Hilfe für Selbstständige & Unternehmen während der Corona-Krise

Corona: Wie Selbstständige und Unternehmen die Krise überbrücken

26. März 2021

Stand Ende März 2021: Die Schließungen von Unternehmen und Geschäften gehen inzwischen in den vierten Monat. Im Einzelhandel gab es Übergänge von "Click und Collect" zu "Click und Meet", die mit unterschiedlich hohen Umsatzeinbussen einhergehen. In anderen wichtigen Branchen wie der Kunst und Kultur haben Selbstständige weiterhin fast keine Möglichkeit mehr, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Leider werden auch die Unterstützungsprogramme immer komplizierter. Fast jede Verlängerung des Lockdowns bringt auch eine Verlängerung oder Veränderung der Programme. Dazu kommen verschiedene Förderebenen, vom Bund bis zu den Ländern. Selbst Fachleute verlieren hier inzwischen manchmal den Überblick.

Das bedeutet für Dich: Wir beschreiben hier die Grundzüge der Programme. Wende Dich dann mit Deinen individuellen Fragen an einen Experten. Meistens dürfte dies vor allem Dein Steuerberater sein. Nutze aber auch die Informationsangebote der zuständigen Ministerien, Deines Branchenverbands und der IHKen.

Aufgrund des andauernden Lockdowns dürfen viele Selbstständige weiterhin nicht arbeiten und können so kein Geld verdienen. Lockdown einerseits, Teilausgleich des verlorenen Umsatzes andererseits – das ist die Formel, auf die sich die Politik in den vergangenen Monaten geeinigt hat.

Am 22. März haben Bund und Länder beschlossen, die Corona-Maßnahmen erneut zu verlängern – bis zum 18. April. Auf die Lage der Selbstständigen wird in dem Papier (fast) nicht eingegangen. Es ist lediglich die Rede davon, dass "für Unternehmen, die im Rahmen der Corona-Pandemie besonders schwer und über eine sehr lange Zeit von Schließungen betroffen sind, (...) ein ergänzendes Hilfsinstrument im Rahmen der europarechtlichen Vorgaben" entwickelt werde.

Das bedeutet: Bis Einzelheiten zu dem neuen Hilfsinstrument bekannt werden, gelten die bestehenden Regelungen. Für Selbstständige und Unternehmen gibt es also bis Ende Juni 2021 Unterstützung – Du kannst also weiterhin Geld beantragen.

Weiterhin sind die die Novemberhilfe und Dezemberhilfe sowie Überbrückungshilfe besonders wichtig für Unternehmen und Selbstständige. Die Voraussetzungen für die verschiedenen Förderprogramme sind unterschiedlich. Wir geben Dir einen aktuellen Überblick.

So funktioniert die Überbrückungshilfe

Die Überbrückungshilfe sollte zunächst nur die Monate Juni, Juli und August umfassen, wurde aber bereits zweimal verlängert: Sie soll Unternehmen, Solo-Selbstständige und Freiberufler unterstützen, die besonders stark von der Corona-Krise betroffen sind.

Hast Du bereits die Soforthilfe oder die Überbrückungshilfe in einer früheren Phase beansprucht, solltest Du erneut einen Antrag stellen, wenn Du immer noch von Umsatzausfällen im förderfähigen Umfang betroffen bist.

Da das Programm auch mehrmals erweitert wurde, kann sich ein erneuter Antrag für Dich lohnen – selbst wenn Du bisher keine Hilfen erhalten hast.

Wann bekommst Du wie viel Überbrückungshilfe?

Da das Programm bereits zweimal verlängert wurde und es für die Monate November und Dezember auch die außerordentlichen Wirtschaftshilfen gibt, unterscheiden sich die Regelungen der verschiedenen Phasen. Ein Überblick:

Die Überbrückungshilfe II kannst Du noch bis zum 31. März 2021 beantragen. Du erhältst sie für die Monate September bis Dezember 2020. Bis zu 50.000 Euro im Monat bekommst Du, wenn Du eine der beiden folgenden Voraussetzungen erfüllst: In zwei zusammenhängenden Monaten zwischen April und August 2020 hattest Du mindestens 50 Prozent Umsatzeinbußen oder von April bis August 2020 hattest Du mindestens 30 Prozent weniger Umsatz. Je nach Höhe Deiner Umsatzeinbußen bekommst Du pro Monat zwischen 40 und 90 Prozent der fixen Betriebskosten erstattet.

