Hilfe für Selbstständige & Unternehmen während der Corona-Krise

Corona: Wie Selbstständige und Unternehmen die Krise überbrücken

Dirk Eilinghoff Stand: 28. Mai 2020

Schritt für Schritt lockern die Bundesländer zurzeit die Corona-Beschränkungen. Für Selbstständige und Unternehmer bedeutet das: Die meisten Geschäfte und Firmen sind bereits wieder geöffnet. Allerdings erschweren Abstands- und Hygieneregeln den Geschäftsbetrieb. Bis die Umsätze wieder auf Vor-Corona-Niveau sind, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Die milliardenschweren Hilfspakete, die Bund und Länder in den vergangenen Monaten auf den Weg gebracht haben, bleiben daher für viele ein wichtiges Instrument, um die Krise zu überstehen.

Wirtschaftsminister Peter Altmeier (CDU) hat ein weiteres Überbrückungsprogramm angekündigt, um kleine Betriebe zu unterstützen. Die Idee: Solo-Selbstständige und Freiberufler sowie Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten sollen von Juli bis Dezember monatliche Zuschüsse in Höhe von bis zu 50.000 Euro bekommen. Einzelheiten über das Programm oder gar Antragsformulare gibt es dazu allerdings noch nicht.

Welche Hilfen können Selbstständige und Unternehmer zurzeit bekommen? Wer ist der richtige Ansprechpartner? Finanztip gibt Ihnen einen aktuellen Überblick.

Die Corona-Hilfen in der Übersicht

Zuschüsse als Soforthilfe

Wenn Ihnen wegen der Corona-Maßnahmen Aufträge und Umsatz weggebrochen sind, springt der Staat unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Zuschuss ein. Der Vorteil: Einen Zuschuss müssen Sie nicht zurückzahlen. Er belastet also Ihr Unternehmen nicht zusätzlich, wenn die Corona-Krise irgendwann vorbei ist. Für das Zuschussprogramm (Notfallfonds) stellt der Bund insgesamt 50 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Zuschüsse des Bundes werden in den einzelnen Bundesländern ausgezahlt.

Wichtig: Diese Soforthilfe des Bundes können Sie nur noch bis zum 31. Mai 2020 beantragen. Für die Programme der Bundesländer gelten zum Teil abweichende Fristen. Beachten Sie daher die Hinweise zu den Zuschussprogrammen am Ende dieses Beitrags.

Günstige Kredite für Selbstständige und Unternehmen

Etwas weniger vorteilhaft als Zuschüsse sind staatlich geförderte Kredite: Dabei bekommen Sie zwar ebenfalls Geld in die Hand, doch müssen Sie einen Großteil davon später zurückzahlen. Die Kreditprogramme werden im Normalfall über Ihre Hausbank abgewickelt. Nutzen können die Kreditprogramm der KfW alle Unternehmen: Freiberufler, Selbstständige und kleine Gewerbebetriebe, aber auch mittelständische und große Unternehmen. Der Staat übernimmt über die KfW oder die Bürgschaftsbanken der Länder 80 bis 90 Prozent des Rückzahlungsrisikos für diese Kredite.

Als besondere Hilfe vergibt die KfW seit Anfang April zudem sogenannte KfW-Schnell-Kredite, die sie zu 100 Prozent garantiert. Auf eine sonst übliche Risikoprüfung verzichtet Ihre Hausbank daher. Eine detaillierte Aufstellung von Kreditprogrammen finden Sie ebenfalls am Ende dieses Beitrags.

Bürgschaften

Eine weitere Form der staatlichen Hilfe sind Ausfallbürgschaften. Mit diesen Bürgschaften übernehmen Förderbanken einen großen Teil des Risikos, wenn eine andere Bank einen Kredit vergibt. Das soll es gerade kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie Freiberuflern erleichtern, einen Kredit von ihrer Hausbank zu bekommen.

Kurzarbeit wegen Corona

Neben diesen Finanzierunghilfen ist es wichtig, die Ausgaben Ihres Unternehmens zu verringern. Wichtigstes Mittel, wenn Sie Arbeitnehmer haben, ist Kurzarbeit. Damit passen Sie Ihre Personalkapazitäten (und -kosten) an den verringerten Bedarf an. Laut Bundesagentur für Arbeit hatten bis Mitte April etwa 725.000 Betriebe Kurzarbeit beantragt.

