Eventuell in Staatsanleihen investieren

    • oder gerade in der FAZ gelesen

      Unter institutionellen Anlegern in Deutschland gibt es einen neuen Trend, wie der Vermögensverwalter Jens Ehrhardt aus Pullach bei München vor kurzem auf einer Podiumsdiskussion berichtete: Parkplätze. Der Grund: Festverzinsliche Anlagen werfen kaum noch eine Rendite ab, und manche Alternativen wie Immobilien sind schon ziemlich teuer geworden und sollen zudem immer mehr reguliert werden. Viele Investoren sind daher auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Und je knapper die Stellplätze in den Großstädten werden und je weniger Fläche dort verfügbar ist, desto höher ist zumindest in den guten Lagen die Rendite aus Investitionen in Parkplätze, Garagen und Tiefgaragenplätze.
    • Wie alt bist du? Ich entnehme deiner Frage, dass deine gesamte Altersvorsorge auf dem Sparbuch und jetzt zum Teil eventuell in Staatsanleihen liegt. Ist das so richtig? Sofern du nicht direkt vor dem Ruhestand bist (und selbst dann nicht) ist das eine sehr schlechte Form der Altersvorsorge. Du solltest über eine geeignete Diversifikation nachdenken. Nur kurz zur Erinnerung: Staatsanleihen/Renten sind Kredite, die du einem Staat gibst.
    • Hallo Samuel, ca. 4 Jahre bis zur Rente.
      Ich suche eine sichere Geldanlage alternativ zum Tagesgeld/Sparkonto. Hintergrund ist, wenn es im Euroraum richtig kracht,
      z. B wegen Italien oder Bankensterben wegen Zinsmargen usw. Ich hätte gern Geld sicher geparkt außerhalb vom Euroraum. ca. 15 % habe ich in MSCI World ETF und Immobilienfonds.
      Rendite spielt keine so große Rolle.

      Habt ihr da keine Bedenken, ein Großteil des Geldes in Euro auf den Festgeldkonto zu legen ?

      Ich bin dankbar für jeden Tip.
    • Bei der ganzen Sache solltest Du bedenken, dass eine Anlage außerhalb des Euroraums nicht automatisch sicherer ist. Die USA haben ebenfalls ein Schuldenproblem und die Wirtschaft lahmt. Nicht umsonst wird dort eine Zinssenkung erwartet, in China stützt die Notenbank ebenfalls schon die Wirtschaft.

      Anlage auf Tagesgeld / Festgeld genießen die Einlagensicherung, was eine Staatsanleihe nicht hat. Es sind auch schon Staatsanleihen abgewertet worden (Griechenland) oder ganz ausgefallen.

      Ich spiele in der gleichen Altersliga und würde keine 85% in Geldwerten anlegen. Unabhängig davon hatte ich im anderen Post schon gesagt, dass ich - unter Würdigung Deiner Bedenken - eine Teilanlage außerhalb des Euroraums unterstützen würde. Nur muss halt klar sein, dass das nur vielleicht eine Sicherheit ist, aber auch ein Risiko darstellen kann.

      Als Kriseninvestment gilt auch Gold. Finanztip spricht davon maximal 10% in Gold zu halten. finanztip.de/gold/ Es gibt auch Fonds, die ein Mischportfolio mit physischen Goldanteil halten, wenn man keine Barren im Safe haben will.

      Ich erlaube mir noch die Anmerkung, dass Dr. Krall letztlich davon lebt, dass die Leute Angst haben und seine Bücher kaufen. Wenn man lange genug vor dem Crash warnt bekommt man irgendwann recht. Er vertritt eine Schule der Wirtschaftslehre, es gibt aber auch andere Meinungen, z.B. dass die von ihm kritisierte Staatsfinanzierung noch sehr lange durchgehalten werden kann. Für mich gehe ich so damit um, dass ich eine grundsätzlich vorsichtige Haltung einnehme, versuche so gut es geht zu diversifizieren, Sachwerte übergewichte und mich nicht auf Europa beschränke.
    • OK, bei nur noch vier Jahren bis zur Rente, brauchst du genügend Liquidität, du willst ja davon (zum Teil) leben. Es spricht meiner Ansicht nach zunächst nichts dagegen, einen gewissen Teil deines Geldes weiterhin in einem Aktien-ETF (MSCI World) zu belassen. Du hast ja sicher nicht vor, sofort nach dem Beginn des Ruhestands zu sterben. Folglich sollte ein Teil deines Vermögens auch weiterhin an Wertsteigerungen teilnehmen.

      Also ich habe und würde auch keine über das absolut Notwendige hinausgehende Geldbeträge auf Tagesgeld- oder Girokonten zu liegen haben. Target-Salden, Italien, Billionen von gedruckten Euro .... nein. Mit Sichteinlagen haftest du vollständig bei entsprechenden Problemen.

