Coronavirus und Reisen

Was die Corona-Krise für Deine Reisen bedeutet

Max Mergenbaum 11. Februar 2021

Vielerorts steigen die Infektionszahlen, innerhalb Deutschlands ebenso wie in beliebten Reisezielen. In diesem Ratgeber erklären wir Dir, worauf Du achten musst, wenn Du einen Urlaub planst. Wann es Geld zurück gibt für Zug, Flug oder Unterkunft – und wann nicht.

Welche Folgen hat eine Reisewarnung?

Bei einer Reisewarnung handelt es sich um die höchste Warnstufe des Auswärtigen Amtes. Sie wird nur dann ausgesprochen, wenn Reisenden im Ausland eine „akute Gefahr für Leib und Leben droht“. Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Es ist eher ein dringender Appell an Dich, aufgrund der Gefahrenlage von „nicht notwendigen, touristischen Reisen“ in die betroffenen Länder oder Regionen Abstand zu nehmen. Ob Du verreist oder nicht, das kannst und musst Du letztendlich selbst entscheiden.

Bedenken solltest Du aber, dass eine bestehende Reisewarnung durchaus Auswirkungen hat. Sie kann unter anderem zur Folge haben, dass Dein Versicherungsschutz entfällt. Denn im Kleingedruckten mancher Versicherungen steht, dass sie nicht leisten, wenn es für das Zielland eine Reisewarnung gibt. Möchtest Du verreisen, solltest Du insbesondere überprüfen, ob Deine Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung oder Deine Reiserücktrittsversicherung einen solchen Ausschluss enthält. Versicherer sprechen hier meist von einer Pandemieklausel.

Außerdem kann es sein, dass Du nach Deiner Rückreise aus einem Land mit bestehender Reisewarnung in Quarantäne musst. Was dann genau für Dich gilt, kannst Du im Abschnitt Was gilt für Auslandsreisen? lesen.

Diese aktuellen Reisewarnungen solltest Du kennen

Aufgrund der Corona-Pandemie hat das Auswärtige Amt im März erstmals eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen und diese mehrfach verlängert. Mittlerweile hat das Außenministerium die pauschale Reisewarnung für alle EU-Mitgliedstaaten aufgehoben und durch individuelle Reisewarnungen, abhängig vom Infektionsgeschehen, für einzelne Länder und Regionen ersetzt. Als Richtwert gilt die Zahl der Neuinfizierten im Verhältnis zur Bevölkerung: Gibt es in einem Land innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner, ist mit einer erneuten Reisewarnung zu rechnen.

Für Dich ein Anhaltspunkt: Meist erklärt zuerst das Robert-Koch-Institut eine Region zum Risikogebiet – und das Auswärtige Amt reagiert dann mit einer Reisewarnung.

Derzeit steigen in vielen EU-Mitgliedsstaaten die Infektionszahlen wieder an. Aktuell hat das Robert-Koch-Institut mehr als die Hälfte der EU-Länder ganz oder teilweise als Risikogebiet eingestuft. Darunter beliebte Urlaubsländer wie Frankreich, Österreich und Griechenland (Stand: 11. Februar 2021).

Weltweit galt bis zum 30. September 2020 für alle Drittstaaten außerhalb der EU eine Reisewarnung. Seither entscheidet das Auswärtige Amt anhand der Infektionszahlen von Land zu Land, ob es eine Reisewarnung ausspricht oder nicht. Eine vollständige Übersicht findest Du auf der Website des Instituts.

Was gilt bei Pauschalreisen?

Um eine Pauschalreise handelt es sich immer dann, wenn Du bei einem Reiseveranstalter mindestens zwei wesentliche Reiseleistungen zusammen gebucht hast, zum Beispiel Flug und Hotel. Dass es sich um eine Pauschalreise handelt, kannst Du daran erkennen, dass Du einen Sicherungsschein erhältst. Zumindest, wenn Du bei einem deutschen Anbieter gebucht hast. Dieser Schein soll garantieren, dass Du Dein eingezahltes Geld auch im Falle einer Insolvenz des Veranstalters zurückerhältst. Grundsätzlich bist Du als Pauschalreisender rechtlich besser abgesichert als jemand, der seine Reise individuell organisiert.

Ein Vorteil während der Corona-Krise: Unter bestimmten Voraussetzungen haben Pauschalreisende das Recht, von ihrer Reise zurückzutreten, ohne den Veranstalter dafür entschädigen zu müssen. Der Gesetzgeber fordert dafür „unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände“ (§ 651h Abs. 3 BGB), die die Pauschalreise erheblich beeinträchtigen müssen. Gibt es eine Reiswarnung für ein Land oder eine Region, ist diese Voraussetzung gegeben. Das haben Gerichte in der Vergangenheit so bestätigt.

