Arbeitsrecht während der Corona-Krise

Was im Job jetzt wichtig ist

Dr. Britta Beate Schön
Finanztip-Expertin für Recht
23. September 2021

Von zuhause arbeiten? Die Dienstreise verweigern? Auch in Zeiten von Corona dürfen Arbeitnehmer solche Entscheidungen nicht einfach selbst treffen. Aber was, wenn in Deinem Arbeitsumfeld jemand an Corona erkrankt? Und was ist mit Quarantäne und Deinem Lohn, Schnelltests und Impfpflicht? Es gibt immer wieder neue Beschlüsse und Gesetze während der Pandemie, die das Arbeitsleben sicherer machen sollen.

Wir haben in diesem Artikel die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Job und Covid-19 für Dich zusammengestellt und aktualisieren ihn regelmäßig, um Dich immer auf den neuesten Stand zu bringen.

Welche Ar­beits­schutz­stan­dards gelten für Dich?

Für Dich als Arbeitnehmer gilt grundsätzlich das Arbeitsschutzgesetz – auch in der Pandemie. Zum 1. Januar 2021 wurde das Gesetz ergänzt: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales darf nun in einer Pandemie spezielle, befristete Rechtsverordnungen erlassen, ohne dass der Bundesrat zustimmen muss (§ 18 Abs. 3 ArbSchG).

Davon machte das Ministerium mit der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung Gebrauch. Die Verordnung wurde mehrfach verlängert und dabei jeweils an Infektionszahlen und an die Bedürfnisse im Arbeitsleben angepasst, zuletzt mit Wirkung zum 10. September 2021. Diese Regelungen gelten solange, wie die epidemische Lage dauert, die der Bundestag feststellt. Somit zunächst bis zum 24. November 2021.

Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard von Februar 2021 gilt weiterhin. Auch die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel in der Fassung vom 22. Februar 2021 ist weiter von Bedeutung. Diese Regelungen im Arbeitsleben gelten ab 10. September 2021.

Betriebliches Hygienekonzept

  • Arbeitgeber müssen nach einer Gefährdungsbeurteilung die Abläufe so organisieren, dass ihre Mitarbeiter möglichst wenig Kontakt miteinander haben und Abstände eingehalten werden können. Bei den Maßnahmen kann der Arbeitgeber berücksichtigen, ob seine Beschäftigten geimpft oder genesen sind – sofern die Mitarbeiter ihn darüber informiert haben. Eine generelle Auskunftspflicht gibt es für Beschäftigte nicht. Mehr dazu im Abschnitt zur Impfpflicht.
  • Das Hygienekonzept soll allen Mitarbeitern zugänglich sein, entweder am schwarzen Brett im Pausenraum oder im Intranet.
  • Arbeitgeber müssen je nach Einschätzung der Infektionsgefahren medizinische Gesichtsmasken oder FFP2-Masken zur Verfügung stellen, sofern Abstände nicht eingehalten werden können oder in zu kleinen Räumen gearbeitet wird (§ 2 Abs. 2 Corona-ArbSchV). Weitere Informationen dazu findest Du in unserem Blog Maskenpflicht, so geht's.
  • In Arbeitsräumen soll regelmäßig gelüftet werden. Sogenannte CO2-Ampeln können helfen, die Luftqualität zu überprüfen. Im Sommer sollen mindestens zehn Minuten, im Winter drei Minuten die Fenster geöffnet werden.
  • Arbeitgeber sollen Flüssigseife und Handtuchspender bereitstellen – am besten auch Desinfektionsmittel.
  • Arbeitnehmer dürfen wieder gemeinsam in einem Raum arbeiten, wenn die Mindestabstände von 1,50 Metern eingehalten werden. Es gibt keine starren Vorgaben mehr, wie etwa die Zehn-Quadratmeter-Regelung pro Mitarbeiter.