Die Überbrückungshilfe III erhältst Du für die Monate November 2020 bis Juni 2021. Sie lässt sich aber nicht mit November- oder Dezemberhilfe kombinieren. Hast Du eine der beiden Hilfen beantragt, bekommst Du die Überbrückungshilfe also erst ab Januar 2021.

Anfangs plante der Bund für die Überbrückungshilfe III eine äußerst komplexe Differenzierung nach Umsatzeinbußen in verschiedenen Zeiträumen. Ebenfalls unterscheiden wollte er danach, ob und wann Unternehmer von Schließungen betroffen sind. Am 19. Januar 2021 gab das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aber bekannt, dass Unternehmer bei den Umsatzeinbußen nur noch ein Kriterium erfüllen müssen. Außerdem soll es sowohl mehr Förderung als auch höhere Abschläge geben.

Die Überbrückungshilfe III können demnach alle Unternehmen beantragen, die mehr als 30 Prozent Umsatzeinbußen im Monat haben. Hilfe gibt es für jeden Monat mit entsprechend weniger Umsatz von November 2020 bis Juni 2021.

Die Förderhöchstgrenze soll bei 1,5 Millionen Euro pro Monat liegen. Zunächst hatte der Bund maximal 500.000 Euro vorgesehen. Bei Zuschüssen von insgesamt weniger als 2 Million Euro kannst Du die sogenannte Kleinbeihilfen-Regelung nutzen. Dann brauchst Du nicht nachzuweisen, dass Du durch die Umsatzeinbußen auch Verluste gemacht hast. Bei höheren Zuschüssen – zwischen 2 und 10 Millionen Euro – nutzt Du die Bundesregelung Fixkostenhilfe und musst entsprechende Verluste nachweisen.

Auch für die Überbrückungshilfe gibt es einen Abschlag vom Bund, bevor sich die Länder um die komplette Auszahlung kümmern. Dieser beträgt nun maximal 100.000 Euro pro Monat – insgesamt bis zu 400.000 Euro.

Den Antrag kannst Du seit dem 10. Februar 2021 auf der Online-Plattform des Bundes stellen. Die vollständige Auszahlung der Hilfen durch die Länder startet voraussichtlich im März 2021.

Wofür darfst Du das Geld verwenden?

Von dem Geld der Überbrückungshilfe kannst Du Deine fixen Betriebskosten, etwa für Miete und Pacht begleichen. Auch Kosten für Modernisierungen, Renovierungen und Umbauten zur Umsetzung von Hygienekonzepten darfst Du bis zu 20.000 Euro vom Fördergeld decken. Ebenfalls aus diesem Topf kannst Du Dir Kosten für die Digitalisierung Deines Unternehmens erstatten lassen – etwa wenn Du einen Onlineshop aufbaust. Außerdem darfst Du mit den Hilfen auch Wirtschaftsgüter von bis zu 50 Prozent abschreiben und Deine Marketing- und Werbekosten begleichen.

Als Einzelhändler kannst Du Dir auch die Wertverluste von saisonalen und unverkäuflichen Waren erstatten lassen. Voraussetzungen: Im Jahr 2019 hast Du Gewinn gemacht, im Jahr 2020 hast Du Verlust gemacht und Du bist direkt von Schließungen betroffen.

Die Hilfe ist kein Ersatz für den „Lohn“ des Unternehmers, sondern dient der Abdeckung der laufenden Betriebskosten. Sie ist nicht vorrangig gedacht für Personalkosten. Eine Ausnahme sind die Kosten für Auszubildende. Dazu werden Personalkosten, die nicht vom Kurzarbeitergeld erfasst sind, pauschal gefördert.

Ebenso wenig geht es um die Deckung der Kosten für die Lebenshaltung. Hast Du also etwa als Solo-Selbstständiger nur geringe Betriebskosten, kannst Du über diesen Topf Deine Umsatz- und Honorareinbußen nur zu einem kleinen Teil ausgleichen.

