Coronavirus und Reisen

Was die Corona-Krise für Deine Reisen bedeutet

Max Mergenbaum
Experte für Reise
16. Juni 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Bevor Du eine Reise buchst, solltest Du Dich informieren, wie die Corona-Entwicklung in Deinem Zielland ist und welche generellen Regeln in Corona-Zeiten gelten.
  • Viele Bundesländer und EU-Staaten haben ihre Quarantänevorschriften für Einreisende gestrichen. Du musst aber nachweisen, dass Du vollständig geimpft oder genesen bist oder vor kurzem getestet wurdest.
  • Bei einer Reisewarnung kannst Du als Pauschalreisender in der Regel kostenlos von Deiner Reise zurücktreten. Wenn Du eine Unterkunft im Ausland individuell gebucht hast, musst Du Dich mit dem Betreiber in Verbindung setzen.
  • Wenn Du aus Urlaubsländern zurückkehrst, die als Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiete gelten, musst Du in jedem Fall in Quarantäne.
So gehst Du vor
  • Beachte vor der Urlaubsbuchung, welche Einreiseregeln für Dein geplantes Urlaubsland und welche Ausreise- und Rückkehrregeln für Deine Heimatregion gelten.
  • Achte darauf, dass Deine Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung auch greift, wenn Du an Covid-19 erkranken solltest oder für Deinen Urlaubsort eine Covid-19-Reisewarnung gilt. Bei unseren beiden Empfehlungen für kurze Reisen, DKV (Reise Med Tarif RD) und Debeka (Tarif AR), ist das der Fall.
  • Schließe eine Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung ab, die auch zahlt, wenn Du schwer an Covid-19 erkrankst oder persönlich in Quarantäne musst. Die Einzelheiten zu unseren drei Empfehlungen Travel Secure (Tarif Topschutz oder Reisekarte4you Basispaket), Allianz Travel (Tarif Reiserücktritt-Vollschutz) und Signal Iduna (Reiserücktritt + Reiseabbruch) liest Du im Ratgeber Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung.

So langsam kommt der Tourismus in Deutschland wieder in Gang. Und auch in einige europäische Länder und Regionen können Touristen aus Deutschland wieder einreisen – sofern sie bestimmte Regelungen beachten.

In diesem Ratgebers erklären wir Dir zunächst, worauf Du bei Deiner Urlaubsplanung unbedingt achten solltest. Vermutlich wird die eine oder andere Reise trotzdem nicht stattfinden können oder muss abgebrochen werden – je nach Entwicklung der Pandemie. Dann solltest Du wissen, wann es Geld zurück gibt für Zug, Flug oder Unterkunft – und wann nicht.

Was musst Du bei der Urlaubsplanung beachten?

Auch wenn die Inzidenzen in Deutschland und vielen anderen Staaten zurzeit sinken, solltest Du Dir bei der Urlaubsplanung gut überlegen, welche Kosten und Risiken Du eingehen willst – und zwar bevor Du buchst.

Beachte Infektionszahlen und Einreisebestimmungen

Falls Du in Deutschland Urlaub machen willst, findest Du die aktuellen Infektionszahlen von Bundesländern und Landkreisen beim Robert-Koch-Institut. Für Europa und das ferne Ausland hat die „Zeit“ die aktuellen Infektionszahlen übersichtlich aufbereitet.

Hast Du ein Urlaubsziel gefunden, solltest Du als nächstes schauen, was in dem jeweiligen Land für die Einreise gilt.

Falls Du innerhalb Deutschlands reisen willst: Mehrere Bundesländer haben bereits angefangen, ihre Regionen wieder schrittweise für den Tourismus zu öffnen. So dürfen in Bayern seit dem 21. Mai 2021 in Landkreisen mit stabilen Neuinfektionszahlen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze öffnen. In Schleswig-Holstein sind Urlaubsbesuche seit dem 17. Mai 2021 möglich. Bedingung: Bei der Einreise musst Du einen negativen Corona-Test vorlegen und diesen alle 72 Stunden wiederholen. Ab dem 17. Juni soll ein negativer Test bei der Einreise reichen. Urlaub auf den Ostseeinseln ist nun auch wieder möglich. Denn Mecklenburg-Vorpommern erlaubt seit dem 4. Juni touristische Übernachtungen. Bei der Einreise musst Du einen negativen Corona-Test vorgelegen, der alle drei Tage erneuert werden muss. Seit dem 11. Juni sind auch Tagesausflüge möglich.

Eine Übersicht darüber, was in anderen Bundesländern gilt, findest Du in den Medien, zum Beispiel beim Redaktionsnetzwerk Deutschland. Solche Überblicksartikel veralten aber schnell. Für die neuesten Informationen solltest Du Dich daher auf den Seiten der Bundesländer oder bei den Tourismuszentralen vor Ort informieren. Einen Überblick, was aktuell in den einzelnen Bundesländern gilt, findest Du auch beim Tourismus-Wegweiser des Kompetenzzentrums Tourismus des Bundes.

Wichtig: Die Lockerungen gelten unter der Bedingung, dass die Inzidenz nicht über 100 steigt (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen). Ab diesem Wert tritt wieder die Bundesnotbremse in Kraft.

Für Auslandsreisen empfiehlt es sich unbedingt, sich die Länderinformationen des Auswärtigen Amtes anzuschauen. Wenn Du wissen willst, welche Beschränkungen im EU-Ausland gelten, kannst Du auf der Informationsplattform „Re-Open EU“ nachschauen. Diese ist mittlerweile auch als App auf Apple- und Android-Smartphones verfügbar.

