ETF MSCI World - Absicherung für evtl. bevorstehende Börsencrash / Rezession durch vorsorgliche Verkaufsorder Stop Loss?

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    • ETF MSCI World - Absicherung für evtl. bevorstehende Börsencrash / Rezession durch vorsorgliche Verkaufsorder Stop Loss?

      Liebe Forenmitglieder,

      ich bin in den letzten Tagen viel am Grübeln, wenn ich die Weltpolitik und die Weltwirtschaftslage so verfolge: Themen Trump, Handelskrieg mit China, allgemein sich abkühlende Wirtschaft, mögliche künftige Rezession. ?(

      Ich habe gemäß den Anlageempfehlungen von Finanztip vor einigen Jahren einen großen Teil meines Anlagevermögens in ETFs auf den MSCI World geparkt. Dieser ist, wie allgemein bekannt, in den letzten Jahren schön gestiegen. In den letzten Tagen ging es nun ordentlich bergab, u.a. Dank Herrn Trumps Politik. Ein schöner Teil des Gewinnes ist (aktuell) weg. Ich verfolge grundsätzlich die "Buy and Hold" Strategie. Die angelegten Gelder brauche ich die nächsten 10 bis 15 Jahre nicht.

      Ich bin nur eines jetzt am überlegen: Könnte man sich nicht absichern, in dem man für sein Anlagevermögen eine Verkaufsorder (heißt wohl Stopp Loss Limit) einstellt, dass wenn ein gewisser Wert unterschritten wird, die Anlagen verkauft werden? Ich würde den Wert so legen, dass er über dem Einkaufswert liegt, ich also in jedem Fall mit einem (kleinen) Gewinn hier mal aussteigen würde. Damit wäre ja verhindert, dass ich tatsächlich ins Minus gerate mit meinen Anlagen.

      Natürlich müsste ich dann irgendwann wieder einsteigen. Mir ist dann ja auch bewusst, dass ich sicherlich nicht genau den Zeitpunkt finde, wenn die Aktien an ihrem Tiefpunkt sind, um dann mit maximalen Gewinnen wieder einzusteigen. Aber man könnte doch, wenn die allgemeinen Prognosen wieder positiv sind, dann das Kapital wieder einsetzen, um so aus den Kurssteigerungen ordentlich zu profitieren. Das wäre dann doch besser, als wenn ich ersteinmal Monate/Jahre warten müsste, bis die Kurse wieder über dem Verkaufsniveau liegen?

      Klar, ich muss mir überlegen, was ich der Zwischenzeit vom Verkauf der Anlagen bis zum Wiedereinstieg mache (Festgeld, sichere Anleihen). Aber vielleicht muss ich dann nicht aushalten, dass die eigenen Anlagen unter dem Einkaufspreis liegen und ich also gefühlte im Minus bin, auch wenn ich ja gerade nicht verkaufen würde und so sich der Verlust nicht realisiert.

      Ich würde mich freuen, wenn jemand dazu seine Meinung sagen könnte, ob ich jetzt vollkommen verquert und falsch denke und ob ich wichtige Argumente dafür oder dagegen übersehe.

      Liebe Grüße

      Claudio
    • Hallo.

      Streng genommen heißt "buy and hold" kaufen und wirklich halten. Also kaufen und nicht nur grundsätzlich halten, sondern wirklich halten, auch im zwischenzeitlichen Minus.

      Soweit die reine Lehre.

      Allerdings könnte man natürlich so wie beschrieben verfahren, dann wären wir bei einem aktiveren Ansatz. Das muss nicht schlecht sein, bietet aber auch ein paar Risiken.

      Wenn es die Nachtruhe sichert und die Fingernägel schont, dann könnte man versuchen so zu verfahren, dann verfährt man eben nicht nach der reinen Lehre. Sei's drum.

      Persönlich wäre ich für's Aussitzen, aber das kann jeder für sich entscheiden. ^^

      Also viel Erfolg und ruhigen Schlaf. :sleeping:
    • Due Risiken liegen in der "Zwischenlagerung" der Finanzmittel.

      1. Wie zwischenlagern (Rendite/Sicherheit) und 2. wann wieder einsteigen (hängt vielleicht auch mit der Art der Zwischenlagerung zusammen)?

      Und was ist, wenn der Ausstiegszeitpunkt falsch gewählt ist, weil er nur ein kurzes Innehalten vor einem nie dagewesenen Boom darstellt?

