Günstige Scheidung

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    • Günstige Scheidung

      Liebe Community,

      ich möchte an dieser Stelle ein Thema ansprechen, das alle betrifft, die sich in Zukunft von ihrem Ehepartner scheiden lassen wollen. In einer solchen Situation ist es oft schwierig, neben der seelischen Belastung noch um die eigenen Finanzen zu kümmern. Schafft man dies aber oder vertraut man sich einem guten Anwalt an, fällt der Neustart nach einer belastenden Trennung deutlich einfacher.

      Viele Menschen bezahlen unnötig viel Geld für ihre Scheidung. Finanzieller Aufwand lässt sich beispielsweise dadurch reduzieren, dass man sich über alle wesentlichen Punkte mit seinem Ex-Partner einigt (einvernehmliche Scheidung) und damit die Hälfte der Anwaltskosten spart oder die Reduzierung des Gegenstandswertes wegen Einfachheit des Verfahrens beantragt (auch dafür ist die Einvernehmlichkeit maßgebend).

      Darüber hinaus kann auf weitere Angebote zugegriffen werden, beispielsweise auf die sog. "Online Scheidung". Diese kann bis zum Verhandlungstermin vor Gericht von zu Hause aus durchgeführt werden und spart auf diesem Wege bspw. Fahrtkosten.

      Viele Grüße und viel Erfolg beim Sparen :thumbup: , JuriS2019
    • @Referat Janders Sie haben natürlich vollkommen recht, dass die Realität nicht von einvernehmlichen Lösungen dominiert wird. Dennoch finde ich es zulässig, auf die Vorteile hinzuweisen, die einem zu Teil werden, falls sich Eheleute doch einig werden. Dass das ein Kraftakt ist, bei dem man sehr weit über den eigenen Schatten springen muss, ist dabei klar. Jedoch können die Vorteile im Hinterkopf eine gute Motivation darstellen.
    • Mich erinnert die Diskussion an die gleichgerichtete Empfehlung, sein Vermögen schon zu Lebzeiten zu verteilen um sich an den glücklichen Verwandten und Freunden zu erfreuen. Trotzdem gibt es einen Riesenteil der Bevölkerung, der nichtmal ein Testament macht und die Erben in die Schleife der gesetzlichen Erbfolge schickt, zum Teil um die eigene Endlichkeit zu Verdrängen und es gibt auch genügend Menschen, die einfach Druck ausüben wollen. "Wer mich nicht besucht, wird enterbt".

      Ich (37 Jahre) habe große Vorsätze, wie ich mit meiner Frau im Falle einer Scheidung umgehe und wie ich mit meinem Vermögen umgehe, wenn ich denn mal so richtig tief im dritten Lebensabschnitt drin bin. Aber wetten, dass ich das alles so umsetze, würde ich trotzdem nicht.
    • chris2702 schrieb:

      Mich erinnert die Diskussion an die gleichgerichtete Empfehlung, sein Vermögen schon zu Lebzeiten zu verteilen um sich an den glücklichen Verwandten und Freunden zu erfreuen. Trotzdem gibt es einen Riesenteil der Bevölkerung, der nichtmal ein Testament macht und die Erben in die Schleife der gesetzlichen Erbfolge schickt, zum Teil um die eigene Endlichkeit zu Verdrängen und es gibt auch genügend Menschen, die einfach Druck ausüben wollen. "Wer mich nicht besucht, wird enterbt".

      Ich (37 Jahre) habe große Vorsätze, wie ich mit meiner Frau im Falle einer Scheidung umgehe und wie ich mit meinem Vermögen umgehe, wenn ich denn mal so richtig tief im dritten Lebensabschnitt drin bin. Aber wetten, dass ich das alles so umsetze, würde ich trotzdem nicht.
      100% true, sehe ich auch so.
    • Zumindest sollte man sich mit den gesetzlichen Regelungen auseinandersetzen, ob die einem so gefallen und man bereit ist, die meist lebenslangen Konsequenzen zu tragen.

      Bei jedem Versicherungsvertrag gibt es mehr Belehrungen, als bei der Eheschließung, obwohl die Folgen fataler sind.

