Wie kann ich anfangen?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Wie kann ich anfangen?

      Hallo liebe Finanztip Community,

      ich bin seit kurzem erst auf das Thema "Investieren und Geld anlegen" gestoßen und habe dadurch eine sehr interessante Welt für mich entdeckt.
      Ich bin noch ein kompletter Neuling und möchte dennoch anfangen, mein Geld ernsthaft zu investieren. Natürlich bin ich dabei, mein Wissen immer mehr zu erweitern, um bald auch wirklich Ahnung von der Materie zu haben.

      Nun zu meiner Frage: Wie beginne ich am besten?

      Infos über mich: Ich bin 21 Jahre jung, habe nach meiner mittleren Reife direkt angefangen zu arbeiten um Geld zu verdienen, welches ich aber nicht wirklich angespart habe (ich bereue es). Nun bin ich etwas reifer geworden, habe meine Finanzen im Griff (keine unnötigen Konsumausgaben/Versicherungen ect,) und habe vor das bisschen Geld, dass ich in meiner Ausbildung, welche ich 2019 beginnen werde, verdienen werde, zu investieren. Mein Ziel ist es langfristig Kapital zu besitzen und einen Cashflow generiert zu haben, der in Zukunft meine fixen Ausgaben denken kann.

      Da ich am Anfang eher wenig Kapital zur Verfügung haben werde, würde ich mit einem thesaurierenden ETF-Sparplan anfangen (50€ mtl), welcher erstmal die nächsten 10-15 Jahre oder länger laufen wird. (Sparbetrag wird über die Zeit natürlich erhöht.) Möchte damit Anfangen, um in der Zukunft ein

      Jedoch habe ich auch Interesse, mittelfristig Geld zu investieren, um so in kürzerer Zeit Kapital aufbauen zu können. Von der Mentalität her bin ich bereit auch Risiko einzugehen. Dazu fehlt mir aber noch das Wissen.

      So würde ich jetzt starten, bin jedoch für alle Tipps, Empfehlungen und Vorschläge offen.

      Noch eine Frage. Ich habe immer wieder in Beiträge gelesen, dass Leute 10.000€ da investieren, 3000€ dort und 50.000€ dort liegen haben usw. Diese Zahlen verunsichern mich ein wenig und ich Frage mich, ob ich mit meinem momentanen Kapital überhaupt wirklich Rendite erwirtschaften kann, da ich während der Ausbildung zumindest recht wenig zur Verfügung habe. Sollte ich vielleicht erstmal Vermögen ansparen und diese dann später erst Investieren, oder kann ich schon mit Kleinbeträgen (50-500€) etwas bewirken?

      Würde mich um ein paar hilfreiche Antworten freuen! :)

      Und entschuldigt mögliche fehlerhafte Grammatik. Habe den Text unter Zeitdruck geschrieben, da ich jetzt arbeiten muss.
    • Hallo.

      Erstmal zum Einstieg: Mit dem geschilderten Programm machst Du weit mehr richtig als falsch und kümmerst Dich deutlich besser als Otto Normalsparer.

      Für die Zeit der Ausbildung sind 50 Euro schon nicht schlecht, nach der Ausbildung sollte dann mehr drin sein.

      Die Eckpunkte "langfristig, kostengünstig und breit diversifiziert" werden wahrscheinlich beachtet, also nix zu meckern. :thumbsup:

      Bevor ich jetzt an weitere Investitionen denken würde, wäre mir ein Blick auf die Absicherung elementarer Risiken wichtig. Dabei ist aber wichtig, dass dies immer individuell zu bewerten ist.

      Ich persönlich denke auch, dass für viele Menschen der 08/15-ETF ausreichend ist/wäre. Es hängt immer vom eigenen Anspruch ab.

      Ansonsten findet sich hier im Forum jede Menge an Inspiration.
    • Die grundsätzliche Aufstellung ist richtig. Die Erwartung mit dem Cashflow die fixen Ausgaben zu decken ist sportlich. Wenn man unterstellt, dass man mit einem marktbreiten ETF pro Jahr vor Steuern 7% generiert bleiben nach Steuern rund 5% übrig. Zieht man dann 2 % Inflation ab um den Kapitalstock zu erhalten bleiben 3% (alles ganz unverschämt gerundet). Von 1.000 € angespartem Kapital also 30 €.

      Das sage ich nicht um zu demotivieren sondern analog wie @Referat Janders dass Du eben nach Möglichkeiten suchen solltest die Sparrate nach der Ausbildung zu erhöhen, damit der Kapitalstock größer wird, denn dann wird der mögliche Beitrag zu den fixen Ausgaben auch höher.
    • Welche Möglichkeiten hätte ich denn, um nach der Ausbildung noch liquider zu sein? Mal abgesehen vom Gehalt, den ich nach der Ausbildung bekommen werde.