Wenn also ausgerechnet für Dein Reiseziel eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt, hast Du gute Chancen, kostenlos zu stornieren und Dein Geld zurückzubekommen. In der Regel wird aber der Reiseveranstalter schon von sich aus absagen, wenn eine Reisewarnung für das Zielland vorliegt.

Auch Kreuzfahrten sind Pauschalreisen. Das Auswärtige Amt rät „aufgrund der besonderen Risiken“ weiterhin davon ab, an Kreuzfahrten teilzunehmen. Ausgenommen sind Kreuzfahrten innerhalb des EU- beziehungsweise Schengenraumes mit besonderen Hygienekonzepten oder Kreuzfahrten, die in Deutschland beginnen und enden, ohne dass ein Zwischenstopp in einem ausländischen Hafen eingelegt wird. Fällt Deine Kreuzfahrt unter die Reisewarnung, kannst Du analog zu den Pauschalreisen abwarten, bis der Anbieter storniert oder selbst kostenlos stornieren.

Entscheidend dafür, ob Du kostenlos aus dem Reisevertrag rauskommst ist, dass die „unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umstände“ zum Zeitpunkt der Reise vorliegen. Bis zum 14. Juni galt eine weltweite Reisewarnung für alle Länder. Dadurch konnten alle Pauschalreisen bis zu diesem Zeitpunkt kostenlos storniert werden.

Nachdem das Auswärtige Amt am 15. Juni für die meisten EU-Länder die Reisewarnung aufgehoben hat, ist die Lage etwas unübersichtlich geworden. Am 30. September endete auch die pauschale Reisewarnung für Drittstaaten außerhalb der EU. Nun musst Du wieder individuell für Dein Reiseziel prüfen, ob das Auswärtige Amt vor Reisen in das Land oder die Region warnt.

Möchtest Du Deine Reise stornieren, kannst Du unser Musterschreiben nutzen, um die Erstattung Deiner Reisekosten einzufordern. Findet Deine Reise erst zu einem späteren Zeitpunkt statt, musst Du darauf achten, ob die Reisewarnung auch dann noch für Dein Zielland gilt – ob sie verlängert oder wiedereingeführt wurde oder ob am Urlaubsort noch Einreisesperren oder Quarantänepflichten bestehen. 

Im August 2020 entschied das Amtsgericht Frankfurt in einem Fall, dass ein Reiseveranstalter dem Kunden auch dann den vollen Reisepreis erstatten muss, wenn zum Zeitpunkt von dessen Stornierung bereits abzusehen war, dass im Reisegebiet mit einer Gefährdung durch das Coronavirus zu rechnen war. Dieses Urteil (Az. 32 C 2136/20 (18)) stärkt die Perspektive der Verbraucher. Allerdings ist es mit Vorbehalt zu betrachten. Zum einen kann diese Gerichtsentscheidung noch von höheren Instanzen gekippt werden. Zum anderen ist ein Urteil immer eine Einzelfallentscheidung.

Wer Dir bei Ärger mit dem Reiseveranstalter hilft

Falls Dein Reiseveranstalter Gebühren für die Stornierung verlangt oder die Erstattung des Reisepreises unverhältnismäßig hinauszögert, kannst Du Dich an die Verbraucherzentralen oder bei Reisen ins EU-Ausland an das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) wenden. Wichtig dafür ist, dass Du die Auseinandersetzung mit dem Anbieter schriftlich dokumentiert hast. Im Zweifel musst Du Deinen Anspruch vor Gericht einklagen.

Nutze unser Musterschreiben, um Dir den Reisepreis Deiner Pauschalreise erstatten zu lassen.

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Was gilt bei Individualreisen?

Hast Du Deine Reise selbst zusammengestellt, bist Du rechtlich weniger gut geschützt als Pauschalreisende. Einfach stornieren solltest Du ein gebuchtes Hotel, einen Flug oder einen Mietwagen also nicht. Wie gut Deine Chancen auf eine Erstattung stehen, hängt vom Einzelfall ab. Je nachdem, ob Du eine Unterkunft oder ein Transportmittel gebucht hast und ob es sich um eine Reise im In- oder Ausland handelt, gelten unterschiedliche Regelungen.

Was ist mit innerdeutschen Reisen?

