Geldanlage im Alter

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    • Geldanlage im Alter

      Meine verwitwete Schwiegermutter (Alter 82) hat aus Altersgründen ein
      Einfamilienhaus verkauft. Sie ist geschäftsfähig, besitzt keinen PC und somit
      keinen Kontakt in das Internet und ist Kundin bei der Sparda Bank.

      Wie kann man in dieser Situation am Besten Rat für eine sinnvolle Anlage
      des Geldes einholen?
      An wenn (Bank, Vermögensverwalter, Honorarberater) sollten wir uns wenden?
      Wo kann man Auskunft zu seriösen Ansprechpartnern im Raum Kassel erhalten?
      Gibt es unter Berücksichtigung der geschilderten Situation eine
      allgemeingültige Empfehlung zur Stückelung eines aus meiner Sicht doch beachtlichen Anlagevolumens?
      Es versteht sich von selbst, dass es hier nur um eine vernünftige
      Sicherung des Vermögens gehen kann und nicht um Vermögensaufbau.
      ?(
    • Hallo @Karlheinz, willkommen in der Community.

      Eine allgemeine Empfehlung findet sich hier finanztip.de/geldanlage/ . Üblicherweise würde man hier auf das Profil sicherheitsorientiert gehen, das je 50% Tages- und Festgeld vorsieht.

      Da die Sparda Hessen keine Zinsen auf das Tagesgeld bietet und nur 0,2% auf das Festgeld würde ich empfehlen über einen vertrauenswürdigen Bevollmächtigten (z.B. Tochter) auf den Namen der Schwiegermutter bei einem/mehreren der von Finanztip empfohlenen Geldinstitute online Konten zu eröffnen und dann den Anlagebetrag gestückelt auf diese Konten zu verteilen (Entschädigungsgrenze von 100 T€ pro Bank beachten und im Zweifel deutlich unterschreiten).

      finanztip.de/festgeld-vergleich/
      finanztip.de/tagesgeld/

      Hinsichtlich Beratung haben einige Community-Mitglieder schon gute Erfahrungen mit der Verbraucherzentrale gemacht.
    • Kann ich natürlich nur unterstützen.

      Von mir noch die Warnung: Wo auch immer hier hingeratet (weil ich die Gefahr sehe, bei einer lokalen Filialbank zu landen):
      Lasst Euch bloß keine komplizierten und undurchschaubaren Finanzprodukte aufschwatzen!

      Gerade bei größeren Summen rückt dann gerne der Privatkundenberater an und will die hauseigene Vermögensverwaltung platzieren, die v.a. durch hohe Gebühren glänzt.
    • Die richtigen Stichworte sind aus meiner Sicht schon gefallen.

      Die Schwiegermutter müsste für sich klären, was sie will und was nicht.

      Da steckt auch die Frage drin, ob das Kapital in Gänze erhalten bleiben soll oder ob es (teilweise) abgebaut, also "verlebt", werden soll.

      Dieses alles kann man natürlich auch direkt mit einem Honorarberater klären, aber davor würde ich grundsätzlich die Verbraucherzentrale ansteuern.

      Wenn es am Ende auf Tages- und Festgeld hinauslaufen sollte, denke ich nicht, dass dafür ein Honorarberater zwingend notwendig wäre.
    • Nochmals vielen Dank, ein gangbarer Weg ist für uns jetzt erstmal die Verbraucherzentrale.
      Folgendes geht uns noch durch den Kopf.
      Das Internet ist voll von Hinweisen auf eine mögliche, kommende Finanzkrise.
      Ich zitiere:
      - Die Enlagensicherung ist in einem solchen Fall nichts Wert.
      - Man soll nur in Sachwerte investieren.
      - Einen Teil als richtiges Gold besitzen(10-15% des Vermögens)
      - Einen Teil zu Hause als Barvermögen (4 Monatseinkünfte) lagern.
      - Einlagen bei einer Bank sind auch nur Papiergeld.
      Was ist von solchen Hinweisen auf einen kommende Krise und den Umgang damit zu halten?
    • Hallo Karlheinz,


      klar gibt es seriöse Honorarberater. Am besten suchen Sie in den Kategorien „Unabhängige Honorar-Anlageberater“ und „Honorar-Finanzanlagenberater“. Nach beiden Kategorien können Sie im Internet recherchieren.