Für ganz besonders von der Corona-Krise betroffene Branchen werden aber auch weitere Kosten anerkannt. Dies betrifft Solo-Selbstständige, die Reisebranche sowie die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft.

Wenn Du während der Fördermonate höhere Umsatzeinbußen hattest als erwartet, erhältst Du nach der Schlussabrechnung eine Nachzahlung. Waren Deine Einbußen niedriger als angenommen, musst Du allerdings zu viel gezahlte Zuschüsse auch zurückzahlen. Gleiches gilt, wenn sich herausstellt, dass Du die Voraussetzungen nicht erfüllt hast, die in der ersten Zeile der Tabelle aufgeführt sind.

Aufgrund einer Konkretisierung der Förderbedingungen durch die Bundesregierung im Dezember 2020 erhalten Unternehmen die Überbrückungshilfe II nur noch, wenn sie neben Umsatzeinbußen seit März 2020 corona-bedingt auch entsprechende Verluste gemacht haben. Die Bedingung ergibt sich aus den beihilferechtlichen Anforderungen der EU: Die Überbrückungshilfe II lief anders als die Überbrückungshilfe III nur unter der Fixkostenregelung.

Hast Du keine Verluste gemacht, kann es also sein, dass Du am Ende einen Teil der Hilfen zurückzahlen musst. Falls Du Deinen Antrag auf Überbrückungshilfe vor dem 5. Dezember 2020 gestellt hast, musst Du ihn nicht erneut stellen.

Neustarthilfe für Solo-Selbstständige

Teil der Überbrückungshilfe III ist die sogenannte „Neustarthilfe für Solo-Selbstständige“. Diese richtet sich insbesondere an Künstlerinnen und Künstler – aber auch an alle anderen Solo-Selbstständigen, die wenig bis keine Fixkosten haben, sowie unständig und kurz befristete Beschäftigte wie Schauspieler. Auch hier hat der Bund die Förderhöhe nachträglich angepasst.

Du erhältst eine einmalige Betriebskostenpauschale bis zu 7.500 Euro, wenn Dein Umsatz im Zeitraum von Januar 2021 bis Juni 2021 mindestens 60 Prozent niedriger ist als in einem sechsmonatigen Referenzzeitraum im Jahr 2019. Die Pauschale beträgt 50 Prozent Deines Umsatzes aus den sechs Referenzmonaten im Jahr 2019.

Die Betriebskostenpauschale bekommst Du als Vorschuss. Liegt Dein Umsatz zwischen Januar 2021 und Juni 2021 bei mehr als 40 Prozent des Umsatzes aus dem Referenzzeitraum, musst Du Teile der Hilfe zurückzahlen. Insgesamt dürfen Umsatz und Förderung zusammen also nicht höher sein als 90 Prozent des Umsatzes aus dem Referenzzeitraum.

Den Antrag auf die Neustarthilfe kannst Du seit dem 16. Februar 2021 auf der Online-Plattform des Bundes stellen.

So kommst Du an die Corona-Hilfen

Für die Hilfen gibt es eine Online-Plattform für ganz Deutschland. Den Antrag kannst Du dort nur gemeinsam mit einem Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Buchprüfer stellen. Nur Solo-Selbstständige können bis zu einem Betrag von 5.000 Euro Anträge auch selbst stellen. Für die Umsetzung und Auszahlung der Hilfen sind dann überwiegend dieselben Stellen in Deinem Bundesland zuständig, bei denen Du auch die Soforthilfe des Bundes beantragen konntest.

Welche Stellen in Deinem Bundesland zuständig sind, siehst Du in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Corona-Hilfen: zuständige Stellen

Diese weiteren Corona-Hilfen gibt es

Neben den staatlichen Zuschüssen gibt es noch weitere Möglichkeiten, die weggebrochenen Umsätze etwas abzufedern. Hier ein Überblick:

Günstige Kredite für Selbstständige und Unternehmen

Etwas weniger vorteilhaft als Zuschüsse sind staatlich geförderte Kredite: Dabei bekommst Du zwar ebenfalls Geld in die Hand, allerdings musst Du es später zurückzahlen. Die großen Corona-Kreditprogramme hat die staatliche Förderbank KfW aufgelegt, beantragen kannst Du sie über Deine Hausbank. Die Unterstützung besteht bei diesen Krediten darin, dass Du sie einfach als einen normalen Bankkredit bekommst – zu besonders günstigen Zinssätzen.

