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1 Mio. € steuerfrei: So will die SPD das Erben reformieren
Die SPD will die Erbschaftssteuer reformieren und so das Erben und Vererben “fair” machen. Wir erklären Dir, was die Reform für Dich bedeuten würde – und welche Kritik es daran gibt.

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Die SPD will die Erbschaftssteuer reformieren und so das Erben und Vererben “fair” machen. Wir erklären Dir, was die Reform für Dich bedeuten würde – und welche Kritik es daran gibt.


SPD-Plan: 1 Mio. € Lebensfreibetrag beim Erben
Vorteil für viele: Verwandtschaftsgrad wird irrelevant
Kommt das? Unklar, Gegenwind wegen Plänen für Betriebe
Die SPD hält eine Reform der Erbschaftssteuer für zwingend notwendig. Das heutige System ist der Partei zu kompliziert und unfair. Auch das Bundesverfassungsgericht dürfte noch dieses Jahr mehr Fairness verlangen, schreibt die Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, im Handelsblatt. Am Dienstag (13. Januar) hat die SPD dazu unter dem Titel „Fairerben“ konkrete Vorschläge vorgelegt.
Kernpunkt ist ein einheitlicher Lebensfreibetrag von 900.000 € für Erbschaften innerhalb der Familie sowie zusätzliche 100.000 € für Erbschaften außerhalb der Familie. Zusammen ergibt das einen steuerfreien Betrag von bis zu 1 Mio. €.
Damit würden viele Erbinnen und Erben entlastet, denn aktuell liegen die Freibeträge – je nach Verwandtschaftsgrad – zwischen 20.000 und 500.000 €.
Auf der anderen Seite wären die Freibeträge dann aber nicht mehr alle zehn Jahre neu nutzbar, wie es derzeit bei Schenkungen geregelt ist. Es gibt nur die eine Summe fürs ganze Leben. Bei größeren Erbschaften wäre das Modell also ein Nachteil.
Für Familien mit Immobilien soll das Vererben der Immobilie nach dem SPD-Vorschlag steuerfrei bleiben, sofern sie innerhalb der Familie vererbt wird und die Erben weiter darin wohnen.
Erbschaften über 1 Mio. € sollen nach Plan der SPD außerdem progressiv besteuert werden: Je höher das Erbe, desto höher der Steuersatz. Schlupflöcher sollen dabei wegfallen.
Für Familienbetriebe soll es einen Unternehmensfreibetrag von 5 Mio. € geben. Um Arbeitsplätze und Betriebe zu sichern, soll die Erbschaftssteuer in bestimmten Fällen über bis zu 20 Jahre gestundet werden können.
Berthold Welling, vom Verband der Chemischen Industrie, nennt die Pläne ein „falsches Signal zur falschen Zeit“. Familienunternehmen bräuchten Planungssicherheit statt höherer Steuern, weil zusätzliche Belastungen Investitionen und Arbeitsplätze gefährden könnten.
Der Koalitionspartner CDU/CSU hat die Vorschläge bereits kritisiert, weshalb eine Mehrheit im Bundestag derzeit als unwahrscheinlich gilt.
Allerdings kommt das Thema bald ohnehin auf die politische Agenda: Für dieses Jahr wird noch eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftssteuer erwartet, die den Gesetzgeber zu Änderungen zwingen könnte.
Bis jetzt sind die Pläne der SPD noch weit von einer Realisierung entfernt – ebenso wie eine mögliche Reaktion auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts.
Es gelten also nach wie vor die bestehenden Regeln beim (Ver)erben – mit unserem Erbschaftssteuerrechner kannst Du berechnen, wie viel Steuern Du je nach Verwandtschaftsverhältnis und Summe zahlen müsstest.
Du siehst aber, dass das Thema Erbschaftssteuer derzeit wieder stärker in den politischen Fokus rückt und sich innerhalb der nächsten Jahre ändern könnte – zu Deinem Vor- oder Nachteil.
Deswegen solltest Du ungefähr wissen, wie die Erbschafts- und Schenkungssteuer heute funktioniert. Und wenn Du in absehbarer Zeit erben oder vererben wirst, Dich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen und z. B. die fünf häufigsten Irrtümer vermeiden.
In unserem Academy-Kurs Erben und Vererben: Pflichtteil, Testament & Co. erklären wir Dir Schritt für Schritt, worauf es beim Erben und Vererben ankommt. Und wenn bei Dir noch eine Immobilie im Spiel ist, gibt es zusätzlich den Academy-Kurs Immobilien vererben & erben.
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