Erste Kosten der Trennung: Womit Du jetzt rechnen musst

Eine Trennung ist emotional belastend – und leider oft auch teuer. Spätestens wenn es Richtung Scheidung geht, kommen feste Kosten auf Dich zu. Wie viel Du zahlen musst und wo Du sparen kannst, erklären wir Dir hier einfach und verständlich.

Expertin für Recht - Dr. Britta Beate Schön
Von Dr. Britta Beate Schön und Amelie Junk

Nach einer Trennung stellen sich viele Fragen: Wer zahlt was? Wie teuer wird die Scheidung? Und lässt sich das Ganze günstiger regeln? Die gute Nachricht: Du kannst die Kosten zumindest beeinflussen – vor allem, wenn Ihr Euch einig seid.

Gericht und Anwalt sind Pflicht

In Deutschland kannst Du Dich nur vor Gericht scheiden lassen – und das auch nur mit anwaltlicher Unterstützung. Das bedeutet: Es fallen immer Gerichts- und Anwaltskosten an. Die zentrale Größe bei einer Scheidung ist der sogenannte Verfahrenswert. Klingt kompliziert, ist aber einfach gesagt die Grundlage für Gerichts- und Anwaltsgebühren.

Der Verfahrenswert setzt sich grob zusammen aus:

  • Eurem Nettoeinkommen (der letzten drei Monate)
  • Eurem Vermögen
  • dem Versorgungsausgleich (also Rentenansprüche)

Je höher dieser Wert ist, desto teurer wird Eure Scheidung.

Ein kleines Beispiel:

Verdient Ihr zusammen 5.000 € netto im Monat und habt etwas Vermögen, kann schnell ein Verfahrenswert von über 20.000 € entstehen. Daraus ergeben sich dann mehrere Tausend Euro Gesamtkosten für Gericht und Anwalt. Bei einem Verfahrenswert von z. B. 21.000 € liegen die Gerichtskosten aktuell bei rund 810 €.

Wichtig: Du musst einen Vorschuss zahlen, bevor das Gericht überhaupt tätig wird. Erst danach startet das Verfahren.

Anwaltskosten: Der größte Posten

Deutlich teurer wird es beim Anwalt. Auch hier gilt: Je höher der Verfahrenswert, desto höher die Gebühren.

Beim gleichen Beispiel (21.000 € Verfahrenswert) zahlst Du etwa 2.600 € für einen Anwalt. Habt Ihr beide jeweils einen eigenen Anwalt, verdoppeln sich diese Kosten fast.

Unterm Strich bedeutet das: Eine Scheidung kann schnell einige Tausend Euro kosten.

So kannst Du bei der Scheidung sparen

Hier liegt das größte Potenzial. Denn viele Kosten entstehen nur, wenn Ihr Euch streitet.

Diese drei Dinge helfen, Geld zu sparen:

  1. Einvernehmliche Scheidung: Wenn Ihr Euch einig seid, reicht ein gemeinsamer Anwalt. Das halbiert die Anwaltskosten
  2. Weniger Streitpunkte vor Gericht: Klärt Themen wie Unterhalt oder Vermögen möglichst selbst. Alles, was das Gericht entscheiden muss, macht die Scheidung teurer
  3. Vorab Kosten berechnen: Mit unserem Scheidungskostenrechner kannst Du schnell abschätzen, was auf Dich zukommt – und besser planen

Was, wenn Du Dir die Scheidung nicht leisten kannst?

Wenn das Geld knapp ist, gibt es Unterstützung: die Verfahrenskostenhilfe. Das bedeutet: Der Staat übernimmt ganz oder teilweise Deine Kosten, wenn Du sie nicht selbst tragen kannst. Dafür musst Du Deine finanzielle Situation offenlegen. Ob Du die Hilfe bekommst, entscheidet das Gericht.

Fazit: Früh planen lohnt sich

Die ersten Kosten der Trennung kommen oft schneller als gedacht. Aber Du bist ihnen nicht hilflos ausgeliefert.

Wenn Du Dir früh einen Überblick verschaffst und möglichst viel einvernehmlich regelst, kannst Du einiges sparen.

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