Corona-Schnelltests in Unternehmen

Arbeitgeber sind weiter verpflichtet, allen Arbeitnehmern, die nicht im Homeoffice arbeiten, zweimal pro Woche einen Corona-Schnelltest anzubieten (§ 4 Corona-ArbSchV). Geeignet sind PCR-Tests, aber auch Antigen-Schnelltests oder Selbsttests. Beschäftigte, die vollständig geimpft oder nach einer Covid-19-Erkrankung genesen sind, darf der Arbeitgeber vom Testangebot ausnehmen.

Es bleibt den Unternehmen überlassen, wie sie die Tests organisieren – Schnelltests zuhause oder in der Firma. Sie können die Tests auch von einem Dienstleister oder einer Apotheke durchführen lassen oder ihre Mitarbeiter ins Testzentrum schicken. Die Testpflicht gilt bis zum 24. November 2021.

Wenn Dir die Maßnahmen an Deinem Arbeitsplatz nicht ausreichend erscheinen, solltest Du darüber mit Deinem Chef oder Deiner Führungskraft sprechen. Weise dabei auf die Verordnung und die Standards hin, die einzuhalten sind. Hilft das alles nichts, kannst Du Dich an die für den Arbeitsschutz zuständige Aufsichtsbehörde in Deinem Bundesland wenden.

Keine Pflicht zum Homeoffice (mehr)

Arbeitgeber sind seit 1. Juli 2021 nicht mehr verpflichtet, ihren Mitarbeitern Homeoffice anzubieten. Die besondere Regelung dazu im Infektionsschutzgesetz ist aufgrund von niedrigen Infektionszahlen nicht verlängert worden (§ 28b Abs. 7 IfSG).

Rückkehr ins Büro - Arbeitgeber dürfen die Rückkehr aus dem Homeoffice anordnen, auch wenn immer noch ein Infektionsrisiko besteht (LAG München, Urteil vom 26. August 2021, Az. 3 SaGa 13/21). Wer bisher wegen der Pandemie im Homeoffice war, sollte sich darauf einstellen, dass er langsam wieder ins Büro zurückkommen muss. Viele Arbeitgeber werden überlegen, wie sie die positiven Erfahrungen mit dem Homeoffice in den Arbeitsalltag integrieren können; vielleicht stellt es Dir Dein Arbeitgeber frei zu entscheiden, wo Du arbeiten willst.

Weiter gilt eine gesteigerte Fürsorgepflicht für besonders schutzbedürftige Arbeitnehmer, etwa für Personen mit Vorerkrankungen oder Schwangere. Die sollten im Einzelfall die Möglichkeit haben, im Homeoffice zu bleiben.

Homeoffice und Steuern - Musstest Du Dich selbst um Deine Büroausstattung kümmern und etwas neu anschaffen, dann sind das Arbeitsmittel, die Du in der Steu­er­er­klä­rung angeben kannst. Das Finanzamt akzeptiert bei einem sowohl beruflich als auch privat genutzten Laptop pauschal die Hälfte der Kosten als Werbungskosten. Eventuell kannst Du auch die Kosten für Dein häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen. Dazu musst Du den Raum zu mindestens 90 Prozent beruflich nutzen.

Auch wenn Dein Arbeitszimmer zuhause nicht anerkannt wird, kannst Du mit der neuen Homeoffice-Pauschale in den Jahren 2020 und 2021 Steuern sparen. Du kannst für jeden Arbeitstag 5 Euro absetzen, den Du ausschließlich im Homeoffice arbeitest – allerdings nur für höchstens 120 Tage im Jahr, also 600 Euro. Die Pauschale wird auf die Wer­bungs­kos­ten­pau­scha­le angerechnet. Du profitierst also nur davon, wenn Deine Werbungskosten höher sind als 1.000 Euro. Die steuerlichen Voraussetzungen findest Du im Ratgeber Arbeitszimmer und weitere Informationen in unserem Ratgeber Homeoffice.

Darf Dein Arbeitgeber eine Impfpflicht einführen?

