Tipps & Tricks
Aktien beim Arbeitgeber? Wie Du damit am besten umgehst
Gute Kurse und hohe Dividenden schützen nicht vor Verlusten. Entscheidend ist, wie viel Risiko Du tragen willst.

Tipps & Tricks
Gute Kurse und hohe Dividenden schützen nicht vor Verlusten. Entscheidend ist, wie viel Risiko Du tragen willst.


Aus unserer Unterstützer-Community erreicht uns diese Woche die Frage von Susanne:
“Mein Depot besteht zu 70 % aus Risikoanlagen und zu 30 % aus sicheren Anlagen. Ein großer Teil der Risikoanlagen entfällt auf eine einzelne Aktie meines langjährigen Arbeitgebers. Würdet ihr trotz der hohen Steuerlast beim Verkauf empfehlen, dieses Klumpenrisiko zugunsten von ETFs oder sicheren Anlagen abzubauen?”
Kurz gesagt: Ja, den Anteil der Arbeitgeberaktie zu reduzieren, ist auf jeden Fall sinnvoll. Bevor Du das Geld neu anlegst, solltest Du allerdings prüfen, welche Aufteilung zu Deinem persönlichen Risikoprofil passt. Dabei spielen auch Dein Lebensalter und die Zeit bis zu Deiner Rente eine wichtige Rolle.
Wenn Du weiterhin bei einer Aufteilung von 70 % Risiko und 30 % Sicherheit bleiben möchtest, kannst Du das ganze Geld aus der Aktie in den ETF investieren. Wenn Du etwas vorsichtiger werden möchtest, solltest Du das Geld aus der Aktie auf den Risiko- und den Sicherheitsbaustein aufteilen.
Bei Dir hängen zwei wichtige Teile Deiner finanziellen Sicherheit stark vom selben Unternehmen ab: Dein Vermögen und Dein Einkommen. Gerät Dein Arbeitgeber in Schwierigkeiten, können zugleich Dein Arbeitsplatz und der Wert Deiner Aktien gefährdet sein.
Übrigens: Selbst wenn sich Kurs und Dividende bisher gut entwickelt haben, schützt Dich nicht vor künftigen Verlusten. Auch eine attraktive Dividende ändert nichts daran, dass ein großer Teil Deines Vermögens in einer einzigen Aktie steckt. Eine breite Streuung kann Dein unternehmensspezifisches Risiko deutlich verringern.
Du solltest also aus unserer Sicht auf jeden Fall den Anteil der Aktie stark reduzieren. Reagier aber nicht überhastet. Geh am besten so vor:
Bevor Du verkaufst, solltest Du klären, ob 70 % Risiko und 30 % Sicherheit weiterhin zu Dir passen. Denn: Der Wechsel von der Arbeitgeberaktie in einen weltweiten Aktien-ETF senkt zwar das Risiko, das von diesem einzelnen Unternehmen ausgeht. Auch ETFs sind nicht risikofrei, gleichen Schwankungen einzelner Aktien oder Branchen durch breite Streuung aber besser aus. Er gehört damit weiterhin in den Risiko- bzw. Renditebaustein.
Zur Orientierung zeigen wir Dir drei Musterportfolios:
Wenn Du einzelne Aktien behalten möchtest, sollten sie nur einen kleinen Teil Deines Depots ausmachen. Wir empfehlen dafür insgesamt höchstens 10 % für solche spekulativen Anlagen. Wie Du Dein persönliches Risikoprofil ermittelst und herausfindest, was Deine richtige Aufteilung ist, findest Du in unserem Ratgeber zum Risikoprofil.
Dein Risikoprofil hängt nicht nur davon ab, wie gut Du mit Kursschwankungen umgehen kannst. Auch Dein Lebensalter und vor allem die Zeit bis zu Deiner Rente sind wichtig. Je näher der Ruhestand und damit ein möglicher Zugriff auf das Geld rücken, desto weniger Zeit bleibt Dir, größere Kursverluste auszusitzen.
Dann kann ein höherer Anteil sicherer Anlagen sinnvoll sein. Hast Du dagegen noch viele Jahre bis zur Rente und kannst vorübergehende Verluste finanziell und emotional tragen, kommt grundsätzlich ein höherer Aktienanteil infrage. Entscheidend ist außerdem, wann Du das Geld voraussichtlich brauchst und welche Rücklagen Dir zur Verfügung stehen.
Warte nicht auf den perfekten Verkaufszeitpunkt – den kann niemand vorhersehen. Verkaufst Du Deine Arbeitgeberaktien, landet das Geld zunächst auf Deinem Verrechnungskonto. Von dort kannst Du es neu anlegen, z. B. in einen breit gestreuten ETF oder in Deinen Sicherheitsbaustein.
Steuern zahlst Du grundsätzlich nur auf den Gewinn, den Du mit den Aktien gemacht hast. Bei einem deutschen Broker werden sie normalerweise automatisch abgezogen. Den Rest kannst Du anschließend neu anlegen.
Jetzt kannst Du das Geld aus dem Aktienverkauf nach Deiner gewünschten Aufteilung neu anlegen. Soll Dein Risikobaustein z. B. 60 % ausmachen, kannst Du diesen Teil in einen breit gestreuten Welt-ETF investieren. Hier empfehlen wir Dir ETFs auf den MSCI ACWI IMI, wie den State Street SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66) oder den State Street SPDR MSCI ACWI IMI (IE000DD75KQ5).
Für den sicheren Teil kommen je nach Bedarf Tagesgeld oder Festgeld infrage: Beim Tagesgeld bieten sich Ayvens Bank (2,3 % p. a.) oder Instabank über Raisin (2,16 % p. a.) an. Beim Festgeld empfehlen wir Dir Anker Bank, HoistSpar oder Grenke. Weitere Angebote findest Du in unserem Tagesgeld- bzw. Festgeld-Vergleich.
Hier empfehlen wir Dir Traders Place (bestes Preis-Leistungs-Verhältnis) und Comdirect (beste Leistung). Außerdem: Smartbroker+, Finanzen.net Zero, Scalable Capital (Free Broker), Comdirect Pure Depot, Merkur, Trade Republic, Flatex, S Broker, Consorsbank und ING. Mehr findest Du in unserem Broker- und Depot-Vergleich.
Danach gilt: Halt Dich möglichst an Deine gewählte Aufteilung und achte darauf, dass die Aktien Deines Arbeitgebers nicht wieder zu einem großen Teil Deines Vermögens werden.
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