vollkommen verwirrt

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    • vollkommen verwirrt

      Hallo,
      Ich möchte gerne monatlich ca 500,- anlegen und gelegentlich auch mal bis zu 10000,- zusätzlich.das ganze kann auf lange Frist liegenbleiben.
      Jetzt wurden mir etf s empfohlen. Sparplan, oder einmal?
      Wenn ja, welche Indices?
      Ich habe bereits einen sparplan von ihre auf den msci World. Was macht Sinn dazuzunehmen?
      Ich habe mittlerweile so viel gelesen und Videos dazu angeschaut, dass ich GAR NICHTS mehr weiss.
      Bitte dringend um Hilfe. ..Danke! !!
    • Hallo @pipilotta, willkommen in der Community.

      Ganz kurz, kein Video

      Hier die Empfehlung von Finanztip zu welcher Index / welcher ETF finanztip.de/indexfonds-etf/

      Etwas ausführlicher möchte ich anmerken, dass das in die Gesamt-Anlagestrategie und zur persönlichen Risikoneigung passen, Deswegen würde ich empfehlen mit etwas Ruhe das zu lesen, speziell den Absatz "das Geld richtig aufteilen" finanztip.de/geldanlage/#c23359

      Gerne weiter fragen, wenn sich die Verwirrung nicht legt.
    • Das Wichtigste zuerst: es gibt nicht "die ideale Anlage". Oder halt: es gibt sie doch, blöderweise aber nur rückwirkend betrachtet...

      Wenn "lange Frist" mindestens 10 Jahre sind, und man sich emotional vorstellen kann auch mal ein zweistelliges Prozentminus vor der Wertentwicklung zu sehen ohne panisch zu werden, kann man durchaus vollständig auf Aktien setzen. ETFs auf einen Weltindex sind eine einfache und kostengünstige Variante. Der MSCI World ist eine gute Option, siehe Finanztip-Artikel - da gibt es viele günstige ETFs. Der MSCI ACWI ist eine Spur kompletter, aber die ETFs sind auch ein bisschen teurer. Eine konservativere, aber trotzdem günstige Option ist etwa der ARERO (eine Art Misch-ETF).

      Sparplan ist gut, das Cost Averaging ist nicht zuletzt eine Stütze für die Emotionen des Investors.

      Viel, viel wichtiger als die Wahl der "einzig richtigen" Anlage ist es, die gewählte Strategie ganz konsequent langfristig durchzuziehen. Verluste macht man bei der Geldanlage vor allem durch emotionale Entscheidungen ("die Kurse fallen, ich muss schnell alles verkaufen!" oder "ich hab da was in der Zeitung gelesen, todsicher, da muss ich schnell investieren!").

      Das ist nicht nur allgemeine Weisheit, sondern auch meine ganz persönliche und zeitweise teure Erfahrung aus rund 30 Jahren an der Börse.
    • Vielleicht sollte man nicht mit dem Index anfangen, sondern noch etwas einfacher. Wie willst du denn dein Geld investieren? Langfristig, ok. Möchtest du also langfristig am Wirtschaftswachstum teilhaben? Dann musst du in Unternehmen investieren. Am einfachsten geht das, wenn du in eine breitgefächerte Auswahl an internationalen Aktien investierst, sprich in einen ETF auf den MSCI World.

      Möchtest du deine Investition gegen das Geldrucken der Zentralbanken absichern, kannst du zusätzlich in Rohstoffe, allen voran Edelmetalle investieren. Wie viel? Das hängt ganz von deinem Absicherungswunsch ab.

      Der MSCI berücksichtigt keine Schwellen- oder Entwicklungsländer. Hier könntest du zusätzlich in den MSCI Emerging Markets investieren.

      Wenn du gerne Staaten einen Kredit geben willst und hoffst, sie zahlen das Geld einmal zurück, dann sind noch Staatsanleihen eine Option.