Als zusätzliche finanzielle Erleichterung hat die Koalition Ende April außerdem beschlossen, das Kurzarbeitergeld in der Krisenzeit anzuheben: Wer Kurzarbeitergeld für eine um mindestens 50 Prozent reduzierte Arbeitszeit bezieht, kann demnächst bis zu 80 Prozent des Nettolohns erhalten (87 Prozent für Haushalte mit Kindern), allerdings längstens bis Ende 2020. Außerdem werden die Hinzuverdienstmöglichkeiten erweitert.

Weiterführende Links zur Kurzarbeit finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Steuern

Ein wichtiger Hebel bei der Ausgabenkürzung sind Ihre Steuerzahlungen. In der Krise sollten Sie möglichst kein Geld unnötig aus der Hand geben. Bei den Steuern heißt das: Passen Sie die Vorauszahlungen an Ihren geänderten Gewinn an und bitten Sie um Stundung (Aufschub) absehbarer oder bereits fälliger Steuern. Diese beiden Maßnahmen können Sie direkt mit dem Finanzamt oder mit Ihrem Steuerberater auf den Weg bringen. Von sich aus verzichten die Finanzämter bis Ende des Jahres darauf, überfällige Steuerschulden zu vollstrecken.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen hat das Bundesfinanzministerium einen Weg geöffnet, wie Sie sich bereits gezahlte Steuervorauszahlungen für das Jahr 2019 zurückholen können. Dafür müssen Sie oder Ihr Steuerberater pauschal einen Verlust für das Jahr 2020 ermitteln. Einzelheiten zu dieser Möglichkeit finden Sie auf der Seite des Bundesfinanzministeriums unter dem Stichwort Liquiditätshilfe für Handel, Kultur und kleine Unternehmen.

Soforthilfen des Staates müssen zwar versteuert werden, aber erst mit der Steuererklärung 2020, die Sie frühestens im Sommer 2021 abgeben werden. Weitere Informationen zu steuerlichen Maßnahmen gibt das Bundesfinanzministerium. Am 20. März 2020 hat das Ministerium diese Maßnahmen auch in einem BMF-Schreiben erläutert.

Zu den steuerlichen Maßnahmen gehört laut dem jüngsten Koalitionsbeschluss vom 22. April 2020 auch, dass die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie ab dem 1. Juli befristet bis zum 30. Juni 2021 auf 7 Prozent gesenkt wird. 

Lesen Sie zu den Steuerfragen auch den Abschnitt „Das sind Ihre wichtigsten Ansprechpartner“.

Entschädigung nach Infektionsschutzgesetz

Ein Sonderfall von nicht-rückzahlbarer Hilfe bietet der Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz. Wenn Sie aufgrund von Quarantäne nicht arbeiten können, steht Ihnen für den Verdienstausfall nach dieser Regelung eine Entschädigung zu. Spätestens drei Monate nach dem Ende der Maßnahme müssen Sie dazu einen Antrag bei der zuständigen Behörde Ihres Bundeslandes stellen. Unter Umständen kommen Selbstständige über diese Regelung auch indirekt zu Krankengeld, falls sie länger krank sein sollten.

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht

Als Teil des Corona-Gesetzespakets wurde die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags bis zum 30. September 2020 ausgesetzt. Sie können also Ihr Unternehmen erst einmal auch in einer Situation fortführen, in der Sie nach bisherigem Recht bereits Insolvenz beantragen müssten. Voraussetzung auch hier: Die Insolvenzreife muss auf die Corona-Krise zurückzuführen sein. Außerdem muss Aussicht darauf bestehen, dass das Unternehmen wieder zahlungsfähig wird.

Schutz vor Kündigung von Mietverträgen

Wegen der Corona-Krise hat der Gesetzgeber die Kündigungsrechte Ihres Vermieters zeitlich begrenzt eingeschränkt. Für Wohnungsmietverträge, aber auch für Gewerbe und Pacht gilt: Wegen Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni dieses Jahres darf der Vermieter das Mietverhältnis nicht kündigen. Vorausgesetzt, Sie können glaubhaft nachweisen, dass Sie die Miete wegen der Pandemie nicht zahlen können. Nachholen müssen Sie die Zahlungen aber später trotzdem. Weitere Informationen für Mieter in der aktuellen Situation finden Sie in einem Link am Ende dieses Beitrags.

Zahlungsaufschub bei Gas, Strom, Telefon und Krediten

Für ihre privaten Gas-, Strom- und Telefon-Verträge können Selbstständige (wie auch alle anderen Verbraucher) zeitlich befristet bis zum 30. Juni die Gegenleistung verweigern – also schlichtweg die Rechnung erst einmal nicht bezahlen – ohne dass der Versorger Ihnen kündigen darf. Kreditraten, die zwischen dem 1. April und dem 30. Juni fällig werden, können Sie für jeweils drei Monate stunden, also später zahlen. Ursache für die finanziellen Engpässe muss natürlich immer die Corona-Pandemie sein.