      Liquidität (also nicht längerfristig) im Ausland zu parken, mag gut klingen. Aber man muss bedenken, dass dort vielleicht kein Euro in die Suppe spucken kann, aber dafür die lokalen Währungen. Wenn man sich die Staatsverschuldung des Dollar, sprich der USA ansieht, gibt es da keinen nennenswerten Unterschied zum Euroraum. Und bei anderen Währungen können ebenfalls die jeweiligen Notenbanken jederzeit dein Vermögen entwerten. Aber klar, für Liquidität gibt es eben nur begrenzte Alternativen.

      Ich würde vielleicht mir eine Kombination kurzlaufender Staatsanleihen aus diversifizierten Währungen ansehen und gleichzeitig zu einem gewissen Prozentsatz eine "Versicherung" in Form von Gold (bitte kein Papiergold) abschließen. In deinem Alter ist von einem sehr hohen Aktienanteil aufgrund der nötigen Liquidität eher abzuraten.
    • Kater.Ka schrieb:

      Anlage auf Tagesgeld / Festgeld genießen die Einlagensicherung, was eine Staatsanleihe nicht hat. Es sind auch schon Staatsanleihen abgewertet worden (Griechenland) oder ganz ausgefallen.

      Korrekt, allerdings besteht diese Sicherung erst mal nur auf dem Papier. Mehr nicht. Und auf dem Papier zahlen auch alle Staaten ihre Schulden immer pünktlich. Die Praxis ist bekanntlich anders.

      Die (deutsche) Einlagensicherung würde bereits bei der Pleite einer mittleren Bank überfordert sein. Die Gelder, über die die Einlagensicherung verfügt - und deren genaue Höhe verheimlicht wird - reichen bei weitem nicht zur Befriedigung der Ansprüche aus.

      Springen dann freiwillig andere Banken ein? Vielleicht ... oder auch nicht. Und der Staat? Kann sein .... oder auch nicht. Wobei es dann in jedem Fall Steuern und damit das Geld der Bürger ist, wir also dann quasi uns selbst auszahlen.

      Ich betrachte die Einlagensicherung für genauso sicher oder eben unsicher wie Staatsanleihen.
    • Samuel schrieb:

      Ich betrachte die Einlagensicherung für genauso sicher oder eben unsicher wie Staatsanleihen.
      Ich hatte in der Vergangenheit schon davor gewarnt sich auf die 100 T€ zu verlassen, da die Grenze eben nur auf dem Papier steht. Trotzdem würde ich in gewissen Rahmen eine Einlagensicherung in einem leistungsfähigen Land einer Staatsanleihe eines nicht so leistungsfähigen Landes vorziehen.
    • Wer Staatsanleihen oder der Einlagensicherung misstraut, für den ist der Vorschlag nix:

      Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung sind "auf kurze Distanz" gar nicht so schlecht, da bei einer Alternativanlage der Zinseszins nicht richtig greifen könnte.

      Der Entgeltpunkt "kostet" 7235 Euro und entspricht aktuell 32,03 Euro, ab Juli dann 33,05 Euro.

      Also hätte man das Geld nach knapp 18 Jahren wieder drin. Gut, Rente ist steuerpflichtig. In der Regel auch beitragspflichtig zu Kranken- und Pflegeversicherung, aber ggf. gibt es einen (steuerfreien) Zuschuss zur Krankenversicherung (wenn privat oder freiwillig gesetzlich versichert).

      Beiträge zur Rentenversicherung sind Altersvorsorgeaufwendungen und können in gewissen Grenzen (2019: 24.304 Euro zu 88%) steuerlich geltend gemacht werden.

      Wenn man das mindset-mäßig mittragen kann, dann wäre das eine Idee.
    • Kater.Ka schrieb:

      Die USA haben ebenfalls ein Schuldenproblem und die Wirtschaft lahmt.
      ??

      Die USA sind mit 105% des BIP verschuldet, die Staatschulden sind seit 7 Jahren stabil. Sehe da kein Problem. Zum Vergleich kannst Griechenland mit 182% oder Italien mit 128% her nehmen. Beides Werte die für die USA immer noch gut bezahlbar wären. Allgemein sind die europäischen Staaten ähnlich hoch verschuldet wie die USA.

      Wirtschaft lahmt? 2,9% Wachstum bei einem Industrieland dieser Größe lahm??? Da können Europäer nur von träumen....
    • Malapascua schrieb:

      die Staatschulden sind seit 7 Jahren stabil.
      Das kann ich nicht nachvollziehen, die Staatsschulden der USA sind sowohl absolut wie auch relativ gestiegen. Absolut s. treasurydirect.gov/govt/report…tdebt/histdebt_histo5.htm Die Steigerung beschleunigt sich derzeit eher.

      Die Grundsatzfrage des TE ging um sichere Anlage.außerhalb des Euroraums. Da ist die USA sicher keine schlechte Wahl als größte Volkswirtschaft. Das bedeutet aber nicht, dass es dort nicht auch pespektivisch Risiken geben kann. z.B. könnte die Währung unter zunehmender Verschuldung leiden..
    • Ajax2019 schrieb:

      Hallo Samuel, ca. 4 Jahre bis zur Rente.
      Ich suche eine sichere Geldanlage alternativ zum Tagesgeld/Sparkonto. Hintergrund ist, wenn es im Euroraum richtig kracht,
      z. B wegen Italien oder Bankensterben wegen Zinsmargen usw. Ich hätte gern Geld sicher geparkt außerhalb vom Euroraum. ca. 15 % habe ich in MSCI World ETF und Immobilienfonds.
      Rendite spielt keine so große Rolle.