Durch die Corona-Pandemie sind nicht nur Reisen ins Ausland, sondern auch Urlaube innerhalb Deutschlands von Sicherheits- und Quarantänemaßnahmen betroffen. Dies erleichtert es auch vielen Individualreisenden, Ansprüche geltend zu machen.

Um die Infektionszahlen zu bremsen, haben Bund und Länder im Oktober 2020 weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen, die am 2. November 2020 in Kraft getreten sind. Zu den Maßnahmen gehörte auch ein bundesweites Übernachtungsverbot für Touristen. Kürzlich haben Bund und Länder beschlossen, die Einschränkungen vorerst bis zum 7. März 2021 zu verlängern. Weiterhin gilt: In Bus und Bahn sowie in Geschäften müssen medizinische Masken getragen werden. In Corona-Brennpunkten bleibt der Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort begrenzt.

Eine Übersicht darüber, wie die Länder die Beschlüsse umsetzen, findest Du auf der Website der Bundesregierung.

Falls Du von einem Übernachtungsverbot betroffen bist, kann der Betreiber seine Leistung nicht erbringen, weil er Dir das Zimmer nicht vermieten darf. Er muss entweder selbst absagen oder Dir den Reisepreis ohne Stornogebühren erstatten. Handelt es sich um eine Pauschalreise in Deutschland, muss der Reiseveranstalter diese stornieren und Dir das Geld innerhalb von 14 Tagen erstatten. Gutscheine musst Du nicht akzeptieren.

Vor dem bundesweiten Übernachtungsverbot galten in vielen Bundesländern unterschiedliche Regelungen. In einigen Ländern, zum Beispiel Mecklenburg-Vorpommern, musstest Du Dich als Tourist aus innerdeutschen Risikogebieten nach Deiner Ankunft in Quarantäne begeben. Ob Du in diesem Fall kostenlos stornieren konntest, ist rechtlich noch unklar. Im Gegensatz zu einem Einreiseverbot konnte der Betreiber Deiner Unterkunft darauf verweisen, dass Du die Quarantäne mit einem negativen Test umgehen konntest. Entscheidend war also, ob es Dir möglich und zumutbar war, rechtzeitig und ohne hohe Kosten einen Corona-Test machen zu lassen. Dazu gibt es aber noch keine genauen rechtlichen Regelungen.

Was ist mit Reisen ins Ausland?

Wie die jeweilige Gefährdung in verschiedenen Ländern und Regionen aussieht, kannst Du jederzeit beim Auswärtigen Amt nachlesen. Ebenfalls hilfreich kann die Liste der Risikogebiete sein, die das Robert-Koch-Institut regelmäßig aktualisiert.

Bei Auslandsreisen gehst Du in der Regel einen Vertrag mit einem Eigentümer im jeweiligen Reiseland ein – Du kannst Dich daher nicht einfach auf die deutschen Regelungen berufen. Denn natürlich gilt für den Vertrag mit einem Anbieter in einem anderen Land das dortige Recht. Selbst wenn Du demnach Ansprüche hast, kannst Du Deine Rechte bei Vertragspartnern im Ausland oft schlecht durchsetzen. Du musst also auf die Kulanz Deines Gegenübers hoffen.

Setz Dich deshalb vor einer Stornierung unbedingt mit dem Anbieter in Verbindung und kläre ab, was möglich ist. Vielleicht könnt Ihr Euch auf einen Kompromiss einigen, zum Beispiel auf eine kostenlose Umbuchung oder einen Reisegutschein in Höhe des Reisepreises.

Falls Du Schwierigkeiten mit einer Reise oder einer Unterkunft in Deutschland hast, kannst Du Dich an die für Dich zuständige Verbraucherzentrale wenden. Bei Individualreisen ins europäische Ausland hilft Dir das Europäische Verbraucherzentrum weiter.

Was ist mit meiner Bahnfahrt?

Bis zum 31. Oktober 2020 konnten Kunden der Deutschen Bahn Fernverkehr-Tickets, die sie vor dem 13. März 2020 gebucht hatten, weiter nutzen. Das ist nun nicht mehr möglich.

Beachte: Für den Fall, dass Du mit dem Zug aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, musst Du Deine Kontakt- und Reisedaten hinterlegen.

Welche Regeln grundsätzlich bei Zugausfall oder Zugverspätung gelten, kannst Du in unserem Ratgeber Fahrgastrechte im Bahnverkehr nachlesen. Im Streitfall kannst Du Dich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (Soep) wenden. Wenn es sich um ein Bahnunternehmen aus dem EU-Ausland handelt, hilft Dir das Europäische Verbraucherzentrum weiter.