Leichterer Zugang zur Grundsicherung / Arbeitslosengeld II

Auch Selbstständige können bei der Agentur für Arbeit Grundsicherung beantragen, wenn sie keine Mittel haben, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie zu sichern.

Als Teil des Corona-Maßnahmenpakets wurde der Zugang zur Grundsicherung erleichtert. Im Rahmen dieses sogenannten Sozialschutz-Pakets gelten besondere Regeln für Freiberufler, Solo-Selbstständige oder Kleinunternehmer, die aufgrund der Corona-Krise einen Großteil ihrer Aufträge verloren haben:

Wer zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 Grundsicherung beantragt, muss sein Vermögen nur dann im Einzelnen nachweisen, wenn er (oder genauer gesagt die „Bedarfsgemeinschaft“, also etwa auch Ehepartner und Kinder) „erhebliches Vermögen“ hat – in der Praxis geht es um eine Summe über 60.000 Euro. Selbstgenutztes Wohneigentum zählt nicht. Außerdem dürfen Sie Ihr Erspartes in den ersten sechs Monaten, in denen Sie die Leistungen erhalten, behalten, wenn Sie unter der Höchstgrenze für erhebliches Vermögen bleiben.

Sie liegen unter dieser Grenze, wenn Sie etwa aus Girokonten, Sparbüchern, Schmuck, Aktien, Lebensversicherungen höchstens 60.000 Euro an Vermögen haben. Für Partner und Kinder liegt dieser Betrag bei 30.000 Euro. Liegen Sie darüber, können Sie unter Umständen immer noch die Grundsicherung erhalten, müssen aber im Einzelnen aufführen, was Sie an Vermögen haben. Dann reicht also nicht mehr der vereinfachte Antrag. Weitere Informationen finden Sie direkt auf der Seite Corona-Grundsicherung bei der Bundesagentur für Arbeit.

Unterstützungspaket für Startups

Start-ups können grundsätzlich dieselben Programme wie andere Unternehmen nutzen. Allerdings sind sie häufig noch nicht lange am Markt und können auch keine Gewinne ausweisen. Daher erfüllen Sie die üblichen Anforderungen der Banken an Kreditnehmer meist nicht. Deshalb hat der Bund ein gesondertes Unterstützungsprogramm für Startups und kleine mittelständische Unternehmen aufgelegt. Für diesen Startup-Schutzschild stehen zwei Milliarden Euro bereit. Kern des Programms ist eine sogenannte Corona-Matching-Fazilität, bei der Wagniskapitalfonds zusätzliche öffentliche Mittel erhalten, um Startups zu finanzieren.

Corona und Selbstständige – das sind die wichtigsten Ansprechpartner

Bei den vielen Ankündigungen und Programmen den Überblick zu behalten, ist nicht einfach. Im Grunde sind es aber nur eine Handvoll Personen und Institutionen, die Sie ansprechen müssen.

Bank und Bankberater

Lassen Sie sich jetzt nicht von Erfahrungen in der Vergangenheit abschrecken. Ihre Hausbank ist in dieser schwierigen Situation einer der wichtigsten Ansprechpartner, denn Ihnen helfen, diese schwierige finanzielle Situation zu überbrücken.

Besonders wichtig: Die Anträge für die Programme der staatlichen Förderbank KfW und der Förderbanken der jeweiligen Bundesländer laufen fast immer über die Hausbank. Mit den entsprechenden Bürgschaften der Förderbanken sollte sich die Hausbank wesentlich leichter tun, Kredite auszugeben. Sie trägt dadurch kaum ein Risiko.

Bei dem im April eingeführten KfW-Schnellkredit 2020 trägt die Hausbank sogar gar kein Risiko mehr. Der Kredit wird über die KfW zu 100 Prozent vom Steuerzahler garantiert. Eine klassische Bonitätsprüfung ist nicht mehr vorgesehen. Die Zinsen sind allerdings etwas höher als bei anderen, und den Kredit erhalten nur Selbstständige und Unternehmen, die mindestens zehn Mitarbeiter haben.

Zur Vorbereitung des Kreditantrags hat die KfW inzwischen eine eigene Seite eingerichtet, auf der Sie prüfen können, welches Programm für Sie und Ihr Unternehmen in Frage kommt.