Die Corona-Impfverordnung regelt ein Recht auf Schutzimpfung, aber keine Pflicht. Damit darf Dein Arbeitgeber keine Impfung von Dir verlangen. Das gilt auch für Arbeitsverhältnisse im Gesundheits- und Pflegebereich oder für Schulen und Universitäten. Anders ist das in Italien und Frankreich. Dort gibt es eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen.

Wer sich in Deutschland nicht impfen lässt, obwohl der Arbeitgeber das eigentlich erwartet, riskiert grundsätzlich keine Kündigung. Denn es gibt keine Pflicht, gegen die der Arbeitnehmer verstoßen würde. In medizinischen Einrichtungen kann das im Einzelfall anders aussehen, wenn der Mitarbeiter seine Arbeit ohne Impfung nicht mehr ausüben kann – aber nur unter den sehr strengen Voraussetzungen einer personenbedingten Kündigung.

Auch mit einer Betriebsvereinbarung darf Dein Arbeitgeber keine generelle Impfpflicht einführen, wohl aber eine Testpflicht für bestimmte Mitarbeiter, die nicht geimpft sind. Zulässig ist aus unserer Sicht auch eine Vereinbarung, in der Arbeitnehmern zum Beispiel eine Prämie versprochen wird, wenn sie sich impfen lassen. Aber selbst das ist unter den Experten für Arbeitsrecht umstritten.

Neu: Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten zu ermöglichen, sich während der Arbeitszeit gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 impfen zu lassen (§ 5 Corona-ArbSchV).

Auskunftspflicht Impfstatus

Dein Chef darf sich nach Deinem Impfstatus erkundigen, obwohl es sich dabei datenschutzrechtlich um eine besonders sensible Gesundheitsinformation handelt (§ 9 DSGVO). Du musst aber nicht antworten, er kann nur an Deine Freiwilligkeit appellieren.

Anders ist das in medizinischen Einrichtungen: Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegedienste dürfen die Impfbereitschaft ihrer Mitarbeiter abfragen (§ 23a IfSG). Diese Arbeitgeber dürfen die Impfung auch als Voraussetzung für die Einstellung festlegen. Alle anderen Arbeitgeber können von ihren Mitarbeitern keinen Nachweis über deren Impfstatus verlangen.

Neu: Arbeitgeber dürfen auch von Beschäftigten in Kitas, Schulen und Pflegeheimen Auskunft über eine Corona-Impfung oder eine überstandene Covid-Erkrankung verlangen können (§ 36 Abs. 3 IfSG). Die Änderung gilt seit 15. September 2021.

Da der Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiter hat, kann er die freiwilligen Auskünfte zum Impfstatus auch verwenden, um das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz zu reduzieren. Hat er Kenntnis davon, dass ein Arbeitnehmer ungeimpft ist, kann er ihn zum Beispiel räumlich isolieren, ihm ein Einzelbüro zuweisen oder aber die Arbeits- und Pausenzeiten anders verteilen oder weiterhin Homeoffice anordnen.

Was tun, wenn Du Dich als Arbeitnehmer krank fühlst?

Solltest Du Husten, Atemnot oder leichtes Fieber haben, musst Du Dich umgehend bei Deinem Arbeitgeber krankmelden. Nur dadurch wird das Risiko eingedämmt, weitere Menschen anzustecken.

Wichtig: Du musst für eine Krankschreibung bei Anzeichen einer Erkältung nicht mehr persönlich zum Arzt – ein Telefonat reicht. Nach dem Gespräch darf Dich Dein Arzt bis zu sieben Tage krankschreiben, und falls erforderlich das nochmal um weitere sieben Tage verlängern. Die Regelung gilt bis zum 31. Dezember 2021. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss entschieden. Online-Krankschreibungen reichen nicht, um die Arbeitsunfähigkeit zu beweisen. Notwendig ist zumindest ein persönliches oder telefonisches Gespräch mit einem Arzt (ArbG Berlin, Urteil vom 1. April 2021, Az. 42 Ca 16289/20).