      Mit einer Kombination aus MSCI World und Emerging Markets plus eventuell Rohstoffe (Edelmetalle) hättest du in das weltweite Wirtschaftswachstum investiert und deine Investition teilweise abgesichert. Man nennt das auch Core-Satellite-Strategie. Der Kern wäre der MSCI World, ergänzt um kleinere Satelliten.

      Welchen ETF-Anbieter du nimmst, ist Geschmackssache. Niedrige Kosten sind bei einer langfristigen Anlage aber sicher mit am wichtigsten. Die TER Quote gibt dir da einen guten Vergleich. Du findest sie bei allen ETF angegeben. Desto niedriger, desto günstiger.
    • Es kommt halt auf deinen Liquiditätsbedarf an. Wenn du aus anderen Quellen genügend Liquidität hast, um davon problemlos zu leben, finde ich deine Kombination aus 70 % internationalen Aktien und 30 % Edelmetall nicht mal so schlecht.

      Brauchst du mehr Liquidität, musst du einen größeren Anteil in schnell verfügbare Anlageformen investieren. Und dann führt kaum ein Weg an Sichteinlagen (egal ob Inland oder Ausland) vorbei.

      Benötigst du nämlich Geld, musst du ansonsten eben Teile des Aktien-ETF oder eben das Edelmetall verkaufen, egal wie gerade die Kurse sind. Wenn du dagegen eh aus anderen Quellen genug liquide Mittel hast, fällt das natürlich weg.

      Gold sehe ich (auch für mich) als langfristiges Wertaufbewahrungsinstrument(und nicht umbedingt als Renditeobjekt) an. Aber auch Gold kann im Kurs schwanken. Aber wie gesagt, ich kenne deinen Bedarf an flüssigen Mitteln nicht.

      Andere Rohstoffe (Industriemetalle! Öl und so etwas) sind noch deutlich volatile (schwanken also mehr im Kurs). Außerdem sind sie stark konjunkturabhängig. Gerade für den mittelfristigen Geldbedarf sehe ich sie nicht als Alternative bei dir an.

      Ich persönlich würde den Goldanteil eher erhöhen (Richtung 50 %). Der Rest würde bei mir zur Hälfte in kurzlaufende Anleihen und Aktien wandern. Aber das bin ich. Du kannst eine deutlich andere Risikoneigung haben oder andere Ziele und Bedürfnisse. Ich bin hier nicht maßgebend.

      Bei einer Geldanlage spekuliert du auf die Zukunft. Überlegt, was du für die Zukunft erwartest: Bankrotte Staaten, Auseinanderbrechen des Euro-Raums? Dann eher mehr Gold und keine Staatsanleihen. Erwartest du eher ein Weiter-So, könntest du verfahren, wie von mir vorgeschlagen. Aber letztlich ist es immer eine Wette auf die Zukunft. Diese Unsicherheit kann dir niemand nehmen.
    • Unter den Voraussetzungen (längere Laufzeit, Rendite nicht im Vordergrund) ist die Idee, einen größeren Teil des Vermögens als Absicherung in Gold anzulegen aus meiner Sicht in Ordnung. Ich persönlich (das sehen manche anders) sehe Gold nicht als Anlageobjekt, sondern vielmehr als Versicherung und Wertaufbewahrung. Aber um eine Rendite im eigentlichen Sinn soll es ja wohl auch nicht gehen.

      Für den Goldkauf gibt es etliche Möglichkeiten.

      1. Papiergold
      Es gibt etliche ETF und auch Fonds, mit denen man ab Goldpreis partizipieren kann. Diese Fonds halten dann aber kein physisches Gold, sondern Future-Kontrakte, Optionen oder ähnliche Derivate. Hier sind sie immer darauf angewiesen, dass die Herausgeber dieser Papiere auch ihre Versprechen einhalten und im Zweifel nicht insolvent sind. Finger weg!