Was ist mit meinem Flug?

Viele Fluggesellschaften haben auf die besondere Lage reagiert und die Regeln für Umbuchung oder Stornierung gelockert. Einige bieten flexiblere Umbuchungsmöglichkeiten an, bei anderen kannst Du bestehende und neue Flüge ohne Gebühr umbuchen.

Viele Länder haben während der Corona-Krise ihre Einreisebedingungen für deutsche Reisende verschärft. Eine Einreisesperre gilt nach wie vor in einigen Ländern, darunter den USA. In anderen Ländern, zum Beispiel in Island, musst Du Dich nach der Ankunft fünf Tage in Quarantäne begeben und einen Corona-Test durchführen (Stand: 11. Februar 2021). Die aktuellen Regelungen für Reisende aus Deutschland findest Du online beim Auswärtigen Amt.

Bestehen erhebliche Einreisebeschränkungen ist es wahrscheinlich, dass die Airlines selbst ihre Flüge streichen. Im Fall einer solchen Flugannullierung kannst Du kostenlos umbuchen oder Dein Geld zurückbekommen (Art. 8 Fluggastrechteverordnung). Annulliert die Fluggesellschaft Deinen Flug, muss sie Dir den Ticketpreis innerhalb von sieben Tagen erstatten.

Wichtig: Die Flugastrechteverordnung gilt für europäische Fluggesellschaften und für Flüge bei nicht-europäischen Airlines, die von einem Flughafen eines EU-Mitgliedstaates aus starten.

Findet Dein Flug statt, gelten die Stornierungsbedingungen der Airline. In den meisten Fällen musst Du dann Stornogebühren zahlen. Bei günstigen Tarifen ohne Stornierungsoption bekommst Du in der Regel nur Steuern und Gebühren zurück. Hast Du dagegen storniert und der Flug fällt später aus, kannst Du nach unserer Ansicht die vollständige Erstattung des Ticketpreises verlangen. Deine Fluggesellschaft wird das aber wahrscheinlich anders sehen.

Unerfreulich ist: Viele Fluggesellschaften weisen auf ihren Websites nicht klar darauf hin, dass Kunden bei gestrichenen Flügen einen Anspruch darauf haben, den Ticketpreis erstattet zu bekommen. Außerdem erreichen uns viele Hinweise, dass die Telefon-Hotlines der Airlines kaum zu erreichen sind.

Was Du tun kannst, falls die Airline nicht zahlt, welche Unterstützung Fluggasthelfer bieten und in welchen Fällen ein Chargeback-Verfahren helfen kann, kannst Du in unserem Ratgeber zur Erstattung von Flugtickets nachlesen.

Wer muss Gutscheine akzeptieren?

Einige Reiseunternehmen bieten Kunden lediglich eine Erstattung ihrer Reisekosten in Form eines Gutscheins an, der für eine andere Reise beim gleichen Anbieter eingesetzt werden kann. Die Veranstalter versuchen damit, Kundenkapital im Unternehmen zu behalten und nicht massenhaft zurückzahlen zu müssen.

Rechtlich ist die Lage aber eindeutig: Nach der europäischen Pauschalreiserichtlinie musst Du als Kunde immer die Wahl haben, ob Du einen Gutschein annimmst oder Dir das Geld vom Reiseveranstalter erstatten lässt. Das gleiche gilt für Flüge, wo die EU-Fluggastverordnung ebenfalls ein Wahlrecht vorsieht.

Pläne der Bundesregierung, die bestehenden Regelungen zu lockern, hat die EU-Kommission abgelehnt. Sowohl für Pauschalreisen als auch für Flüge wird es keine europäische Gutscheinlösung geben. Stattdessen hat der Bundestag im Juli folgende Regeln beschlossen:

  1. Gutscheine für Reisen, die vor dem 8. März 2020 gebucht wurden, sind fortan staatlich abgesichert, wenn der bestehende Insolvenzschutz der Reiseveranstalter nicht ausreicht. Die zusätzliche staatliche Garantie gilt zeitlich befristet für die aktuelle Corona-Pandemie. 
  2. Kunden, die ihren Gutschein nicht bis Ende 2021 einlösen, können sich den Reisepreis auszahlen lassen.
  3. Auch Kunden, die vor dem 8. März eine Reise gebucht und bereits einen Gutschein akzeptiert haben, profitieren rückwirkend von den neuen Regelungen.

Wie die Geld-zurück-Regeln für Veranstaltungen im Inland aussehen, kannst Du in unserem Ratgeber zu abgesagten Veranstaltungen nachlesen.

