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Ein Jahr Trump: 5 Lehren für Deine Geldanlage

Am Dienstag ist Donald Trump ein Jahr lang US-Präsident. In dieser Zeit hat er für jede Menge Wirbel gesorgt – mit Auswirkungen auf Dein Geld. Was Du daraus lernen kannst.

Nadine Graf
Nadine Graf Geldanlage
Ein Jahr Trump: 5 Lehren für Deine Geldanlage

Trumps Regierung: Große Auswirkungen auf Deine Geldanlage
Welt-ETFs: Zölle & Dollar-Schwäche bringen Durchhänger
Bitcoin & Gold: Überraschender Absturz vs. Rekordjagd

Am Dienstag (20.1.) ist Donald Trump ein Jahr lang wieder US-Präsident. In dieser Zeit ist politisch viel passiert. Oft mit Folgen für die Finanzmärkte und damit auch Dein Geld. Heute schauen wir uns mal an, welche Lehren für Deine Geldanlage Du daraus ziehen kannst.

Lehre 1: Der Euro-Dollar-Kurs beeinflusst Deinen Welt-ETF

Nach Trumps Amtsantritt ist der US-Dollar schwächer geworden: Am 20.1.25 hast Du für einen Euro ca. 1,04 $ bekommen, knapp ein Jahr später sind es jetzt ca. 1,165 $ (Stand aller Zahlen im Text: 14.01.26).

Der Dollar hat vor allem im ersten Trump-Halbjahr abgewertet. Das war sogar sein Ziel, um die US-Wirtschaft anzukurbeln. Denn ein schwacher Dollar macht US-Exporte billiger und Importe teurer. Zur Dollar-Schwäche haben konkret mehrere Dinge geführt, die das Vertrauen in die globale Leitwährung belastet haben:

  • Der wachsende US-Schuldenberg und Erzählungen über einen „Mar-a-Lago-Accord“, mit dem Trump die US-Schulden umstrukturieren und so den Dollar schwächen will
  • Trumps Handelszölle, vor allem im Frühjahr 2025 ein großes Thema
  • Die anhaltenden Versuche der US-Regierung, die Unabhängigkeit der Zentralbank Fed zu untergraben und Druck aufzubauen, die Leitzinsen zu senken

Mit einem weltweiten Aktien-ETF hast Du das zu spüren bekommen. Denn darin stecken jede Menge Aktien, die in Dollar notieren und umgerechnet in Euro weniger wert geworden sind. Mehr zu diesem Zusammenhang liest Du hier.

Ein Beispiel: Der MSCI ACWI – ein noch breiterer Index als der MSCI World – steht seit Trumps Amtsantritt in Dollar 22,5 % im Plus, in Euro sind es nur 8,5 %. Der Währungseffekt dämpft für Dich also den andauernden Boom der großen Tech-Konzerne in den USA.

Währungsschwankungen langfristig kein Problem

Ein Problem für Deine Geldanlage ist das aber nicht: Langfristig haben sich Währungseffekte mehr oder weniger ausgeglichen. Und: Schon im zweiten Trump-Halbjahr hat sich der Euro-Dollar-Kurs zwischen 1,16 und 1,18 eingependelt. Seit dem 20.9.25 ist die ACWI-Rendite in Euro (7,1 %) sogar besser als in Dollar (5,9 %).

Übrigens: Genau wie beim MSCI World empfehlen wir Dir gleichwertig auch ETFs auf den ACWI oder auf sein All-World-Pendant von FTSE. Genauer gesagt diese hier:

Lehre 2: Lauf keinen Trends hinterher

Wegen Unsicherheiten in den USA und angekündigten Großinvestitionen in Europa haben viele Anlegerinnen und Anleger umgeschichtet und stärker in Europa investiert. Rein europäische ETFs lagen im Trend – und liefen besser als weltweite. An unserer Grafik kannst Du das sehr gut erkennen:

Alles zu Bitcoin und Gold liest Du weiter unten.

Unter dem Strich hat sich der MSCI Europe im ersten Jahr Trump mit 18,5 % mehr als doppelt so gut entwickelt wie der ACWI mit 8,5 %.

Was das für Dich bedeutet

Es gibt keine Garantie, dass es so weitergeht. Ignorier solche Trends am besten bewusst. Denn sie sind immer mit einer Marktmeinung verbunden. Solche bewussten Anlageentscheidungen solltest Du aber am besten vermeiden. Genau deshalb empfehlen wir Dir ja auch passive Welt-Aktien-ETFs. Und die Weltwirtschaft ist langfristig sowieso deutlich besser gelaufen als in Europa.

Zum Vergleich: Über die vergangenen zehn Jahre ist der MSCI ACWI um 7,8 % p. a. gestiegen, der MSCI Europe nur um 3 % p. a. Möchtest Du trotzdem unbedingt in Europa investieren, dann mach das höchstens als kleine Beimischung im Depot. In diesem Fall empfehlen wir ETFs auf den Stoxx Europe 600 oder den MSCI Europe.

Den Kern sollte aber ein Welt-ETF bilden – und da steckt Europa ebenfalls drin. Auch damit profitierst Du also von einem Europa-Höhenflug.

Lehre 3: Politische Börsen haben kurze Beine

Nichts hast Du wahrscheinlich stärker in Deinem Depot gesehen als Trumps Zollpolitik im Frühjahr 2025. Weltweite Aktien-ETFs drehten auf Monatssicht zweistellig ins Minus. Bei vielen Menschen waren die Sorgen groß, sodass wir sogar mit zusätzlichen Newslettern und Expertengesprächen die Lage eingeordnet haben, um Dich zu beruhigen.

