Wenn Du angestellt bist, bist Du wahrscheinlich gesetzlich krankenversichert. Trotzdem wissen viele nicht genau, wie das System funktioniert – oder worauf sie bei der Wahl ihrer Krankenkasse achten sollten.
Was ist die gesetzliche Krankenkasse (GKV)?
Die GKV ist Teil des deutschen Sozialversicherungssystems. Sie sorgt dafür, dass Du medizinisch versorgt wirst, wenn Du krank bist. Das System funktioniert nach dem Solidarprinzip: Je mehr jemand verdient, desto mehr zahlt er monatlich bis zu einer gewissen Grenze ein. Wer krank wird, wird behandelt – unabhängig davon, wie viel er oder sie eingezahlt hat.
So ein System gibt es nicht in allen Ländern: An vielen Orten musst Du entweder eine private Krankenversicherung abschließen oder jede Behandlung selbst bezahlen. Versichert bist Du aber nicht bei der "einen" Krankenversicherung, sondern einer von vielen Krankenkassen in Deutschland, die Du größtenteils frei wählen kannst.
Wenn Du die Voraussetzungen erfüllst, kannst Du alternativ auch in Deutschland sagen: Ich will nicht gesetzlich, sondern privat versichert sein. Dann musst Du Dich selbst um einen Vertrag bei einer privaten Krankenversicherung kümmern – mit entsprechenden Vor- und Nachteilen.
Wie wird die Krankenkasse finanziert?
Wenn Du angestellt bist über monatliche Beiträge, die Du zur Hälfte von Deinem Gehalt bezahlst. Die andere Hälfte bezahlt Dein Arbeitgeber. Die Gesamtsumme, die die Krankenkasse verlangt, setzt sich aus zwei Teilen zusammen:
- Der allgemeine Beitragssatz: Er liegt aktuell bei 14,6 % (7,3 % bezahlst Du, 7,3 % Dein Arbeitgeber), wird gesetzlich festgelegt und ist bei jeder Krankenkasse gleich. Er ist also keine Stellschraube, um Kosten zu sparen
- Der Zusatzbeitrag: Den legt jede Krankenkasse selbst fest, er liegt derzeit zwischen etwa 2 bis 4 %. Möchtest Du bei Deiner Krankenkasse sparen, kannst Du zu einer wechseln, die einen niedrigeren Zusatzbeitrag hat
Welche Leistungen bekommst Du?
Die wichtigsten Dinge sind gesetzlich festgelegt: Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, verschreibungspflichtige Medikamente sowie viele Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen.
Wenn Du länger krank bist, zahlt Dein Arbeitgeber sechs Wochen lang Dein Gehalt weiter. Danach bekommst Du Krankengeld von der Kasse. Das sind in der Regel 70 % Deines Bruttogehalts, aber maximal 90 % Deines Nettogehalts.
Leistungen wie eine professionelle Zahnreinigung (PZR) oder bestimmte alternative Behandlungen zählen meist nicht oder nicht vollständig dazu. Hier beteiligen sich viele Kassen freiwillig – oder Du zahlst selbst.
Wie unterscheiden sich die Krankenkassen?
Vor allem beim Zusatzbeitrag und bei den Extras. Manche Kassen zahlen z. B. einen Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung (PZR) oder bieten Bonusprogramme für Sport und Vorsorge an.
Andere punkten mit zusätzlichen Impfungen oder digitalen Angeboten wie Online-Sprechstunden.
Genau hier lohnt sich ein Vergleich – denn eine beim Zusatzbeitrag besonders günstige Krankenkasse ist nicht unbedingt die, die am besten zu Dir passt.
So findest Du die richtige Kasse
Falls Du nicht weißt, bei welcher Krankenkasse Du versichert bist: Schau auf Deine letzte Gehaltsabrechnung. Irgendwo auf dieser Seite findest Du ihren Namen, z. B. "Techniker Krankenkasse" oder "DAK-Gesundheit".
Als nächstes findest Du online oder in unserem Ratgeber (für deutschlandweit verfügbare Krankenkassen) den aktuellen Zusatzbeitrag. Liegt er deutlich über der günstigsten Kasse (aktuell BKK Firmus mit 2,18 %), solltest Du sie einmal auf den Prüfstand stellen. Auch hier hilft Dir unser Ratgeber zum Krankenkassenwechsel weiter.
Konkret empfehlen wir aktuell die Krankenkassen HKK, TK, Audi BKK und DAK-Gesundheit. Ein Wechsel ist in der Regel unkompliziert und kann Dir Geld sparen oder bessere Leistungen bringen. Deshalb unser Tipp: Vergleich Zusatzbeitrag und Zusatzleistungen in Ruhe – und entscheid dann, was für Dich wichtiger ist.