Kurzarbeit wegen Corona

Neben diesen Finanzierunghilfen ist es wichtig, die Ausgaben Deines Unternehmens zu verringern. Wichtigstes Mittel, wenn Du Arbeitnehmer hast, ist Kurzarbeit.

Wenn 10 Prozent der Belegschaft Deines Unternehmens vom Entgeltausfall betroffen sind, kannst Du Kurzarbeit beantragen. Diesen erleichterten Zugang zu Kurzarbeitergeld hat der Koalitionsausschuss am 25. August 2020 beschlossen. Er gilt bis Ende 2021 für alle Unternehmen, die bis zum 31. März 2021 Kurzarbeit eingeführt haben.

Neben dem erleichterten Zugang ist besonders die Anhebung des Kurzarbeitergeldes gegenüber der Vor-Corona-Zeit wichtig: Wer Kurzarbeitergeld für eine um mindestens 50 Prozent reduzierte Arbeitszeit bezieht, kann nun bis zu 80 Prozent des Nettolohns erhalten (87 Prozent für Haushalte mit Kindern).

Der Koalitionsausschuss hat im August 2020 außerdem beschlossen, dass für Betriebe, die bis Ende 2020 Kurzarbeit eingeführt haben, die Bezugsdauer des Kurzarbeitergelds auf bis zu 24 Monate (längstens bis 31. Dezember 2021) verlängert wird. Auch weitere Erleichterungen wie etwa die Erstattung der So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge wurden verlängert, zuletzt mit den Novemberhilfen. Das genaue Verfahren zu Anzeige, Antrag und Berechnung des Kurzarbeitergelds beschreibt die zuständige Bundesagentur für Arbeit.

Steuern senken

Ein weiterer wichtiger Hebel bei der Ausgabenkürzung sind Deine Steuerzahlungen. In der Krise solltest Du möglichst kein Geld unnötig aus der Hand geben. Bei den Steuern heißt das: Sorge dafür, dass die Vorauszahlungen an Deinen geänderten Gewinn angepasst werden, und bitte um Stundung (Aufschub) absehbarer oder bereits fälliger Steuern. Diese beiden Maßnahmen kannst Du direkt mit dem Finanzamt oder mit Deinem Steuerberater auf den Weg bringen.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen hat das Bundesfinanzministerium einen Weg geöffnet, wie Du bereits gezahlte Steuervorauszahlungen für das Jahr 2019 zurückholen kannst. Dafür musst Du oder Dein Steuerberater pauschal einen Verlust für das Jahr 2020 ermitteln. Dafür hast Du noch Zeit bis zum 31. März 2021. Soforthilfen des Staates müssen zwar versteuert werden, aber erst mit der Steu­er­er­klä­rung 2020, die Du frühestens im Sommer 2021 abgeben wirst.

Am 3. Februar 2021 hat der Koalitionsausschuss beschlossen, den maximal möglichen Verlustrücktrag für die Jahre 2020 und 2021 von 5 auf 10 Millionen (bei Zu­sam­men­ver­an­la­gung 20 Millionen) zu erhöhen.

Wichtige Steuerfragen zu Corona beantwortet das Bundesfinanzministerium auf seiner Website. Um Steuerthemen geht es übrigens auch noch mal in dem Abschnitt „Das sind Deine wichtigsten Ansprechpartner“.

So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge senken

Bei Solo-Selbstständigen sind die Beiträge für die Kran­ken­ver­si­che­rung und die gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung ein großer Ausgabenposten. Da die Beiträge unmittelbar vom Jahreseinkommen abhängen, ist es sinnvoll, ein deutlich gesunkenes Einkommen möglichst zeitnah zu melden.

