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Tipps & Tricks

Diese Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­rungen brauchst Du wirklich

Implantat statt Metallbrücke, Einzelzimmer satt Mehrbettzimmer – Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­rungen können sinnvoll sein, lohnen sich aber nicht immer.

Barbara Weber
Finanztip-Expertin für Ver­si­che­rungen

Im Krankheitsfall möchte jeder gut versorgt sein. Aber die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) übernimmt nur die sogenannte "notwendige Versorgung". Um mehr Schutz zu bekommen, schließen viele Menschen private Zu­satz­ver­si­che­rung­en ab – mit der Hoffnung, dadurch besser abgesichert zu sein: Implantat statt Metallbrücke, Einzelzimmer satt Mehrbettzimmer. 

Welche Zu­satz­ver­si­che­rung­en Du wirklich brauchst, hängt oft auch von Deinen persönlichen Bedürfnissen und Lebensumständen ab. Trotzdem gibt es einige Ver­si­che­rungen, die wir für sinnvoll und ratsam halten – und andere nicht: 

1. Auslandsreise-Krankenversicherung 

Die Auslandsreise-Krankenversicherung ist die wichtigste aller Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­rungen. Sie deckt Behandlungen und medizinisch sinnvolle Rücktransporte ab, die sonst sehr teuer werden können. Selbst bei Reisen innerhalb der EU ist sie empfehlenswert, da die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung nicht alle Kosten übernimmt. Für längere Aufenthalte über acht Wochen ist eine spezielle Langzeit-Versicherung erforderlich.  

Bist Du privat versichert, solltest Du prüfen, ob Dein Ver­si­che­rungs­schutz auch im Ausland gilt oder ob eine zusätzliche Auslandsreise-Krankenversicherung notwendig ist. Der Zusatzschutz ist auch gar nicht teuer: Einen guten Vertrag findest Du bereits für 10 bis 20€ im Jahr.  

2. Krankentagegeld 

Die Krankentagegeld-Versicherung gleicht Einkommensverluste bei längerer Krankheit aus. Der Zusatzschutz ist besonders wichtig, wenn Du selbstständig bist und kein Krankengeld von der GKV bekommst. Aber auch für Angestellte, die über der Bei­trags­be­messungs­grenze verdienen, kann er sinnvoll sein. Denn das gesetzliche Krankengeld ist auf höchstens 90% Deines Nettogehalts und maximal 3.622,50€ brutto im Monat gedeckelt. Verdienst Du normalerweise mehr, reicht das Geld unter Umständen nicht, um Deine laufenden Kosten zu decken. Wie viel Dich der Zusatzschutz kostet, hängt davon ab, wie viel Tagegeld Du im Krankheitsfall bekommen möchtest. Zum Beispiel: Für ein Tagegeld von 25€ musst Du mit Beiträgen ab 10€/Monat rechnen.

3. Krankenhaus-, Zahnzusatz- und Pflegezusatzversicherung 

Die folgenden drei Ver­si­che­rungen sind nicht unbedingt notwendig, können aber je nach Lebenssituation und persönlichen Bedürfnissen durchaus sinnvoll sein.  

  • Krankenhaus-Zusatzversicherung: Wenn Du im Krankenhaus nicht nur die Standardbehandlung bekommen möchtest, ist dieser Zusatzschutz genau das Richtige. Er übernimmt höhere Arzthonorare, inklusive Chefarztbehandlung und Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer. Kosten: zwischen 34 und 54€ pro Monat. 
  • Zahn­zu­satz­ver­si­che­rung: Sie deckt die Mehrkosten für hochwertigen Zahnersatz (z. B. Implantat statt Metallbrücke). Der Abschluss ist sinnvoll, wenn du regelmäßig hochwertigen Zahnersatz benötigst und bereit bist, dafür monatlich mindestens 20 bis 40€ zu zahlen. 
  • Pflegezusatzversicherung: Die gesetzliche Pfle­ge­ver­si­che­rung sichert nur die Grundversorgung ab, tatsächliche Pflegekosten können aber deutlich höher ausfallen. Um einen Teil der restlichen Kosten für Betreuung und medizinische Versorgung nicht aus eigener Tasche zahlen zu müssen, kannst Du über eine private Pflegetagegeldversicherung nachdenken. Achte darauf, ob Du Dir den Beitrag für diese Ver­si­che­rung langfristig leisten kannst – auch in der Rente oder wenn er steigt. Kosten mit 50: rund 90€ im Monat.  

Diese Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­rungen brauchst Du nicht 

Neben den sinnvollen Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­rungen gibt es auch Ver­si­che­rungen, die viel kosten und wenig bringen. Dazu gehören:  

  • Ambulante Zu­satz­ver­si­che­rung­en: Da sie oft aus mehreren Bausteinen bestehen, bezahlst Du am Ende ein Leistungspaket, das Du in der Form gar nicht brauchst. Außerdem übernehmen sie oft nur einen Teil der Kosten. Oder die Erstattung ist auf einige Hundert Euro im Jahr oder alle zwei Jahre begrenzt. 
  • Kran­ken­haus­ta­ge­geld­ver­si­che­rung: Sie lohnt sich in der Regel nicht, da sich die Kosten fürs Krankenhaus im Rahmen halten. Die gesetzliche Zuzahlung für einen Krankenhaustag beträgt 10€ und ist auf maximal 28 Tage (also 280€) gedeckelt. Bist Du z. B. sieben Tage am Stück im Krankenhaus, musst Du "nur" 70€ dazuzahlen. Dafür brauchst Du keine Extra-Versicherung.  
  • Brillenversicherung: Sie wird häufig in Kombination mit anderen Ver­si­che­rungen angeboten, was sie unnötig teuer macht. Auch hier ist die Erstattung meist begrenzt, z. B. auf 300€ alle zwei Jahre. Spar das Geld lieber für eine neue Brille, statt monatlich unnötige Beiträge zu zahlen. 

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