Wichtig: Ab dem 1. Juli 2021 hebt die Bundesregierung die Reisewarnungen für alle einfachen Risikogebiete auf. Dazu gehören alle Länder, in denen es innerhalb einer Woche 50 oder mehr Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnern gibt. 

Ab dann spricht das Auswärtige Amt nur noch Reisewarnungen für Hochrisikogebiete aus, in denen der Inzidenzwert bei 200 oder darüber liegt. Auch die Reisewarnungen für Länder, in denen hochansteckte Virusvarianten von Covid-19 aufgetreten sind, bleiben bestehen. 

Die Folge: Ab Juli entfallen die Reisewarnungen für über 90 Länder, darunter die meisten EU-Staaten. In Europa gelten derzeit nur einige Regionen in Schweden, Russland und dem Vereinigten Königreich als Hochrisikogebiete. Weitere Gegenden im Vereinigten Königreich liegen knapp darunter (Stand: 16. Juni 2021).

Weise nach, dass Du gesund bist

Es wird noch lange Einschränkungen geben. Dort, wo Tourismus möglich ist, dürfen Unterkünfte in der Regel nur Gäste beherbergen, die ein negatives Testergebnis, einen Impf- oder einen Genesenen-Nachweis vorzeigen können. Als Testnachweis wird in Deutschland üblicherweise ein aktueller negativer Schnelltest verlangt, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Der Bund trägt dabei die Kosten für Schnelltests, die Du in Apotheken, Testzentren oder Praxen durchführen lässt.

Anfang Mai hat der Bundesrat Erleichterungen für vollständig Geimpfte und jüngst von Covid-19-Genesene beschlossen. Seit dem 9. Mai 2021 gelten für sie die Kontakt- und Ausgangssperren nicht mehr. Sie werden wie negativ Getestete behandelt. Bist Du vollständig geimpft, musst Du also keinen negativen Test bei der Einreise zum Beispiel nach Mecklenburg-Vorpommern vorweisen.

Wichtig: Nach sechs Monaten brauchen auch Genesene eine Impfung, um weiter von den Befreiungen profitieren zu können.

Ähnlich ist es bei Reisen ins Ausland: Dürfen deutsche Touristen einreisen, müssen sie meist einen negativen PCR-Test oder einen Schnelltest vorweisen. In der Regel darf dieser nicht älter als 48 Stunden sein. Bedenke, dass das Ergebnis oft erst nach ein bis zwei Tagen da ist. Kümmere Dich also rechtzeitig vor der Abreise um einen Termin. 

Unterschiedlich handhaben viele Staaten den Umgang mit vollständig Geimpften und Genesenen. Wenn Du ganz sicher gehen willst, solltest Du auch in diesen Fällen kurz vor der Abreise einen PCR-Test oder Schnelltest machen.

Ende Juli soll das europaweite Covid-19-Zertifikat kommen, auf das sich das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten Ende Mai 2021 geeinigt haben. Das digital lesbare Dokument soll Angaben zu Corona-Impfungen, Tests und überstandener Erkrankung enthalten und in der ganzen EU gültig sein. Das dürfte Reisen sehr erleichtern.

In Deutschland sollen Personen künftig direkt beim Impfen einen QR-Code erhalten. Diesen können sie dann entweder auf Papier verwenden oder in der neuesten Version der Corona-Warn-App (ab Version 2.3.2.) einscannen und einen digitalen Impfnachweis erstellen. Auch mit der neuen Cov-Pass-App soll dies möglich sein. Wenn Du schon geimpft bist, kannst Du Dir seit dem 14. Juni 2021 in Apotheken gegen Vorlage Deines Impfausweises einen QR-Code erstellen lassen. Welche Apotheken diesen kostenlosen Service anbieten, kannst Du auf einer Website des Deutschen Apothekerverbandes nachsehen. Allerdings gab es zum Start einige technische Probleme. Zeitweise konnten die teilnehmenden Apotheken keinen QR-Code ausstellen.

Wichtig: Halte auch weiterhin auf Reisen zur Sicherheit Deinen gelben Impfpass bereit. Denn das digitale Zertifikat soll eine Ergänzung und kein Ersatz sein. Erst ab dem 1. Juli 2021 soll ein System für die Prüfung der QR-Codes europaweit an den Start gehen.

Zahle später an oder bleibe flexibel

Schon jetzt gibt es viele Reservierungen für beliebte Ferienorte an Nord- und Ostsee. Wenn Du Dir noch ein Plätzchen in Deutschland sichern willst, solltest Du darauf achten, möglichst spät eine Anzahlung zu leisten. Setz Dich dazu mit dem Betreiber Deiner Unterkunft in Verbindung. Vielleicht könnt Ihr Euch sogar darauf einigen, dass Du keine Anzahlung leisten musst. Lass Dir jede Ausnahmeregelung vorab schriftlich bestätigen, etwa per E-Mail. Achte darauf, ob der Anbieter seinen Geschäftssitz in Deutschland hat (Impressum oder E-Mail-Signatur).

Achte außerdem unbedingt auf die Stor­nie­rungs­be­din­gung­en. Im Internet findet man für Ferienwohnungen noch die gängigen Stornoregeln, nach denen man bis etwa 30 Tage vor Anreise kostenlos stornieren kann. Danach wird es oft teuer.

Viele Hotels zeigen sich da flexibler. Die großen Hotelketten wie Motel One, Hilton Honors oder Event Hotels bieten Tarife an, die eine kostenlose Stornierung bis einen Tag vor Anreise oder sogar bis zum Anreisetag selbst erlauben. Zahlen musst Du oft erst bei Ankunft. Damit bist Du auf der sicheren Seite.

