Ehevetrag

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      Guten Abend Forum,

      ich bräuchte da mal ein paar fundierte Meinungen. Meine Tochter hat seit einem halben Jahr ein Kind und vor kurzem geheiratet . Natürlich schweben sie alle noch im 7. Himmel. Vom Verdienst her, wird sie versuchen bald wieder zu arbeiten.
      Von der finanziellen Seite her bringt meine Tochter ca. 100 000 Euro mit in die Ehe ,ihr Gatte konnte etwa nur ca 3000 Euro mit einbringen. Sie werden versuchen, wenn man sich wieder ein Eigenheim leisten kann, zu bauen.
      Macht es Sinn Ehevertrag..Gütertrennung.. und was es da noch so alles gibt abzuschließen?.... würde es nicht ausreichen, wenn man vertraglich festlegt, wie viel Geld jeder mit einbringt..Punkt. ..oder muss man da wirklich ein paar hundert Euro für einen Notar ausgeben? ..könnte das nicht auch eine Bank rechtskräftig belegen?

      liebe Grüße
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      Im Falle einer Scheidung wird bei Zugewinngemeinschaft das Vermögen des Einzelnen zu Beginn und zum Ende der Ehe gegenübergestellt und der Zugewinn ausgeglichen. s. finanztip.de/zugewinngemeinschaft/

      Solange sie noch im 7.Himmel sind könnte es sinnvoll sein gemeinsam eine "Eröffnungsbilanz" zu erstellen, in der die anfänglichen Vermögensverhältnisse dargelegt sind. Den Artikel bei Finanztip klingt so, als ob man dazu auch den Notar braucht. Das steht aber anders im Gesetz gesetze-im-internet.de/bgb/__1377.html
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      vielen, vielen Dank für die Antwort,

      ich denke so eine Eröffnungsbilanz ist eine gute Idee. Es geht ja in diesem Fall wirklich nur darum, wer am Anfang der Ehe "wieviel" einbringt. Natürlich gibt es da wahrscheinlich ziemlich komplizierte Geldverhältnisse, die eines Notars bedürfen, aber andererseits sträubt sich da etwas in mir für sowas 300 -400 Euro hinzublättern.

      Grüße

      Uli
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      Uli65 schrieb:

      Natürlich gibt es da wahrscheinlich ziemlich komplizierte Geldverhältnisse, die eines Notars bedürfen, aber andererseits sträubt sich da etwas in mir für sowas 300 -400 Euro hinzublättern.

      Na ja... hier fehlt es doch ein wenig an der Relation. Bei 100.000 € Vermögen wären 300 bis 400 € eine Größe von 0,3 bis 0,4 Prozent. Das ist praktisch GAR NICHTS, wenn man dafür Rechtssicherheit bekommt.

      Andererseits hat @Kater.Ka völlig recht: es reicht bei der Zugewinngemeinschaft aus, die Anfangsvermögen festzustellen. Das sollten die beiden jedoch unbedingt tun - gerade weil die Vermögen so ungleich sind.

      In einem Ehevertrag könnte man noch anderes regeln. Eine Frage wären zum Beispiel die erbrechtlichen Folgen eines frühen Todes der jungen Frau. Ohne Ehevertrag bzw. ohne Testament erbt der Ehemann sofort die Häfte der 100.000 €.

      Aber ein Ehevertrag geht nur mit notarieller Beurkundung...
      Möglicherweise kostet der sogar etwas mehr als 400 €.
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      Hallo, wir sind inzwischen 56 Jahre verheiratet. Als ich als mittelloser Student meine Frau geheiratet habe, stand eine derartige Frage noch nicht. Ich denke mir, dass hätte unsere Liebe etwas belastet. Und nach so langer Zeit gleicht sich vieles aus. Die Frage, wer was eingebracht hat, gibt es bei uns nicht. Wir erarbeiten unser "Vermögen" gemeinsam. Und die Ehe als Vollkaskogemeinschaft zu verstehen ist sicher auch nicht richtig.
      Wer in eine Ehe etwas mehr einbringen kann, sollte das tun, auch ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Wer sich aber lieber absichern will, der hat warscheinlich nicht den richtigen Partner.
      Gruß

      Altsachse
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      Uli65 schrieb:

      ...würde es da auslangen wenn beide unterschreiben oder müssten da noch Zeugen mit eingebunden werden?

      Ja, wenn beide unterschreiben ist das ein unwiderlegbarer Urkundenbeweis. Zeugen braucht man dabei nicht.

