Tipps & Tricks
Aktienrente wie in Schweden kommt: Was sie Dir bringt
Deutschland soll eine Aktienrente bekommen, zusätzlich zum Altersvorsorgedepot. Wie viel mehr gesetzliche Rente würde Dir das bringen und was wird noch reformiert?

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Deutschland soll eine Aktienrente bekommen, zusätzlich zum Altersvorsorgedepot. Wie viel mehr gesetzliche Rente würde Dir das bringen und was wird noch reformiert?


Rente: Kommission legt 33 Reformvorschläge vor
Alle sollen kommen: Auch eine Aktienrente
Erste Rechnung: So viel bringt Dir der Plan
Bekommt Deutschland endlich eine Aktienrente nach dem berühmten schwedischen Vorbild? Es sieht stark danach aus. Denn genau das ist einer von insgesamt 33 Vorschlägen der Rentenkommission, um die gesetzliche Rente zu retten.
Die Reform ist dringend nötig. Ohne sie würden das Rentenniveau sinken und Deine monatlichen Rentenbeiträge krass ansteigen: Denn auf immer mehr Menschen in der Rente kommen ja immer weniger, die einzahlen.
Diese Woche hat die Kommission ihr Konzept dafür vorgelegt. Die Bundesregierung will es in den nächsten Monaten komplett umsetzen, also auch die Aktien- bzw. Kapitalrente.
Weil dieses Thema die mit Abstand größte Änderung ist, haben wir direkt für Dich gerechnet – und starten jetzt auch damit. Danach schauen wir noch drauf, was sich sonst noch ändern soll: u. a. wann Du künftig in Rente darfst, was aus der Rente mit 63 wird, wer neu in die gesetzliche Rentenversicherung soll und was sich bei Minijobs ändern würde.
Zuerst musst Du aber wissen: Auch wenn es wieder um Aktien geht, ist die Kapitalrente was anderes als das schon beschlossene Altersvorsorgedepot. Das ist freiwillig und gehört zur privaten Vorsorge. Die Kapitalrente gehört zur gesetzlichen Rente und ist damit verpflichtend.
Laut Vorschlag musst Du dafür zusätzliche Rentenbeiträge zahlen. Aktuell zahlen Du und Dein Arbeitgeber 18,6 % vom Bruttogehalt. Für die Kapitalrente sollen mittelfristig nochmal 2 % dazu kommen, je 1 % für Dich und Deinen Arbeitgeber.
Heißt: Bei einem durchschnittlichen Einkommen von 52.000 € brutto wären das für Dich 520 € mehr Rentenbeitrag im Jahr. Dieselbe Summe steuert Dein Arbeitgeber bei. Macht über 1.000 € pro Jahr für die Aktienrente.
Der Extrabeitrag soll in den ersten Jahren der geplanten Aktienrente stufenweise in 0,5-%-Schritten steigen. Im ersten Jahr der Aktienrente (2028) wären es 0,5 %, im zweiten 1 % bis 2031 die 2 % erreicht sind.
Das Geld soll dann in einen Fonds, also am Kapitalmarkt investiert werden. Dabei sind vor allem drei Sachen wichtig:
Gehen wir wieder von 52.000 € Bruttoeinkommen aus, das Du jährlich um 2 % steigern kannst. Du hast noch 30 Jahre bis zur Rente und würdest dann genauso lang Rente beziehen, also sehr alt werden. In der Ansparphase schaffst Du 6 % Rendite p. a., in der Entnahmephase 3 % p. a. Unsere Annahmen sind also eher vorsichtig, wie Du es von Finanztip kennst.
Dann hast Du zu Rentenbeginn ca. 97.000 € gebildet. Das reicht für eine Bruttorente von ca. 182 €/Monat, schon in heutiger Kaufkraft, also die Inflation eingerechnet.
Würden die 2 % extra vom Brutto nicht in die Kapitalrente, sondern auch ganz normal ins Umlagesystem fließen, würde das Deine Rente in heutiger Kaufkraft nur um ca. 120 €/Monat erhöhen. Dabei gehen wir von 1,7 % Rentensteigerung pro Jahr aus. Die Kapitalrente bringt Dir dank der Aktienrendite in unserem Beispiel also ca. 50 % mehr.
Hier siehst Du den Vergleich für weitere Beispielgehälter und Ansparphasen:

Rechnen wir das Ganze mit nur 20 Jahren Ansparphase, schmilzt der Vorteil etwas: Mit 95 €/Monat kommt aus der Kapitalrente aber noch immer mehr raus, als aus der normalen Rente kommen würde (80 €/Monat).
Durch die Extrabeiträge der Kapitalrente fehlt Dir natürlich etwas Nettoeinkommen, in unserem Beispiel mit 52.000 € Jahresbrutto wären es 30 € netto im Monat. Aber was würde rauskommen, wenn Du diese Summe monatlich in einen ganz normalen Aktien-ETF-Sparplan steckst? Kurz gesagt: Nicht so viel wie mit der Kapitalrente.
Erhöhst Du die 30 € Sparrate wie Dein Einkommen jährlich um 2 %, kommen bei 6 % Jahresrendite nach 30 Jahren brutto raus: ca. 36.000 € – also 60.000 € weniger als das gebildete Kapital in der Aktienrente.
Das hat zwei Gründe: Es geht einerseits um kleine Summen und andererseits packt Dein Arbeitgeber bei der Kapitalrente eben nochmal denselben Beitrag obendrauf, bei einem normalen Depot nicht. Heißt quasi: 100 % Zuschuss haben oder nicht haben.
182 €/Monat brutto klingt natürlich nicht nach besonders viel. Und in der Presse hast Du vielleicht schon viel höhere Zahlen vom ZEW-Institut für die Kommission gesehen. Ein richtig oder falsch gibt es hier nicht. Es geht nur um die Annahmen und Art, wie man rechnet. Und da sind wir eben eher vorsichtig, u. a. mit einer sehr langen Rentenphase von 30 Jahren.
Schrauben wir also etwas an unseren Kalkulationen rum (Rendite Ansparphase: 6,4 statt 6 % p. a., Entnahmephase: 4 statt 3 % p. a. und vor allem nur 20 Jahre Rente), kommen auch wir auf deutlich höhere Werte: Dann stehen bei 52.000 € brutto nach 30 Jahren Einzahlung bereits 300 €/Monat Brutto-Aktienrente. Bei 40 Jahren Sparphase wären es sogar 525 €. Hier wieder der Überblick:

Und nochmal: Das Ganze ist ja nur zusätzlich zur ganz normalen gesetzlichen Rente, die gibt's also weiterhin.
Neben der Kapitalrente will die Bundesregierung auch alle anderen Vorschläge der Kommission umsetzen. Keine Sorge: Rentenbeiträge auch auf Einkommen wie z. B. aus Kapitalerträgen sind nicht dabei. Hier die größeren Punkte, auf Die Du Dich einstellen solltest:
Bei der gesetzlichen Rente wird sich in nächster Zeit also jede Menge ändern. Doch auch in den beiden anderen Säulen zur Altersvorsorge steht einiges an:
Darauf solltest Du aber nicht warten. Leg am besten noch heute selbst los. Dafür brauchst Du nur ein starkes Wertpapierdepot wie z. B. unseren Preis-Leistungs-Sieger Traders Place und einen marktbreiten Alle-Länder-Aktien-ETF, z. B. auf unsere Top-Empfehlung MSCI ACWI IMI.
Den passenden ETF kannst Du Dir mit unserem ETF-Finder raussuchen.
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