Geldanlage

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    • Es wird wiederholt berichtet, daß sich Geldanlagen nur auf längerfristiger Dauer lohnen und die Tages- und oder Festgeldkonten kaum Gewinne einbringen. Was wird eigenlich für die Personengruppen im fortgeschrittenem Alter empfohlen? Viele scheuen sich ihr Erspartes für längere Zeit anzulegen, ist ja auch verständlich, und viele haben auch nicht mehr den Nerv oder den gewissen Mut für die etwas aufwendigen Vorgehensweisen. Ich danke im Voraus über die Anregungen.
    • Es gab bei Finanztest im letzten Jahr (Heft 09/18) eine Simulation für Auszahlpläne für das Alter. Üblicherweise wird ja davon gesprochen dass man im Alter risikoreduziert anlegen soll. Das Ergebnis war jedoch dass bei längerer Laufzeit das so nicht stimmt. Bei 20 Jahren war es etwa ausgewogen, bei 30 Jahren waren Aktien führend. Insofern gelten mMn letztlich die gleichen Empfehlungen für alle Altersgruppen. Kleine Einschränkung wenn die Rente sehr knapp ist.
    • Widder schrieb:

      Viele scheuen sich ihr Erspartes für längere Zeit anzulegen,
      Wer Aktien kauft, legt sich überhaupt nicht lange fest. Aktien können im Sekundentakt wieder veräußert werden.

      Die Empfehlung eines längeren Anlagehorizonts bei Aktien hängt ausschließlich mit den Kursschwankungen zusammen!

      Wer heute eine Aktie kauft, weiß nicht, ob sie morgen vielleicht 20 %, 30 % oder noch mehr Kursverlust erleidet. Deshalb ist es sinnvoll nur jenen Teil seines Kapitals am Aktienmarkt zu investieren, von dem anzunehmen ist, dass man auch 10 Jahre auf den Zugriff verzichten kann. Außerdem ist eine Streuung sehr wichtig, weshalb häufig die Investition in Fonds, vorzugsweise in kostengünstige ETFs, empfohlen wird.

      Für die Frage von @Widder lautet meine Empfehlung: Machen Sie eine "Zwei-Topf-Strategie"!

      Topf 1 besteht aus dem Teil des Kapitals, den Sie voraussichtlich in den nächsten 10 Jahre vollständig verbrauchen werden.
      Rechnen Sie einfach ohne Zins. Also Kapitalsumme geteilt durch 120. Dann wissen Sie, welche monatliche Zahlung Sie zusätzlich zu Ihrer Rente entnehmen können - und dann halten Sie diese Monatszahlung auch diszipliniert ein!

      Topf 2 soll Rendite bringen. Für diesen eröffnen Sie ein Wertpapierdepot und kaufen 10 bis 12 Aktien, die als "Dividenden-Aristokraten" bekannt sind. Dazu finden Sie im Internet jede Menge Informationen.

      Wenn Ihnen das zu anstrengend ist, kaufen Sie einen ETF auf den MSCI World Index. Wenn alles so läuft, wie es bisher war, können Sie mit rund 7 % bis 8 % Wertentwicklung rechnen. Das heißt der Topf 2 wird sich in 10 Jahren in etwa verdoppeln.

      Dann ist Topf 1 leer und - vorausgesetzt Sie leben noch - Sie entnehmen aus Topf 2 die Hälfte des Kapitals und füllen Topf 1 wieder auf. Dann geht die "Zwei-Topf-Strategie" von vorne los.

      Viel Erfolg!
    • Hallo Widder,


      ich möchte einen anderen Aspekt beleuchten. #Kater.Ka hat den Punkt indirekt bereits in seinem Beitrag angesprochen. Die Risikobereitschaft.


      Es gibt fünf unterschiedliche Typen von Risikobereitschaft: gesundheitlich, physisch, sozial, ethisch und finanziell. Einzelne Menschen verhalten sich konsistent innerhalb dieser Typen, nicht aber über die verschiedenen Typen hinweg. Dein Beispiel: ein Bergsteiger könnte durchaus zum Drachenflieger werden, und zwar mit einer größeren Wahrscheinlichkeit als der Durchschnittsmensch auf der Straße, ohne notwendigerweise in finanzieller Hinsicht vergleichbare Risiken einzugehen.


      Aus Sicht der Psychologie handelt es sich bei der bei der Risikobereitschaft um ein stabiles Persönlichkeitsmerkmal, das heißt, um ein relativ stabiles Merkmal. Solche Merkmale können sich jedoch über die gesamte Lebensspanne hinweg ändern, insbesondere aufgrund von besonders einschneidenden positiven oder negativen Lebensereignissen.


      Ist das Alter so ein Merkmal? Das ist umstritten. Eine gute Zusammenfassung der wissenschaftlichen Studien findet man bei Hallahan/Faff/McKenzie, An empirical investigation of personal financial risk tolerance, Financial Services Review 13 (2004) 57-78.


      Ich will Sie da nicht weiter auf die Folter spannen: Die Altersgruppe 60+ ist in Bezug auf die Risikobereitschaft ausgesprochen heterogen. Es gibt eine breite Verteilung von Risikoprofilen in dieser Alterskohorte von extrem konservativ bis sehr risikotolerant (jeweils in Bezug auf die persönliche Risikobereitschaft). Aus den Studien sind zwei Dinge klar herauslesbar: 1.) Menschen, die gerade in Rente gegangen sind, haben eine geringere Risikobereitschaft und 2.) die Risikobereitschaft wird stärker durch das Geschlecht, die Bildung und das Einkommen/Vermögen geprägt als durch Alter. Eine Ausnahme: die Risikobereitschaft von verheirateten Menschen in der Alterskohorte 60+ ist höher als bei unverheirateten Menschen in dieser Alterskohorte.


      Die pauschale Aussage, dass mit zunehmenden Alter die Risikobereitschaft abnimmt, ist somit wissenschaftlich nicht zu halten.


      Und jetzt bringe ich es auf den Punkt: Also, was Sie in der Geldanlage machen (oder nicht machen) hängt nicht von den Musterportfolien von Finanztest, selbsternannten „Investment-Gurus in Fachzeitschriften“, Vermögensallokationsvorschlägen von Nachbarn und/oder Portfolio-Pickern unter den Vermittlern ab, sondern (muss) sollte idealerweise im Einklang zu Ihrer persönlichen Risikobereitschaft stehen.


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    • Hallo @Widder,
      es gibt da noch einen Aspekt den man beachten sollte. Will man als älterer Mensch, das angesparte Geld selbst noch verbrauchen, wird man Geldanlagen mit höheren Risiko meiden.
      Hat man jedoch Nachkommen, denen man später etwas zukommen lassen möchte, sind nach meiner Meinung auch mittlere Risiken angemessen.
      Altersgerechte Grüße

      Altsachse