ETFs - Umgang mit Einmalanlage?

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    • ETFs - Umgang mit Einmalanlage?

      Hallo liebe Community,

      folgender Sachverhalt:
      Ich lege seit vielen Jahren mit Hilfe eines Finanzdienstleisters monatlich mittels Sparplan in Aktienfonds an. Das Ergebnis ist unterm Strich leider nur als mäßig zu bezeichnen.

      Durch Finanztipp und weitere Recherchen im Netz bin ich auf die Geldanlange mit ETFs gekommen und spiele nun sehr stark mit dem Gedanken, mein Geld bei dem jetzigen Dienstleister abzuziehen und meine Finanzplanung bei onvista (ebenfalls Tipp von Finanztipp) in Eigenregie fortzuführen.
      Ich würde dann mein bislang erspartes Kapital auf ein MSCI World-ETF packen und diesen dann anschließend mittels Sparplan weiter besparen.

      Meine Fragen:
      1. Wie gehe ich mit dem bislang ersparten Kapital (mittlerer fünfstelliger Betrag) um? Packe ich alles "All-In" oder wie würdet ihr damit umgehen?

      2. Ich habe bei meinen Recherchen gelernt, das bei langer Laufzeit das Ergebnis in der Regel immer positiv ist. Nur bin ich bei meinen Recherchen bei aller Euphorie auch auf folgenden interessanten Artikel gestoßen. petrawolff.blog/2017/12/08/die…nmalanlage/#more-20667732 Was haltet Ihr davon? Bei einem größeren Crash ist der Verlust erst nach sehr langer Zeit wieder aufgeholt und ich habe dann einen Teil der Altersvorsorge verloren. Was ist Eure Meinung hierzu?

      3. Kann ich bei Onvista Unterdepots/Zweitdepots anlegen? Beim jetzigen Dienstleister habe ich insgesamt drei Depots:
      - Aktuelles Aktienfondsdepot
      - Abgeltungsfreies Depot
      - Depot für Sparplan für die Kids
      Diese Form würde ich gerne beibehalten oder macht eine Auflösung/Verschmelzung Sinn?

      Ich freue mich auf Eure konstruktiven Ideen! Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?

      Danke & viele Grüße
      Christoph
    • Hallo Christoph,

      ich würde mir überlegen, wieviel du bei konstanter Sparrate und einer angenommenen Verzinsung im Depot haben wirst bis zur Rente. Und wenn dann dein aktuelles Depot vom Enddepot vielleicht 10-15% ausmacht, würde ich jetzt all in gehen. Beispiel: Du hast heute 50.000 Euro in Aktienfonds. Mit aktueller Sparrate und 5% Rendite wirst du mit 65 Jahren 500.000 Euro haben. Dann ist das Risiko begrenzt, dass du mit dem aktuellen Vermögen in den Ruin gehst, selbst wenn sich der Wert morgen halbiert. Anders sieht es in einer anderen Lebensphase aus, wenn du heute 50.000 und vor der Rente 100.000 haben willst, dann wäre mir das Risiko einer Einmalanlage zu hoch, denn dann schmerzt der 50% Verlust heute gewaltig

      Kommt also auf das Verhältnis Stand heute zu Stand vor Rente an, oder auch auf deinen Zeithorizont.
    • Zu 1.

      Ich bin nicht so abgebrüht wie @chris2702 und würde daher Zug um Zug umschichten. Wenn ich es richtig verstanden habe hast Du Fonds in den drei verschiedenen Depots. Die kannst Du zum neuen Broker übertragen, aber bitte in drei verschiedene Depots, und dann Zug um Zug verkaufen und in den MSCI World investieren.

      Beim abgeltungssteuerfreien Depot würde ich mir den Verkauf stark überlegen. Ich gehe mal davon aus dass das nach den 10 Jahren im Plus ist und da würde ich die steuerfreien Gewinne wahrscheinlich weiter laufen lassen.

      Generell würde mich noch interessieren wo der Grund für die mäßigen Ergebnisse bis jetzt ist. Ich vermute zu D- bzw. Europa-lastig.

      Zu 2.

      Da möchte ich auf die Grundsätze zur Geldanlage bei Finanztip verweisen. Die Mischung zwischen Risikoanlagen und Festgeld / Tagesgeld soll genau dazu führen, dass eben nicht der Großteil des Altersvorsorge weg ist. finanztip.de/geldanlage/

      Macht man z.B. 60% ETF und 40% Festgeld ist nach einem 50% Crash immer noch 0.5*30 + 50 = 70% des Vermögens da.

      Zu 3.

      Bei Onvista einfach fragen.
    • Hallo @christoph.g,
      ich würde die Einmalanlage bevorzugen. Habe meine bisherigen Geldanlagen auch nur per Einmalanlagen gemacht. Und nicht Verkaufen und Neukaufen, sondern Umschichten, dabei werden die Transaktionen am selben Tag ausgeführt.
      Und ich finde es gut, dass Du Dir Dein Depot auch mal kritisch betrachtest. Das mache ich auch so. Fonds die nicht so gut laufen, werden gegen andere getauscht. Ob das dann gut war, weiß man aber immer erst später.
      Gute Anlageerfolge wünscht

      Altsachse
    • Kater.Ka schrieb:

      Generell würde mich noch interessieren wo der Grund für die mäßigen Ergebnisse bis jetzt ist. Ich vermute zu D- bzw. Europa-lastig.
      In dem Portfolio waren über all die Jahre Fonds aus den unterschiedlichsten Bereichen... Welt, Europa, teilweise Länder, teilweise Rohstoffe oder Sparten (z. B. aktuell Gesundheit)
      Unterm Strich liege ich so würde ich sagen über all die Jahre bei +/- Null. Da war die Erwartungshaltung schon höher, man hat mich aber immer auf die lange Laufzeit von 15 Jahre+ (Geduld haben) und Cost Average Effekt verwiesen.
    • Saidi schrieb:

      Über 15 Jahre hat man mit den von uns empfohlenen Indizes noch nie Verlust gemacht. Durchschnittsrendite > 7% p.a.