      Altsachse schrieb:

      Wer sich aber lieber absichern will, der hat warscheinlich nicht den richtigen Partner.

      So sehe ich das nicht. Ihre Ehe ist gut gegangen - zumindest hat sie bereits 56 Jahre Bestand. Gratulation!

      Viele haben jedoch nicht diese Haltbarkeit. Ungefähr jede dritte Ehe wird geschieden.
      Und deshalb sollten sich Eheleute immer mal überlegen, wie sie fair und ohne "Blutvergießen" wieder auseinanderkommen.

      Ehe hat mit Romantik - zumindest aus meiner Sicht - nichts zu tun. Ehe ist ein Rechtsinstitut für eine dauerhafte Lebens- und Schicksalsgemeinschaft von zwei Menschen. Allerdings sollte man den Rechtsrahmen der Ehe kennen und die Spielregeln, die angewendet werden, wenn eine Ehe endet.

      Für viele ist der normale Güterstand der Zugewinngemeinschaft völlig ok. Allerdings wenn große Vermögensunterschiede bestehen, kann ein Ehe- bzw. Erbvertrag durchaus sinnvoll sein.

      @Uli65 Sie sollten sich über die Zugewinngemeinschaft informieren. Z.B. hier.
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      Altsachse schrieb:

      Als ich als mittelloser Student meine Frau geheiratet habe, stand eine derartige Frage noch nicht. Ich denke mir, dass hätte unsere Liebe etwas belastet.
      Danke @Altsachse
      Zumindest gibt es hier schon einmal einen Schwiegervater, welcher einen Spalt eintreibt.

      muc schrieb:

      Ehe hat mit Romantik - zumindest aus meiner Sicht - nichts zu tun. Ehe ist ein Rechtsinstitut
      für mich hat diese Ansicht schon vor langer Zeit dazu geführt, auf die Ehe zu verzichten. Für mich ist Ehe ein Instrument des Staates, um sich aus seiner sozialen Aufgabe aus der Affäre zu ziehen. Unser Staat ist im übrigen ein Sozialstaat.

      Grüße
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      Wir hatten ursprünglich auch einmal vor, einen Ehevertrag zu schließen, sind aber auch nach Jahren (Nicht so viele, ich folge dem Altsachsen mit 50 Jahren Abstand.) nicht dazu gekommen.

      Der Hobby-Psychologe würde wahrscheinlich sagen, dass uns der Vertrag doch nicht so wichtig ist, wie einstmals gedacht.

      Ich weiß auch nicht, wann wir das letute Mal darüber gesprochen haben. Das kann auch schon zwei Jahre her sein. ?(
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      ich sehe das ähnlich wie muc das die Ehe in erster Linie eine Institution ist....natürlich spielt da auch unter Umständen ein religiöser Hintergrund mit " der heilige Bund der Ehe" usw.
      Das ganze Thema ist Ansichtssache und sollte jedem selbst überlassen sein, wie er damit umgeht.
      Auch ich bin schon über 30 Jahre glücklich verheiratet, sehe aber auch im Bekannten-und Freundeskreis bzw in der Firma, dass eine Trennung, auch nach vielen Jahren, durchaus häufig vorkommt. Oftmals fand dann eine Trennung statt, wo man es nie erwartet hätte, Bilderbuchehen die dann zerbrochen sind. Seis drum.

      mpollers schrieb:

      Zumindest gibt es hier schon einmal einen Schwiegervater, welcher einen Spalt eintreibt
      ...das läge mir ferne, zumal wir ein überaus gutes Verhältnis haben..

      aber ich bedanke mich für die konstruktiven Antworten..
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      mpollers schrieb:

      Für mich ist Ehe ein Instrument des Staates, um sich aus seiner sozialen Aufgabe aus der Affäre zu ziehen. Unser Staat ist im übrigen ein Sozialstaat.

      Der Sinn dieser Aussage erschließt sich mir nicht. Gerade im Sozialrecht kommt es auf die Ehe NICHT an. Stichwort: Bedarfsgemeinschaft bei Hartz IV-Empfängern.

      Im Übrigen bin ich ein großer Fan der Ehe! Ich bin in 2. Ehe schon seit 8 Jahren verheiratet und meine erste Ehe hat es auch auf 24 Jahre gebracht. Was ich in meiner Berufspraxis jedoch immer wieder mit Erschrecken feststelle ist, dass viele Menschen von den Details des Eherechts keine oder falsche Vorstellungen haben.