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Nach der Landtagswahl: Welche Reformpläne jetzt wieder wackeln

Die Bundesregierung wollte bei der Rente ein großes Reformpaket umsetzen. Jetzt könnte ein wichtiger Punkt neu verhandelt werden.

Finanztip Redaktion
Von Mathias Ohanian
landtagswahl-sachsenanhalt

Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt bringt Bewegung in die Reformpläne der Bundesregierung: SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf will nach der Wahl unter anderem die geplanten Änderungen bei Rente, Pflege und Gesundheit noch einmal diskutieren.

Besonders wichtig für Dich ist der Streit um die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren. Nach den aktuellen Regeln kannst Du damit bis zu zwei Jahre vor der regulären Altersgrenze in Rente gehen, ohne dass Deine Rente dauerhaft gekürzt wird. Bist Du 1964 oder später geboren, geht das mit 65 statt regulär mit 67 Jahren.

Der Unterschied bei der monatlichen Rente kann deutlich sein: Würdest Du zwei Jahre früher in Rente gehen und müsstest dafür künftig die üblichen Abschläge hinnehmen, wären das 7,2 % weniger Rente – dauerhaft. Bei einer monatlichen Rente von 1.500 bis 1.800 € wären das rund 108 bis 130 € weniger im Monat. Über 20 Jahre Rentenbezug summiert sich allein dieser Abschlag rechnerisch auf rund 26.000 bis 31.000 €.

Was sich bei der Rente ändern könnte

Die Rentenkommission will die abschlagsfreie Rente abschaffen. Du könntest zwar weiterhin früher in Rente gehen, müsstest dafür aber grundsätzlich Abschläge akzeptieren. Alternativ müsstest Du länger arbeiten.

Ganz wegfallen soll der Schutz für langjährig Beschäftigte aber nicht: Eine neue Schutzrente soll Menschen auffangen, die ihren langjährig ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machen können. Die Koalition hatte angekündigt, alle 33 Vorschläge der Rentenkommission als Gesamtpaket umzusetzen. Führende SPD-Politiker stellen einzelne Punkte jetzt aber wieder infrage.

Dass ausgerechnet die abschlagsfreie Rente zum Streitthema wird, ist wenig überraschend: In Ostdeutschland wird sie besonders häufig genutzt. In Sachsen-Anhalt gingen 2024 38 % der männlichen Neurentner auf diesem Weg in Rente, bundesweit waren es knapp 34 %. Bei den Frauen waren es in Sachsen-Anhalt 28 %, bundesweit rund 21 %. Unter dem Bundesschnitt liegen unter anderem Nordrhein-Westfalen (32,4 %), Hessen (29,6 %) oder Hamburg (20,3 %).

Warum die Debatte jetzt wichtig wird

Auch mit Blick auf die anstehende Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bekommt das Thema zusätzlich Gewicht. Dort nutzen ebenfalls überdurchschnittlich viele Menschen die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren: rund 36 % der männlichen und 29 % der weiblichen Neurentner.

Und nicht nur bei der Rente könnte noch einmal verhandelt werden: Auch Reformen bei Gesundheit und Pflege will die SPD erneut besprechen. Welche Pläne konkret auf den Prüfstand kommen, ist bislang offen. Schon vor der Wahl umstritten war etwa die geplante Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag.

Für Dich heißt das erstmal: Es hat sich noch nichts geändert. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren gilt weiterhin. Plane deshalb nicht aufgrund der aktuellen politischen Diskussion um. Entscheidend wird erst, was die Bundesregierung tatsächlich beschließt und ab wann neue Regeln gelten.

Egal, wie die Reform am Ende aussieht: Verlass Dich bei Deiner Altersvorsorge nicht nur auf die gesetzliche Rente. Wenn Du noch langfristig Zeit hast, kannst Du zusätzlich mit einem ETF-Sparplan vorsorgen. Ein günstiges Depot findest Du in unserem Depotvergleich. Wir empfehlen Dir unter anderem Traders Place und Comdirect.

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