Viele Reiseveranstalter locken mit Flex-Tarifen, die Dir ermöglichen, Deine Reise kurzfristig zu stornieren – oder nochmal umzubuchen. Allerdings unterscheiden sich die Tarife erheblich. Einige Veranstalter bieten die Flex-Option nur für einen Teil ihrer Reisen an. Andere verlangen eine Bearbeitungsgebühr oder einen Aufschlag. Auch die Stornofristen sind unterschiedlich: Oft kannst Du noch 14 Tage vor Anreise kostenlos stornieren, manchmal sind es 20 Tage. Schau also vor dem Buchen genau ins Kleingedruckte, ob der Tarif auch für Deine Wunschreise gilt.

Bei vielen Plattformen, zum Beispiel bei Holidaycheck, booking.com oder Skyscanner, kannst Du gezielt nach flexiblen Angeboten suchen. Sei Dir aber bewusst, dass Du bei einer Buchung sowohl einen Vertrag mit der Fluggesellschaft oder dem Hotel eingehst als auch mit dem Reisevermittler. Wenn es dann um die Stornierung oder die Erstattung des Reisepreises geht, musst Du Dich in der Regel mit dem Hotel oder der Fluggesellschaft direkt in Verbindung setzen. Die verweisen dann aber zuweilen auf den Vermittler. Um Dir Stress zu ersparen, solltest Du bei Auslandsreisen überlegen, direkt beim Pauschalreiseanbieter zu buchen.

Achte auf Deinen Ver­si­che­rungs­schutz

Jeder gesetzlich Krankenversicherte sollte eine extra Auslandsreise-Krankenversicherung haben. Wer privat versichert ist, unter Umständen auch. Suche eine aus, die auch greift, wenn Du an Covid-19 erkrankst. Und eine, die Dich absichert, auch wenn für das Land eine Reisewarnung wegen Corona gilt. Bei unseren beiden Empfehlungen für kurze Reisen ist das der Fall: DKV (Reise Med Tarif RD)* und Debeka (Tarif AR).

Plane die Rückreise mit ein

Leider reicht es nicht, sich bei der Urlaubsplanung nur mit Einreisebestimmungen zu beschäftigen. Genauso wichtig ist es abzuklären, was für die Rückreise gilt. Grundsätzlich müssen Reisende vor dem Rückflug nach Deutschland ein negatives Testergebnis, einen Impf- oder einen Genesenen-Nachweis vorlegen.

Wird Dein Urlaubsort während Deines Aufenthaltes zum Risikogebiet, dann gelten noch strengere Einreisebestimmungen. Welche Länder aktuell in welche Risikogruppe gehören, kannst Du beim Robert-Koch-Institut nachschauen.

Die letzte Einreiseverordnung der Bundesregierung gilt solange, bis der Bundestag die „Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ aufhebt. Am 8. Juni 2021 hat das Parlament diese allerdings bis Ende September verlängert.

Bezahle Deine Reiseleistungen mit der Kreditkarte

Es kann von Vorteil sein, wenn Du bei der Buchung Deiner Reiseleistungen Deine Kreditkarte verwendest. Dann kannst Du bei einer Unternehmensinsolvenz in bestimmten Fällen Dein Geld über das Chargeback-Verfahren zurückholen. Wende Dich dazu an die Bank, die Dir die Kreditkarte ausgestellt hat, nicht an Kreditkartenunternehmen wie Mastercard oder Visa. Mehr Infos zum Thema Chargeback findest Du in unserem Ratgeber.

Hilft eine Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung?

Eine Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung springt nur ein, wenn Du eine Reise wegen einer Krankheit oder extremen Ereignissen wie einem Brand in Deiner Wohnung nicht antreten kannst. Stornierst Du dagegen Deinen Urlaub nur aus der Angst heraus, dass Du Dich am Urlaubsort mit Covid-19 anstecken könntest, zahlt die Versicherung nicht.

Das gleiche gilt, wenn Dein Urlaub wegen einer Reisewarnung nicht stattfinden kann. Auch bei anderen behördlichen Maßnahmen, wie zum Beispiel regionalen oder überregionalen Quarantänebestimmungen, springt die Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung nicht ein.

Immerhin: Einige Anbieter haben auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie reagiert. Gute Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rungen leisten auch dann, wenn Du selbst schwer an Covid-19 erkrankst oder in persönliche Quarantäne musst. Mehr Infos findest Du in unserem Ratgeber Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung.

Diese Versicherungsprämien kannst Du Dir erstatten lassen 

Einige Leser haben uns gefragt, ob sie einen Versicherungsvertrag nachträglich aufheben könnten. Zum Beispiel dann, wenn sie eine Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung nur für eine Reise abgeschlossen hatten, diese Reise aber wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte.

Das geht in diesem Fall aber nicht, denn: Die Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung schützt bereits nach Vertragsabschluss vor dem Risiko, die Reise nicht antreten zu können. Ob die Reise am Ende stattfinden kann oder nicht, spielt dabei keine Rolle. 

Aber: Die Versicherer müssen laut Gesetz Prämien für Reiseversicherungen zurückerstatten, bei denen das versicherte Risiko noch nicht eingetreten ist. Das gilt für eine Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung, Reiseabbruch- und Reisegepäckversicherung, die Du einmalig für eine Reise abgeschlossen hast.

Bei Versicherungspaketen müsstest Du zumindest den Anteil für die oben genannten Versicherungen zurückbekommen. Welche Versicherungen Du gebucht hast, kannst Du im Versicherungsschein nachlesen.

Falls Du Probleme hast, Dein Geld von der Versicherung erstattet zu bekommen, kannst Du Dich an die Verbraucherzentrale in Deinem Bundesland wenden. Deine Ansprüche solltest Du auch noch drei Jahre rückwirkend geltend machen können.