Bist Du ordentlich krankgeschrieben, bekommst Du bis zu sechs Wochen lang Dein Gehalt vom Arbeitgeber weitergezahlt (§ 3 EntgFG). Danach kannst Du Krankengeld bekommen.

Deine Urlaubstage kannst Du Dir wieder gutschreiben lassen, wenn Du im Urlaub krank geworden bist. Wie Du dabei vorgehst, erklären wir im Ratgeber Erkrankung im Urlaub. Infizierst Du Dich während des Urlaubs mit dem Coronavirus mit anschließender Quarantäne, bekommst Du Deine Urlaubstage nicht ohne Weiteres zurück. Denn eine behördliche Quarantäneanordnung ist nicht mit einem ärztlichen Attest über die Arbeitsunfähigkeit zu vergleichen (ArbG Bonn, Urteil vom 7. Juli 2021, Az. 2 Ca 504/21).

Was passiert bei einem Corona-Fall in Deiner Firma?

Ein enger Kollege steht unter Corona-Verdacht? Dann wird Dich Dein Arbeitgeber wahrscheinlich ebenfalls sofort nach Hause schicken, um seiner Fürsorgepflicht nachzukommen. Er stellt Dich vorübergehend frei. Dein Gehalt bekommst Du weitergezahlt (§ 615 BGB).

Ist Dein Schnelltest in der Firma positiv, musst Du beim Gesundheitsamt oder bei einem Arzt in der Regel umgehend einen PCR-Test machen lassen. Bis zum Testergebnis musst Du Dich in Quarantäne begeben.

Falls sich der Verdacht bestätigt, sollte sich das Gesundheitsamt bei Dir melden. Die Kontaktdaten der für Dich zuständigen Behörde findest Du über die Datenbank des Robert-Koch-Instituts. Dein Gesundheitszustand wird für höchstens 14 Tage in häuslicher Quarantäne beobachtet. Währenddessen musst Du zuhause bleiben und Deine Kontakte stark einschränken, damit sich das Virus nicht weiterverbreiten kann. Aufgrund der neuen Virusvarianten gibt es derzeit keine Möglichkeit, die Quarantäne mit einem negativen Testergebnis zu verkürzen.

Für Menschen, die mit an Covid-19 erkrankten Personen in einem Haushalt leben, wird die Einschränkung der Kontakte bis zum 20. Tag empfohlen.

Bekommst Du unter Quarantäne weiter Gehalt?

Im Falle einer behördlich angeordneten Quarantäne hast Du als Arbeitnehmer grundsätzlich Anspruch auf Entschädigung. Das ist im Infektionsschutzgesetz so geregelt (§ 56 Abs. 1 Satz 4 IFSG). Deine Firma zahlt Dein Gehalt weiter, da Du einem Beschäftigungsverbot unterliegst. Dein Arbeitgeber kann sich die Zahlungen während Deiner Quarantäne wiederum erstatten lassen (§ 56 Abs. 5 IfSG).

Neu: Wer sich nicht impfen lässt, bekommt ab November 2021 keine staatliche Entschädigung mehr, wenn er in Quarantäne muss. Die hätte er nämlich mit einer Schutzimpfung vermeiden können. Das haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am 22. September beschlossen, da mittlerweile jeder ein Impfangebot hätte wahrnehmen können. In Baden-Württemberg gilt diese Regelung bereits ab 15. September.

Eine Ausnahme wird nur dann gemacht, wenn bei Dir medizinische Gründe gegen eine Covid-19-Schutzimpfung sprechen, die Du mit einem ärztlichen Attest nachweisen kannst.

Quarantäne nach Urlaub

Musst Du in häusliche Quarantäne, weil Du Deinen Urlaub in einem Hochrisikogebiet oder in einem Virusvariantengebiet verbracht hast, dann bist Du dafür selbst verantwortlich. Welche Länder und Regionen aktuell darunterfallen, kannst Du auf der Seite des RKI nachlesen.