      2. Halbes Papiergold
      Es gibt Fonds und ETF, die behaupten, die dort verwalteten Gelder tatsächlich auch in physischem Gold zu hinterlegen. Wenn man davon ausgeht, dass dies stimmt, bleibt immer noch das Problem, dass alles Gold dem Fonds/ETF gehört und man insbesondere im Krisenfall dann auf eine korrekte Abwicklung vertrauen muss. Der mögliche Verleih des physischen Goldes zur Performancesteigerung kann ein Problem werden, wenn der Leiher es nicht mehr zurückgeben kann.

      3. Tresorgold
      Beim Tresorgold wird physisches Gold gekauft und in einem Tresor hinterlegt. Die Zuordnung zum Besitzer ist eindeutig. Kauft man Bruchstücke eines Barren, so ist man Miteigentümer eines solchen mit einigen anderen Menschen zusammen. Auch dann ist die Zuordnung Eigentümer-Barren hinterlegt.

      Aus persönlicher Erfahrung kann ich hier den Anbieter Goldrepublic.de empfehlen. Selbstverständlich gibt auch andere - vielleicht sogar bessere - Anbieter, jedoch habe ich bei denen keine eigenen Erfahrungen sammeln können.

      Goldrepublic (andere vergleichbare Tresorgoldanbieter verfahren ähnlich) kauft mit der eingezahlten Summe Goldbarren (oder Platin oder Silber). Diese werden in Frankfurt, Amsterdam oder Zürich (frei wählbar) in Tresoren hinterlegt. Die einem zugeordnete Barrennummer erhält man natürlich. Der Spread ist gering und liegt bei ca. 2 %. Kauf/Verkauf sind täglich möglich. Es wird der normale Goldpreis der Börse berechnet (abzgl. bzw. zzgl. Spread).

      Die Eigentümerliste der Barren wird notariell verwaltet, so dass die Zuordnung Barren zu Eigentümer auch bei Pleite des Anbieters gewährleistet ist. Auf Wunsch wird das Gold auch nach Hause geliefert (zzgl. Kosten natürlich). Die Verwahrung erfolgt natürlich versichert.

      Goldrepublic ist von der niederländischen Finanzaufsicht autorisiert (meines Wissen als einziger Anbieter im Tresorgoldbereich). Entscheiden sie sich für den Tresorstandort Zürich, so lagern sie ihr Gold außerhalb des Euroraumes. Ihr eingezahltes Geld fließt zunächst an eine Stiftung in Amsterdam, die dann wiederum Gold erwirbt und bspw. in Zürich einlagert. Sofern sie dem Fall vorbeugen möchten, dass der Staat ankommt und Gold konfisziert (das gab es ja schon etliche Male), bietet eine solche Dreiecksgeschichte eine zusätzliche (vollkommen legale) Verschleierung.

      Es gibt ebenfalls Sparpläne zu halben Kosten.

      Kosten fallen natürlich an, da der Anbieter ausschließlich über diese Gebühren etwas verdienen kann. Je nach gewünschter Summe und ob es sich um einen Sparplan handelt oder nicht, kann der eine Anbieter günstiger sein als der andere oder eben auch wieder umgekehrt. Hier sollten sie sich einfach mal die Gebühren bei Goldrepublic.de und anderen Anbietern anschauen.

      Bei Goldrepublic bin ich seit fast der Gründung Kunde und hatte bisher noch nie irgendwelche Probleme. Support gibt es aber leider nur auf Holländisch oder Englisch.

      4. Direkter Kauf
      Sie können auch Gold bei der Degussa oder einem beliebigen Händler direkt oder online kaufen. Alle Staffelungen sind da denkbar - je kleiner die Stückelung, desto höher der Aufpreis. Wo sie dieses Gold dann verstecken/lagern, müssen sie selbst herausfinden. Unter dem Teppich daheim ist eher schlecht. Bankschließfach ist ganz schlecht. Da ist Kreativität gefragt.

      In diesem Fall umgehen sie alle Kosten und halten das Gold auch direkt in der Hand. Im Gegenzug tragen sie aber auch das Verlustrisiko.