Aus unserer Unterstützer-Community erreicht uns diese Woche die Frage:
“Eignen sich ausländische Staatsanleihen zum langfristigen Vermögensaufbau?”
Kurzantwort: Wir empfehlen Dir nicht in ausländische Staatsanleihen zu investieren – weder für Deine Altersvorsorge noch als Sicherheitsbaustein. Für Letzteren greifst Du am besten auf Tagesgeld, Festgeld oder Geldmarkt-ETFs zurück. Für den Vermögensaufbau auf einen Welt-ETF.
Was sind Staatsanleihen?
Das sind Wertpapiere, die von Staaten herausgegeben werden, um sich Geld zu beschaffen. Auch als Privatperson kannst Du Anleihen an der Börse kaufen. Kaufst Du eine Staatsanleihe, gibst Du dem jeweiligen Staat einen Kredit: Du leihst ihm für einen bestimmten Zeitraum Geld, bekommst es nach Ende der Laufzeit zurück und währenddessen regelmäßig Zinsen.
Auch bei Staatsanleihen gibt es also eine Rendite: Sie wird – wie z. B. bei ETFs – in Prozent angegeben und berechnet sich aus der Laufzeit, den festgelegten Zinszahlungen, dem Kaufkurs und dem Rückkaufkurs der Anleihe. Die Laufzeiten von Anleihen sind sehr unterschiedlich: Bei deutschen Staatsanleihen, sog. Bundesanleihen, können die Laufzeiten beispielsweise 12 Monate bis 30 Jahre betragen.
Sind ausländische Staatsanleihen eine gute Idee?
Für den Vermögensaufbau eignet sich diese Anlageform u. a. nicht, weil die durchschnittlichen Renditen bei vertretbarem Risiko in der Regel unter weltweiten Aktien-ETFs liegen. Bei ETFs z. B. auf den MSCI ACWI IMI kannst Du nach unseren Berechnungen im Durchschnitt mit 6 % jährlicher Rendite rechnen.
Aber auch als Sicherheitsbaustein empfehlen wir Dir ausländische Staatsanleihen nicht. Das hat drei Gründe:
1. Bonität des herausgebenden Staates
Wie riskant eine Staatsanleihe ist, hängt vor allem von der Bonität ab. Sie gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass das Land, dem Du Geld leihst, pleite geht und das geliehene Geld nicht zurückzahlen kann. Die Kreditwürdigkeit wird auf einer Skala von AAA (beste Bonitätsnote) bis D (schlechteste Bonitätsnote) gemessen.
2. Währungsrisiko
Bei Staatsanleihen, die nicht in Euro notiert sind, gehst Du dazu ein Währungsrisiko ein. Verliert die jeweilige Währung gegenüber dem Euro an Wert, wirkt sich das auf die Anleihe und die Zinszahlungen aus.
3. Zinsänderungsrisiko
Der Kurs von Staatsanleihen hängt außerdem eng mit der allgemeinen Zinsentwicklung zusammen. Steigt der Marktzins, fallen die Kurse bereits ausgegebener Anleihen und Du kannst Verluste machen. Dieser Effekt ist umso stärker, je länger die Restlaufzeit einer Anleihe ist.
In allen drei Fällen kann es also passieren, dass Du nicht nur auf die jährlichen Zinszahlungen verzichten musst, sondern auch Dein investiertes Geld nicht oder nicht ganz zurückbekommst. Denn im Gegensatz zu z. B. Tages- oder Festgeld sind Anleihen nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.
Bessere Alternativen für Deine Geldanlage
Für den langfristigen Vermögensaufbau empfehlen wir Dir weltweite Aktien-ETFs wie auf unsere neue Hauptempfehlung, den Index ACWI IMI.
Neben Tagesgeld und Festgeld kannst Du in Deinen Sicherheitsbaustein aber tatsächlich Anleihen integrieren, und zwar in einer besonderen Form von Anleihen-ETFs: Geldmarkt-ETFs. Hier empfehlen wir Dir u. a. die folgenden drei: Amundi Overnight (ISIN FR0010510800), Xtrackers Overnight (LU0290358497) und Xtrackers Overnight (LU0335044896).
Mehr zum Thema und wie Du in Geldmarkt-Fonds investieren kannst, liest Du in unserem Ratgeber.
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