Sparen fürs Alter - Fragen zum Start eines ETF-Sparplans

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    • Sparen fürs Alter - Fragen zum Start eines ETF-Sparplans

      Grüßt euch,

      meine Lebensgefährtin und ich möchte nun demnächst beginnen in einen ETF zu investieren. 200,- sollen es mtl. erst einmal werden. Langfristig, so stelle ich mir das vor, peu a peu auf 1000,- erhöhen um für die Rente vorzusorgen.

      Nun habe ich den von Chris2702 in einer anderen Frage verlinkten Beitrag auf den 40.000-Sparplan bereits gelesen. Auch die dort wieder von ihm verlinkten Finanzwesir-Links (Danke dafür!).
      Was ich rauslese ist: es ist schon fast egal, welchen MSCI World man bespart. Wenn die Raten höher werden, wird dort eben noch dazu geraten, die Raten zu splitten auf World und World ACWI. Bei EM bin ich noch nicht ganz durchgestiegen.

      Anfangen würde ich mit dem von Finanztip empfohlenen MSCI World Swap UCITS ETF 1C (ISIN: LU0274208692). Auch wenn ich, rein vom Bauchgefühl, SWAP-basierten ETFs erst einmal nicht den Vorzug gegeben hätte, da ich das Prinzip noch nicht ganz verstehe.

      Meine Hauptfrage in diesem Thread:
      Was ich aber bei Forenmitgliedern sowie auch in vielen Youtube-Videos und Beiträgen tonmäßig glaube rauszuhören: Es wird immer mal wieder ge- und verkauft. Stimmt das? Muss, respektive, sollte man das?
      Eigentlich dachte ich - ganz vereinfacht gesagt - ich baue mir nun einen Sparplan und bleibe darauf die nächsten 30-35 Jahre sitzen. Und dann geht es für meine Frau und mich in die Rente und diese freie Zeit können wir dann dank des zusätzlich zur staatlichen Rente angesparten ETF-Depots auch produktiv nutzen und genießen. Vllt einen Hauskredit abbezahlen und viel Reisen. Sowas halt.

      Natürlich weiß Niemand, was die Zukunft bringt, aber mal angenommen, der MSCI World läuft so weiter - kann ich das so umsetzen? Nebenher besparen wir noch Festgeld als Notgroschen und Tagesgeld für kurz- und mittelfristige Anschaffungen (Urlaub, Auto, Hochzeit usw). Brauche ich noch mehr Säulen für später? Mir ist es wichtig diese Fragen zu stellen, damit ich mit einem sicheren Gefühl in eine hohe Investition gehe.


      Nebenfragen:
      - Wenn ich nämlich merke, etwas läuft dort nicht gut und ich würde wechseln wollen, müsste ich meine Anteile am ETF ja verkaufen, was wiederum versteuert wird und Verluste mit sich bringt, ist das korrekt?

      - Das Depot bei FlaTex bspw (0,- auf eine Sparrate des oben genannten ETFs) oder DKB (1,50 pro Sparrate) zu haben - macht das einen Unterschied? Da bin ich noch nicht ganz Schlau draus geworden. Ich würde mir halt eines raus suchen, wo es meinen ETF gibt und dann..? Gibt es Kriterien die wichtig sind, ausser die Kosten pro Sparrate? Wenn es bessere Gründe für die DKB gäbe, wären die 18,-/Jahr doch auch egal, oder?



      Lieben Dank erst einmal und ein schönes Wochenende euch,

      Sebastian
    • Viele Fragen. Versuche mich mal an ein paar Antworten.

      Schism schrieb:

      Es wird immer mal wieder ge- und verkauft. Stimmt das? Muss, respektive, sollte man das?
      Das entspricht zumindest nicht der von Finanztip und anderswo propagierten buy-and-hold-Strategie.

      Schism schrieb:

      Natürlich weiß Niemand, was die Zukunft bringt, aber mal angenommen, der MSCI World läuft so weiter - kann ich das so umsetzen?
      Ja. Wobei ich einen Hauskredit zu tilgen den Vorzug vor einem ETF-Sparplan geben würde.

      Schism schrieb:

      - Wenn ich nämlich merke, etwas läuft dort nicht gut und ich würde wechseln wollen, müsste ich meine Anteile am ETF ja verkaufen, was wiederum versteuert wird und Verluste mit sich bringt, ist das korrekt?
      Die Frage ist nicht klar. Ist damit gemeint was tun bei überraschendem Geldbedarf? Dann auf jeden Fall verkaufen auch wenn ein Verlust realisiert wird. Wenn die Anlage einen Kursgewinn gemacht hat - davon wäre nach einigen Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit auszugehen - zahlt man zwar Steuern auf den Wertzuwachs, aber das ist nicht unbedingt ein Verlust auf lange Sicht da beim Verkauf im Alter auch Steuern anfallen können / werden.