      Zwei generelle Warnhinweise erlaube ich mir:

      1.) Nehmen Sie sich in Acht vor Portfolio-Pickern. Die meisten Berater und Vermittler (Bankberater inklusive) verwenden heute eine Art von Risikofragebogen. Dieser stammt möglicherweise aus ihrer Planungssoftware, von einem Produktvertrieb oder ist als ein obligatorisches Element von der Compliance-Abteilung vorgegeben. Normalerweise füllt der Kunde den Fragebogen zügig aus, häufig unter Anleitung von Berater und Vermittlern. Dann passiert zweierlei: Der Berater/Vermittler geht sofort über zum realen Prozess des Portfoliodesigns oder, was noch schlimmer ist, der Risikofragebogen selbst dient direkt der Auswahl eines Investmentportfolios. Letzteres ist bekannt als „Portfolio-Picker“-Strategie. So geht meines Wissens auch die Verbraucherzentrale vor.

      2.) In der Regel gibt es zwei Formen der Beratungsdienstleistungen: kollaborativ und paternalistisch. Paternalistisch bedeutet in der Regel, dass der Berater/Vermittler nach dem Gespräch mit dem Kunden vorgibt, was zu tun ist. Kollaborativ bedeutet hingegen, dass der Berater/Vermittler die verschiedenen Optionen und notwendigen Kompromisse bei einer Entscheidung mit dem Kunden entwickelt und der Kunde entscheidet, was er priorisieren will. Im ersten Fall besitzt der Berater/Vermittler den Plan im zweiten Fall der Kunde. Und jedes Produkt, das empfohlen wird, ist eine Folge der Zusammenarbeit. Hier werden Sie sich entscheiden müssen, ob Sie im Cockpit sitzen oder auf der „Holzbank in der Economy-Class“.


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      Diese Veröffentlichung ersetzt insbesondere nicht die individuelle Beratung.

      Mit besten Grüßen

      Gamper & Gamper Honorar-Finanzanlagenberater GbR
      Wilhelmstraße 5
      36037 Fulda

      Geschäftsführende Gesellschafter: Kathleen Gamper, Robert Gamper

      Die GbR ist als Honorar-Finanzanlagenberater nach § 34h Absatz 1 Satz 1 der Gewerbeordnung tätig und im Vermittlerregister unter der RegistrierungsnummerD-H-128-3352-39 registriert.
    • Karlheinz schrieb:

      Was ist von solchen Hinweisen auf einen kommende Krise und den Umgang damit zu halten?
      Kommt immer auf die eigene Einstellung an. Richtig ist dass Geld schon heute im Grunde nichts mehr wert ist, was man an der Inflation der Vermögenspreise (Immobilien, Aktien) sieht. Angesichts der Inflation macht man mit Tages- und Festgeld schon heute unter dem Strich einen Verlust.

      Insofern kann man durchaus einen Teil in Sachwerte investieren, man muss sich aber im Klaren darüber sein, dass auch diese an Wert verlieren können. So fallen in GB aufgrund gestiegener Zinsen die Immobilienpreise und ob die Aktienverluste in 2018 nur temporär waren oder Vorboten einer grundsätzlicheren Wirtschaftskrise wird man erst im Nachhinein wissen.

      Zum Thema Gold s. finanztip.de/gold/
    • Karlheinz schrieb:

      Meine verwitwete Schwiegermutter (Alter 82)...
      @Karlheinz Vor der Frage der Risikoeinstufung und folglich der Positionierung Tag-/Festgeld vs. Vermögensaufbau würde ich persönlich eine andere Frage klären: Benötigt bzw. verbraucht sie das Geld noch selbst oder ist ein bestimmter Anteil als Erbe gedacht (und da Schwiegermutter dürfte es mindestens eine erbberichtigte Person geben) und welche Sicht hat/haben diese zu diesem Punkt.