Steuerberater und Finanzamt

Ihr Steuerberater kann Sie nicht nur dabei unterstützen, die fälligen Steuerzahlungen anzupassen. Zum Angebot eines Steuerberaters gehört in der Regel auch die betriebswirtschaftliche Beratung. Er kann also für Sie berechnen, welchen Finanzbedarf Sie bei verschiedenen Szenarien in der Corona-Krise haben und welchen Kreditbedarf Sie dementsprechend bei der KfW und anderen Förderbanken anmelden sollten. Außerdem hilft er Ihnen bei der Bereitstellung der notwendigen Unterlagen. Wenn Sie einen Steuerberater haben, klärt er direkt die Themen mit dem Finanzamt.

Sind Sie dagegen als Freiberufler oder Solo-Unternehmer ohne Steuerberater unterwegs, können Sie die Steuerzahlungen auch direkt mit Ihrem Sachbearbeiter beim Finanzamt besprechen. Aber auch, wenn Ihr Banker und Ihr Steuerberater gut sind: Besser im Bild sind Sie, wenn Sie sich vorab selbst einen Überblick verschaffen. Programme, die Sie für passend halten, können Sie dann gezielt ansprechen.

Weitere Ansprechpartner

Außer mit dem Banker und dem Steuerberater sollten Sie in dieser kritischen Situation mit all jenen sprechen, die für das Überleben Ihres Unternehmens wichtig sind: Das sind besonders Mitarbeiter, Kunden und auch Lieferanten.

Gerade in kleineren Unternehmen spielt auch der Vermieter eine Rolle. Beachten Sie, dass der Gesetzgeber auch in diesem Bereich bereits Erleichterungen beschlossen hat.

Vergessen Sie in dieser Krisensituation die örtlichen Medien, die Verwaltung, Ihre Kammern und Verbände sowie die politischen Mandatsträger auf Bundes- und Landesebene nicht. Je genauer diese wissen, wie stark die Folgen von Corona die lokale Wirtschaft treffen, umso besser. Suchen Sie also das Gespräch mit allen, die an politischen Entscheidungen mitwirken oder den Auftrag haben, Ihre Interessen zu vertreten.

Hier finden Sie weitere Informationen

Soforthilfen des Bundes und der Länder

Wichtigster Zuschuss ist die sogenannte Soforthilfe des Bundes für Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige und Angehörige der Freien Berufe. Die Soforthilfe besteht aus nicht-rückzahlbaren Zuschüssen zu den Betriebskosten.

Wie sieht die Unterstützung für Selbstständige aus? Die Corona-Hilfe sieht folgende Zuschüsse vor, einmalig, für drei Monate und als Zuschuss zu den Betriebskosten:

  • für Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten: einmaliger Zuschuss bis zu 9.000 Euro.
  • für Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern: einmaliger Zuschuss bis zu 15.000 Euro.

Wer bekommt die Soforthilfe des Bundes? Mit dem Zuschuss unterstützt der Bund Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen, die aufgrund der Corona-Krise in Finanznot geraten sind. Zu dieser Gruppe gehören auch Freiberufler. Sie müssen außerdem hauptberuflich selbstständig sein.

Die Hilfe ist kein Ersatz für den „Lohn“ des Unternehmers, sondern dient der Abdeckung der laufenden Betriebskosten (zum Beispiel der Miete für die Gewerberäume oder Leasingraten). Sie ist nicht gedacht für Personalkosten.

Die Corona-Krise muss für Sie und Ihr Unternehmen zu einer Existenzbedrohung oder einem kurzfristigen Liquiditätsengpass geführt haben. Das Unternehmen darf auch nicht bereits vor der Krise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein.

Achten Sie insgesamt darauf, dass Sie die wenigen Antragsfragen korrekt beantworten. Am Ende des Antrags sichern Sie außerdem zu, dass Sie die Antragsvoraussetzungen erfüllen. Achten Sie auch hier darauf, dass Sie keine falschen Angaben machen.

Wichtig ist außerdem, dass die Regeln des Bundesprogramm zum Teil von Landesprogrammen überlagert oder ergänzt werden. Diese Programme der Bundesländer sind zum Teil deutlich großzügiger, was die Nutzung der Mittel und die Voraussetzungen angeht. So hat etwa NRW am 12. Mai verkündet, dass Solo-Selbstständige die im März und April beantragten Mittel doch in Höhe von bis zu 2.000 Euro für den Lebensunterhalt einsetzen können. Achten Sie also genau darauf, wie die Bundes- und Landesprogramme in Ihrem Bundesland zusammenhängen.

Wie kommen Sie an die Corona-Mittel? In jedem Bundesland gibt es eine zuständige Behörde, die sich sowohl um die Bundes-Soforthilfe als auch – soweit vorhanden – um die Landes-Soforthilfe kümmert und diese beiden Hilfen aufeinander abstimmt.