      Schism schrieb:

      Das Depot bei FlaTex bspw (0,- auf eine Sparrate des oben genannten ETFs) oder DKB (1,50 pro Sparrate) zu haben - macht das einen Unterschied
      Es macht natürlich einen Unterschied aber bei der von Dir angestrebten Sparrate eben nur einen sehr geringen.Die genannte 0€-Sparrate ist eine Aktion, die kann auch wieder enden. Ich würde nach einem Depot suchen, das 1. dauerhaft günstige Konditionen bietet und 2. mit dem ich gut umgehen kann. Solange die Depots kostenlos sind kann man auch mehrere eröffnen und dann in der Praxis vergleichen. Ich kenne Flatex, Comdirect und Consors sowie Ebase und FFB und neuerdings TradeRepublic, die haben alle ihre Vor- und Nachteile.
    • Schism schrieb:

      Nun habe ich den von Chris2702 in einer anderen Frage verlinkten Beitrag auf den 40.000-Sparplan bereits gelesen. Auch die dort wieder von ihm verlinkten Finanzwesir-Links (Danke dafür!).
      Was ich rauslese ist: es ist schon fast egal, welchen MSCI World man bespart. Wenn die Raten höher werden, wird dort eben noch dazu geraten, die Raten zu splitten auf World und World ACWI. Bei EM bin ich noch nicht ganz durchgestiegen.
      hallo,

      Die Idee hohe Raten teilweise in den msci acwi anzulegen kam meiner Erinnerung nach vom Fragesteller selbst, aber geraten hat das niemand. Für mich ist das so als trinkt man täglich 2 liter leitungswasser und dann noch nen halben Liter Rosbacher, weil da mehr Calcium drin ist. Kann man machen........

      Ich habe am Anfang auch 5 Sparpläne angelegt mit DAX, EM, World, ACWI und Staatsanleihen. Inzwischen ist mein Depot über 50.000 raus und ich kaufe nur noch World. Ich glaube einfach nicht mehr das mein self made mix was bringt. Die Sparrate verdoppeln, das bringt was. Der Vorteil von der weisen Selektion ist erstmal unklar.

      Ich kaufe aktuell nur über kostenlose Sparpläne. Wenn ich das 30 jahre durchhalte (falls das überhaupt auf Dauer angeboten wird) hab ich vielleicht ein paar hundert Euro mehr gespart. Aber viel wird es nicht sein. Wirklich bringen wird es nur mehr einzuzahlen.
    • Hallo @Schism,
      gut dass Du Dich schon selbst informiert hast. Auf lange Sicht macht es sicher keinen Sinn Fondsanteile zu verkaufen um dann wieder neue zu kaufen.
      Das kann man aber machen, um zum Beispiel jedes Jahr, den Sparerfreibetrag von 801€ vollzubekommen. Da beim Verkauf, positiver Verlauf vorausgesetzt, Erträge entstehen, die zum Füllen des Sparerfreibetrages genutzt werden können.
      Beim MSCI-World Fonds ist man ziemlich sicher, dass die Entwicklung der 23 Industrieländer nachgebildet wird. Wenn es da mal nicht so läuft wie erhofft, bringt ein Verkauf auch keine Besserung. Da hilft nur Durchhalten. Bisher ist es immer wieder besser geworden.
      Ich würde an Deiner Stelle erst mal so anfangen. Später kann man immer noch den einen oder anderen Fonds dazunehmen.
      Da ich bereits mit Fondssparen begonnen habe, als es noch keine ETFs gab, hat sich in meinen Depot ein großes Durcheinander gebildet. Da ich auch Fonds gekauft hatte, die sich nicht so entwickelt haben wie ich gehofft hatte, diese habe ich dann verkauft. Die Regel ist das bei ETFs auf den MSCI-World aber nicht.
      Gruß

      Altsachse
    • Schism schrieb:

      ...

      Meine Hauptfrage in diesem Thread:
      Was ich aber bei Forenmitgliedern sowie auch in vielen Youtube-Videos und Beiträgen tonmäßig glaube rauszuhören: Es wird immer mal wieder ge- und verkauft. Stimmt das? Muss, respektive, sollte man das?
      Eigentlich dachte ich - ganz vereinfacht gesagt - ich baue mir nun einen Sparplan und bleibe darauf die nächsten 30-35 Jahre sitzen.
      ...
      Wenn man nicht daran glaubt, bestimmte Entwicklungen vorhersehen zu können, und dazu würde ich raten, macht das grundsätzlichen keinen Sinn.
      Eine Ausnahme bildet ggf. das Rebalancing.
      Ich habe mir aufgrund meiner persönlichen Risikotoleranz vorgenommen, stets möglichst 60% meiner finanziellen Mittel in Aktien-ETFs zu halten. Wird dieser Wert unterschritten, weil ich z.B. wieder Geld angespart habe, wird soviel zugekauft, dass es wieder die angestrebten 60% sind. Falls es aufgrund eines Kursfeuerwerks deutlich mehr als 60% werden sollten, wird eben entsprechend verkauft bis es wieder stimmt.
      Macht man das nicht, kann es sein, dass man mit seinem Gesamtvermögen viel höher oder zu niedrig im Risiko steht als man es eigentlich will.