      Und bei der Ehe gilt dasselbe, wie bei jedem Vertrag: mache nur das, was Du verstehst. Gut, einige dürften dann gar nicht heiraten, weil sie biologisch nicht in der Lage sind, die Regelungen zu verstehen. Selbst nach der ersten Scheidung haben sie nichts begriffen. Das merkt man an der Äußerung "ich heirate nie wieder".

      Zu den Bausteinen eines Ehevertrages:

      1) Gesetzlich heiratet man im Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Eine bessere Bezeichnung wäre Gütertrennung mit Zugewinnausgleich im Falle der Scheidung, denn der Ausgleich erfolgt nur im Falle der Scheidung. Man haftet in der Ehe nicht für die Schulden des Partners.

      2) Gesetzlich werden während der Ehezeit angesparte Altersversorge im Falle der Scheidung hälftig geteilt. Versorgungsausgleich nennt sich das. Muß auch notariell ausgeschlossen werden, wenn gewünscht. Betroffen sind die gesetzliche Rente sowie private Altersvorsorge.

      3) Unterhaltsverzicht. Hier ist der Gesetzgeber clever: Wenn nach der Scheidung ein Partner nicht mehr arbeiten kann (psychische Erkrankung durch den Wegfall des Versorgers kommen da sehr sehr häufig vor), wird der ehemalige Ehegatte zur Kasse gebeten. Mit dieser gesetzlichen Regelung spart der Staat H4 Leistungen.

      Gar nicht zu heiraten ist sicherlich für die allermeisten besser, als ohne notariellen Vertrag zu heiraten.
    • @johannesD

      Du hast viele richtige Punkte genannt. Mir ist noch ein weiterer wichtig. Erbschaften aus meiner Familie werden nicht geteilt.

      Wir haben entschieden ohne Ehevertrag zu leben. Die gesetzliche Regelung trifft unser Verständnis einer fairen Scheidung sehr genau.

      Meine Frau tritt für die Kinder beruflich zurück. Da ist es fair den in dieser Zeit erwirtschafteten Zugewinn zu teilen. Was ich vor Ehe erarbeitet und während Ehe ererbt habe wird nicht geteilt - fair.

      Sollten wir uns spät scheiden lassen, werden wir einiges geerbt haben. Ob wir dann Zugewinne aus Immovermögen geltend machen, weiß ich nicht. Da kommt wahrscheinlich raus, dass wir einander nichts schulden weil jeder Wertsteigerung hatte.

      Anders sieht es bei Unternehmen und großen Startvermögen und deren Wertsteigerung aus. Hier finde ich einen Ehevertrag eine Überlegung.

      In unserem Fall brauchen wir ihn nicht.
    • Die Überschrift lautet: günstige Scheidung.

      Jeder Gerichtsprozeß kostet Geld.

      Ohne Ehevertrag sind in einer "Scheidung" mehrere(!) Prozesse enthalten, die alle an die Juristenkaste zu vergüten sind:

      - Unterhalt
      - Zugewinnausgleich
      - Kindesunterhalt
      - Versorgungsausgleich
      - ...

      und das kostet im Falle eines Falles.

      Ob man -vor dem Hintergrund der Überschrift- einen Vertrag nicht braucht, muß jeder selber beurteilen.

      Stelle mir gerade die Kosten für die Gutachten für das ererbte Vermögen vor...
    • Sie haben vollkommen recht, wenn Sie sagen, dass ein Ehevertrag Sinn macht, um bei der Scheidung kosten zu sparen. Allerdings ist ein Ehevertrag vor allem den Eheleuten zu empfehlen, die beide berufstätig sind und somit ähnliche Rentenansprüche bzw. Einkommen haben. Ansonsten muss ja auch z. B. der Notar bezahlt werden, wenn ein Ehevertrag abgeschlossen werden soll. Jedenfalls geht es der "Juristenkaste" nicht darum, die Menschen auszunehmen, sondern ihnen zu helfen. Viele Anwälte sind bereit, die Minderung des Gegenstandswerts um 30% im Scheidungsverfahren zu beantragen, wodurch die eigenen Bezüge sinken. Sie sollten sich also auch den richtigen Rechtsanwalt aussuchen!