Welche Corona-Unterstützung für Selbstständige es in Ihrem Bundesland gibt und unter welchen Voraussetzungen Sie das Geld vom Bund und vom Land erhalten können, erfahren Sie jeweils aktuell bei der zuständigen Behörde Ihres Bundeslandes. In einigen Bundesländern gibt es zusätzlich zur Hilfe, die es Ihnen erlauben soll, die Firma weiterzuführen, vor allem für Solo-Selbstständige auch Hilfen zum Lebensunterhalt. Die einzelnen Regelungen finden Sie bei den Informationen zu den Programmen der Bundesländer. Welche Behörde zuständig ist, sehen Sie in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Corona-Soforthilfe: Übersicht über die zuständigen Behörden

Programme der KfW

Die staatliche Förderbank KfW hat angesichts der Krise das Sonderprogramm 2020 aufgelegt, dessen Mittel grundsätzlich unbegrenzt sein sollen. Unternehmen, die aufgrund der Krise vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind, erhalten so finanzielle Unterstützung. Mit dem Programm können sowohl Betriebsmittel als auch Investitionen finanziert werden. 

Anträge für die Programme der KfW können zum Teil bereits seit Ende März über die Hausbank gestellt werden. Eine Übersicht und weiterführende Links zu den Merkblättern einzelner Programme finden Sie beim Bundesfinanzministerium auf der Seite zu Hilfsprogrammen. Für wen welches Programm passt, zeigt auch diese Seite des Bundesfinanzministeriums sowie eine Übersichtseite zur Corona-Hilfe bei der KfW.

Landeseigene Förderbanken

Auch diese Banken passen ihre bestehenden Programme an die Herausforderungen der Corona-Krise an und legen zum Teil Sonderprogramme auf. Einen einfachen Zugang zu den Förderbanken bietet diese Übersicht.

Bürgschaftsbanken

Im Zuge der Corona-Krise erweitern die Bürgschaftsbanken ihre Unterstützung für Unternehmen: Die Entscheidungen sollen besonders schnell getroffen werden, die Bürgschaftsobergrenze steigt von 1,25 auf 2,5 Millionen Euro. Eine Finanzierungsanfrage können Sie direkt über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken stellen. Sinnvoller dürfte es aber sein, sich bei der zuständigen Bürgschaftsbank zunächst zu informieren und mit diesen Informationen dann in das Gespräch mit der Hausbank zu gehen. Welche Bürgschaftsbank es in Ihrem Bundesland gibt, erfahren Sie hier.

Kurzarbeitergeld

Eine wichtige Maßnahme zur Bewältigung der Corona-Krise sind Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld, die seit April in Kraft sind: Unternehmen können Kurzarbeit anmelden, wenn 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Vorher waren dazu 30 Prozent Ausfall nötig. Außerdem wird die Bundesagentur für Arbeit die Sozialversicherungsbeiträge künftig vollständig erstatten. Beim Kurzarbeitergeld erhält der Arbeitnehmer rund 60 Prozent seines ausgefallenen Nettolohns ausgezahlt; wer Kinder hat, erhält 67 Prozent. Eine Übersichtsdarstellung über die Kurzarbeiter-Regeln in der Corona-Zeit finden Sie bei der Agentur für Arbeit.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen hat der Bundesrat abschließend am 15. Mai 2020 zugestimmt, dass das Kurzarbeitergeld unter bestimmten Bedingungen befristet bis zum Jahresende 2020 erhöht wird, wenn die Kurzarbeit länger andauert: Arbeitnehmer, die aufgrund von Kurzarbeit mindestens 50 Prozent weniger arbeiten, erhalten ab dem vierten Monat 70 Prozent beziehungsweise 77 Prozent (mit Kind) des Nettolohns als Kurzarbeitergeld. Ab dem siebten Monat erhöht sich dieser Prozentsatz noch weiter, auf 80 Prozent beziehungsweise 87 Prozent (mit Kind).

Die wichtigsten Fragen, die Selbstständige und Unternehmer zur Kurzarbeit haben, beantwortet die Agentur für Arbeit auf dieser Übersichtsseite.

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Die wichtigsten Fragen zusammengefasst

Welche Hilfen gibt es für Selbstständige & Unternehmen während der Corona-Krise?

Wer sind die wichtigsten Ansprechpartner?

Welche Hilfen gibt es speziell für kleine Betriebe?

Autor
Dirk Eilinghoff

Stand: 28. Mai 2020


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