Bist Du gesetzlich versichert, musst Du dafür bei Deiner Kran­ken­kas­se einen Antrag stellen. Nach wie vor ist es allerdings so, dass für Selbstständige selbst bei sehr geringen Einnahmen ein Mindesteinkommen von 1.062 Euro angesetzt wird. Daraus ergibt sich ein Mindestbeitrag für Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung von etwa 200 Euro im Monat.

Bei der gesetzlichen Rente hat die Deutsche Ren­ten­ver­si­che­rung Ende März 2020 verkündet, dass versicherungspflichtige Selbstständige bei entsprechender finanzieller Notlage beantragen können, bis Ende Oktober 2020 keine Beiträge zahlen zu müssen. Allerdings hat die Ren­ten­ver­si­che­rung auch angekündigt, dass sie die Beiträge später an die tatsächlichen Verhältnisse anpassen wird.

Auch bei der freiwilligen Arbeitslosenversicherung, dem sogenannten Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag, gibt es einen Zahlungsaufschub bis Juli 2021. Weitere Informationen gibt es bei der zuständigen Bundesagentur für Arbeit.

Entschädigung nach Infektionsschutzgesetz

Einen Sonderfall von nicht-rückzahlbarer Hilfe bietet Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz. Wenn Du aufgrund von Quarantäne nicht arbeiten kannst, steht Dir für den Verdienstausfall nach dieser Regelung eine Entschädigung zu. Spätestens drei Monate nach dem Ende der Maßnahme musst Du dazu einen Antrag bei der zuständigen Behörde Deines Bundeslandes stellen. Unter Umständen kommst Du als Selbstständiger über diese Regelung auch indirekt zu Krankengeld, falls Du länger krank sein solltest.

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht

Ebenfalls Teil der Corona-Gesetzgebung war, dass die Pflicht zum Stellen eines Insolvenzantrags bis zum 30. September 2020 ausgesetzt war. Diese Regelung wurde Ende September bis zum 31. Dezember 2020 verlängert. Du konntest also Dein Unternehmen erst einmal in einer Situation fortführen, in der Du nach altem Recht bereits Insolvenz hättest beantragen müssen. Voraussetzung auch hier: Die Insolvenzreife musste auf die Corona-Krise zurückzuführen sein. Vom 1. Oktober an galt die Regelung nur noch, wenn Du wegen Überschuldung einen Insolvenzantrag hättest stellen müssen. Zahlungsunfähigkeit entband Dich nicht mehr von der Insolvenzantragspflicht.

Seit Anfang 2021 gilt die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht nur noch für Unternehmen, die bis zum 31. Dezember 2020 Corona-Hilfen beantragt haben – und das auch nur, wenn Aussicht auf Genehmigung besteht und die Zahlungen ausreichen, um die Insolvenz abzuwenden.

Am 19. Januar 2021 haben Bund und Länder beschlossen, die Antragspflicht für die genannten Unternehmen noch bis Ende April 2021 auszusetzen.

Leichterer Zugang zur Grundsicherung / Ar­beits­lo­sen­geld II

Auch Selbstständige können bei der Agentur für Arbeit Grundsicherung beantragen, wenn sie keine Mittel haben, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie zu sichern.

Als Teil der Corona-Maßnahmenpakete wurde der Zugang zur Grundsicherung erleichtert. Im Rahmen dieses sogenannten Sozialschutz-Pakets gelten besondere Regeln für Freiberufler, Solo-Selbstständige oder Kleinunternehmer, die aufgrund der Corona-Krise einen Großteil ihrer Aufträge verloren haben: Wer zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. März 2021 Grundsicherung beantragt, muss sein Vermögen nur dann im Einzelnen nachweisen, wenn er (oder genauer gesagt die „Bedarfsgemeinschaft“, also etwa auch Ehepartner und Kinder) „erhebliches Vermögen“ hat – in der Praxis geht es um eine Summe über 60.000 Euro. Außerdem darfst Du Dein Erspartes in den ersten sechs Monaten, in denen Du die Leistungen erhalten hast, behalten, wenn Du unter der Höchstgrenze für erhebliches Vermögen bleibst.

