Tipps & Tricks

Geldanlage für Kinder: Warum Du nicht auf die Frühstart-Rente warten solltest

Die Frühstart-Rente verspricht nicht nur Geld vom Staat, sondern auch Steuererleichterungen für Einzahlungen aus eigener Tasche. Für Deinen Nachwuchs solltest Du trotzdem weiterhin im Juniordepot sparen.

Nadine Graf
Von Nadine Graf , Felix Petersen und Sabrina Theobold
Juniordepot trotz Frühstartrente

Mit der Frühstart-Rente will der Staat Kinder ab sechs Jahren für den Kapitalmarkt begeistern und einen Grundstein für die Altersvorsorge legen. Auch wenn 10 € im Monat zunächst nach wenig klingen: Ist Euer Kind förderberechtigt, solltet Ihr das Geld mitnehmen.

Ein beschlossenes Gesetz gibt es bislang nicht. Mittlerweile liegt nur ein erster Entwurf vor, den wir gerade genauer für Dich analysieren. Geplant ist aber auf jeden Fall, dass Ihr für Euer Kind ein gefördertes Altersvorsorgedepot eröffnen könnt. Zusätzlich zur staatlichen Förderung sollen auch private Einzahlungen möglich sein. Wie diese steuerlich behandelt werden, steht aber noch nicht endgültig fest.

Das lange Warten auf die Frühstart-Rente

Der größte Haken ist aktuell die Unsicherheit. Bis die Regeln feststehen, muss das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen werden. Wann Eltern tatsächlich ein Depot eröffnen können und wann das erste Geld eingezahlt wird, ist deshalb noch offen.

Die Förderung soll rückwirkend ab Anfang 2026 gezahlt werden. Wann das Geld fließt, ist aber unklar – vielleicht ein Jahr später, vielleicht noch später. Das schwächt den Zinseszinseffekt und die spätere Kaufkraft.

Warum lohnt sich ein Juniordepot trotzdem?

Mit einem Juniordepot könnt Ihr schon heute anfangen, Geld für Euer Kind anzulegen. Der große Vorteil: Bis das Geld gebraucht wird, sind es oft noch viele Jahre. Ein sechsjähriges Kind hat zum Beispiel noch rund 61 Jahre bis zur Rente – vorausgesetzt, das Rentenalter bleibt gleich.

Diese lange Zeit spielt Euch beim Investieren in die Karten. Denn durch den Zinseszinseffekt können selbst kleine regelmäßige Beträge über die Jahre deutlich wachsen.  

Eltern sollten deshalb unabhängig von den Plänen zur Frühstart-Rente starten. Kommt die staatliche Förderung später dazu, umso besser.

Juniordepots geben euch mehr Spielraum

Auch in das geplante Frühstart-Depot sollen private Einzahlungen möglich sein. Das Geld soll aber der Altersvorsorge dienen und grundsätzlich bis zum Rentenalter gebunden bleiben.

Je nach Ausgestaltung des Gesetzes könnte ein früherer Zugriff möglich sein. Der dürfte aber teuer werden: Steuerfreie Erträge müssten wahrscheinlich versteuert, Steuervorteile ausgeglichen und Förderungen zurückgezahlt werden. Auch der Zinseszinseffekt würde dadurch geschwächt.

Ein Juniordepot ist planbarer und flexibler, weil es keine Zweckbindung gibt. Junge Menschen können das Geld etwa für Führerschein oder Ausbildung nutzen. Bei Aktieninvestments solltet ihr aber mindestens 15 Jahre Anlagezeit einplanen, um Kursschwankungen aussitzen zu können.

Jede Entnahme verringert zwar den Betrag, der später für die Altersvorsorge übrig bleibt. Euer Kind kann das Depot im Berufsleben aber weiter besparen und dann meist höhere Beträge einzahlen.

Kosten selbst bestimmen

Noch ist offen, welche Anbieter an der Frühstart-Rente teilnehmen und wie viel ihre Depots kosten dürfen. Entscheidend wird sein, dass Gebühren nicht einen großen Teil der Förderung aufzehren.

Fallen wie bei vielen von Finanztip empfohlenen Juniordepots keine Depotgebühren und Sparplankosten an, bleibt mehr Rendite übrig. Hohe Gebühren könnten dagegen die gesamte Förderung aufzehren.

Was steckt im Depot?

Wichtig ist außerdem, in welche Produkte Eltern investieren dürfen. Juniordepots bieten günstige ETF-Sparpläne, mit denen Familien breit gestreut weltweit in Aktien investieren können. Solche Anlagen passen sich dem Aktienmarkt an und können über Jahrzehnte geeignet bleiben.

Auch beim Frühstart-Rentendepot wären solche Möglichkeiten sinnvoll. Noch ist aber unklar, welche Produkte zugelassen werden. Denkbar sind Einschränkungen bei den Risikoklassen von Fonds. Ähnliche Pläne gibt es für das Altersvorsorgedepot, wodurch viele Aktien-ETFs ausgeschlossen werden könnten.

Der größte Nachteil der Frühstart-Rente ist jedoch, dass zunächst nur wenige Kinder profitieren. Starten soll sie nur für den Geburtsjahrgang 2020, weitere Jahrgänge sollen schrittweise folgen. Viele Kinder und Jugendliche bleiben damit außen vor.

Eltern sollten deshalb nicht mit dem Juniordepot warten. Kommt die Frühstart-Rente für berechtigte Kinder später dazu, umso besser. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis kriegst Du bei Traders Place. Die beste Leistung hingegen bei Comdirect. 

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