      Ich habe bisher natürlich keinerlei Praxis, was das Investieren in Aktien, ETFs, P2P Kredite, Anleihen und was es noch so alles gibt, deswegen könnten meine Vorstellungen etwas überzogen oder gar unrealistisch sein. Aber die Möglichkeit bestünde doch trotzdem, wenn man über die Jahre hinweg weiter in verschiedene Dinge schlau und profitabel investiert, dass man einen ordentlichen Cashflow hat? (natürlich gibt es auch schlechte Phasen, in denen man Verluste einfährt) Oder bin ich da komplett fehl informiert?
    • Ich bin nicht ganz sicher, wie die Frage lautet:

      Liquid heißt im Grundsatz mal Geld verfügbar zu haben. Tagesgeld und ETF sind innerhalb 1-3 Tage verfügbar, Festgeld je nach Restlaufzeit. Insofern bist Du mit solchen Anlageformen liquide, was Du z.B. mit einem Immobilieninvestment nicht bist.

      Cashflow ist die Bezeichnung für den Zahlungsstrom, i.d.R. in Unternehmen, sehr grob der Gewinn und dazu addiert die verdienten Abschreibungen. Im weiteren Sinne wären das bei der Geldanlage die Ausschüttungen sowie durch Verkauf realisierte Kursgewinne, denn nur dieses Geld fließt durch das Konto. Hinsichtlich der Bewertung einer liquiden Geldanlage ist das mMn eher nebensächlich, bei einer illiquiden Geldanlage eher relevant.

      Daher unterstelle ich mal, dass Du die Rendite der Geldanlage meinst. Dabei ist zu beachten, dass die Rendite und das Risiko (i.S.v. Wertschwankung bis hin zu Totalverlust) miteinander korreliert sind. Wenn für eine Geldanlage eine hohe Rendite versprochen wird ist damit i.d.R. ein höheres Risiko verbunden. Umgekehrt gilt das übrigens nicht; es gibt Anlagen mit hohem Risiko aber geringer Rendite.

      Was an absoluter Rendite am Ende herauskommt hängt neben der prozentualen Rendite eben auch vom Kapital ab. 3% von 10.000 € sind eben zehnmal so viel wie 3% von 1.000 €. Deswegen führt am Sparen zum Aufbau eines Kapitalstocks eben kein Weg vorbei

      Hier bei Finanztip wird eben ein Mix aus marktbreiten ETF als Risikobaustein und Tages-/Festgeld als Sicherheitsbaustein empfohlen. Das wird hier sehr fundiert dargestellt. finanztip.de/geldanlage/ Dort findet man auch die historischen Renditen.

      Zu den anderen von Dir genannten Investments:

      Anleihen spiegeln die Zinssituation wieder. Da die EZB eine Nullzinspolitik fährt gibt es entsprechend mit Anleihen nicht viel zu verdienen. Es gibt Anleihen mit höherem Risiko, das sind so Begriffe wie Nachrangdarlehen, High Yield- / Hochzinsanleihen, Junk Bonds, ... Die sollte man aufgrund des Ausfallriiskos nur als ETF / Fonds kaufen. Die Rendite war in den letzten Jahren allerdings geringer als bei marktbreiten Aktien-ETF. In die Kategorie des hohen RIsikos gehören i.d.R. auch die angepriesenen Darlehen bei Crowd- / Immobilien-Investments, da hier die Privatanleger den nachrangigen = am meisten von Verlust bedrohten Anteil erhalten, sowie P2P-Kredite, da der Anleger das Ausfallrisiko der Kreditnehmers und / oder des Anbieters trägt.

      Aktien: Hier bei Finanztip und in der Community wird die Ansicht vertreten, dass einzelne Aktien nicht für den Kleinanleger geeignet sind. Gute Aktien haben ein höheres Renditepotenzial als ein marktbreiter Aktien-ETF, der eben den Durchschnitt der Aktien abbildet. Allerdings ist es schwierig vorauszusagen, ob eine Aktien eben auch in Zukunft gut sein wird oder Verluste generiert. Ein gutes Beispiel sind die Versorger E.On und RWE, die klassisch als Witwen- und Waisenpapiere galten, durch Atomausstieg und Klimadiskussion stark gelitten haben.

      Ich persönlich habe schon lange einige klassische Dividendenwerte und handle mittelfristig bei einigen kommerziellen Systeme mit. Das bringt mehr Rendite als ein marktbreiter ETF , benötigt aber Zeit und auch ein wenig Erfahrung. Für die zahlt man auf dem Weg auch Lehrgeld in Form von Verlusten.

      Ich hoffe Du kannst mit dem Geschreibsel was anfangen. Bitte gerne weiter fragen wenn Du mehr Hilfe oder Infos möchtest.
    • Zum Thema Anleihen und Liquidität gibt es derzeit ausgelöst durch einen FT-Artikel Diskussionen um mehrere Fonds. Die Stellungnahme der Fondsgesellschaft (in Englisch) findet sich hier mit Datum 21.06.19 h2o-am.com/en-DE/p/News/News Zum Ursprung der Aufregung eine Nachrichten-Suchmaschine mit dem Namen der Fondsgesellschaft (H2O) und der Muttergesellschaft (Natixis) befragen.