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Krankenkassen fehlt noch mehr Geld: So würden Finanztip-Leser sparen

Der gesetzlichen Krankenversicherung fehlt 2027 noch viel mehr Geld als bisher gedacht. Die geplante Reform muss also größer werden. Wo die Finanztip-Community ansetzen würde.

Anja Schlicht
Von Anja Schlicht , Jonas Fehling und Nathanael Häfner
Krankenkassen fehlt noch mehr Geld: So würden Finanztip-Leser sparen

Krankenkassen-Defizit: 3,5 Mrd. € größer als gedacht
Reformentwurf reicht nicht mehr: Was kommt noch?
Reformrechner: So würde die Finanztip-Community sparen

3,5 Mrd. € extra fehlen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) 2027. Bisher hatte das Gesundheitsministerium mit einem Minus von 15,3 Mrd. € gerechnet, jetzt sind es schon ca. 18,8 Mrd. €. Damit Dein Zusatzbeitrag nicht noch weiter steigt, muss dieses Geld durch die GKV-Reform eingespart werden. Bis zur Sommerpause soll der Bundestag sie beschließen.

Das Problem: Der bisherige Reformentwurf enthält mit 16,3 Mrd. € Einsparung zwar einen kleinen Puffer, 2,5 Mrd. € fehlen aber noch immer. Denn frische Zahlen fürs erste Quartal 2026 haben gezeigt, dass die Ausgaben für Praxen, Kliniken und Arzneimittel allein bis März um 8 % gestiegen sind. Erwartet hatte das Ministerium nur 6,7 % – und das fürs ganze Jahr.

Das würde die Finanztip-Community tun

Heißt: Gesundheitsministerin Nina Warken muss nochmal ran an die Reform, wenn sie ihr Versprechen stabiler Beiträge halten will. Geht es nach der Finanztip-Community, wären die 2,5 Mrd. € leicht gespart: Seit April kannst Du mit unserem GKV-Reform-Rechner Gesundheitsministerin spielen und ausprobieren, mit welchen Maßnahmen Du das Sparziel erreichen würdest.

Mit Abstand am häufigsten habt Ihr Euch dafür entschieden, dass die Beiträge fürs Bürgergeld komplett aus Steuergeld vom Bund bezahlt werden sollen. Das allein würde der GKV 12 Mrd. € sparen und ist der mit Abstand größte Sparhebel, der zur Debatte steht.

Lieblingsmaßnahme der Community spart genug

Im Reformentwurf fehlt davon aber fast jede Spur: 2027 sollen nur 0,25 Mrd. € mehr vom Bund kommen, erst ab 2031 immerhin 2 Mrd. €. Bei der Bürgergeldversicherung wären die fehlenden 2,5 Mrd. € also aufzutreiben. Leicht ist das aber nicht: Zahlt der Bund mehr, muss er an anderer Stelle sparen.

Ebenfalls besonders beliebt in unserer Community: Hersteller sollen höhere Rabatte auf Arzneimittel geben (1,1 Mrd. € Einsparung) und die kostenlose Mitversicherung für Ehepartner soll weg (1,6 Mrd. €). Beides steht auch im Reformentwurf.

Unbeliebteste Maßnahmen sollen alle kommen

Es gibt aber auch Reformideen, von denen die Finanztip-Community gar kein Fan ist. Hier siehst Du die Top 3 und Flop 3: 

Alle drei besonders unbeliebten Maßnahmen stehen aber im Reformentwurf. Sie bringen zusammen allerdings „nur“ 3,3 Mrd. €. Das ist auch sehr viel Geld. Aber eben sehr viel weniger, als allein die 12 Mrd. € für die Bürgergeldversicherung aus Steuermitteln bringen würden.

Diese vier Maßnahmen würden reichen

Rechnen wir alle drei in unserer Community beliebtesten Maßnahmen von oben zusammen, kommen wir schon auf 14,7 Mrd. € Einsparung. Addieren wir noch eine vierte, in der Community auch beliebte Maßnahme dazu, kommen wir sogar auf 19,1 Mrd. € – genug, um das nochmal tiefer gewordene Finanzloch für 2027 mit nur vier Maßnahmen zu stopfen. Zumindest potenziell: Denn die kostenlose Mitversicherung soll bisher erst 2028 wegfallen.

Bei dieser vierten Maßnahme geht’s darum, dass die Ausgaben für medizinisches Personal, Kliniken und Apotheken nur noch so stark steigen dürfen wie die Einnahmen je Versicherten. Genau wegen dieser Ausgaben hat sich das Defizit für 2027 ja nochmal vergrößert. In der Reform ist aber auch das schon vorgesehen und soll 4,4 Mrd. € sparen.

Du willst selbst simulieren, wie Du die GKV-Beiträge retten würdest? Dann klick mal rein in unseren GKV-Reform-Rechner. Willst Du Deinen eigenen Beitrag optimieren, schau in unseren Krankenkassen-Vergleich. Aktuell empfehlen wir HKK, TK, Audi BKK und DAK.

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