Was tun mit Bayer Aktien?

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    • Was tun mit Bayer Aktien?

      Hallo,
      altes Ehepaar (93 und 83) haben als Bayer Mitarbeiter über die Zeit einiges an Bayer Vorzugsaktien erworben und sind über die Jahrzehnte immer ganz gut gefahren, waren immer entspannt, da sie nie viel investiert, sondern mehr "gespart" haben. Verluste im Vergleich zum Einkaufspreis hatten sie nie. Sich groß mit dem Aktienmarkt beschäftigt haben sie sich auch nicht. Das Depot hat(te) einen Wert von ca 60.000€.
      Mit der Monsanto Krise von Bayer sieht das nun anders aus.
      Was können die alten Herrschaften tun? Wie verhält man sich in dieser Situation, um evtl zu retten, was noch zu retten ist? Aktuell wird das Geld nicht benötigt.

      Was sagt die Community?

      Herzlichen Dank!
      Ekna
    • Hallo @Enak und @andi4711, willkommen in der Community.

      Richtig oder falsch gibt es mMn nicht. Meine persönliche Meinung ist an Aktien nicht zu kleben, die starke Verluste erleiden, sondern lieber zu verkaufen und was besseres suchen. Ich bin allerdings auch nicht frei davon mir meine Fehlentscheidungen einzugestehen und den "Verkaufen"-Knopf zu drücken. Aus Bayer bin ich im November aufgrund der negativen Dynamik mit 10% Gewinn gegenüber Kauf ausgestiegen.

      @andi4711 Wenn die Aktie eine von vielen für Deine Tochter ist und die anderen gut laufen kannst Du das auch mal beobachten. Allerdings immer beachten, dass zum Ausgleich der Halbierung des Kurses eine anschließende Verdoppelung nötig ist. Könnte also sein, dass Du diesen Buchverlust noch länger mit Dir rumträgst. Damit geht es mir nicht gut, speziell wenn es um die Positionen meiner Kinder geht,

      @Enak Das ist schwierig zu beantworten, da der Erwerbszeitpunkt und -kurs sowie der Anteil am Vermögen und der Geldbedarf unklar ist.

      Wahrscheinlich sind Mitarbeiteraktien gemeint, Vorzüge finde ich im IR-Bereich von Bayer nicht.

      Wenn die Herrschaften an den Aktien hängen können sie sie behalten, sofern tatsächlich kein absehbarer Bedarf an Geld (Pflege etc.) besteht. Es besteht halt die Gefahr weiterer Buchverluste. Im Unternehmen stecken Werte, allerdings werden jetzt schon Geschäftsfelder verkauft. Irgendwann wird es eine Stabilisierung, Zerschlagung, Übernahme geben, wage dazu aber aktuell keine Prognose.

      Bei der Deutschen Bank haben wir im übrigen auch so ein Trauerspiel gesehen, bei dem viele Rechtsstreitigkeiten speziell in USA mit teuren Vergleichen beigelegt wurden. Analog VW. Würde mich nicht wundern, wenn es hier genauso kommt.

      Sofern es Altbestände wäre noch zu beachten, dass Kursgewinne steuerfrei sind.
    • Enak schrieb:


      ...Was können die alten Herrschaften tun? Wie verhält man sich in dieser Situation, um evtl zu retten, was noch zu retten ist?
      Sie können nichts tun. Der Kursrückgang und damit der Verlust ist eingetreten. Damit hat sich das Risiko verwirklicht, und nun ist es zu spät.
      Sie können sich aber überlegen, welche Fehler sie gemacht haben und diese in Zukunft vermeiden.


      Kater.Ka schrieb:


      ...
      Richtig oder falsch gibt es mMn nicht.
      Oh doch! Es gibt "falsch"!
      In Einzelaktien investieren ist für den Privatanleger falsch.
      Klumpenrisiken bilden ist falsch.
      Und die Aktien der Firma kaufen, bei der man selbst beschäftigt ist, ist falsch.
      Aktien kaufen, ohne sich mit dem Aktienmarkt zu beschäftigen, ist erst recht falsch.
      Falsch ist es auch, sich erst dann Gedanken über Risiken zu machen, wenn diese sich verwirklicht haben und der Schaden bereits eingetreten ist.


      Kater.Ka schrieb:

      ... Es besteht halt die Gefahr weiterer Buchverluste....
      Nein, es besteht die Gefahr weiterer Verluste (ohne "Buch").


      Kater.Ka schrieb:



      Bei der Deutschen Bank haben wir im übrigen auch so ein Trauerspiel gesehen, bei dem viele Rechtsstreitigkeiten speziell in USA mit teuren Vergleichen beigelegt wurden. Analog VW.
      ...
      ...und bei hunderten anderen auch! Man weiß es vorher eben nicht.
    • @Schwachzocker:

      Solange die Aktien nicht verkauft werden, sind sie doch nur bedrucktes Papier bzw. Datenbestand. Einen eingetretenen Verlust sehe ich da nicht, nur den klassischen Buchverlust.

      Ich würde noch die Sichtweise verstehen können, dass der Verlust im Moment des Kaufes schon eingetreten ist (Geld weg, Aktie da), aber da kann sich das Blatt je nach Situation zum Zeitpunkt des Verkaufes (Aktie weg, Geld da) wieder wenden.

      Und hinsichtlich der Belegschaftsaktien würde ich das auch nicht so schwarz-weiß sehen wollen.

