Hier bist Du am meisten von Online-Betrug betroffen
Gefälschte Nachrichten, Links oder Webseiten wirken heute oft täuschend echt. Umso wichtiger ist es, die Tricks der Kriminellen zu kennen.

Gefälschte Nachrichten, Links oder Webseiten wirken heute oft täuschend echt. Umso wichtiger ist es, die Tricks der Kriminellen zu kennen.


Zahlungsbetrug: Jeder Vierte in letzten zwölf Monaten betroffen
395 €: So viel haben Menschen in Deutschland im Schnitt verloren
Fake-Shops: Pass auf beim Vignetten-Kauf
Letztes Jahr wurde jede bzw. jeder Zehnte in Deutschland Opfer von Cyberkriminalität. Wenn Du davon betroffen bist, kannst Du nicht nur viel Geld, sondern oft auch Dein Vertrauen in Online-Shops oder sogar in Deine Bank verlieren. Das zeigt der aktuelle Cybersicherheitsmonitor 2026 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Eine Umfrage des Zahlungsdienstleisters Adyen ist sogar noch alarmierender: Demzufolge war in den vergangenen zwölf Monaten jede bzw. jeder Vierte von Zahlungsbetrug beim Online-Shopping betroffen. Dabei geht es schnell um größere Summen: Demnach haben Menschen in Deutschland 2026 durch Betrug beim Online-Shopping im Schnitt etwa 395 € verloren.
Am größten ist das Risiko tatsächlich auch beim Online-Shopping. In der BSI-Umfrage haben 22 % der Betroffenen angegeben, dass sie hier Opfer von Cyberkriminalität waren. Momentan droht Dir das z. B., wenn Du eine Vignette für den Urlaub kaufen willst.
Die brauchst Du z. B., wenn Du nach oder durch Österreich fahren willst. Entweder in der klassischen Form zum Aufkleben oder online in digitaler Form. Mit der digitalen Vignette sparst Du Dir einen Zwischenstopp an der Tankstelle, solltest aber genau darauf achten, beim offiziellen Anbieter zu kaufen.
Immer wieder kursieren Fake-Webseiten, z. B. Fälschungen des Vignettenshops der österreichischen Asfinag, die Du auf den ersten Blick gar nicht als Fälschung erkennst. Schau auf diese vier Aspekte, um die richtige Webseite zu erkennen:
Und jetzt noch ein Tipp: Suchst Du die Vignette über Google, klick am besten keine der gesponserten Ergebnisse an, sondern wähl eine der regulären Webseiten.
Besonders bei unbekannten Shops solltest Du vorsichtig sein, denn hinter auffällig günstigen Angeboten können Fake-Shops stecken. Ob ein Shop echt ist, kannst Du mit dem Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentrale checken.
In manchen Fällen werden auch Deine Daten oder Zahlungsinfos abgegriffen und missbraucht. Das passiert nicht nur in großen Onlineshops, sondern auch auf Kleinanzeigenportalen oder in auf Social Media beworbenen Shops.
Auch Dein E-Mail-Postfach, Deine Online-Bankkonten oder Dein Bankzugang kann zum Ziel von Kriminellen werden. Wenn sie Erfolg haben, geht’s ihnen meistens um Geld. Vielleicht musstest Du aber auch “nur” Dein Konto sperren lassen, Passwörter ändern oder hattest noch ganz andere Folgen. Und das wiederum kostet Dich Zeit, Nerven und ganz oft auch das Vertrauen in z. B. den Online-Store oder sogar in Deine Bank.
Oft kommen Kriminelle auch über gefälschte E-Mails und SMS an Deine Daten, im Namen Deiner Bank oder anderen Anbietern. Dabei setzen sie Dich gern unter Druck und behaupten z. B., dass sie dringend eine Bestätigung bei Deinem Konto brauchen.
Deshalb: Gib niemals Passwörter, TANs oder andere Zugangsdaten per E-Mail, SMS oder Telefon weiter. Klick außerdem nicht unüberlegt auf Links. Wenn Du unsicher bist, öffne die Website lieber selbst über die offizielle App oder gib die Adresse direkt im Browser ein.
Wenn Geld von Deinem Konto verschwunden ist oder sensible Daten gestohlen wurden, solltest Du sofort handeln: Lass Karten und Online-Banking sperren, änder Deine Passwörter, informier Deine Bank und erstatte Anzeige bei der Polizei. Bewahr auch verdächtige Nachrichten als Beweismittel auf.
Wichtig: Hast Du Geld verloren, ist es nicht automatisch weg. Wenn Überweisungen ohne Deine Zustimmung ausgeführt wurden, muss die Bank den Betrag grundsätzlich erstatten. Häufig berufen sich Banken dabei auf grobe Fahrlässigkeit. Das müssen sie dann allerdings erstmal beweisen.
Wir empfehlen derzeit elf Anwaltskanzleien, die darauf spezialisiert sind, Dich bei Betrugsfällen beim Online-Banking zu vertreten: Saleo Rechtsanwälte (Bad Nauheim), Stader (Köln), CDR Legal (Rosenheim), Poppelbaum (Berlin), Kaufmann (Achim, Bremen), Siburg Legal (Berlin), Gansel (Berlin), KWAG (Bremen), Juest & Oprecht (Hamburg), Müller Seidel Vos (Köln) und PSS (Wiesbaden).
Wie sicher fühlst Du Dich im Internet? Hast Du schon Erfahrungen mit Online-Betrug gemacht oder schützt Du Dich mit bestimmten Tricks? Mach jetzt bei unserer kurzen Umfrage mit.
Außerdem schon mal zum Vormerken: In unserem nächsten Kurs in der Finanztip Academy zeigen wir Dir, wie Du typische Betrugsmaschen erkennst und Dich im Alltag besser vor Cyberkriminalität schützt. Weitere Infos folgen in Kürze.
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