Schlechte Karten hast Du dagegen auch bei Jahresverträgen. Es gibt bislang keine Rechtsprechung, die Dir als Verbraucher einen Anspruch auf Erstattung zugesteht. Du kannst höchstens Deine Versicherung fragen, ob sie Dir entgegenkommt. Falls Du absehen kannst, dass Du die Versicherung auch im nächsten Jahr nicht benötigst, solltest Du Deinen Vertrag fristgerecht kündigen, um Kosten zu sparen. 

Welche Folgen hat eine Reisewarnung?

Bei einer Reisewarnung handelt es sich um die höchste Warnstufe des Auswärtigen Amtes. Sie wird nur dann ausgesprochen, wenn Reisenden im Ausland eine „akute Gefahr für Leib und Leben droht“. Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Es ist eher ein dringender Appell an Dich, aufgrund der Gefahrenlage von „nicht notwendigen, touristischen Reisen“ in die betroffenen Länder oder Regionen Abstand zu nehmen. Ob Du verreist oder nicht, das kannst nur Du entscheiden.

Bedenken solltest Du aber, dass eine bestehende Reisewarnung durchaus Auswirkungen hat. Sie kann unter anderem zur Folge haben, dass Dein Ver­si­che­rungs­schutz entfällt. Denn im Kleingedruckten mancher Versicherungen steht, dass sie nicht leisten, wenn es für das Zielland eine Reisewarnung gibt. Möchtest Du verreisen, solltest Du insbesondere überprüfen, ob Deine Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung oder Deine Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung einen solchen Ausschluss enthält. Genauso wichtig ist, dass Deine Versicherung keine Pandemieklausel enthält. Denn diese Klausel hat zur Folge, dass die Versicherung nicht leistet, wenn eine sich weltweit verbreitende Krankheit vorliegt. Die WHO hat Covid-19 im März 2020 als solch eine pandemische Infektionskrankheit eingestuft.

Außerdem solltest du beachten, dass Du nach Deiner Rückreise aus einem Land mit bestehender Reisewarnung in Quarantäne musst. Was dann genau für Dich gilt, kannst Du im Abschnitt Was gilt bei der Rückkehr aus dem Ausland? lesen.

Diese aktuellen Reisewarnungen solltest Du kennen

Aufgrund der Corona-Pandemie hat das Auswärtige Amt im März 2020 erstmals eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen und diese mehrfach verlängert. Mittlerweile hat das Außenministerium die pauschale Reisewarnung für alle EU-Mitgliedstaaten aufgehoben und durch individuelle Reisewarnungen, abhängig vom Infektionsgeschehen, für einzelne Länder und Regionen ersetzt. Als Richtwert gilt unter anderem die Zahl der Neuinfizierten im Verhältnis zur Bevölkerung: Bis Ende Juni 2021 gilt: Gibt es in einem Land innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner, ist mit einer erneuten Reisewarnung zu rechnen. Ab dem 1. Juli 2021 gilt dies nur noch für Hochrisikogebiete. Das sind Länder und Regionen, in denen der Inzidenzwert bei 200 oder darüber liegt, innerhalb einer Woche also mehr als 200 Fälle pro 100.000 Einwohner auftreten. Außerdem gelten Reisewarnungen für alle Länder, in denen hochansteckende Varianten von Covid-19 verbreitet sind. 

Für Dich ein Anhaltspunkt: Meist stuft zuerst das Robert-Koch-Institut eine Region zum Risikogebiet, Hochrisikogebiet oder Virus-Varianten-Gebiet ein – und das Auswärtige Amt reagiert dann entsprechend mit einem Warnhinweis oder einer Reisewarnung.

Auch wenn die Infektionszahlen in einigen EU-Mitgliedsstaaten sinken, hat das Robert-Koch-Institut weiterhin mehr als die Hälfte der EU-Länder ganz oder teilweise als Risikogebiet eingestuft. Darunter beliebte Urlaubsländer wie Frankreich, Spanien und Griechenland (Stand: 16. Juni 2021). Aber: Mit der Aufhebung der Reisewarnungen für Risikogebiete ab dem 1. Juli 2021 wird sich das ändern. Dann wird es innerhalb der EU nur noch wenige Regionen und Länder mit einer Reisewarnung geben.

Weltweit galt bis zum 30. September 2020 für alle Drittstaaten außerhalb der EU eine Reisewarnung. Seither entscheidet das Auswärtige Amt anhand der Infektionszahlen von Land zu Land, ob es eine Reisewarnung ausspricht oder nicht. Eine vollständige Übersicht findest Du auf der Website des Instituts.

Was gilt bei Pauschalreisen?

Um eine Pauschalreise handelt es sich immer dann, wenn Du bei einem Reiseveranstalter mindestens zwei wesentliche Reiseleistungen zusammen gebucht hast, zum Beispiel Flug und Hotel. Dass es sich um eine Pauschalreise handelt, kannst Du auch daran erkennen, dass Du einen Sicherungsschein erhältst. Zumindest, wenn Du bei einem deutschen Anbieter gebucht hast. Dieser Schein soll garantieren, dass Du Dein eingezahltes Geld auch im Falle einer Insolvenz des Veranstalters zurückerhältst. Grundsätzlich bist Du als Pauschalreisender rechtlich besser abgesichert als jemand, der seine Reise individuell organisiert.