      Habt ihr da keine Bedenken, ein Großteil des Geldes in Euro auf den Festgeldkonto zu legen ?

      Ich bin dankbar für jeden Tip.

      Ein paar gedankliche Einwürfe meinerseits:

      Es sind verschiedene Anforderungen in Diskussion:
      A) Crash-Szenario EURO ausweichen
      B) Geld sicher parken -- ohne Rendite
      C) Geld anlegen mit Rendite

      ad A)
      Ich persönlich glaube ja, dass dieses Szenario nicht / kaum eintreten wird. Auch bin ich der Meinung dass nominell das Geld Bestand haben wird -- es bleibt die Frage was wir uns heute mit zB EUR 100.- kaufen können und was morgen mit diesen EUR 100.- noch zu erwerben sein wird (siehe Beispiel Türkei).

      ad B)
      "Sicher" ist eher relativ -- ich würde eher zu Festgeldkonten tendieren als zu Staatsanleihen (da eher negative Rendite, offensichtlich spätestens mit dem heutigen Tag der EZB-Info). Festgeld bedeutet Vor-Steuer so ca. 1% auf 2 Jahre bis 2% auf 10 Jahre Falls du X-mal 100TEUR anlegen willst, musst du diese halt auf mehrere Bankinstitute verteilen.

      Ich nehme an, dass das Thema Immobilie (eigengenutzt und fremd-vermietet) bereits entsprechend diskutiert und in trockenen Tüchern ist. Wenn man im Land und in der Region bleiben will, dann ist m.E. eine eigene bzw. fremd-vermietete Immobilie bzgl. Risiko und Rendite immer noch ganz passabel (manch bekannter Buchautor sieht das aber gänzlich anders).


      ad C)
      Hatte ähnliche Überlegungen wie du angestellt (bei mir sind es allerdings noch 15 Jahre bis zur Pension). Mein Ergebnis ist, dass ich neben abgezahlter Immobilien wie beschrieben Taggeld- und Festgeldkonten (Festgeldleiter von halbem Jahr bis 10 Jahre) habe und nun ein Aktien-ETFs Portfolio aufbaue und bewusst auf Anleihe-ETFs verzichte.

      Die Aktien-ETFs sind auf mehrere Währungen verteilt: EUR, USD, GBP (FTSE 250) und CHF (SPI).

      Vielleicht helfen dir diese Überlegungen ein wenig weiter, bG, Ben42
    • Ajax2019 schrieb:

      Danke für jegliche Infos bezüglich Anleihen !
      Wer auf Nummer Sicher gehen will, kommt an Bundeswertpapier nicht vorbei.:
      Ein "Inflationsschutz" ist sinnvoll, wenn man damit rechnet, dass die Inflations­rate künftig höher liegt als die derzeitige.
      Der Staat koppelt dabei die Zinsen und die Rück­zahlung an die Inflations­rate. So bleibt der reale Wert des angelegten Geldes erhalten – und somit die Kauf­kraft.
    • Kater.Ka schrieb:

      Das kann ich nicht nachvollziehen, die Staatsschulden der USA sind sowohl absolut wie auch relativ gestiegen. Absolut s. treasurydirect.gov/govt/report…tdebt/histdebt_histo5.htm Die Steigerung beschleunigt sich derzeit eher.
      Das muss man schon ins Verhältnis zum BIP setzen.

      Da tut sich seit 2012 nicht mehr viel.

      de.statista.com/statistik/date…bruttoinlandsprodukt-bip/

      Kater.Ka schrieb:

      Die Grundsatzfrage des TE ging um sichere Anlage.außerhalb des Euroraums. Da ist die USA sicher keine schlechte Wahl als größte Volkswirtschaft. Das bedeutet aber nicht, dass es dort nicht auch pespektivisch Risiken geben kann. z.B. könnte die Währung unter zunehmender Verschuldung leiden..
      Richtig. Risiken der USA sind weltweite Risiken den ohne die USA ist jede Wolkswirtschaft auf der Welt tot.
    • Ajax2019 schrieb:

      Würdest du mehr in Aktien anlegen ?
      Ja. Es gibt dazu einen Artikel in Finanztest letzten Herbst, der es als lohnend bezeichnet selbst in der Auszahlungsphase einen höheren Risikoanteil zu haben. (09/18 S. 49ff) In die gleiche Richtung gehen die Ergebnisse hier bei Finanztip finanztip.de/geldanlage/

      Beide Artikel heben aber auch darauf ab, dass das zur jeweiligen Risikoneigung passen muss. Es kann niemand garantieren, dass nach einem Crash - der kommt alle paar Jahre - die Kurse neue neue Hochs markieren, bis dato war es aber immer so. Deswegen sollte man eine Risikoquote haben, die einen gut schlafen lässt. Wenn das nicht mehr als 15% sind ist das OK, ich liege bei mehr als 50%.