      (meine Gebetsmühle, man möge mir verzeihen
      Ja, das stimmt... aber ich habe ab jetzt noch 15 Jahre bis zur Rente... und wenn dann doch so ein Crash kommen sollte, ist ein Teil der Altersvorsorge weg... dann freuen sich die Kids 15 Jahre später ;)

      Es stellt sich also für mich die Frage "All In" mit höherem Risiko oder die von Kater.Ka beschrieben Vorgehensweise mit abgesichertem Risiko, aber weniger Rendite.

      Klar ist aktuell für mich, das ich scheinbar zu spät reagiert habe :/
    • Hallo, @christoph.g
      Ich finde, es ist nie zu spät um anzufangen. Bin aber etwas geschockt über Deine bisherigen "Erfolge".
      Das sollte man doch etwas genauer analysieren. Das steht mir aber nicht zu. Aber einige Hinweise können eventuell helfen. Ausgabeaufschlag sollte man nicht zahlen, Verlußte am Anfang belasten die Rendiete besonders negativ.
      Depotgebühren sollte man vermeiden. Bei mir zahlt mein Fondsvermittler für mich.
      Ein Tipp von @Kater.Ka ist durch geeignete Wahl des Tarifs beim Fondsvermittler, bekommt man den größten Teil der Bestandsprovisionen ausgezahlt.
      Gruß

      Altsachse
    • Zwei Hinweise:

      - Auch wenn Du "nur" noch 15 Jahre bis zur Rente hast: Es ist ja nicht so, dass man mit Rentenbeginn alle Aktienpositionen auflösen muss. Im Gegenteil: über den Verlauf von vll. 20 Jahren Rente lässt sich der schrittweise abbauen, weshalb auch ein Crash zu Rentenbeginn zumindest großenteils ausgesessen werden kann.
      @Altsachse Lieblingsthema

      - Ich nehme an, dass du bisher gemanagte Fonds hattest. Es ist für Dich wahrscheinlich schwer zu analysieren, aber welchen Anteil am Misserfolgt hatten die Gebühren:
      Ausausgabeaufschlag? TER (Gesamtgebühren) der Fonds? Performance fee? Womöglich noch extra Management fee direkt an den Finanzdienstleister?? (alles schon gesehen, dass der sich zusätzlich nochmal 0,5% einsteckt...)
    • Zu solchen extra fees muss es eine Art von Vermögensverwaltungsvertrag geben. Kann theoretisch auch über die Depotbank laufen. Ist aber schon dreist, wenn der Vermittler Kickbacks aus den Fonds erhält und zusätzlich noch ne Fee einstreicht.
      Fairer ist es, wenn die Kickbacks an den Kunden ausgekehrt werden und der Vermittler dann eine flat fee (von zB 0,5%) nimmt. Das macht ihn unabhängiger.
    • winter schrieb:

      Sind diese Gebühren dann aber nicht im aktuellen Preis enthalten, so daß nur der aktuelle Ausgabepreis zu vergleichen ist?
      Man sollte sich immer die Wertentwicklung im Depot anschauen, da dann die Rendite des Fonds bzw. ETF dargestellt wird und die Transaktionskosten und ggf. Ausgabeaufschläge dann enthalten sind. Wenn man das nicht kann die Performancedarstellung ansehen, z.B. über Fondsweb oder Comdirect Informer, und die Kosten mit dazu rechnen.

      Von den Kosten von @Saidi sind die TER und ggf. Performancefee in der Performancedarstellung enthalten. Ausgabeaufschlag zahlt man ja heute (und in den letzten > 10 Jahren) eigentlich nicht mehr durch die Fondsvermittler,
    • Kater.Ka schrieb:

      Ausgabeaufschlag zahlt man ja heute (und in den letzten > 10 Jahren) eigentlich nicht mehr durch die Fondsvermittler,
      Ja, Aufgabeaufschläge werden bei Fondsvermittler nicht in Rechnung gestellt. Nur habe ich gelesen, daß diese Gebühren erheben (bei kleineren Anlagen).
      Deshalb sind Fondsvermittler für mich keine Alternative, eher Onlinebroker.
    • winter schrieb:

      Nur habe ich gelesen, daß diese Gebühren erheben (bei kleineren Anlagen).
      Wo hast Du das gelesen? Kann ich so nicht bestätigen. Die einzige Gebühr ist die der Depotbank, ggf. kommen Transaktionskosten hinzu.

      Ich bin bei ebase (15-45 € Depotentgelt p.a. Kostenfrei ab 25T€, keine Transaktionskosten bei gemanagten Fonds) und FFB (max. 50€ p.a. Kostenfrei ab 10T€, 2€ Transaktionskosten bei gemanagten Fonds).

      Vergleiche s.u,a.
      fondsdiscount.de/depot/depotvergleich.php
      avl-investmentfonds.de/angebot/Wertpapier-Depots