      Es gibt Leute, die finden es gut, dass die Arbeiterschaft Eigentum am Produktionskapital hat. ;)
    • Ich finde übrigens die Orientierung am Einstiegskurs grundsätzlich falsch.
      Vergangenheit ist vergangen. Es geht immer nur um das Hier und Jetzt und was ich erwarte, wie sich mein Titel in Zukunft entwickelt.
      Wenn ich 10% im Minus bin - heisst das dann Verkaufen oder Halten oder Zukaufen?!

      Im Plus oder Minus zu sein, das ist leider eine Sichtweise zu der uns unsere Depotansicht verleitet. Ich mache den Fehler auch immer wieder.
      Rückblick verleitet nur zu schlechten Entscheidungen.

      Die Börse läuft immer an der scharfen Vorderkante der Zeit.
    • Saidi schrieb:

      Es geht immer nur um das Hier und Jetzt und was ich erwarte, wie sich mein Titel in Zukunft entwickelt.
      Das ist der wichtige Satz. Ein Investment das stagniert / fällt / schlechter als der Markt performt gehört im Grundsatz nicht ins Depot.

      Referat Janders schrieb:

      Oder "ETF buy and hold" und fertig? Quasi als Trumpf-Ass?
      Wenn einem nichts besseres einfällt warum nicht. Ist aber wie bekannt nicht mein Weg.
    • Wenn es um Altersvorsorge geht, ist das so nicht gemeint. Gemeint ist, dass man für die Altersvorsorge eine Zielgröße an Vermögen ermitteln soll (zB 500.000€) das wiederum einer Zielrente entspricht.

      Dass im Alter durchaus eine bestimmte Aktienquote bestehen bleiben kann und sollte, wurde hier im Forum schon mehrfach diskutiert. Tendenziell schmilzt man die Aktienquote mit dem Alter immer weiter ab (quasi ein Lifecycle Modell über die gesamte Lebensspanne).

      Wenn ich absehen kann, dass ich Summe X so gut wie sicher vererben werde, kann ich für diese Summe X natürlich eine höhere Aktienquote stehen lassen.
    • Bezogen auf die von @Enak beschriebene Situation bedeutet das?

      Einen Teil an Mitarbeiteraktien zu halten, das macht schon Sinn. Allein schon um auf der Hauptversammlung mit den anderen ehemaligen Kollegen wahlweise in Erinnerungen zu schwelgen oder auf die aktuelle Führungsriege zu schimpfen. (Die jeweils aktuelle Jugend ist immer die schlimmste, das wussten schon die alten Griechen.)

      Aber planvollen Kapitalverzehr im Ruhestand kann ich der Schilderung jetzt nicht entnehmen.

      ?(
    • Kaufen und Halten war bei mir eigentlich angesagt. Aber man sollte doch auch immer mal nachschauen.
      Letztes Jahr gab es, sicher bedingt durch den Brexit, einen Umzug eines Fond nach Luxemburg. Offiziell nannte sich das Fondsfusion. Dadurch kam es zur Realisierung meiner Buchbestände bei dem Fonds. Das war ein Risiko das ich nicht auf dem Schirm hatte. Aber man wird immer schlauer.
      Gruß

      Altsachse
    • Kater.Ka schrieb:

      Saidi schrieb:

      Es geht immer nur um das Hier und Jetzt und was ich erwarte, wie sich mein Titel in Zukunft entwickelt.
      Das ist der wichtige Satz. Ein Investment das stagniert / fällt / schlechter als der Markt performt gehört im Grundsatz nicht ins Depot.
      Ist das nicht ein wenig zu einfach?

      Richtig wäre: Ein Investment, dass in Zukunft stagniert / fällt / schlechter als der Markt performt gehört nie (nicht grundsätzlich) ins Depot. Interessant wäre es, zu erfahren, woher man das wissen oder auch nur erahnen soll, auch am Beispiel der Bayer-Aktie.
      Die Kursverluste der Vergangenheit sind für die Beurteilung der Zukunft ohne Bedeutung. Und die Beurteilung der Zukunft wäre entscheidend, nicht irgendein Einstiegskurs der Vergangenheit, der rein zufällig entstanden ist, weil man zufälligerweise ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt gekauft hat.
      Und um gleich vorzubeugen: Nein, an der aktuellen Dividende kann man die Zukunft auch nicht ablesen.
    • Referat Janders schrieb:

      Bezogen auf die von @Enak beschriebene Situation bedeutet das?

      Einen Teil an Mitarbeiteraktien zu halten, das macht schon Sinn. Allein schon um auf der Hauptversammlung mit den anderen ehemaligen Kollegen wahlweise in Erinnerungen zu schwelgen oder auf die aktuelle Führungsriege zu schimpfen. (Die jeweils aktuelle Jugend ist immer die schlimmste, das wussten schon die alten Griechen.)

      Aber planvollen Kapitalverzehr im Ruhestand kann ich der Schilderung jetzt nicht entnehmen.

      ?(
      Zur Frage Bayer halten oder verkaufen mache ich keine Aussage, weil wir zu Einzeltiteln grundsätzlich nichts sagen.

      Mir ging es nur um die Aussage dass eine (zunehmend moderate) Aktienquote im Alter durchaus Sinn macht.
      Ist aber natürlich eine Frage wie das gesamte Vermögen aufgestellt ist.