Was gilt für Auslandsreisen?

Die Einreise nach Deutschland ist grundsätzlich möglich. Allerdings müssen Reiserückkehrer mit Einschränkungen rechnen, wenn sie sich in den letzten zehn Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Seit dem 11. Januar müssen Einreisende aus Risikogebieten nicht nur in Quarantäne, sondern spätestens 48 Stunden nach der Einreise auch einen Corona-Test durchführen. Danach müssen sie sich für mindestens fünf Tage in Quarantäne begeben. Erst nach fünf Tagen können sie die Quarantäne durch einen zweiten negativen Test verkürzen. Mittlerweile sind die Corona-Tests für Reiserückkehrer nicht mehr kostenlos.

Seit dem 8. November 2020 musst Du außerdem auf der Website Einreiseanmeldung.de genauere Angaben zu Deinem Aufenthalt in einem Risikogebiet machen.

Wichtig: Jedes Bundesland kann die Quarantäneverordnung unterschiedlich umsetzen und anpassen. Informiere Dich daher auf der Website Deines Bundeslandes, welche Regelungen für Dich gelten. Mehr Infos findest Du außerdem beim Bundesgesundheitsministerium.

Verschärfte Einreiseregeln für Hochrisikoländer

Künftig gelten für Reisende aus Ländern mit besonders hohen Fallzahlen weitere Einschränkungen. Dazu gehören etwa Tschechien und Spanien (Stand: 11. Februar 2021). Ein Land gilt als Hochrisikogebiet, wenn es dort innerhalb einer Woche mehr als 200 gemeldete Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner hab. Eine aktuelle Liste, welche Länder gerade als Hochrisikogebiete gelten, hat das Robert-Koch-Institut erstellt.

Wenn Du aus einem solchen Land einreist, musst Du schon vor der Rückreise einen negativen Corona-Test vorlegen. Der Test darf höchstens zwei Tage alt sein. Das verlangt die neue Corona-Einreiseverordnung. Auch Rückkehrer aus Hochrisikogebieten müssen sich vor ihrer Einreise digital anmelden.

Einreiseverbote für Länder mit Virus-Mutationen

Um die Verbreitung der besonders ansteckenden Corona-Mutationen zu verhindern, hat die Bundesregierung Einreisesperren für betroffene Länder verhängt. Dazu gehören unter anderem Brasilien, Großbritannien, Irland, Portugal und Südafrika (Stand: 11. Februar 2021). Das Verbot umfasst neben Flügen auch die Einreise per Bus, Bahn oder Schiff. 

Die Verordnung lässt wichtige Ausnahmen zu: So kannst Du weiterhin aus diesen Ländern heimkehren, wenn Du in Deutschland Deinen Wohnsitz oder ein Aufenthaltsrecht hast. Ausgenommen ist auch der Transitverkehr, also wenn Du in Deutschland nur umsteigst. Auch der Warenverkehr ist nach wie vor möglich.

Was passiert, wenn Du im Ausland in Quarantäne musst?

Falls Du in Deinem Reiseland von Quarantänemaßnahmen betroffen bist, musst Du die Anweisungen der dortigen Behörden befolgen. Eine Rückkehr nach Deutschland aus eigener Kraft ist erst möglich, wenn Du nicht mehr in Quarantäne bist.

Sollte das Hotel oder Deine Unterkunft an Dich herantreten und von Dir die Kosten für den längeren Aufenthalt verlangen, solltest Du diese nicht zahlen. Für Pauschalreisende muss – unserer Ansicht nach – der Reiseveranstalter die zusätzlichen Kosten übernehmen, zumindest für die ersten drei Nächte (§ 651k Abs. 4 BGB). Aber auch wer individuell unterwegs ist, sollte seine Unterkunft an die örtlichen Behörden verweisen.

Wer bekommt einen abgebrochenen Urlaub erstattet?

In Bezug auf Pauschalreisen gilt: Beendet der Veranstalter die Reise, weil ein Reisemangel vorliegt oder die Reise so nicht mehr durchführbar ist, dann heißt das, dass Du nur für die Reiseinhalte zahlen musst, die Du auch nutzen konntest.

Ein Beispiel: Du bist für eine 14-tägige Reise in einem Hotel untergebracht. Nach drei Tagen bricht der Veranstalter die Reise wegen der Corona-Pandemie ab. In diesem Fall müsstest Du die Hotelkosten wiederbekommen – für die verbleibenden elf Tage. Fordere das Geld schriftlich zurück und nenne dabei den Reisezeitraum und die ausgefallenen Tage. Setze dem Veranstalter für die Erstattung eine Frist von 14 Tagen. Und um später beweisen zu können, dass Du Dich gekümmert hast, verschicke diesen Brief als „Einwurf Einschreiben“.