Ein Vorteil während der Corona-Krise: Unter bestimmten Voraussetzungen haben Pauschalreisende das Recht, von ihrer Reise zurückzutreten, ohne den Veranstalter dafür entschädigen zu müssen. Der Gesetzgeber fordert dafür „unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände“ (§ 651h Abs. 3 BGB), die die Pauschalreise erheblich beeinträchtigen müssen. Gibt es eine Reisewarnung für ein Land oder eine Region, ist diese Voraussetzung gegeben. Das haben Gerichte in der Vergangenheit so bestätigt.

Wenn also ausgerechnet für Dein Reiseziel eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt, hast Du gute Chancen, kostenlos zu stornieren und Dein Geld zurückzubekommen. In der Regel wird aber der Reiseveranstalter schon von sich aus absagen, wenn eine Reisewarnung für das Zielland vorliegt.

Auch Kreuzfahrten sind Pauschalreisen. Das Auswärtige Amt rät „aufgrund der besonderen Risiken“ weiterhin davon ab, an Kreuzfahrten teilzunehmen. Ausgenommen sind Kreuzfahrten innerhalb des EU- beziehungsweise Schengenraumes mit besonderen Hygienekonzepten oder Kreuzfahrten, die in Deutschland beginnen und enden, ohne dass ein Zwischenstopp in einem ausländischen Hafen eingelegt wird. Fällt Deine Kreuzfahrt unter eine Reisewarnung, kannst Du analog zu den Pauschalreisen abwarten, bis der Anbieter storniert oder selbst kostenlos stornieren.

Wichtig: Entscheidend dafür, ob Du kostenlos aus dem Reisevertrag rauskommst, ist, dass die „unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umstände“ zum Zeitpunkt der Reise vorliegen.

Nachdem das Auswärtige Amt am 15. Juni 2020 für die meisten EU-Länder die Reisewarnung aufgehoben hat, ist die Lage etwas unübersichtlich geworden. Am 30. September 2020 endete auch die pauschale Reisewarnung für Drittstaaten außerhalb der EU. Nun musst Du wieder individuell für Dein Reiseziel prüfen, ob das Auswärtige Amt vor Reisen in das Land oder die Region warnt.

Möchtest Du Deine Reise stornieren, kannst Du unser Mus­ter­schrei­ben nutzen, um die Erstattung Deiner Reisekosten einzufordern. Findet Deine Reise erst zu einem späteren Zeitpunkt statt, musst Du darauf achten, ob die Reisewarnung auch dann noch für Dein Zielland gilt – ob sie verlängert oder wiedereingeführt wurde oder ob am Urlaubsort noch Einreisesperren oder Quarantänepflichten bestehen. 

Stornierungen nach Ausbruch der Pandemie sind nicht immer kostenlos

Im April 2021 entschied das Amtsgericht Leipzig, dass eine Reisewarnung einen Urlauber nicht unbedingt dazu berechtigt, seine Pauschalreise kostenlos zu stornieren (Az: 102 C 7217/20). Der Mann hatte im Juni 2020 eine Reise nach Gran Canaria für September desselben Jahres gebucht. Kurz vor der Reise wollte er von seinem Vertrag wegen der Reisewarnung des Auswärtigen Amts ohne Stornierungskosten zurücktreten. Das Gericht gab aber dem Reiseveranstalter recht. „Unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände“ lagen laut Gericht nicht vor, da dem Kunden bei der Buchung die Möglichkeit einer Reisewarnung bekannt gewesen sei (§ 651h Abs. 3 BGB). Das Urteil ist ein Indiz dafür, dass eine wegen Covid-19 ausgesprochene Reisewarnung nicht in jedem Fall dazu führt, dass Pauschalreisende kostenlos von ihrem Reisevertrag zurücktreten können. Es kommt auf den Einzelfall an. 

Es verdichten sich die Anzeichen, dass Du Dich nicht mehr auf „außergewöhnliche“ und damit unvorhersehbare Umstände berufen kannst, wenn Du inmitten der Corona-Pandemie eine Reise gebucht hast. Auch die Aufhebung der Reisewarnungen für Risikogebiete ab 1. Juli 2021 wird dafür sorgen, dass es für Dich schwieriger sein wird, aufgrund von Covid-19-Auswirkungen am Urlaubsort kostenlos von Deinem Pauschalreisevertrag zurückzutreten.

Wer Dir bei Ärger mit dem Reiseveranstalter hilft

Falls Dein Reiseveranstalter Gebühren für die Stornierung verlangt oder die Erstattung des Reisepreises unverhältnismäßig hinauszögert, kannst Du Dich bei Unternehmen mit Sitz in Deutschland an die Verbraucherzentralen wenden. Bei Reiseunternehmen mit Sitz im EU-Ausland hilft Dir das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) weiter. Die Beratung dort ist für Dich kostenlos.

Achte in jedem Fall darauf, dass Du die Auseinandersetzung mit dem Anbieter schriftlich dokumentierst. Im Zweifel musst Du Deinen Anspruch vor Gericht einklagen.

Seit 2019 bietet auch die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (Soep) ein Schlichtungsverfahren bei teilnehmenden Reiseveranstaltern an, darunter Expedia, Holidaycheck und weg.de.

Mus­ter­schrei­ben Rückerstattung

Nutze unser Mus­ter­schrei­ben, um Dir den Reisepreis Deiner Pauschalreise erstatten zu lassen.

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Was gilt bei Individualreisen?

Hast Du Deine Reise selbst zusammengestellt, bist Du rechtlich weniger gut geschützt als Pauschalreisende. Einfach stornieren solltest Du ein gebuchtes Hotel, einen Flug oder einen Mietwagen also nicht. Wie gut Deine Chancen auf eine Erstattung stehen, hängt vom Einzelfall ab. Je nachdem, ob Du eine Unterkunft oder ein Transportmittel gebucht hast und ob es sich um eine Reise im In- oder Ausland handelt, gelten unterschiedliche Regelungen. Es kann also sinnvoll sein, eine Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung abzuschließen. Worauf Du dabei achten musst und welche Finanztip empfiehlt, liest Du im Ratgeber Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung.