Und siehe da, der alte Börsen-Spruch mit den kurzen Beinen stimmt wieder: Seit Amtsantritt steht etwa der MSCI ACWI trotz Zollstreit und anderen Trump-Aktionen eben mit 8,5 % im Plus – das liegt historisch also absolut im Bereich der langfristig mittleren Renditen weltweiter Aktien-ETFs.

Lehre 4: Nichts ist unmöglich – Bitcoin

Was für einen großen japanischen Autobauer gilt, gilt für Bitcoin schon lange. Nur dass es hier nicht um technischen Fortschritt, sondern eher völlige Unvorhersehbarkeit geht.

Denn: Trump inszeniert sich zwar als großer Bitcoin-Freund und schaffte mit den Genius- und Clarity-Acts Gesetze, die mehr Klarheit für die Krypto-Industrie bringen. Außerdem setzt er sich eine für kryptofreundlichere Aufsicht ein, sorgt für eine nationale Bitcoin-Reserve und integriert Krypto sogar ins US-Rentensystem.

Aber: Trotzdem läuft es für Bitcoin in Trumps bisheriger Präsidentschaft mies, wie Du an der Grafik oben siehst. Das Minus seit Amtsantritt: 16,7 %! Und das unmittelbar nach den Bitcoin-Höhenflügen und dem Alltime-High im Oktober 2025. Das belegt erneut: Bitcoin schwankt extrem.

Wie stark?

Unser Analyseteam hat ausgerechnet: Über die vergangenen zehn Jahre ging‘s bei Bitcoin mehr als viermal stärker hoch und runter als beim MSCI World. So eine hohe Volatilität müssen Bitcoin-Fans aushalten können und nicht in Panik hohe Summen Bitcoin verkaufen, wenn sie plötzlich z. B. nur noch 50.000 statt 100.000 € im Wallet sehen.

Auf Bitcoin verzichten ist okay

Genau deshalb empfehlen wir Dir Bitcoin nicht als Basisinvestment. Du solltest nur max. 10 % Deines Vermögens in Bitcoin und andere riskanten Anlagen wie Einzelaktien stecken – wenn Du überhaupt investieren willst. Unbedingt nötig ist das nicht: Ein einziger Welt-ETF neben Deinem Notgroschen und ggf. Sicherheitsbaustein auf dem Tagesgeld-, Festgeldkonto oder in einem Geldmarkt-ETF reicht.

Übrigens: Die Tagesgeldzinsen steigen in letzter Zeit wieder – trotz Stillstand bei der EZB:

Aktuell bekommst Du z. B. sogar wieder bis zu 3,2 % p. a. für drei Monate bei Raisin oder 2,9 % p. a. für sechs Monate bei Volkswagen Bank – etwas mehr als ein Inflationsausgleich.

Willst Du dagegen riskanter in Bitcoin investieren, mach es zumindest bei einem in der EU zugelassenen Anbieter. Die haben wir frisch getestet und empfehlen Bitvavo, Finst und Bison.

Lehre 5: Gold kann auch Rendite

Der absolute Renner im ersten Jahr von Trumps erneuter Amtszeit: Gold. Klingt neben Krypto vielleicht angestaubt, hat aber stolze 50,6 % Rendite gemacht. Und erst diese Woche hat der Goldpreis ein neues Allzeithoch von über 4.600 $/Feinunze erreicht.

Dahinter dürften v. a. neue Unsicherheiten durch die Lage im Iran und aktuelle Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed stecken: Hier geht die US-Regierung nun bereits juristisch gegen Fed-Chef Jerome Powell vor.

Das steckt hinter dem Goldrausch

Für das Gold-Rekordjahr gibt‘s aber noch mehr Gründe, darunter wieder die Sorge um den US-Dollar. Gold wird als sicherer Hafen bewertet. Weitere Auslöser: Unsicherheit am Aktienmarkt durch den Zollstreit, starke Goldnachfrage durch Zentralbanken, hohe Inflation.

Solltest Du also investieren?

Auch hier gilt: Niemand weiß, ob es so weitergeht. Und langfristig hat Gold nur halb so viel Rendite gebracht wie der weltweite Aktienmarkt. Auch schon auf 15-Jahressicht hat der ACWI 9,1 % p. a. Rendite geschafft, Gold nur 7,3 % p. a.

Deshalb solltest Du max. 10 % Deines Vermögens in Gold investieren. Damit lässt Du Dir im Vergleich zum Welt-Aktien-ETF zwar langfristig etwas Rendite entgehen, könntest aber die Schwankungen Deiner Aktien etwas abmildern. Denn wenn Aktienkurse fielen, galt bei Gold oft das Gegenteil. Wie stark das wirkt, zeigen Finanztip-Berechnungen.

Für den Goldkauf empfehlen wir die Portale gold.de und gold-preisvergleich.de.

Vermögensaufbau effektiv: Du brauchst nur diese 2 Dinge

Stehst Du noch ganz am Anfang Deines Vermögensaufbaus und willst möglichst effektiv starten? Dann such Dir zunächst ein günstiges und starkes Depot aus unserem Depotvergleich. Unser Preis-Leistungs-Sieger ist Traders Place. Den passenden ETF kannst Du dann mit unserem ETF-Finder raussuchen. Mehr brauchst Du nicht.

Noch was unklar? In diesem Kurs der Finanztip Academy geht Saidi Schritt für Schritt alles mit Dir durch.

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