Anders sieht es aus, wenn sich Deine Reise wegen Quarantänemaßnahmen verlängert. Falls Dich der Reiseveranstalter wegen „unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände“ nicht an den Abreiseort bringen kann, muss er nur die Kosten für maximal drei Nächte in einer gleichwertigen Unterkunft übernehmen (§ 651k Abs. 4 BGB). 

Auch wenn Du individuell eine Unterkunft gebucht hast und diese vorzeitig verlassen musst, zum Beispiel aufgrund einer behördlichen Anweisung, solltest Du nur für die in Anspruch genommenen Tage bezahlen. Wenn der Betreiber selbst entscheidet, die Unterkunft zu schließen, darf er nur einen Teil des Reisepreises von Dir verlangen. Dies gilt zumindest für in Deutschland gebuchte Hotels und Ferienwohnungen. Für Verträge, die direkt mit Unterkünften im Ausland geschlossen wurden, können dagegen andere Regelungen gelten.

Achtung: Liegt der Grund für den Reiseabbruch bei Dir, hast Du natürlich keinen Anspruch auf die Erstattung der nicht in Anspruch genommenen Reiseleistung. In bestimmten Fällen greift hier aber eine Reiserücktrittsversicherung.

Was gilt für die Urlaubsplanung?

Auf diese Frage gibt es keine allgemeine Antwort. Letztlich hängt Deine Urlaubsplanung davon ab, welche Kosten und Risiken Du bereit bist einzugehen. Im folgenden Abschnitt geben wir Dir ein paar Orientierungsmöglichkeiten.

Abwarten oder stornieren?

Wenn Du unsicher bist, ob Du abwarten oder lieber stornieren sollst, kannst Du alle möglichen Fälle einmal durchspielen. Folgende Szenarien sind denkbar:

  1. Nach der Aufhebung der weltweiten Reisewarnung bestehen die Einreisebeschränkungen im Zielland fort. 

    Hast Du eine Pauschalreise gebucht, ist die Sache klar: Der Reiseveranstalter muss die Reise absagen, weil er nicht garantieren kann, dass sie stattfindet. Das Geld muss er Dir erstatten. Individualreisende müssen prüfen, was für Anreise und Unterkunft gilt und sich gegebenenfalls mit den Anbietern einigen.
  2. Du darfst in das Zielland einreisen, möchtest die Reise aber nicht mehr antreten.

    Je kurzfristiger Du stornierst, desto höher sind die Stornokosten. Gibt es noch erhebliche Einschränkungen am Zielort und sind wesentliche Reiseleistungen nicht möglich, kannst Du als Pauschalreisender versuchen, mit Reisemängeln zu argumentieren und eventuell kostenlos zurücktreten (§ 651i BGB). Ab wann ein Reisemangel aber zu einem kostenlosen Rücktritt berechtigt, hängt vom Einzelfall ab. Lass Dir bei der Beurteilung von den Verbraucherzentralen oder dem Europäischen Verbraucherzentrum helfen.
  3. Dein Zielland lässt Touristen einreisen – und Du willst die geplante Reise auch antreten.

    Solltest Du reisen können, musst Du Dich darauf einstellen, dass eventuell nicht alle Urlaubsaktivitäten stattfinden können, die Du geplant hattest. Am Urlaubsort gelten wahrscheinlich auch Hygiene- und Abstandsregeln. Einschränkungen am Zielort berechtigen Dich möglicherweise dazu, eine Preisminderung zu verlangen. Das lässt sich aber nicht pauschal sagen. Informiere Dich sicherheitshalber bei den Verbraucherzentralen oder beim Europäischen Verbraucherzentrum.

Die Alternative: Umbuchen

Schau in jedem Fall, ob Reiseveranstalter oder Fluggesellschaft nicht schon von sich aus flexible Umbuchungsmöglichkeiten anbieten. Dann kannst Du Deine Reise auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Nimm also am besten Kontakt mit Deinem Reiseveranstalter auf und erkundige Dich, was möglich ist. Hast Du Deine Reise selbst zusammengestellt, solltest Du die Fluggesellschaft oder das Bahnunternehmen sowie den Betreiber Deiner Unterkunft kontaktieren.