Wenn Du in der Quarantäne nicht im Homeoffice arbeiten kannst, bekommst Du keinen Lohn. Eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz steht Dir dann nicht zu, wenn Du wegen einer vermeidbaren Reise in ein Risikogebiet in Quarantäne musst (§ 56 Abs. 1 Satz 3 IfSG).

Quarantäne-Tage gutschreiben lassen?

Fallen die Quarantäne-Tage in Deinen bereits genommenen Urlaub, dann kannst Du Dir die Tage nicht wieder gutschreiben lassen, wie das bei Krankheitstagen möglich ist. Sie werden vom Jahresurlaubsanspruch abgezogen (ArbG Neumünster, Urteil vom 3. August 2021, Az. 3 Ca 362 b/21).

Wie funktioniert Kurzarbeit?

Viele Betriebe schickten während der Corona-Pandemie ihre Beschäftigten in Kurzarbeit. Zuletzt ist die Zahl der Kurzarbeiter deutlich gesunken. Nach einer Ifo-Umfrage waren im August 2021 nur noch rund 688.000 Beschäftigte in Kurzarbeit.

Dein Arbeitgeber darf aber nicht einfach ohne Deine Zustimmung Kurzarbeit anordnen. In vielen Arbeitsverträgen gibt es dazu besondere Klauseln. Kurzarbeit kann auch mit Tarifverträgen oder durch Betriebsvereinbarungen eingeführt werden. Wichtig: Ohne Rechtsgrundlage, weil etwa die Vereinbarung unwirksam war, hast Du trotz Kurzarbeit Anspruch auf Dein volles Gehalt. Dazu gibt es bereits einige arbeitsgerichtliche Urteile.

Finanziell bist Du aber auch trotz Kurzarbeit abgesichert, ohne arbeitslos zu werden. Du musst weniger arbeiten und bekommst deshalb zwar nicht Dein volles Gehalt – aber auf jeden Fall deutlich mehr als das, was Du eigentlich für Deine jetzt deutlich kürzere Arbeitszeit bekämest. Wer seine Arbeitszeit um die Hälfte reduzieren muss, bekommt zusätzlich zur Hälfte seines Gehalts das Kurzarbeitergeld. Das sind für Arbeitnehmer mit Kind 67 Prozent der Netto-Differenz zum regulären Gehalt und für alle anderen 60 Prozent.

Ab dem vierten Monat bekommen Eltern dann 77 Prozent des ausgefallenen Lohns gezahlt (Kinderlose: 70 Prozent), ab dem siebten Monat sogar 87 Prozent (Kinderlose: 80 Prozent). Den erhöhten Satz gibt es aber nur für diejenigen, die während der Kurzarbeit mindestens 50 Prozent weniger arbeiten.

Als Arbeitnehmer musst Du Dich grundsätzlich um nichts kümmern, Dein Arbeitgeber beantragt die Leistung und zahlt sie dann aus, auch die erhöhten Leistungen. Die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes gilt nach dem Be­schäf­ti­gungs­si­che­rungs­ge­setz bis zum 31. Dezember 2021 für alle Beschäftigten und Leiharbeiter.

Wer in Kurzarbeit ist, darf hinzuverdienen. Es lohnt sich seit Januar 2021 allerdings nur noch ein Minijob, da dieser nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet wird

Weitere Informationen haben wir in unserem Ratgeber Kurzarbeit für Dich zusammengestellt.

Was ist, wenn Deine Firma vorübergehend schließt?

Eventuell bekommst Du auch in diesem Fall Kurzarbeitergeld. Ein erleichterter Zugang dazu soll Kündigungen vermeiden: Ein Betrieb kann bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld beantragen, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten nicht zur Arbeit kommen können.

Diese Schwelle lag bisher bei 30 Prozent der Belegschaft. Neu ist auch, dass die Agentur die So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge übernimmt. Diese Regelungen zur Kurzarbeit gelten rückwirkend vom 1. März 2020 bis zum 31. Dezember 2021.

Wann gibt es einen Corona-Bonus für Arbeitnehmer?