Am 3. Februar 2021 hat der Koalitionsausschuss beschlossen, den erleichterten Zugang zur Grundsicherung bis Ende 2021 zu verlängern.

Unter dieser Grenze liegst Du, wenn Du aus Anlagen wie Girokonto, Sparbüchern, Schmuck, Aktien oder Lebensversicherungen höchstens 60.000 Euro an Vermögen hast. Für Partner und Kinder in Deinem Haushalt beträgt dieser Betrag noch einmal zusätzlich jeweils 30.000 Euro. Selbstgenutztes Wohneigentum zählt nicht, sondern nur Verträge und Konten, aus denen Du sofort Geld abziehen kannst („sofort verwertbar“).

Lebensversicherungen gehören nach Aussagen der Bundesagentur für Arbeit nicht zu solchen Vermögensgegenständen, wenn sie für die Altersvorsorge gedacht sind, unabhängig davon, wie viel Du darin bereits angespart hast. Deine kapitalbildenden Renten- und Lebensversicherungen musst Du also nicht antasten.

Ein Beispiel: Lebst Du mit Deinem Partner und Eurem Kind in einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft, wäre Euer Vermögen erst ab einem Betrag von 120.000 Euro „erheblich“.

Liegst Du über der Höchstgrenze für erhebliches Vermögen, kannst Du unter Umständen immer noch die Grundsicherung erhalten, musst aber im Einzelnen aufführen, was Du an Vermögen besitzt. Dann reicht der vereinfachte Antrag also nicht mehr. Weitere Informationen findest Du direkt auf der Seite Corona-Grundsicherung bei der Bundesagentur für Arbeit.

Unterstützungspaket für Start-ups

Start-ups können grundsätzlich dieselben Programme wie andere Unternehmen nutzen. Allerdings sind sie häufig noch nicht lange am Markt und können auch keine Gewinne ausweisen. Daher erfüllen sie die üblichen Anforderungen der Banken an Kreditnehmer meist nicht. Deshalb hat der Bund ein gesondertes Unterstützungsprogramm für Start-ups und kleine mittelständische Unternehmen aufgelegt. Für diesen Start-up-Schutzschild stehen 2 Milliarden Euro bereit. Kern des Programms ist eine sogenannte Corona-Matching-Fazilität, bei der Wagniskapitalfonds zusätzliche öffentliche Mittel erhalten, um Start-ups zu finanzieren. Das Programm läuft noch bis Ende Juni 2021.

Das sind die wichtigsten Ansprechpartner

Bei den vielen Ankündigungen und Programmen den Überblick zu behalten, ist nicht einfach. Im Grunde sind es aber nur eine Handvoll Personen und Institutionen, die Du ansprechen musst.

Bank und Bankberater

Lass Dich jetzt nicht von Erfahrungen in der Vergangenheit abschrecken. Deine Hausbank ist in dieser schwierigen Situation einer Deiner wichtigsten Ansprechpartner. Sie kann Dir helfen, diese schwierige finanzielle Situation zu überbrücken.

Besonders wichtig: Die Anträge für die Programme der staatlichen Förderbank KfW und der Förderbanken der jeweiligen Bundesländer laufen fast immer über die Hausbank. Mit den entsprechenden Bürgschaften der Förderbanken sollte sich die Hausbank wesentlich leichter tun, Kredite auszugeben. Sie trägt dadurch kaum ein Risiko.

Bei dem im April eingeführten KfW-Schnellkredit 2020 trägt die Hausbank sogar gar kein Risiko mehr. Der Kredit wird über die KfW zu 100 Prozent vom Steuerzahler garantiert. Eine klassische Bonitätsprüfung ist nicht mehr vorgesehen. Die Zinsen sind allerdings etwas höher als bei anderen.

Zur Vorbereitung des Kreditantrags hat die KfW inzwischen eine eigene Seite eingerichtet, auf der Du prüfen kannst, welches Programm für Dich und Dein Unternehmen in Frage kommt.

