/lebenswert Leipzig in 10 Jahren noch ist usw.

      Beim Verkauf würde ich mich aber an einen professionellen Makler wenden. Der Vorteil ist, dass diese Leute den Markt genau kennen und natürlich auch daran interessiert sind, den bestmöglichen Preis rauszuholen. Kriegen ja schließlich Provision. Am Ende hat man aber wohl trotzdem mehr als wenn man sich alleine über den Nuckel ziehen lässt.

      Grüße