Das solltest Du bei innerdeutschen Reisen beachten

Wenn Du Deinen nächsten Urlaub in Deutschland verbringen willst, solltest Du unbedingt auf die Stornierungsbedingungen achten und nach Möglichkeit auch eine Anzahlung vermeiden. Im Internet findet man für Ferienwohnungen vielerorts noch die gängigen Stornoregeln, nach denen man bis etwa 30 Tage vor Anreise kostenlos stornieren kann. Danach wird es oft teuer. Wenn Du eher kurzfristig buchst, musst Du also schnell reagieren, falls die Einschränkungen wieder verschärft werden.

Eine kleine Stichprobe von uns im Sommer 2020 ergab, dass manche Vermieter den Kunden angesichts der Umstände entgegenkommen und eine kostenlose Stornierung bis eine Woche vor Reisebeginn ermöglichen. Vielleicht kannst Du Dich mit dem Betreiber auch einigen, dass Du keine Anzahlung leisten musst. Lass Dir jede Ausnahmeregelung vorab schriftlich bestätigen, etwa per E-Mail. Achte darauf, ob der Anbieter seinen Geschäftssitz in Deutschland hat (Impressum oder E-Mail-Signatur).

Viele Hotels zeigen sich noch flexibler. Die großen Hotelketten wie Motel One, Hilton Honors oder Event Hotels bieten Tarife an, die eine kostenlose Stornierung bis einen Tag vor Anreise oder sogar bis zum Anreisetag selbst erlauben. Zahlen musst Du oft erst bei Ankunft. Damit bist Du auf der sicheren Seite.

Falls Du Dich vor der Buchung zum Infektionsgeschehen in Deutschland informieren willst, findest Du aktuelle Zahlen beim Robert-Koch-Institut (RKI). Eine regelmäßig aktualisierte und anschauliche Deutschlandkarte liefert Zeit Online.

Falls Du als Tourist aus einem Risikogebiet in einem Bundesland nicht übernachten darfst (Beherbergungsverbot), muss der Betreiber Deiner Unterkunft den Reisevertrag stornieren und Dir Dein Geld erstatten. Weniger eindeutig sind Einreiseverbote. Hier könntest Du zwar mit einem Wegfall der Geschäftsgrundlage (§ 313 BGB) argumentieren. Rechtlich geklärt ist das aber nicht. Falls für Dich nach der Einreise eine Quarantänepflicht besteht, ist die Sache noch schwieriger. Denn Du kannst Deine Unterkunft ja erreichen und nutzen. Du darfst sie eben nur für einen bestimmten Zeitraum nicht verlassen. Setz Dich in diesen Fällen am besten mit dem Betreiber Deiner Unterkunft in Verbindung und versuche einen Kompromiss (Gutschein oder Umbuchung) zu erzielen.

Das solltest Du bei Reisen ins Ausland beachten

  1. Lass Dich medizinisch beraten, ob eine Reise sinnvoll ist. Gerade dann, wenn Du zu einer Risikogruppe gehörst.
  2. In Bezug auf die Ansteckungsgefahr scheint das (eigene) Auto das sicherste Reisemittel zu sein. Plane Reisen in Länder, die auch ohne Flugzeug erreichbar sind. Neben Reisen innerhalb Deutschlands bieten sich vor allem Urlaube in den (Nachbar-)ländern an, die bei der Bekämpfung der Pandemie bereits Fortschritte erzielt haben.
  3. Beachte die Reise- und Sicherheitshinweise für Dein Zielland. Hilfreich, wenn Du innerhalb Europas reisen willst: Die EU-Kommission hat mit Re-open EU eine Plattform ins Leben gerufen, die helfen soll, trotz unterschiedlicher Reiseregeln den Überblick zu behalten. 

    Falls Du Dich über das Infektionsgeschehen in Deinem bevorzugten europäischen Reiseland informieren möchtest, findest Du beim Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten eine entsprechende Übersicht (in englischer Sprache).
  4. Berücksichtige bei Deiner Planung die Rückreisemöglichkeiten. Die Bundesregierung hat angekündigt, keine zweite Rückholaktion für gestrandete Urlauber zu starten. Verschlechtert sich die Lage im Zielland, musst Du Dich wahrscheinlich selbst um die Rückreise kümmern. 
  5. Achte auf ausreichenden Versicherungsschutz: Jeder gesetzlich Krankenversicherte sollte eine extra Auslandsreisekrankenversicherung haben. Wer privat versichert ist, unter Umständen auch. Schau unbedingt in Deine Versicherungsbedingung, ob Leistungen bei Epidemien, Pandemien oder einer Reisewarnung ausgeschlossen sind. Dann leistet die Versicherung nicht!
  6. Bezahle Deine Reiseleistungen mit der Kreditkarte. Dann kannst Du bei einer Unternehmensinsolvenz in bestimmten Fällen Dein Geld über das Chargeback-Verfahren zurückholen. Wende Dich dazu an die Bank, die Dir die Kreditkarte ausgestellt hat, nicht an Kreditkartenunternehmen wie Mastercard oder Visa. Mehr Infos zum Thema Chargeback findest Du in unserem Ratgeber.