      Falls zweiter Fall eine Rolle spielt, dann spricht m.E. nichts gegen einen vernünftigen Vermögensaufbau (wie hier beschrieben über ETFs). Wieso eine Investition in Sachwerte erfolgen soll, wo doch gerade ein EFH verkauft wurde, erschließt sich mir ebenso-wenig, wie das mangelnde Vertrauen in eine auf mehrere (Bank-) Institute verteilte Einlagensicherung. (Nur so am Rande, falls der EURO hops ginge, dann laufen viele ETFs eh auf USD und wenn das gesamte Finanz- und Geldsystem zusammenkracht, dann haben wir wahrlich andere Sorgen).
    • Nur zur Erklärung:
      Für den Verkauf des Hauses ist nicht nur der Sachwert entscheidend.
      Wenn ein Einfamilienhaus von einer älteren Person genutzt wird, spielen auch persönliche Gründe ein Rolle.
      Der Unterhalt einer Immobilie kann durch eine 82 jährige Frau nicht in jedem Fall geleistet werden.
      Ja es gibt zwei Erben, wobei eine Erbin bereits selbst vor der Pensionierung steht.
      Die Eigennutzung der Immobilie scheidet aus, da die Erben in anderen Regionen ihren Lebensmittelpunkt haben.
      Das vorhandene, mögliche Erbe wird im Wesentlichen nur dann z.T. aufgebraucht werden, sollte der Pflegefall eintreten.
      Danke für die Stellungnahme.
    • Also dann verstehe ich das so:

      Das Geld wird nur als Notgroschen gebraucht, wenn der Fall der Pflegebedürftigkeit eintritt.

      Der Eintritt der Pflegebedürftigkeit (sowohl das "ob" als auch das "wann") ist nicht planbar.

      Theoretisch könnte man dann sagen, man hält die komplette Summe quasi täglich verfügbar. Dann wäre der Fall der Fälle abgesichert, aber die Inflation nagt am Vermögen.

      Man könnte auch eine Summe X definieren (z. B. ein Jahresbetrag an Zuzahlung zu Pflegekosten + Polster für einmalige Kosten im Zusammenhang mit eventueller Heimunterbringung) und diese Summe verfügbar halten. Den Rest könnte man dann etwas langfristiger und substanzerhaltender anlegen.

      Es ist am Ende die Frage, womit fühlt sich die Schwiegermutter wohl. Da sind die Leute sehr unterschiedlich.

      Wichtig ist vor allem, dass sie sich nichts von der Bank (oder sonstwem) aufschwatzen lässt. Da gab es in der Vergangenheit schon schlimmste Beispiele.
    • Auch noch 2 cents von mir:

      Wenn es nur ganz konservativ sein soll, dann reicht Tages-/Festgeld aufgeteilt auf einige Banken, dafür braucht Ihr keinerlei Beratung bezahlen. Steht alles auf Finanztip.
      Aber: Dann eben Inflationsverluste.

      Wenn es "Sachwerte" sein sollen, um zB der Inflation wirksam entgegenzuwirken, auch im Hinblick auf die Erben:
      - entweder bei simple Geldanlage bleiben und sich ein wenig mit ETFs beschäftigen => auch keine Beratung erforderlich



      - oder Beratung durch Verbraucherzentrale / Honorar-Finanzanlagenberater => trotzdem immer bei Geldanlagen bleiben, die man selbst noch durchblickt

      Gold nur, wenn Ihr wirklich eine letzte Reserve gegen einen großen Zusammenbruch haben wollt, und dann nicht mehr als 10%.

    • Noch eine Variante. Mein Vater ist 72, topfit, aber ein digitaler Analphabet. Er möchte Geld über Onlinebanken anlegen, aber nichts mit Konten-/Depoteröffnung und Eingabe von Transaktionen zu tun haben. Er vertraut mir zu 100%, kann er auch. Er hat mir Geld gegeben, das ich für ihn anlege. Wir haben abgesprochen, was ich mache, alle paar Monate berichte ich ihm, wie es seinem Geld geht. Die Gewinne würden ihm gehören, die Verluste trägt er auch. Er kann jederzeit das Geld abrufen, ich rühre es nicht an. Sollte sein Tod min. 10 Jahre nach der initialen Überweisung eintreten, ist das Geld erbschaftssteuerfrei übertragen.

      Setzt natürlich voraus, dass er weiß was er mit mir bespricht (in diesem Fall ETF, er weiß, dass er xx% verlieren kann über Nacht) und dass er mir vertraut.
    • Das Geld hat er mir im Außenverhältnis "geschenkt", das heißt ich bin gegenüber dem Finanzamt der Eigentümer und auch das Depot läuft auf meinen Namen. Ich habe ihm versprochen es für ihn aufzuheben und nie unabgesprochen anzurühren. In unserem Verhältnis funktioniert das einwandfrei. Ich nutze die Agilität des Onlinebankings und mache alles selbst, er hat geringe Kosten, wenn er es nicht zurückfordert, fällt keine Erbschaftssteuer an. Ein klassisches Win-Win.