      Vergangenheitsbezogen sind Aussagen immer leichter, als auf die Zukunft bezogen. :S
    • Bedenke immer dass der Stop Loss auch dann ausgelöst wird, wenn der Wert auch nur kurz erreicht wird und danach die Kurse auch direkt wieder steigen.

      Ein weiteres Problem (meines Wissens nach): Bei einem tatsächlichen Crash ist nicht garantiert, dass du tatsächlich die Wertpapiere verkauft bekommst, wenn du ein Limit gesetzt hast - weil der Kurs deinen Verkaufspreis schon längst unterschritten hat und niemand mehr das Wertpapier zu deinem gesetzten Verkaufspreis kaufen möchte.
    • Kater.Ka schrieb:

      lieberjott schrieb:

      Ein weiteres Problem (meines Wissens nach):
      Dem ist so beim Stop Loss Limit (Stop Loss mit zusätzlichem Limit). Beim normalen Stop Loss wird zum nächsten Kurs verkauft und der kan sehr niedrig sein z.B. bei einem Overnight Gap.
      Genau, daher ist solch ein SL auch "gefährlich", weil da größere Verluste als erwartet entstehen können.
    • Man sollte m.E. nur in Aktien bzw. Aktien-ETF investieren, wenn man das Geld die nächsten (mindestens) 10-15 Jahre nicht braucht.

      Diese Voraussetzung ist schon per se Absicherung genug, nämlich dass (zumindest in der Vergangenheit) marktbreite Indizes nach Verlustperioden eben spätestens nach einer solchen Anlagedauer wieder im Plus sind.

      Meiner Auffassung nach kann man den Markt nicht timen, und eine darüber hinaus gehende „Absicherung“ ist daher unnötig, und mglw. sogar kontraproduktiv.
    • Insbesondere kann man sein Depot nicht über Jahre mit irgendwelchen Derivaten absichern. Wenn ich weiß, das nächste Woche die Börse kollabiert, kann ich diese Woche was machen. Aber Absicherung kostet. Ein 1000 Euro Depot kann man nicht über 10 Jahre dahin absichern, dass es nie weniger als 900 wert sein darf. Die Kosten fressen das Depot auf. Wird sehr anschaulich im von mir erwähnten Podcast erläutert.
    • Neu

      dr_vergleich schrieb:

      ... künftige Rezession...


      ...Aber man könnte doch, wenn die allgemeinen Prognosen wieder positiv sind, dann das Kapital wieder einsetzen, um so aus den Kurssteigerungen ordentlich zu profitieren...
      Hi Claudio,
      Das Problem ist die Annahme von effizienten Märkten, die der buy and hold Strategie unterliegt.
      Beide in deiner Ausführung beschriebenen Rahmenbedingungen sind in den Kursen schon eingepreist, heißt konkret:
      A) es könnte eine Rezension kommen und das Risiko ist vielleicht höher als noch letztes Jahr. Daher sind die Kurse jetzt niedriger. Es könnte aber auch keine Rezension kommen. Man weiß es nicht, der Kurs spiegelt die derzeit angenommene Wahrscheinlichkeit wieder. Wenn du jetzt verkaufst rätst du entweder, oder du hast mehr Informationen als der Markt und kannst das Risiko daher besser einschätzen.
      B) beim Wiedereinstieg hast du die gleiche Situation: wenn die Prognosen wieder positiv sind wie du sagst, dann wissen das natürlich auch alle anderen. Das heißt die Kurse sind schon ein kleines bisschen hochgegangen bevor du kaufen kannst und sind genau auf dem Niveau, welches die veränderte Wahrscheinlichkeit dafür darstellt, dass es wirklich wieder „bergauf“ geht. Es kann natürlich auch anders kommen. Auch hier weißt du entweder wieder mehr als die anderen (unwahrscheinlich) oder du rätst einfach.

      Hast du also keine zusätzlichen Informationen, die andere Marktteilnehmer nicht haben, so ist dein beschriebenes Handeln eher „Glücksspiel“ bei dem du auf jeden Fall die Gebühren für das Spiel verlierst. Mit SLL sind die Gebühren nochmal höher, das Spiel aber das selbe.
      Ich weiß, das ist ernüchternd, weil dir als Optionen eigentlich nur ein absolut passiver Ansatz oder die Investition von sehr viel Zeit und Ressourcen bleiben, um mehr zu wissen als alle anderen.
      Viele Grüße