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Tipps & Tricks

3 Gründe für einen Jobwechsel in der Elternzeit

Eltern wissen, wie anstrengend der berufliche Wiedereinstieg mit kleinem Kind sein kann. Hier kommen drei Gründe, warum sich ein Jobwechsel in der Elternzeit trotzdem lohnen kann.

Dana Willms
Finanztip-Expertin für Female Finance

Gerade in der Anfangszeit, wenn die Kinder noch klein sind, die Eingewöhnung vielleicht länger dauert als geplant oder die Betreuung aufgrund von Krankheit und Personalengpässen adhoc ausfällt, kann die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine besondere Herausforderung sein. Die meisten Neueltern kämen daher vermutlich erst gar nicht auf die Idee, in der Elternzeit über einen Jobwechsel nachzudenken. Wir zeigen Dir drei Gründe, warum es sich trotzdem lohnen kann:

1. Gehaltsentwicklung

Ein Jobwechsel zu einem neuen Arbeitgeber bietet die Gelegenheit, Dein Gehalt neu zu verhandeln. Davon können vor allem Frauen profitieren. Diese verdienen, nachdem sie Mütter geworden sind, oft weniger als zuvor. Während Männer, die Väter werden, sogar häufig mehr verdienen als Männer ohne Kinder. Dies zeigt eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung (PDF).

Weil ein neuer Arbeitgeber erst mal nichts von Deiner Elternschaft weiß, unterliegt er auch nicht der Tendenz, Dich gehaltlich dafür abzustrafen. Diese Unvoreingenommenheit kannst Du nutzen, um eine spannende Aufgabe zu finden und ein gutes Gehalt zu verhandeln. Außerdem wirkst Du so dem Gender Pay Gap, also dem Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen, entgegen.

2. Flexibilität

Dass Du in der Elternzeit zeitlich flexibel bist, kannst Du als Vorteil für Dich nutzen. Deine Kündigungsfrist musst Du zwar einhalten, aber weil Du aktuell nicht operativ mitarbeitest, stehen die Chancen gut, dass Dein bisheriger Arbeitgeber einem früherem Kündigungsdatum zustimmt. Du kannst also im Bewerbungsprozess damit punkten, dass Du voraussichtlich schon früher als die meisten anderen Bewerberinnen und Bewerber für die neue Stelle verfügbar bist.

Wenn Du schon sicher bist, dass Du nicht in Deinen alten Job zurückwillst, solltest Du das Gespräch mit Deinem Arbeitgeber suchen. Wenn er weiß, dass Du nicht zurückkommst, könnte er diese Transparenz honorieren und Dir ein flexibles Kündigungsdatum zusagen. Diese Vereinbarung kannst Du dann sogar nutzen, um Deinem neuen Arbeitgeber zu signalisieren, dass Dir Transparenz und Offenheit wichtig sind.

Beachte: Deine Elternzeit und damit auch der besondere Kündigungsschutz enden, sobald Dein bestehendes Arbeitsverhältnis endet.

3. Geteilte Sorgearbeit

Da oft Frauen den Großteil der Sorgearbeit übernehmen, kann ein Jobwechsel in der Elternzeit dazu führen, dass der andere Elternteil dauerhaft mehr Sorgearbeit übernimmt. Väter, die bereits frühzeitig stark in die Kinderbetreuung eingebunden sind, übernehmen auch langfristig oft mehr Sorgearbeit - so das Ergebnis des Väterreports 2023 (PDF). Wenn also die Frau den Job wechselt und beruflich am Ball bleibt, kann sich das langfristig positiv auf eine partnerschaftliche Verteilung der Sorgearbeit sowie die Vater-Kind-Beziehung auswirken. Das zeigt auch die Studie "Vaterschaft und Elternzeit" (PDF) des BMFSFJ. 

Fazit

Ein Jobwechsel in Elternzeit ist keine einfache und eine sehr individuelle Entscheidung. Und der Alltag von Eltern mit jungen Kindern ist meist stressig genug – ein Jobwechsel ist da noch eine zusätzliche Herausforderung. 

Dass sich der Schritt trotzdem lohnen kann, hat uns Katharina Brunsendorf in Folge #159 unseres Finanztip Podcasts "Auf Geldreise" erzählt. Sie hat noch im Mutterschutz ihren Job als Finanz-Heldin (eine Initiative der Commerzbank) gekündigt und einen neuen Job als Head of Content bei Scalable Capital gestartet, als ihr Baby gerade mal sechs Monate alt war. In unserem Podcast berichtet sie davon, was sie zu dieser Entscheidung gebracht hat, und gibt persönliche Tipps zum Jobwechsel in Elternzeit.

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