Steuerberater und Finanzamt

Dein Steuerberater kann Dich nicht nur dabei unterstützen, die fälligen Steuerzahlungen anzupassen. Zum Angebot eines Steuerberaters gehört in der Regel auch die betriebswirtschaftliche Beratung. Er kann also für Dich berechnen, welchen Finanzbedarf Du bei verschiedenen Szenarien in der Corona-Krise hast und welchen Kreditbedarf Du dementsprechend bei der KfW und anderen Förderbanken anmelden solltest. Außerdem hilft er Dir bei der Bereitstellung der notwendigen Unterlagen. Bei der Überbrückungshilfe musst Du sogar Deinen Steuerberater einschalten, wenn Du die Mittel beantragen willst.

Bist Du als Freiberufler oder Solo-Unternehmer ohne Steuerberater unterwegs, kannst Du die Steuerzahlungen auch direkt mit Deinem Sachbearbeiter beim Finanzamt besprechen. Aber auch, wenn Dein Banker und Dein Steuerberater gut sind: Besser im Bild bist Du, wenn Du Dir vorab selbst einen Überblick verschaffst. Programme, die Du für passend hältst, kannst Du dann gezielt ansprechen.

Weitere Ansprechpartner

Außer mit dem Banker und dem Steuerberater solltest Du in dieser kritischen Situation mit all jenen sprechen, die für das Überleben Deines Unternehmens wichtig sind: Das sind besonders Mitarbeiter, Kunden und auch Lieferanten. Gerade bei kleineren Unternehmen spielt auch der Vermieter eine Rolle.

Vergiss in dieser Krisensituation die örtlichen Medien, die Verwaltung, Deine Kammern und Verbände sowie die politischen Mandatsträger auf Bundes- und Landesebene nicht. Je genauer diese wissen, wie stark die Folgen von Corona die lokale Wirtschaft treffen, umso besser. Such also das Gespräch mit allen, die an politischen Entscheidungen mitwirken oder den Auftrag haben, Deine Interessen zu vertreten.

Hier findest Du weitere Informationen

Programme der KfW

Die staatliche Förderbank KfW hat angesichts der Krise das Sonderprogramm 2020 aufgelegt. Unternehmen, die aufgrund der Krise vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind, erhalten so finanzielle Unterstützung. Mit dem Programm können sowohl Betriebsmittel als auch Investitionen finanziert werden. Auch Solo-Selbstständige und kleine Unternehmen bis zehn Beschäftigte können den KfW-Schnellkredit bekommen.

Anträge für die Programme der KfW können über die Hausbank gestellt werden. Eine Übersicht und weiterführende Links zu den Merkblättern einzelner Programme findest Du beim Bundesfinanzministerium auf der Seite zu den Hilfsprogrammen. Für wen welches Programm passt, zeigt auch diese Übersichtsseite zur Corona-Hilfe bei der KfW.

Landeseigene Förderbanken

Auch diese Banken passen ihre bestehenden Programme an die Herausforderungen der Corona-Krise an und legen zum Teil Sonderprogramme auf. Einen einfachen Zugang zu den Förderbanken bietet diese Übersicht.

Bürgschaftsbanken

Im Zuge der Corona-Krise erweitern die Bürgschaftsbanken ihre Unterstützung für Unternehmen: Eine Finanzierungsanfrage kannst Du direkt über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken stellen. Sinnvoller dürfte es aber sein, sich bei der zuständigen Bürgschaftsbank zunächst zu informieren und mit diesen Informationen dann in das Gespräch mit der Hausbank zu gehen. Weitere Informationen erhältst Du auch bei der Bürgschaftsbank Deines Bundeslandes.

Haben wir etwas Wichtiges in diesem Ratgeber vergessen? Ist Dir weiterhin etwas unklar? Schreib uns! 

Wir helfen Dir durch die Corona-Krise!

Diese Videos haben wir rund um das Thema

Tenhagens Corona-Podcast zur Novemberhilfe

Folge 54

Die wichtigsten Fragen zusammengefasst

Welche Hilfen gibt es für Selbstständige & Unternehmen während der Corona-Krise?

Wer sind die wichtigsten Ansprechpartner?

Welche Hilfen gibt es speziell für Solo-Selbstständige?

* Was der Stern bedeutet:

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