Rente mit 60- wie kann ich das finanzieren und wie lege ich am besten Geld aus Hausverkauf dafür an

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    • Rente mit 60- wie kann ich das finanzieren und wie lege ich am besten Geld aus Hausverkauf dafür an

      Guten Morgen liebe Community

      folgender Sachverhalt:

      ich bin knapp 57 und habe bereits 35 Jahre Rentenbeiträge gezahlt, kann also mit 63 (mit 13,8% Abschlägen) in Vorruhestand gehen, mit 64 Jahren und 10 Monaten sogar bereits mit 45 Beitragsjahren in Regelrente ohne Abschläge.

      Ich möchte aber sehr gerne mit 60 aufhören zu arbeiten.

      Meine Vorruhestandsrente Nette ca. 1250 Euro. Also nicht ausreichend. Meine Regelrente netto wohl ca. 1600 Euro, wenn ich so weiterzahle wie bisher.

      Ich werde in Kürze mein Haus verkaufen und der Erlös liegt wohl bei ca. 250.000-300.000 Euro.

      Frage 1: Wie verhält es sich mit Einmalzahlungen an die Rentenversicherung um den gesamten Gap bis zur Regelrente auszugleichen. Lohnt sich das/ geht das überhaupt und wann genau bekomme ich frühestens Rente und in welcher Höhe ( mit Abschlag / Ohne Abschlag?)

      Frage 2: Wie könnte ich sinnvoll den Erlös aus dem Hausverkauf anlegen, um tatsächlich mit 60 aufhören zu können.

      Ich wäre für ein paar gute Tipps sehr dankbar.

      Viele Grüße

      Ulla
    • Hallo.

      Bevor irgendetwas anderes passiert, würde ich eine Rentenberatung durch die Deutsche Rentenversicherung empfehlen. (Termin übers Internet buchen.) Dort kann man klären, welche Voraussetzungen bereits erfüllt sind (z. B. 35 Jahre) und was eventuell noch fehlt (z. B. noch 37 Kalendermonate für die 45 Jahre).

      Dann kann man auch die beiden Varianten nebeneinander halten:

      1. (Mit 60 Jahren aufhören, die Zeit bis 63 überbrücken und mit 63 in Rente gehen, vorher noch die Abschläge ausgleichen)

      2. (Mit 60 Jahren aufhören und mit 64+X abschlagsfrei in Rente gehen, eventuell fehlende Zeiten noch auffüllen)

      Je nachdem, ob und wie man für den Krankenversicherungsschutz bis Rentenbeginn sorgen muss, was an Zeiten für den gewünschten Rentenbeginn noch fehlt und diverser Nebenbedingungen, kann sich die eine oder andere Variante als lohnenswerter erweisen.

      Ich hoffe, das hilft zum Einstieg.
    • Hallo @Ulla0405

      was den Hausverkauf angeht, würde ich zunächst ohne Zinsen rechnen, das heißt zum Beispiel, du brauchst pro Monat 1000 Euro, das macht in 4 Jahren 48.000 Euro, den Rest kannst du als Rücklage einplanen.

      Wenn du das Geld für Zeiträume kürzer 15 Jahre brauchst, solltest du einen Mix aus Tagesgeld und Festgeld machen. Z.B 50.000 auf Tagesgeld und 150.000 in eine Zinstreppe. Unter Zinstreppe verstehe ich eine Drittelung des Betrags und dann Anlage über 2, 4 und 6 Jahre. So bekommst du alle 2 Jahre einen Batzen Geld zur Verfügung, profitierst aber dennoch von leicht erhöhten Zinsen als wenn du alles für 2 Jahre anlegst.

      Solltest du einen Betrag für mehr als 15 Jahre nicht brauchen oder gar planen, etwas vererben zu wollen. Kannst du in ETFs investieren. Dazu steht alles wichtige hier: finanztip.de/geldanlage/
    • Hallo Ulla,

      als erstes würde ich mich von der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen, ob Variante 1 oder 2 für dich sinnvoller ist.

      Dann überlegen, welche Anschaffungen du in den nächsten Jahren vorhast sowie eine Rücklage einplanen für Unvorhersehbares. Dieses Geld ziehst du von der Geldanlage ab und parkst es auf Tagesgeld und Festgeld.

      Jetzt zur Geldanlage. Ich schildere dir einfach mal, wie ich selbst investiere :
      Ich bin ebenfalls 57 Jahre. Mit 60 Jahren möchte ich zusätzlich mtl. € 1000,- zur Verfügung haben. Dieses Geld habe ich auf dem Tagesgeld geparkt. Den Rest meines Vermögens investiere ich langfristig, indem ich schrittweise mit einem mtl. Einzahlplan in 6 verschiedene Aktien ETFs investiere: 2 unterschiedliche weltweite Aktien ETFs und Rest in Zukunftmärkte wie Roboter, Wasser, Digital Security und zwar ethisch sinnvoll. Also keine Waffengeschäfte, Kinderarbeit, Glücksspiele. Die Höhe der jeweiligen Aufteilung habe ich entsprechend meiner Risikoeinstellung vorgenommen. Sobald die Börse mal korrigiert, kaufe ich mit größeren Beträgen nach. Mit dieser Strategie habe ich dieses Jahr 11% erwirtschaftet und habe gleichzeitig Sicherheit und Ertrag. Und sobald eine Anlage 30% Ertrag übersteigt, verkaufe ich die Hälfte der Position und parke sie auf Tagesgeld für meine mtl. Zusatzrente (1.Prio) darüber hinaus für einen späteren Nachkauf. Ich bleibe mein Leben lang darin investiert. Es ist also ein Mix aus Aktien ETF und Tagesgeld. Es hört sich anfangs kompliziert an, ist aber einfach. Du brauchst dich nicht ständig kümmern, sondern nur in den richtigen Momenten.

      Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Impulse geben.

      Gutes Gelingen
      Andrea-Susann Liese
      Investorin und Finanzmentorin

      Für selbstbestimmte faire Anleger, die ihr Vermögen selbst sinnvoll vermehren möchten
    • Nur als Anhaltspunkt:

      Geminderte Rente (13,8%) brutto: 1500 Euro

      Abschlag in Euro: ca. 240 Euro

      kompletter Ausgleich (Werte in 2019): ca. 52.500 Euro (- ggf. Steuererstattung)

      Da müsste man die ggf. notwendigen Beiträge bis Rentenbeginn (ggf. plus Krankenversicherung) und die entgangene Rente bis Beginn der abschlagsfreien Rente gegenrechnen.


      Keine Entscheidung, die man schnell oder ohne eingehende Beratung treffen sollte.
    • Hallo @Ulla0405
      ich bin auch mit 60 in Rente gegangen. Nicht weil ich das wollte, sondern weil ich in dem Alter keine Arbeit mehr gefunden habe. Mein Abschlag beträgt 17,1%. Das ist nun fast 20 Jahre her, und ich habe bisher nicht mit dem Schicksal gehadert. Meine Finanzen habe ich überwiegend in Aktienfonds (ETFs wie auch aktiv gemanagte Fonds) und Festgeld angelegt. Auch wenn ich aufgrund zu geringer Einkünfte noch keine Einkommensteuer zahle, denke ich doch alles richtig gemacht zu haben. Denn man lebt nur einmal.
      ,Gruß

      Altsachse
    • Nur als Anhaltspunkt:

      Geminderte Rente (13,8%) brutto: 1500 Euro

      Abschlag in Euro: ca. 240 Euro

      kompletter Ausgleich (Werte in 2019): ca. 52.500 Euro (- ggf. Steuererstattung)

      Da müsste man die ggf. notwendigen Beiträge bis Rentenbeginn (ggf. plus Krankenversicherung) und die entgangene Rente bis Beginn der abschlagsfreien Rente gegenrechnen.


      ***************

      Keine Entscheidung, die man schnell oder ohne eingehende Beratung treffen sollte.stimmt...das ist absolut das Thema...muss mich da ranrechnen.. Danke fürs mitdenken :)
    • Altsachse schrieb:

      Hallo @Ulla0405
      ich bin auch mit 60 in Rente gegangen. Nicht weil ich das wollte, sondern weil ich in dem Alter keine Arbeit mehr gefunden habe. Mein Abschlag beträgt 17,1%. Das ist nun fast 20 Jahre her, und ich habe bisher nicht mit dem Schicksal gehadert. Meine Finanzen habe ich überwiegend in Aktienfonds (ETFs wie auch aktiv gemanagte Fonds) und Festgeld angelegt. Auch wenn ich aufgrund zu geringer Einkünfte noch keine Einkommensteuer zahle, denke ich doch alles richtig gemacht zu haben. Denn man lebt nur einmal.
      ,Gruß

      Altsachse
      :)
    • Malapascua schrieb:

      Geht eigentlich einfach seinen Job zu kündigen? 3 Monate Sperre und dann 2 Jahre ALG1? In der Zeit weiter über ALG Beiträge zur DRV zahlen....?

      Da wäre der Staat ganz schön deppert diese Art von Vorruhestand zu finanzieren, befürchte aber das geht so problemlos.
      ich schätze mal, die 3 Monate Sperre werden dann auf jeden von den 2 Jahren ALG abgezogen. Kann mir nicht vorstellen, dass das geht.
    • Ja, so kann man es ausdrücken.

      Die Zahlen aus dem Beispiel oben:

      1500 Euro Bruttorente mit genau 63, darin bereits enthalten: die 13,8% Abschläge (240 Euro)
      Wenn man die Abschläge durch die Zahlung von knapp 52.500 Euro ausgleicht, dann gibt es 1740 Euro Bruttorente mit genau 63.

      (Oder ein bisschen mehr, wenn man den Ausgleich leistet und dann kurzfristig seine Pläne umwirft und erst mit 63,5 in Rente geht.)

      Möglichkeiten über Möglichkeiten. :D
    • Hallo zusammen,

      was mir immer noch nicht ganz klar ist:

      Theoretisch kann ich mit gut 63 regulär in Rente gehen ( als langjährig Versicherte) und muss aber 13,8 % Abschläge in Kauf nehmen.
      Möchte ich diese 13,8% ausgleichen, zahle ich diese 13,8 % von der bis dahin erwirtschafteten Rente (Stand 63) oder von der zu erwartenden Regelrente mit 65 und 10 Monaten? Von welchem Betrag zahle ich diese 13,8%??
      Oder anders gefragt: Kann ich durch Ausgleichszahlungen erreichen, dass ich ab 63 dann dieselbe Rente erhalte, die ich erhalten hätte, wenn ich bis 65 und 10 Monaten gearbeitet hätte?

      Irgendwie habe ich da einen Knoten im Kopf... ;(
    • Die Abschläge beziehen sich auf die Rente ab 63.

      Man kann also mit den Sonderbeiträgen nur den "versicherungs-mathematischen" Abschlag ausgleichen.

      Dass man z. B. 44 Monate weniger lange einzahlt, kann man vor Rentenbeginn nicht ausgleichen.

      Man könnte aber nach Rentenbeginn noch freiwillige Beiträge leisten, so die Einzahlungen nachzuholen. Das würde man aber erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze (67+X) in der Rentenhöhe merken. Das macht es deutlich weniger lukrativ. Also sind die freiwilligen Beiträge nach Rentenbeginn eher eine theoretische Möglichkeit.