Ehe, gemeinsamer Zugriff auf Tagesgeld und Festgeld

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    • Ehe, gemeinsamer Zugriff auf Tagesgeld und Festgeld

      Hallo ihr,

      Ich würde gerne für meine Frau und mich Gemeinschaftskonten für Tagesgeld und Festgeld anlegen.
      Nun scheinen leider die Anbieter mit besseren oder guten Zinsen Gemeimschaftskonten und Teils auch Vollmachten zu Lebzeit / bei Sinnen nicht anzubieten.
      Bei Festgeld habe ich mir erst mal damit beholfen, das Gemeinschafts-Girokonto als Referenzkonto zu wählen (CACF, überweist bei Anlage >=1 Jahr nach einer Verlängerung automatisch zurück aus Referenzkonto)
      Fürs Tagesgeld fehlt mir noch eine gute Lösung... Hat jemand eine Idee?

      Grüße
      Ulli
    • Wir haben kein gemeinsames Tages- oder Festgeld. Läuft alles auf mich. In meinem Todesfall zahlt die Risikolebensversicherung oder die Großeltern überbrücken. Im Scheidungsfall greift der Zugewinnausgleich.

      Du kannst ihr natürlich den Login geben, dann sieht sie ja was passiert.

      Alternativ gibt es bei der DKB Girokonto mit Tagesgeld als Gemeinschaftskonto. Da hat jeder jede Bewegung zu jeder Zeit sichtbar und kann auf alles zugreifen.
    • Ulli.winter schrieb:

      Ich würde gerne für meine Frau und mich Gemeinschaftskonten für Tagesgeld und Festgeld anlegen.
      Weshalb?

      Entgegen der landläufigen Vorstellung vieler Verheirateter ist der gesetzliche Güterstand der "Zugewinngemeinschaft" rechtlich eine Gütertrennung mit Anspruch auf Ausgleich des Zugewinns bei Ende der Ehe durch Tod oder Scheidung.

      Deshalb machen Gemeinschaftskonten im Vermögensbereich die Dinge nur kompliziert. Welcher Anteil gehört dem Mann? Welcher Anteil gehört der Frau? Ich rate von Gemeinschaftskonten generell ab - mit einer Ausnahme: die Kosten des gemeinsamen Lebens, angefangen von Miete über Auto bis hin zu Lebensmitteleinkäufen werden vernünftigerweise von einem gemeinsamen "Haushaltskonto" bezahlt.

      Das Haushaltskonto wird von beiden Ehegatten mit Beiträgen gespeist, wenn beide berufstätig sind und Einkommen erzielen. Aber die Vermögenssphäre (Tagesgeld, Wertpapierdepots, Fonds usw.) sollten die Ehegatten immer getrennt halten. Nur bei getrennter Vermögenssphäre kann bei Ende der Ehe die Höhe des Zugewinns ohne größere Probleme ermittelt werden.
    • Danke für die Antworten!
      Vielleicht noch ein paar Details zu unserer Motivation:
      Wenn mal unerwartet größere Ausgaben anstehen (z.B. das Auto hat einen Totalschaden) sollten beide in der Lage sein, das Finanzielle zu erledigen. Ich vermute dass selbst bei einer Vollmacht für Fälle wie Koma etc. der Verwaltungsaufwand relativ hoch ist, um entsprechende Vollmachten auch nutzen zu können. Großeltern etc. würden wir gerne erst mal außen vor halten....

      @chris: Die DKB ist ja gerade eine der Banken, die in letzter Zeit nicht mehr durch hohe Zinsen auf das "Visa Tagesgeld" glänzt

      @muc: zu deinem Argument der Beweisführung des Zugewinns: es sollte sich doch recht einfach ermitteln lassen, wer von seinem Vermögen wie viel auf die Gemeinschaftskonten eingezahlt hat?

      Grüße
      Ulli
    • Ulli.winter schrieb:

      Ich vermute dass selbst bei einer Vollmacht für Fälle wie Koma etc. der Verwaltungsaufwand relativ hoch ist, um entsprechende Vollmachten auch nutzen zu können.
      Kann ich nicht bestätigen. Wenn eine Bankvollmacht für den Ehegatten vorliegt, kann dieser genauso verfügen wie der Vollmachtgeber. Meine Frau und ich haben uns jeweils gegenseitig Bankvollmachten erteilt. Das ist überhaupt kein Problem.

      Wenn wir schon dabei sind: Wichtig ist bei Ehepaaren auch die so genannte Vorsorgevollmacht. Die sollte jeder erteilt haben, damit der andere Ehepartner handlungsbefugt ist. Aber das ist ein komplexes Thema.


      Ulli.winter schrieb:

      es sollte sich doch recht einfach ermitteln lassen, wer von seinem Vermögen wie viel auf die Gemeinschaftskonten eingezahlt hat?
      Wenn die Ehe nur zwei, drei Jahre gedauert hat, ist das sicherlich leicht.
      Aber wenn man mal 20, 25 Jahre oder noch länger verheiratet ist, können die einzelnen Beiträge der Ehegatten nur dann festgestellt werden, wenn es eine präzise inner-eheliche Buchhaltung gibt. Das haben jedoch die wenigsten Ehepaare...