Steuererklärung 31.7. aber Hausverwalter Abrechnung erst im Dezember!??

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    • Steuererklärung 31.7. aber Hausverwalter Abrechnung erst im Dezember!??

      Eigentlich ein Widerspruch: Ich muss meine Steuererklärung bis zum 31.7.2019 abgegeben haben, jedoch unser Hausverwalter muss angeblich erst bis zum Jahresende des Folgejahres, also Dezember 2019, seine Kostenaufstellung für das Jahr 2018 für die Wohnungseigentümer fertigen. Wie soll man da eine pünktliche Erklärung abgeben?
    • Danke für die Antwort. Das Problem sieht folgendermaßen aus: In 2018 werden monatlich Zahlungen geleistet, die bei der Jahreshauptversammlung der Eigentümer beschlossen werden.Die Höhe wird über die zu erwartenden Kosten festgelegt und beschlossen.Das ist allgemein so üblich bei Eigentümer Gemeinschaften. Es sind also im günstigsten Fall höhere Zahlungen geleistet worden, als im Folgejahr vom Verwalter abgerechnet wird. Leider sind durch veraltete Heizung und diverse gesetzliche Änderungen im letzten Jahr sehr hohe Zahlungen fällig gewesen, die ich nicht geltend machen konnte. Meine Steuerschuld wurde trotz hoher Mehrbelastung nicht gemindert und das Finanzamt forderte eine fette Nachzahlung. Diese Nachzahlung wäre mit pünktliche Abrechnung des Verwalters aber nur sehr gering ausgefallen.
    • Ich bin kein Steuerberater.

      Bei mir hatte das Finanzamt im umgekehrten Fall, bei der eine Zahlung nach städtischer Satzung fällig gewesen werde aber erst zwei Jahre später erhoben wurde, den Abzug auch erst dann zugelassen. Insofern würde ich vermuten, dass die Vorauszahlungen im Jahr der Zahlung abzugsfähig sind, eine ggf. dann folgende Rückzahlung nach Abrechnung die Mieteinnahmen erhöht.

      Ggf. antwortet noch ein Kundigerer als ich, ansonsten würde ich Beratung empfehlen.
    • Hallo.

      Vielleicht habe ich es falsch verstanden, aber es geht um "Nebenkosten", die laufend gezahlt werden, die konkrete Abrechnung, aus der hervorgeht, was konkret steuerlich geltend gemacht werden kann, kommt deutlich zu spät?

      Irgendwo meine ich gelesen zu haben, dass man in dem Fall die Vorjahresabrechnung zugrunde legen kann. Einmal habe ich das auch so praktiziert, ohne dass mir das Finanzamt auf's Dach gestiegen wäre. Letztlich wird es die konkrete Steuerlast auch nur minimal beeinflusst haben und dann auch nur in Form einer zeitlichen Verschiebung.
    • Geht es um haushaltsnahe Aufwendungen (Hausmeister, Reinigung, Kaminkehrer, Heizungswartung etc.) für Sie als Selbstbewohner?
      Dann gilt: Die Beschlußfassung über die Jahresrechnung erfolgt idR im darauf folgenden Jahr, also 2019. Damit können die Aufwendungen – vgl. überarbeitetes Anwendungsschreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 10.1.2014, Gz. IV C 4 – S 2296- b/07/003:004, DOK 2014/002765 Rdnr. 27,28,44,47 u. 48 – nach Wahl der Wohnungseigentümer mit der ESt-Erklärung 2018 oder 2019 geltend gemacht werden. Gemäß FG Köln, Az. 11 K 1319/16 können auch nach Eintritt der Bestandskraft des Steuerbescheids Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen geltend gemacht werden, wenn der Steuerzahler von diesen Aufwendungen aufgrund der Betriebskostenabrechnung der Verwaltergesellschaft erst nach Durchführung der Veranlagung dem Grunde und der Höhe nach Kenntnis erlangt hat.
      Sollte die Beschlußfassung erst 2020 erfolgen - Abrechnung erst Ende Dez. 19, Eigentümerversammlung dann konsequenterweise erst Anfang 2020, müßte dies entsprechend gelten.

      Normale Betriebskosten können Sie wohl eh nicht absetzen. Über die Entnahme aus den Rücklagen, die Sie absetzen können, wird, wenn der Verwalter erst Ende 19 abrechnet, auch erst 2020 entschieden werden.
    • Das Urteil des FG Köln ist allerdings von der Finanzverwaltung angefochten worden und so hängt das Verfahren jetzt beim BFH. ich bezweifle daher, dass ein Änderungsantrag, der sich auf ein nicht rechtskräftiges Urteil stützt, erfolgreich sein wird.

      @LKlein: Wie du das in dem speziellen Fall noch ins alte Jahr bringen kannst, habe ich auch keine Idee. Aber ganz grundsätzlich umgehe ich das Problem, in dem ich zB jetzt in 2019 nicht auf die Abrechnung 2019 warte, sondern die von 2018 nehme, die ja in 2019 beschlossen wurde und damit zB auch der Abfluss einer Instandhaltungsrücklage erst in 2019 (steuerlich) erfolgt ist. Diese Vorgehensweise wird von der Finanzverwaltung akzeptiert.

      "Es ist aber auch nicht zu beanstanden, wenn Wohnungseigentümer die gesamten Aufwendungen erst in dem Jahr geltend machen, in dem die Jahresabrechnung im Rahmen der Eigentümerversammlung genehmigt worden ist."

      vgl. Tz 47 des hier maßgeblichen BmF-Schreibens:
      bundesfinanzministerium.de/Con…09-Paragraf-35a-EStG.html