Was ist mit innerdeutschen Reisen?

Durch die Corona-Pandemie sind nicht nur Reisen ins Ausland, sondern auch Urlaube innerhalb Deutschlands von Sicherheits- und Quarantänemaßnahmen betroffen. Dies erleichtert es auch vielen Individualreisenden, Ansprüche geltend zu machen.

Nachdem im Frühjahr 2021 erneut die Infektionszahlen stark anstiegen, trat am 23. April ein neues Infektionsschutzgesetz in Kraft. Demnach gelten ab einem stabilen Inzidenzwert von 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner bundesweit einheitliche Einschränkungen, die sogenannte „Bundesnotbremse“. Darunter fallen eine Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr sowie ein Übernachtungsverbot für Touristen. Unabhängig davon gilt nach wie vor: In Bus und Bahn sowie in Geschäften müssen medizinische Masken getragen werden. Das Gesetz gilt vorerst bis zum 30. Juni 2021.

Eine Übersicht darüber, welche Einschränkungen aktuell in den einzelnen Bundesländern gelten, findest Du auf der Website der Bundesregierung.

Falls Du von einem Übernachtungsverbot betroffen bist, kann der Betreiber seine Leistung nicht erbringen, weil er Dir das Zimmer nicht vermieten darf. Er muss entweder selbst absagen oder Dir den Reisepreis ohne Stornogebühren erstatten. Handelt es sich um eine Pauschalreise in Deutschland, muss der Reiseveranstalter diese stornieren und Dir das Geld innerhalb von 14 Tagen erstatten. Gutscheine musst Du nicht akzeptieren.

Was ist mit Reisen ins Ausland?

Bei Auslandsreisen gehst Du in der Regel einen Vertrag mit einem Eigentümer im jeweiligen Reiseland ein – Du kannst Dich daher nicht einfach auf die deutschen Regelungen berufen. Denn natürlich gilt für den Vertrag mit einem Anbieter in einem anderen Land das dortige Recht. Selbst wenn Du demnach Ansprüche hast, kannst Du Deine Rechte bei Vertragspartnern im Ausland oft schlecht durchsetzen. Du musst also auf die Kulanz Deines Gegenübers hoffen.

Setz Dich deshalb vor einer Stornierung unbedingt mit dem Anbieter in Verbindung und kläre ab, was möglich ist. Vielleicht könnt Ihr Euch auf einen Kompromiss einigen, zum Beispiel auf eine kostenlose Umbuchung oder einen Reisegutschein in Höhe des Reisepreises.

Falls Du Schwierigkeiten mit einem Reiseunternehmen oder einer Fluggesellschaft mit Sitz in Deutschland hast, kannst Du Dich an die Verbraucherzentrale in Deiner Nähe wenden. Bei Problemen mit Reiseunternehmen oder Fluggesellschaften mit Sitz im EU-Ausland hilft Dir das Europäische Verbraucherzentrum weiter. Die Beratung dort ist für Dich kostenlos.

Wie die jeweilige Gefährdung in verschiedenen Ländern und Regionen aussieht, kannst Du jederzeit beim Auswärtigen Amt nachlesen. Ebenfalls hilfreich kann die Liste der Risikogebiete sein, die das Robert-Koch-Institut regelmäßig aktualisiert.

Was ist mit meiner Bahnfahrt?

Bis zum 31. Oktober 2020 konnten Kunden der Deutschen Bahn Fernverkehr-Tickets, die sie vor dem 13. März 2020 gebucht hatten, weiter nutzen. Das ist nun nicht mehr möglich.

Seit dem 27. November 2020 sind zudem nur noch 60 Prozent aller Sitzplätze reservierbar. So soll sichergestellt werden, dass Bahnkunden nicht dicht gedrängt im Zug sitzen. Für zusammen reisende Kunden soll es aber weiter möglich sein, Sitzplätze zu reservieren, die nebeneinander liegen.

Beachte: Für den Fall, dass Du mit dem Zug aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, musst Du Deine Kontakt- und Reisedaten hinterlegen.

Welche Regeln grundsätzlich bei Zugausfall oder Zugverspätung gelten, kannst Du in unserem Ratgeber Fahrgastrechte im Bahnverkehr nachlesen. Im Streitfall kannst Du Dich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (Soep) wenden. Wenn es sich um ein Bahnunternehmen aus dem EU-Ausland handelt, hilft Dir das Europäische Verbraucherzentrum weiter.

Was ist mit meinem Flug?

Viele Fluggesellschaften haben auf die besondere Lage reagiert und die Regeln für Umbuchung oder Stornierung gelockert. Einige bieten flexiblere Umbuchungsmöglichkeiten an, bei anderen kannst Du bestehende und neue Flüge ohne Gebühr umbuchen.

Viele Länder haben während der Corona-Krise ihre Einreisebedingungen für deutsche Reisende verschärft. Eine Einreisesperre gilt nach wie vor in einigen Ländern, darunter den USA. In anderen Ländern, zum Beispiel in Island, musst Du Dich nach der Ankunft in Quarantäne begeben und kannst diese erst verlassen, wen das negative Ergebnis eines bei der Einreise durchgeführten PCR-Tests vorliegt (Stand: 16. Juni 2021). Die aktuellen Regelungen für Reisende aus Deutschland findest Du online beim Auswärtigen Amt.