Während der Corona-Pandemie gibt es nicht nur Arbeitnehmer, die in Kurzarbeit gehen, sondern auch solche, die mehr arbeiten oder größeren Risiken ausgesetzt sind. Anspruch auf einen Bonus hat außerhalb der Pflegeberufe keiner.

Dein Arbeitgeber kann Dir aber als Dankeschön eine Sonderzahlung zukommen lassen. Dabei muss er den allgemeinen Gleichheitsgrundsatz beachten; er darf also nicht nur einzelnen Mitarbeitern oder nur Vollzeitkräften die Sonderzahlung zukommen lassen.

Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist die Leistung bis zu 1.500 Euro steuerfrei. Auch in der Sozialversicherung bleiben die Zahlungen beitragsfrei. Das gilt für alle Arbeitnehmer, die zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. März 2022 einen Corona-Bonus bekommen. Hat Dein Arbeitgeber im Jahr 2020 keinen Bonus gezahlt, kann er das noch nachholen. Darauf könntest Du ihn in Deinem Mitarbeitergespräch hinweisen. Denn die Frist für die Zahlung der steuerfreien Corona-Unterstützung ist bis zum 31. März 2022 verlängert worden (§ 3 Nr. 11a EStG).

Rück­for­de­rung der Corona-Prämie

Auch wenn die Corona-Sonderzahlung eine freiwillige Leistung ist, dürfen Arbeitgeber den Bonus nicht zurückfordern. Dies gilt auch, wenn der Mitarbeiter kündigt und im Arbeitsvertrag eine besondere Rückzahlungsklausel steht. Das hat das Arbeitsgericht Oldenburg entschieden (Urteil vom 15. Mai 2021, Az. 6 Ca 141/21). Dabei ging es um einen Bonus von 550 Euro, den der Arbeitgeber nach der Kündigung des Mitarbeiters mit dem Gehalt verrechnet hatte. Gleich aus zwei Gründen war die Rückzahlungsklausel unwirksam:

  1. Eine Bindung des Mitarbeiters über zwölf Monate ist bei einer freiwilligen Zahlung von 550 Euro nach den Grundsätzen des Bundesarbeitsgerichts unzulässig.
  2. Mit dem Corona-Bonus wird die besondere Arbeitsleistung in der Pandemie honoriert und nicht die Betriebstreue. Eine Rückzahlungsklausel ist in diesen Fällen ebenfalls unzulässig.

Sollte Dein Arbeitgeber den Bonus zurückfordern, kannst Du Dich auf das Urteil des Arbeitsgerichts Oldenburg berufen.

Corona-Pflegebonus

Den Pflegebonus bekamen alle, die zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober 2020 für mindestens drei Monate in einer zugelassenen Pflegeeinrichtung gearbeitet haben (§ 150a SGB XI). Wie hoch Deine Corona-Prämie ist, hängt davon ab, wie viel Stunden Du in der Pflege gearbeitet hast und in welcher Position – als Auszubildender, im freiwilligen sozialen Jahr, in Vollzeit oder Teilzeit. Der Bund zahlt bis zu 1.000 Euro, die Länder können die Prämie aufstocken. Hast Du Vollzeit gearbeitet, kannst Du bis zu 1.500 Euro insgesamt bekommen.

Bis zum 15. Juli 2020 sollte der Zuschuss an alle ausgezahlt sein, die bis zum 1. Juni 2020 die Voraussetzungen erfüllt hatten. Wer die Voraussetzungen erst bis zum 31. Oktober 2020 erfüllte, sollte die Corona-Prämie bis spätestens zum 15. Dezember 2020 auf seinem Konto haben. Ist bei Dir noch kein Geld angekommen, auf das Du Anspruch hast, solltest Du die steuerfreie Leistung bei Deinem Arbeitgeber unbedingt noch einfordern.

Was gilt für Eltern, die ihre Kinder betreuen müssen?

