Krankenversicherung: Sinnvoll ergänzen statt doppelt zahlen

Barbara Weber Krankenversicherungen

In der gesetzlichen Krankenversicherung ist vieles bereits abgedeckt. Ärztliche Behandlungen, Krankenhausaufenthalte und die Versorgung von Kindern sind grundsätzlich gut geregelt. Trotzdem gibt es Ergänzungen, die für Familien sinnvoll sind – und andere, die vor allem Geld kosten, ohne echte Lücken zu schließen. Entscheidend für Euch ist, gezielt vorzugehen und nicht jede Zusatzversicherung mitzunehmen.

Was Ihr unbedingt braucht: Auslandskrankenversicherung

Eine Auslandskrankenversicherung gehört für Familien zur Grundausstattung. Schon ein kurzer Urlaub kann teuer werden, wenn im Ausland medizinische Behandlungen nötig sind. Gesetzliche Krankenkassen zahlen dort oft nur eingeschränkt. Besonders problematisch sind Kosten für einen medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland, der schnell fünfstellige Beträge erreichen kann.

Eine Auslandskrankenversicherung übernimmt typischerweise:

  • Arzt- und Krankenhauskosten im Ausland
  • Organisation und Kosten eines medizinisch sinnvollen Rücktransports
  • Absicherung aller mitreisenden Familienmitglieder

Die Beiträge liegen meist bei nur wenigen Euro im Jahr. Damit steht der Nutzen in einem sehr guten Verhältnis zu den Kosten. Speziell für Familien empfehlen wir die Tarife von DKV (Familymed Tarif RDN), TravelSecure (AR ohne SB) und Huk24 (RIF20).

Was sinnvoll sein kann: Krankentagegeld

Ein Krankentagegeld ersetzt Einkommen, wenn Ihr länger krankgeschrieben seid und kein Gehalt mehr bekommt. Ob Ihr diese Absicherung braucht, hängt stark von Eurer beruflichen Situation ab.

Angestellte bekommen nach sechs Wochen Krankheit Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse, das aber gedeckelt ist (i. d. R. 70 % des Bruttoeinkommens, aber maximal 90 % des Nettoeinkommens und maximal 135,63 € pro Tag, von denen noch Beiträge zur Sozialversicherung weggehen). Wer gut verdient, hat hier oft eine spürbare Lücke. Für Selbstständige kann das Einkommen sogar komplett wegfallen.

Ein Krankentagegeld kann also sinnvoll sein, wenn:

1. Ihr selbstständig oder freiberuflich arbeitet

Dabei habt Ihr zwei Optionen:

  • Seid Ihr privat versichert, könnt Ihr Euch zusätzlich mit einer privaten Krankentagegeldversicherung absichern
  • Seid Ihr freiwillig gesetzlich versichert, könnt Ihr diese Versicherung auf das Krankentagegeld ausweiten und zahlt dann nicht 14 %, sondern 14,6 % für die gesetzliche Krankenversicherung. Hier habt Ihr den Nachteil, dass das Krankentagegeld erst ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit gezahlt wird, Ihr müsst bis dahin also unter Umständen Eure Rücklagen angreifen. Möchtet Ihr das vermeiden, könnt Ihr auch bei der GKV einen Wahltarif fürs Krankentagegeld wählen – Ihr bekommt es dann im Ernstfall früher, zahlt aber nochmal ein bisschen extra. Details dazu findet Ihr in unserem Ratgeber Wahltarife.

2. Ihr angestellt seid und mit dem Krankengeld Eure Fixkosten nicht decken könnt

3. Ein Einkommen einen Großteil der Familienausgaben trägt

Um die beste Krankentagegeldversicherung für Euch zu finden, empfehlen wir Euch das Vergleichsportal Acio.

Weniger sinnvoll ist es, wenn ausreichend Rücklagen vorhanden sind oder ein zweites Einkommen einen Ausfall abfedern kann. Wichtig ist auch die Abgrenzung: Ein Krankentagegeld ersetzt nur vorübergehend Einkommen und ist kein Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Meist verzichtbar: Versicherungen für mehr Komfort

Viele Zusatzversicherungen versprechen bessere Leistungen, sind aber keine Absicherung gegen existenzielle Risiken. Dazu zählen zum Beispiel Zahnzusatz- oder Krankenhauszusatzversicherungen. Sie können ein Einzelzimmer, Chefarztbehandlung oder höhere Zuschüsse ermöglichen – verbessern also den Komfort, nicht die finanzielle Sicherheit.

Bevor Ihr solche Versicherungen abschließt, solltet Ihr prüfen:

  • Welchen konkreten Mehrwert bringt die Zusatzleistung im Alltag
  • Wie hoch sind die Beiträge über viele Jahre
  • Könntet Ihr die Kosten im Ernstfall auch selbst tragen

Gerade bei Kindern ist die medizinische Grundversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung gut. Zusatzversicherungen sollten deshalb nicht aus Sorge abgeschlossen werden, sondern nur, wenn der Nutzen klar erkennbar ist.

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