Bestehen erhebliche Einreisebeschränkungen, ist es wahrscheinlich, dass die Airlines selbst ihre Flüge streichen. Im Fall einer solchen Flugannullierung kannst Du kostenlos umbuchen oder Dein Geld zurückbekommen (Art. 8 Fluggastrechteverordnung). Annulliert die Fluggesellschaft Deinen Flug, muss sie Dir den Ticketpreis innerhalb von sieben Tagen erstatten.

Wichtig: Die Fluggastrechteverordnung gilt für europäische Fluggesellschaften und für Flüge bei nicht-europäischen Airlines, die von einem Flughafen eines EU-Mitgliedstaates aus starten. Für Flüge, die in einem Land der EU landen, gilt die Verordnung nur, wenn die betroffene Airline auch ihren Sitz in der EU hat.

Findet Dein Flug statt, gelten die Stor­nie­rungs­be­din­gung­en der Airline. In den meisten Fällen musst Du dann Stornogebühren zahlen. Bei günstigen Flug-Tarifen ohne Stornierungsoption bekommst Du in der Regel nur Steuern und Gebühren zurück. Hast Du dagegen storniert und der Flug fällt später aus, kannst Du nach unserer Ansicht die vollständige Erstattung des Ticketpreises verlangen. Deine Fluggesellschaft wird das aber wahrscheinlich anders sehen.

Unerfreulich ist: Viele Fluggesellschaften wiesen zu Beginn der Corona-Pandemie auf ihren Websites nicht klar darauf hin, dass Kunden bei gestrichenen Flügen einen Anspruch darauf haben, den Ticketpreis erstattet zu bekommen. Außerdem erreichten uns viele Hinweise, dass die Telefon-Hotlines der Airlines kaum zu erreichen waren.

Was Du tun kannst, falls die Airline nicht zahlt, welche Unterstützung Fluggasthelfer bieten und in welchen Fällen ein Chargeback-Verfahren helfen kann, kannst Du in unserem Ratgeber zur Erstattung von Flugtickets nachlesen.

Wer muss Gutscheine akzeptieren?

Einige Reiseunternehmen bieten Kunden lediglich eine Erstattung ihrer Reisekosten in Form eines Gutscheins an, der für eine andere Reise beim gleichen Anbieter eingesetzt werden kann. Die Veranstalter versuchen damit, Kundenkapital im Unternehmen zu behalten und nicht massenhaft zurückzahlen zu müssen.

Rechtlich ist die Lage aber eindeutig: Nach der europäischen Pauschalreiserichtlinie musst Du als Kunde immer die Wahl haben, ob Du einen Gutschein annimmst oder Dir das Geld vom Reiseveranstalter erstatten lässt. Das gleiche gilt für Flüge, wo die EU-Fluggastverordnung ebenfalls ein Wahlrecht vorsieht.

Pläne der Bundesregierung, die bestehenden Regelungen zu lockern, hat die EU-Kommission abgelehnt. Sowohl für Pauschalreisen als auch für Flüge wird es keine europäische Gutscheinlösung geben. Stattdessen hat der Bundestag im Juli 2020 folgende Regeln beschlossen:

  1. Gutscheine für Reisen, die vor dem 8. März 2020 gebucht wurden, sind fortan staatlich abgesichert, wenn der bestehende Insolvenzschutz der Reiseveranstalter nicht ausreicht. Die zusätzliche staatliche Garantie gilt zeitlich befristet für die aktuelle Corona-Pandemie. 
  2. Kunden, die ihren Gutschein nicht bis Ende 2021 einlösen, können sich den Reisepreis auszahlen lassen.
  3. Auch Kunden, die vor dem 8. März 2020 eine Reise gebucht und bereits einen Gutschein akzeptiert haben, profitieren rückwirkend von den neuen Regelungen.

Wie die Geld-zurück-Regeln für Veranstaltungen im Inland aussehen, kannst Du in unserem Ratgeber zu abgesagten Veranstaltungen nachlesen.

Was gilt bei der Rückkehr aus dem Ausland?

Die Einreise nach Deutschland ist grundsätzlich möglich. Allerdings gilt seit dem 30. März 2021 eine generelle Testpflicht für alle Personen, die mit dem Flugzeug nach Deutschland einreisen. Beim Rückflug musst Du also der Fluggesellschaft einen negativen Corona-Test vorlegen.

Weitere Einschränkungen hängen davon ab, in welche Risikokategorie Dein letzter Aufenthaltsort im Ausland fällt. Dabei werden folgende drei Unterscheidungen getroffen:

  1. Als Risikogebiet gilt ein Land, für das die Behörden ein erhöhtes Risiko feststellen, sich mit Covid-19 anzustecken. In der Regel zählen dazu jene Länder, die innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner zu verzeichnen hatten.
  2. Ein Land mit dauerhaft hohen Infektionszahlen gilt als Hochrisikogebiet. Als Richtwert gilt dafür unter anderem, dass innerhalb einer Woche mehr als 200 gemeldete Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner auftreten.
  3. Als Virusvariantengebiete zählt ein Land, wenn dort besonders ansteckende Formen von Covid-19 aufgetreten sind.

Welche Länder aktuell unter welche Risikostufe fallen, kannst Du beim Robert-Koch-Institut nachschauen.

Das gilt, wenn Du aus einem Risikogebiet einreist

Wenn Du Dich innerhalb der letzten zehn Tage in einem Risikogebiet aufgehalten hast, musst Du Dich vor Deiner Wiedereinreise nach Deutschland digital anmelden und genauere Angaben zu Deinem Aufenthalt im Ausland machen. Bei technischen Schwierigkeiten musst Du eine Ersatzmitteilung in Papierform ausfüllen.

