Corona und Aktien

Was ETF-Anleger jetzt tun können

Hendrik Buhrs Stand: 27. März 2020

Schauen Sie auch gespannt auf das zackige Auf und Ab an den Börsen, das sich nach dem heftigen Kursrutsch eingestellt hat? Fragen Sie sich, ob Sie jetzt einen größeren Betrag in Ihre Aktien nachschießen sollten? Oder wollen Sie im Gegenteil lieber Wertpapiere verkaufen, weil Sie Angst haben, es könnte noch weiter runtergehen? Diese Sorgen möchten wir Ihnen nehmen. Wir sagen Ihnen, was Sie jetzt tun können – immer unter der Voraussetzung, dass Sie langfristig und breit gestreut mit ETFs anlegen (und nicht mit einzelnen Aktien zocken).

Bei diesem Thema hängt die beste Taktik von Ihren persönlichen Umständen ab. Deshalb schauen wir uns das anhand von drei Musteranlegern an. Überlegen Sie, welcher Typ Ihnen am ehesten entspricht.

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

  • Mit dem richtigen Wertpapierdepot zahlen Sie wenig fürs Kaufen und Verkaufen von Aktienfonds (ETFs).
  • Finanztip-Empfehlungen: Als Kombiangebot aus Depot, Girokonto und Kreditkarte haben am besten abgeschnitten: DKB, Comdirect und Consorsbank. Die günstigsten Anbieter sind: Smartbroker, Onvista-Bank und Trade Republic.

Zum Ratgeber

Nehmen wir einen Angestellten, der 5.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto „frei“ hat. Doch derzeit verunsichern ihn die Wirtschaftsnachrichten. Denn falls sein Arbeitgeber ins Schlingern gerät, drohen Gehaltseinbußen, im Extremfall sogar Arbeitslosigkeit. Diesem Angestellten nützt das Polster auf dem Tagesgeldkonto mehr als ein hastig nachgefülltes Depot. Er sollte besser noch warten und jetzt nicht mit einem größeren Betrag in Wertpapiere investieren.

Anders dagegen die junge Lehrerin, die als Beamtin unkündbar ist und die ihre monatlichen Bezüge ganz normal weiter bekommt. Angenommen, sie hatte schon vor Corona geplant, einen ETF-Sparplan mit 100 Euro monatlich zu starten. Dann sollte sie die Sache jetzt durchziehen. Das Depot eröffnen kann sie vom eigenen Sofa aus. Unsere Depot-Empfehlungen Smartbroker, Onvista Bank und Trade Republic bieten alle das sogenannte Videoident-Verfahren am Smartphone für die Depoteröffnung an. Im Moment brauchen die Anbieter unterschiedlich lang, um neue Depots zu eröffnen. Trade Republic spricht von „durchschnittlich 30 Minuten Wartezeit“, Smartbroker von „leider bis zu vier Wochen“. Onvista hat uns bis Redaktionsschluss noch nicht geantwortet. Schreiben Sie uns bitte Ihre Erfahrungen.

Kurswetten sind nicht sinnvoll

Die monatliche Sparrate kann unsere Lehrerin jederzeit senken oder erhöhen. Und wenn sie gerade Geld „herumliegen“ hat, das sie nicht benötigt, kann es reizvoll sein, dieses mit einer Einmalanlage ebenfalls in einen weltweiten ETF zu stecken. Falls die Pandemie – hoffentlich bald – zurückgedrängt werden kann, und die Börsen sich erholen, könnte sie die Kursgewinne gleich mitnehmen. Voraussagen kann das aber niemand sicher: Es wäre falsch, auf schnelle Kursgewinne zu wetten – kaufen Sie Aktien nur für Beträge, die Sie 15 Jahre entbehren können.

Und der Mittfünfziger, der mit einem größeren Batzen an die Börse ging und dessen Depot jetzt tiefrot leuchtet? Er sollte einmal tief durchatmen – jetzt zu verkaufen wäre wohl nicht sinnvoll. Die Erholung der Kurse kann sogar Jahre dauern, aber sie wird nach allen historischen Erfahrungen kommen. Hat er deutlich mehr Reserven auf dem Tagesgeldkonto, als er absehbar in den nächsten Jahren braucht, könnte er überlegen, jetzt zu günstigen Kursen nachzukaufen. Und warum nicht sicherheitshalber stückeln: Ein Drittel jetzt, den Rest zum Beispiel im Sommer und zum Jahresende.

Lassen Sie sich von Corona zumindest am Aktienmarkt nicht hetzen. In 10 oder 15 Jahren, bei der Rückschau auf heute, wird es nicht um den Unterschied von ein paar Tagen oder Wochen gehen. Sondern vielmehr um die Frage, ob Sie mit ein bisschen entbehrlichem Geld und langem Atem eine Chance in einer ansonsten bedrohlichen Krise genutzt haben.

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Autor
Hendrik Buhrs

Stand: 27. März 2020


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