      Schism schrieb:

      ...Vllt einen Hauskredit abbezahlen und viel Reisen. Sowas halt.
      Eine riskante Geldanlage tätigen und gleichzeitig Schulden haben, ist ein Investment auf Pump.
      Solange die Immobilienfrage nicht geklärt ist, würde ich Zurückhaltung empfehlen und allenfalls vorsichtig mit kleinen Summen am Aktienmarkt agieren.


      Schism schrieb:

      ... Brauche ich noch mehr Säulen für später? Mir ist es wichtig diese Fragen zu stellen, damit ich mit einem sicheren Gefühl in eine hohe Investition gehe.
      Bevor ein Cent investiert wird, solltest Du Deine Absicherung prüfen. Eine Haftpflichtversicherung sollte Standard sein. Außerdem solltest prüfen, ob es Sinn macht, Deine Arbeitskraft abzusichern, Stichwort: Berufsunfähigkeit.
      Ansonsten Vorsicht mit Versicherungen.
    • @Kater.Ka
      Was wären denn die Vor- und Nachteile? Eben dazu habe ich bisher noch nicht all zu viel gefunden. Die einen sind mit dem Service zufrieden - andere nicht. Hilft also nicht viel. Gibt es eklatante Gründe, die man wissen sollte?


      @chris2702
      Dazu ein Zitat von Finanzwesir (Link: finanzwesir.com/blog/etf-sparplan-diversifikation) :

      Finanzwesir schrieb:

      monatliche SparrateZahl der ETFs
      unter 333 €1
      333 € - 500 €2
      500 €- 1.000 €3
      ab 1.000 €4

      Die Sparregeln

      • Ab 2 ETF gilt: Keine ETF-Position unter 100 €. Bei 70/30 bedeutet das: Mindestens 100 € müssen in den MSCI EM. 70 % World entsprechen 233 €, macht in Summe 333 € monatlich.
      • Untergrenze bei 3 ETFs: 20 % Europa entsprechen 100 €.
      • Untergrenze bei 4 ETFs: 10 % pazifisches Becken entsprechen 100 €.

      Ansonsten: Danke dir für deine Antwort - das hilft mir weiter! :)


      @Altsachse
      Vielen Dank für deine Einschätzung. Ich benötige lediglich etwas Zuspruch und Ideen zu den Gedanken, die ich mir bisher gemacht habe, die mir das Selbstvertrauen geben, dass auch so umzusetzen. Das bringt mich voran, danke!

      @Referat Janders
      Alles klar! Vielen Dank!

      @Schwachzocker
      60%: Sehr Einwand - das behalte ich im Hinterkopf!
      Kredit: Momentan tendieren wir eh eher dazu Mieter zu bleiben - aber wer weiß, wie sich die Situation mal ändert. Mein Gedankengang dazu war generell: Wenn die Zinsen fürs Bauen so niedrig sind und die ETF-Rendite entsprechend höher ist, würde sich beides parallel zueinander rentieren. Aber du hast recht - das ist zu kurz gedacht. Niemand weiß, wie sich der Markt entwickelt.
      Versicherung: Haftpflicht habe ich natürlich. BU habe ich auf dem Zettel. Hatte nach einer Herzmuskelentzündung einmal einen Versuch gestartet, wurde aber abgelehnt.
    • Schism schrieb:

      Was wären denn die Vor- und Nachteile?
      Flatex funktioniert die Orderaufgabe/-abwicklung sowie der Helpdesk gut. Die Erträgnisaufstellung gibt es nur gegen Gebühr. Das Steuerreporting finde ich grottig, speziell das Thema ausschüttungsgleiche Erträge -das es ja seit der Reform nicht mehr gibt - war für mich komplett intransparent.

      Comdirect funktioniert soweit, auch das Steuerthema ist recht transparent. Consorsbank mache ich aktiv nichts. da sie für meine Dinge recht teuer ist und ich die Benutzeroberfläche nicht mag.

      TradeRepublic ist eine reine Mobil-Anwendung mit sehr eingeschränkten Möglichkeiten, die Abwicklung mit 1€ Festpreis äußerst günstig. Sie schaffen es nicht trotz mehrfachem Hinweis bei mir die KiSt-Merkmale richtig zu hinterlegen. Da ich auch amerikanische Aktien handle ist das unterm Strich für mich trotzdem ein gutes Angebot.

      Ebase finde ich vom Reporting her am besten. Auch die Steuerthemen sind vorbildlich transparent. Das Depot ist nicht kostenlos (außer man hat ein bestimmtes Volumen aktiver Fonds über einen Fondsvermittler), die Transaktionskosten für ETF mit 0,2% finde ich OK.

      FFB gilt im Prinzip das gleiche wie Ebase. Sparpläne sind kostenlos bis auf die ATC, im Falle Deines ETF lt. Factsheet 0,09%.