Nach Deiner Einreise musst Du Dich unverzüglich für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Diese kannst Du vorzeitig beenden, wenn Du bereits vor der Einreise einen negativen Testnachweis im oben genannten Einreiseportal übermittelst. Das gleiche gilt, wenn Du einen Impfnachweis oder eine Bescheinigung, dass Du von Corona genesen bist, im Portal hochlädst. Grundsätzlich gilt: Die Quarantäne kann ab dem Zeitpunkt, an dem Du einen Test-, Impf- oder Genesenennachweis übermittelst, beendet werden – also auch noch nach Deiner Einreise.

Das gilt, wenn Du aus einem Hochrisikogebiet einreist

Hast Du Dich in den letzten zehn Tagen in einem Hochrisikogebiet aufgehalten, musst Du Dich ebenfalls vor Deiner Rückreise elektronisch anmelden. Außerdem musst Du Dich ebenfalls für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Allerdings kannst Du die Quarantäne frühestens fünf Tage nach Deiner Einreise mit einem negativen Test beenden.

Das gilt, wenn Du aus einem Virusvariantengebiet einreist

Neben der elektronischen Anmeldung musst Du Dich in häusliche Quarantäne begeben. Im Unterschied zu (Hoch-)Risikogebieten beträgt die Quarantänepflicht sogar 14 Tage und kann nicht vorzeitig beendet werden. 

Einreiseverbote für Länder mit Virusmutationen

Um die Verbreitung der besonders ansteckenden Corona-Mutationen zu verhindern, hat die Bundesregierung Einreisesperren für betroffene Länder verhängt. Dazu gehören unter anderem Brasilien, Indien und Südafrika (Stand: 11. Juni 2021). Das Verbot umfasst neben Flügen auch die Einreise per Bus, Bahn oder Schiff. 

Die Verordnung lässt aber wichtige Ausnahmen zu: So kannst Du weiterhin aus diesen Ländern heimkehren, wenn Du in Deutschland Deinen Wohnsitz oder ein Aufenthaltsrecht hast. Ausgenommen ist auch der Transitverkehr, also wenn Du in Deutschland nur umsteigst. Auch der Warenverkehr ist nach wie vor möglich.

Wie lange gelten diese Regeln?

Die Einreiseregeln sind mehrmals verlängert worden und gelten solange weiter, bis der Bundestag die Gefahrenlage anders einschätzt, also das Ende der „Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ beschließt. Zuletzt hat der Bundestag die Einschätzung dieser Gefahrenlage bis Ende September 2021 verlängert.

Wer bekommt einen abgebrochenen Urlaub erstattet?

In Bezug auf Pauschalreisen gilt: Beendet der Veranstalter die Reise, weil ein Reisemangel vorliegt oder die Reise so nicht mehr durchführbar ist, dann heißt das, dass Du nur für die Reiseinhalte zahlen musst, die Du auch nutzen konntest.

Ein Beispiel: Du bist für eine 14-tägige Reise in einem Hotel untergebracht. Nach drei Tagen bricht der Veranstalter die Reise wegen der Corona-Pandemie ab. In diesem Fall müsstest Du die Hotelkosten wiederbekommen – und zwar für die verbleibenden elf Tage. Fordere das Geld schriftlich zurück und nenne dabei den Reisezeitraum und die ausgefallenen Tage. Setze dem Veranstalter für die Erstattung eine Frist von 14 Tagen. Und um später beweisen zu können, dass Du Dich gekümmert hast, verschicke diesen Brief als „Einwurf Einschreiben“.

Anders sieht es aus, wenn sich Deine Reise wegen Quarantänemaßnahmen verlängert. Falls Dich der Reiseveranstalter wegen „unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände“ nicht an den Abreiseort bringen kann, muss er nur die Kosten für maximal drei Nächte in einer gleichwertigen Unterkunft übernehmen (§ 651k Abs. 4 BGB). 

Auch wenn Du individuell eine Unterkunft gebucht hast und diese vorzeitig verlassen musst, zum Beispiel aufgrund einer behördlichen Anweisung, solltest Du nur für die in Anspruch genommenen Tage bezahlen. Wenn der Betreiber selbst entscheidet, die Unterkunft zu schließen, darf er nur einen Teil des Reisepreises von Dir verlangen. Dies gilt zumindest für in Deutschland gebuchte Hotels und Ferienwohnungen. Für Verträge, die direkt mit Unterkünften im Ausland geschlossen wurden, können dagegen andere Regelungen gelten.

Achtung: Liegt der Grund für den Reiseabbruch bei Dir, hast Du natürlich keinen Anspruch darauf, die nicht in Anspruch genommenen Reiseleistungen erstattet zu bekommen. In bestimmten Fällen greift hier aber eine Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung.

Was passiert, wenn Du im Ausland in Quarantäne musst?

Falls Du in Deinem Reiseland von Quarantänemaßnahmen betroffen bist, musst Du die Anweisungen der dortigen Behörden befolgen. Eine Rückkehr nach Deutschland aus eigener Kraft ist erst möglich, wenn Du nicht mehr in Quarantäne bist.

Sollte das Hotel oder Deine Unterkunft an Dich herantreten und von Dir die Kosten für den längeren Aufenthalt verlangen, solltest Du diese nicht zahlen. Für Pauschalreisende muss – unserer Ansicht nach – der Reiseveranstalter die zusätzlichen Kosten übernehmen, zumindest für die ersten drei Nächte (§ 651k Abs. 4 BGB). Aber auch wer individuell unterwegs ist, sollte seine Unterkunft an die örtlichen Behörden verweisen.

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