Wenn Eltern wegen der Betreuung ihrer Kinder nicht arbeiten können, gibt es entweder Kinderkrankengeld von der gesetzlichen Kran­ken­kas­se oder eine staatliche Entschädigung nach Infektionsschutzgesetz – das betreute Kind muss aber unter zwölf Jahre alt sein.

Zusätzliche Kinderkrankentage

Der Gesetzgeber hat im Jahr 2021 die Kinderkrankentage erhöht. Jedes Elternteil hat Anspruch auf 30 Kinderkrankentage, Alleinerziehenden werden 60 Tage im Jahr gewährt (§ 45 Abs. 2a SGB V).

Die Kran­ken­kas­se erstattet dann 90 Prozent Deines Nettogehalts bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Beantragen kannst Du es bei Deiner gesetzlichen Kran­ken­kas­se – mit einer Bescheinigung des Kindergartens oder der Schule.

Eigentlich zahlt die gesetzliche Kran­ken­kas­se nur, wenn Dein Kind krank zuhause bleiben muss und Du deshalb nicht arbeiten kannst. Der Anspruch gilt nunmehr auch für die Betreuung von gesunden Kindern – wenn Schule oder Kindergarten beziehungsweise die Klasse oder Gruppe Deines Kindes pandemiebedingt geschlossen sind, die Präsenzpflicht im Unterricht ausgesetzt oder der Zugang zum Betreuungsangebot eingeschränkt wurde. Der Anspruch besteht auch, wenn Du im Homeoffice arbeitest.

Wer privat krankenversichert ist, hat keinen Anspruch auf zusätzliches Kinderkrankengeld, aber eventuell Anspruch auf eine andere staatliche Leistung.

Entschädigung nach Infektionsschutzgesetz

Bekommst Du kein Kinderkrankengeld, obwohl Du Dein Kind in der Corona-Pandemie zuhause betreuen musst, hilft der Staat oft mit einer Entschädigung weiter (§ 56 Abs. 1a IfSG). Die gibt es in folgenden Fällen:

  • Die Kita oder Schule Deines Kindes ist ganz geschlossen.
  • Dein Kind darf nur an bestimmten Tagen die Einrichtung besuchen.
  • Dein Kind muss in häusliche Quarantäne.

Betroffene Eltern können in solchen Fällen 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens bekommen, allerdings höchstens 2.016 Euro (§ 56 Abs. 2 Satz 4 IfSG). Für Alleinerziehende gibt es die Zahlung bis zu 20 Wochen lang, bei Paaren sind es zehn Wochen pro Partner. Voraussetzung ist, dass Du keine anderweitige Betreuung organisieren kannst, etwa durch einen anderen Elternteil oder eine Notbetreuung. Du kannst die Entschädigung auch tageweise beantragen. Das Gesetz ist rückwirkend zum 30. März 2020 in Kraft getreten.

Beantragen musst Du die Betreuungsentschädigung bei Deinem Arbeitgeber, der dann die Auszahlung für die ersten sechs Wochen übernimmt. Der wiederum kann einen Erstattungsantrag nach dem Infektionsschutzgesetz stellen. Sofern Du länger als sechs Wochen Entschädigung benötigst, musst Du für die restliche Anspruchsdauer Deinen Antrag direkt bei der örtlich zuständigen Behörde stellen.

Bekommst Du Kurzarbeitergeld, dann kommt die Betreuungsentschädigung für Dich nicht in Betracht. Sie gibt es auch nicht für die Zeiten, in denen die Schule oder die Kita ohnehin wegen der Schul- und Betriebsferien geschlossen hätte.

Weitere Informationen für Eltern findest Du in unserem Ratgeber zur Kinderbetreuung in der Corona-Krise.

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Die wichtigsten Fragen zusammengefasst

Bekommst Du Gehalt, wenn Du unter Quarantäne stehst?

Was passiert, wenn es einen Corona-Fall in Deiner Firma gibt?

Darf Dein Chef kürzere Arbeitszeit oder Urlaub anordnen?