Hilft eine Reiserücktrittsversicherung?

Eine Reiserücktrittsversicherung springt nur ein, wenn Du eine Reise wegen einer Krankheit oder extremen Ereignissen wie einem Brand in Deiner Wohnung nicht antreten kannst. Stornierst Du Deinen Urlaub aus Angst vor einer Krankheit, zahlt die Versicherung nicht.

Solltest Du dagegen die Reise nicht antreten können, weil Du Dich in Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt hast oder ein naher Angehöriger betroffen ist, sollte dies als „unerwartet schwere Erkrankung“ gelten. In diesem Fall greift die Reiserücktrittsversicherung, sofern Du eine ärztliche Bescheinigung vorlegst. Einige Versicherer haben diese Auffassung bereits bestätigt, aber nicht alle. Viele Versicherer schließen Pandemien als Versicherungsfall aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Coronavirus als Pandemie eingestuft.

Für den Fall, dass Du oder ein naher Angehöriger sich im Ausland anstecken, sollte eine Reiseabbruchversicherung einspringen. Diese übernimmt dann allerdings nur die Kosten für den Reiseabbruch, nicht die Behandlungskosten. Dafür brauchst Du eine Auslandsreisekrankenversicherung. Achtung: Bei beiden Versicherungen ist es möglich, dass der Anbieter die Erstattung der Behandlungskosten im Falle einer Pandemie ausgeschlossen hat. Wirf deshalb unbedingt einen Blick in die Versicherungsbedingungen oder erkundige Dich bei Deinem Versicherer, was gilt.

Nicht zahlen wollen viele Versicherer für Reiseabbruch bei Quarantänemaßnahmen und Reisesperren. Das gleiche gilt für Reisen, die Du aufgrund von Quarantänebestimmungen vor Ort nicht fortsetzen kannst oder wenn sich Dein Aufenthalt deshalb verlängert.

Es gibt aber Ausnahmen: So bieten einige Versicherer Policen an, die auch leisten, wenn Du vor Abreise oder im Urlaub in persönliche Quarantäne musst, zum Beispiel weil Du vor kurzem Kontakt zu einer positiv getesteten Person hattest. Für regionale oder überregionale Quarantäneanordnungen wie für einen Wohnblock oder für die Einreise aus einem Landkreis oder einer Stadt, gibt es keinen Versicherungsschutz. Mehr Infos findest Du in unserem Ratgeber Reiserücktrittsversicherung.

Bei manchen Versicherungen gilt der Bezug von Kurzarbeitergeld als Reiserücktrittsgrund und damit als ein Fall, in dem die Versicherung einspringt. Laut Bund der Versicherten sollte das auch bei Kurzarbeit aufgrund des Coronavirus der Fall sein, sofern der Arbeitgeber diese bei der Agentur für Arbeit erfolgreich beantragt hat. Im Einzelfall entscheidet die konkrete Formulierung in den Allgemeinen Reisebedingungen (ARB). Du solltest deshalb in Deine Vertragsunterlagen schauen.

Einige Leser haben uns gefragt, ob sie einen Versicherungsvertrag nachträglich aufheben könnten. Zum Beispiel dann, wenn sie eine Reiserücktrittsversicherung nur für eine Reise abgeschlossen hatten, diese Reise aber wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte.

Laut Bürgerlichem Gesetzbuch kann ein Vertrag angepasst werden, wenn sich die Umstände des Vertrages nach Abschluss „schwerwiegend verändert“ haben und die Vertragsparteien den Vertrag so nicht geschlossen hätten, wenn ihnen diese Änderungen vorab bekannt gewesen wären (§ 313 BGB). Das schließt unter Umständen auch die Möglichkeit der Kündigung ein. Nach Einschätzung des Bund der Versicherten stellt die Corona-Krise eher keine so definierte Umstandsänderung dar. Es ließe sich aber auch in die andere Richtung argumentieren.

Du willst mehr darüber wissen? Wir haben einen Ratgeber zur Reiserücktrittsversicherung für Dich.

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